Zur Geschichte der Kaisenhäuser in der Süddeutschen Zeitung

Brandaktuell gibt es einen Beitrag zu Kaisenhäusern und der Geschichte des Wohnens auf der Parzelle in der überregionalen Süddeutschen Zeitung – einschließlich der Hinweise auf das Kaisenhausmuseum in der Waller Feldmark und auf mein preisgekröntes Buch „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Bremens Kaisenhäuser“.

Doll.

Wie mag es wohl zu dem aktuellen Interesse am Thema kommen?

(Zwei Punkte des informativen Beitrags möchte cih ergänzen: A) In Spitzenzeiten waren in Bremen aufgrund der Wohnungsmangels bis zu 10.000 Parzellen Ende der 1950er Jahren dauerhaft bewohnt. B) Die Bewohner organisierten sich nicht nur in ihren Kleingartenvereinen, um ihre unmittelbare Lebenssituation vor Ort zu verbessern,  darüber hinaus gründeten sie bereits in den 1950er Jahren die „Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner e.V.“ für die dauerhafte Legalisierung ihrer Gartenwohnkultur. Für die Vernetzung der Mitglieder gab man eine eigene Zeitung heraus, beriet rechtlich und war bremenweit gemeinsam politisch aktiv. Dieser Verein existiert bis heute.)

20. September 2018, 18:58 Uhr

Kaisenhäuser Die Auswohner

Nach dem Krieg war die Wohnungsnot so groß, dass Bremens Bürgermeister das Leben in Gartenhäusern erlaubte. Manche wohnen – nach Umbauten – noch heute darin.

Von Joachim Göres

 

Der Bau neuer und die Vergrößerung vorhandener Notwohnungen in Kleingärten ist zulässig.“ Mit dieser Notverordnung legalisierte Bremens Bürgermeister Wilhelm Kaisen im August 1945 das Wohnen in Lauben und Schuppen, das bis dahin verboten, aber in der vom Krieg zerstörten Stadt gängige Praxis war.

Maximal 30 Quadratmeter Wohnfläche erlaubte der sogenannte Kaisenerlass. Aber nur vorübergehend, bis die größte Not überwunden war – so die Ansage der politisch Verantwortlichen, die das dauerhafte Wohnen in Kleingärten verhindern wollten. Sie befürchteten, dass die beengten Wohnbedingungen und die fehlende Infrastruktur – kein Strom, keine Heizung, kein fließend Wasser, nur Plumpsklos – zu Krankheiten und sozialen Problemen führen könnten.

Mehr als 70 Jahre später wohnen in Bremen immer noch mehrere Hundert Menschen in den Gebäuden, die nach ihrem Förderer Kaisenhäuser genannt werden. „Meine Frau ist hier geboren und ich bin hier 1973 mit eingezogen“, sagt Wolfgang Golinski. Der 74-Jährige lebt mit seiner Ehefrau in einem zweistöckigen Haus auf 150 Quadratmetern Wohnfläche und großem Garten in Bremen-Walle am Rande der Stadt. Die meisten Kaisenhäuser bestehen nur aus einem Erdgeschoss, einen Keller hat hier niemand.

Das Ehepaar Golinski gehört zu den Auswohnern – so werden diejenigen genannt, die bis zu ihrem Lebensende in dem Gartenhaus wohnen dürfen. Danach wird das Haus auf Kosten des Landes Bremen abgerissen, so sieht es eine Vereinbarung aus dem Jahr 2002 vor. Stichtag ist der 28. Mai 1974 – wer bis zu diesem Zeitpunkt in ein Parzellenwohnhaus gezogen war, dem wird das Auswohnrecht garantiert. Mehr als 100 Gebäude stehen mittlerweile leer und die Zahl nimmt stetig zu.

„Das Schönste war die Gemeinschaft“, sagen ehemalige Bewohner

Im ehemaligen Haus der Familie Kopmann befindet sich heute das Kaisenhaus-Museum. Fred und Elisabeth Kopmann feierten hier 1957 Richtfest. Die Pläne für den Ausbau reichten sie bei der zuständigen Behörde ein. Nach einer negativen Antwort realisierten sie den Anbau einige Jahre später dennoch. Anbauten sind typisch für die Kaisenhäuser – so konnte der knappe Platz etwas vergrößert werden.

Das Museum ist im Stil der 50er-Jahre eingerichtet: Eine kleine Küche mit dem Herd als einziger Heizquelle, ein kleines Wohnzimmer mit Nierentisch. Eine steile Treppe führt ins Obergeschoss zum original erhaltenen Schlafzimmer der Vorbesitzer unter den Dachschrägen. Im Eingang findet sich ein Bollerwagen mit großem Glasbehälter, in dem das Wasser von der drei Kilometer entfernten Zapfstelle nach Hause befördert wurde. Einen Trinkwasseranschluss gab es in den Kleingärten erst 1960. Damals lebten in 6000 Kaisenhäusern mindestens 23 000 Menschen, für die sich das Leben nun deutlich verbesserte: „Das erste Wasser aus dem Hahn haben wir aus Sektgläsern getrunken.“

1949 hatte Bremen die Erlaubnis zum Hausbau im Kleingarten wieder zurückgenommen. Dennoch wurde fleißig weiter gebaut. Kontrolleure sollten die Schwarzbauten verhindern, Rohbauten wurden abgerissen. „Das hat dazu geführt, dass die Häuser an einem Wochenende hochgezogen wurden. Das klappte nur, weil sich die Bewohner dabei gegenseitig geholfen haben“, erzählt Golinski. Vor allem Ostern und Pfingsten waren wegen der zusätzlichen Feiertage bevorzugte Bautermine. Ein ehemaliger Bewohner erinnert sich: „Erst kam der Sichtschutz, dann wurden die Fundamente schon mal vorher gemacht, und dann, Karfreitag, waren fünf oder sechs Mauerleute da, also der ganze Weg war bereit, und wir kriegten Erde und Sand… Und die unmittelbaren Nachbarn kamen mit der Schaufel …und dann wurde ruck zuck hochgemauert und geputzt.“ Hingen Gardinen hinter den Fenstern, galt das Haus als bewohnt und wurde von der Baupolizei toleriert. Mit der Zeit eröffneten hier Geschäfte wie Bäcker, Schlachter und Lebensmittelläden, die in den 50er-Jahren entstandene Kirche steht noch.

1974 trat dann die erste Stichtagsregelung in Kraft: Nur wer schon 1955 in einem Kaisenhaus wohnte, sollte bis zum Lebensende dort bleiben dürfen. Weitere Ausbauten wurden verboten. Doch der lautstarke Protest der Bewohner konnte die Umsetzung dieses Beschlusses verhindern. Sie fühlten sich moralisch im Recht, hatten sie doch sämtliche Bauten in Eigenregie und das ohne Kredite oder staatliche Unterstützung verwirklicht und damit die Wohnungsnot gelindert.

Kirsten Tiedemann hat in dem Buch „Mehr als ein Dach über dem Kopf“ die Geschichte der Kaisenhäuser aufgeschrieben. Dass die Bewohner über Jahrzehnte ihre Vertreibung verhindern konnten, hat für sie mehrere Gründe. Dazu zählen der hohe Organisierungsgrad der Parzellenbewohner in den Kleingartenvereinen, die Sympathie des SPD-Bürgermeisters Kaisen für die Bewohner sowie das Wahlverhalten und die Parteizugehörigkeit der Menschen, die überwiegend den Sozialdemokraten nahestanden. Nicht zuletzt dürfte der Zusammenhalt zum erfolgreichen Kampf ums Gartenhaus geführt haben. Golinski: „Wenn unser Museum geöffnet hat, kommen vor allem ehemalige Bewohner. Dann hört man immer wieder: ‚Das Schönste war die Gemeinschaft.'“

Das Kaisenhaus-Museum im Behrensweg ist in diesem Jahr noch am 23. September und am 14. Oktober geöffnet, es können zudem extra Termine vereinbart werden (www.kaisenhaus.de).

„Eine Graswurzelbewegung“ – taz-Interview zum Pilotprojekt Wochenendhausgebiet mit Maike Schaefer

 

Das aktuelle Interview von Simone Schnase mit Maike Schaefer, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bremer Bürgerschaft, zum Projekt, einige ausgewählte Kleingärten in Walle in ein Wochenendhausgebiet umzuwandeln. findet ihr in der taz-NORD am 21.7.2018.

Hier ein Auszug:

Bremer Grüne Schaefer über Kleingärtnerei

„Eine Graswurzelbewegung“

„In einem Pilotprojekt in Bremen-Walle soll die Umwidmung von Kleingärten zu Wochenendhäusern getestet werden. Maike Schaefer hofft auf einen Wandel.

taz: Frau Schaefer, es soll grün-grünen Streit über die Umwidmung von Kleingärten zu Wochenendhäusern geben – stimmt das?

Maike Schaefer: Nein. Die Frage war: Können wir in Bremen, was es bisher ja noch nicht gab, Kleingärten als Wochenendhausgebiete ausweisen. Und klar ist, und das ist auch grün-grüner Konsens: Wir wollen Kleingartengebiete beziehungsweise das Grün erhalten – anders als der Landesverband der Gartenfreunde.

Was will der denn?

Der will, dass Kleingärten, die brach liegen, Wohn- oder Gewerbegebiete werden. Wir wollen aber, dass diese Gebiete als Grünflächen erhalten bleiben. Hinzu kommt, dass es in einigen Vereinen schon lange den Wunsch gibt, in den Kleingärten auch mal übernachten zu können. Ich sehe keinen Grund, warum man das in Bremen nicht ermöglichen soll. Deswegen haben wir eine Anfrage gestellt an den Senat, um herauszufinden: Was sind eigentlich die Kriterien dafür?

Aber der grüne Bausenator fand die Idee nicht so gut …

Naja, er sagt, dass dann die Bebauungspläne geändert werden müssen und er befürchtet, dass in einem Wochenendhausgebiet die Leute dauerhaft wohnen werden. Aber das wollen wir ja auch nicht und das wollen die Kleingartenvereine ebenfalls nicht. Das lässt sich ja auch regeln, zum Beispiel über Maximalgrößen von Häusern.

Und was ist mit den Bebauungsplänen?

Ich habe festgestellt, dass man aus einem Kleingartengebiet, wenn der politische Wille da ist, ohne Probleme plötzlich ein Gewerbegebiet machen kann. So herum geht’s also schon. Das ist beispielsweise der Fall in der Hannah-Kuhnert-Straße am Flughafen. Dort ist der Landesverband der Gartenfreunde aktiv auf die Wirtschaftsbehörde zugegangen, weil sich der Kleingartenverein vor Ort quasi auflöst. Es ist natürlich schon verständlich, dass das Wirtschaftsressort ein Interesse daran hat, das bereits bestehende Gewerbegebiet um dieses Stückchen zu erweitern, aber trotzdem wollen wir Grünen eigentlich nicht, dass solche Gebiete auf diese Weise umgenutzt werden.

Ausgerechnet Gartenfreunde treiben eine solche Umnutzung auch noch voran?

Der Vorsitzende Herr Judel und Frau Drechsler, die Geschäftsführerin, haben sich letztes Jahr schon mehrfach öffentlich zu Wort gemeldet und gesagt: Wir wollen Geschosswohnungsbau in Walle. Mir ist das alles völlig unverständlich, denn eigentlich müsste es ja das ureigene Interesse eines solchen Verbandes sein, dass Grünflächen erhalten bleiben. Kleingarten hat ja, zumindest für mich, etwas mit Natur zu tun. Wir haben vorgeschlagen, größere leer stehende Parzellen zusammenzufügen und daraus Ausgleichsflächen zu machen. Aber der Landesverband findet, solche Flächen wären zu unordentlich.

Benötigt Bremen Ausgleichsflächen?

Ja. Es sind in der Vergangenheit viele Millionen für Ausgleichsmaßnahmen in Niedersachsen investiert worden, in der Drepteniederung beispielsweise, weil wir hier nicht genug Flächen haben.

Werden die Kleingärtner einbezogen in die Entscheidungen des Landesverbandes?

Nein, und das hat ganz viel Kritik hervorgerufen. Ich war bei der Landesdelegiertenversammlung dabei und da haben viele Vereinsmitglieder und -vorstände schon sehr deutliche Kritik geübt. Die wollen auch das Grün erhalten sehen. Und Bebauung bedeutet ja auch: Man braucht Zuwege, Kanalisation und so weiter – das schlägt ja Schneisen durch intakte Kleingärten.

…“            es geht sehr spannend weiter – hier klicken und weiterlesen!

Schön ist auch der Schlusssatz:

„Kann die Umwidmung der Startschuss für einen grundlegenden Wandel der Kleingärtnerei in Bremen bedeuten?

Vielleicht, hoffentlich. Mehrere Vereine setzen sich ja schon seit Jahren dafür ein, Wochenendhausgebiet zu werden. Hier ist es ja nicht so, dass sich die Politik irgendwas ausgedacht hat, sondern dass die Idee von denjenigen immer lauter wurde, die es betrifft – das ist schon so etwas wie eine Graswurzelbewegung. Und dass die geplante Landeskleingartenverordnung abgelehnt wurde, ist auch ein Signal dafür, dass die Mehrheit anders denkt als früher, an Brutzeiten, an Insekten, an Natur, aber auch an Freizeit und Erholung. Die Leute wollen gärtnern, aber gemeinsam und solidarisch und nicht mehr wie vor 30 oder 40 Jahren, wo ein Kleingartenparadies einen mit der Nagelschere geschnittenen Rasen und Gartenzwerge bedeutete. Die wollen Natur und keine Nagelschere.“

 

Senat nun offen für Umwidmung in Wochenendhausgebiete

In der Haltung des Senats hat es hinsichtlich der Umwidmung einzelner ausgewählter Kleingartengebiete in Wochenendhausgebiete einen Wandel gegeben. Man stehe dem nun positiv gegenüber, heißt es heute in der online-Ausgabe des Weser-Kuriers. Mehr dazu erfahrt ihr im Artikel des Weser-Kuriers:

„Senat lenkt im Streit um Wochenendhausgebiete ein

 

Ausgewählte Kleingartengebiete im Bremer Stadtgebiet sollen nun doch in Wochenendhausgebiete umgewandelt werden können. Dafür wird sich der Senat voraussichtlich an diesem Dienstag aussprechen und damit einen bemerkenswerten Sinneswandel vollziehen.“

Radio Bremen / buten und binnen berichtet in einer Nachricht „Dürfen Bremer jetzt doch in Gartenlaube übernachten?“ gestern hier, dass diese Umwandlung nicht in allen Kleingartenvereinen, die dies wünschen, stattfinden wird, beispielsweise nicht in Woltmershausen im Kleingartenverein „Auf den Ruten“, da es sich dort um Überschwemmungsgebiet handele.

[aktualisiert]

Gelungener Auftakt macht Lust auf mehr – Nachlese zum Frühsommerfest

Es war ein gelungener Auftakt und eine große Freude, dabei zu sein: Bei herrlichem Wetter kamen viele interessierte Menschen und feierten am 3. Juno mit Vereinen, Initiativen, Künstlern, engagierten Leuten und Freizeitgärtnern das erste Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen. 15 Veranstaltungsorte boten ein vielfältiges Programm inmitten des abwechslungsreichen Gebiets mit 4.000 Parzellen, freien Grünflächen, Wasserläufen und dem Waller Feldmarksee.

In Bremen sind alle Kleingartengebiete frei zugänglich – sie bieten eine besondere Qualität und das unterscheidet sie von eingezäunten Anlagen in velen anderen Städten. Diese urbanen Grüngebiete sind nicht nur für die Nutzung weniger Menschen gedacht, sondern auch für ausgedehnte Spaziergänge und Radfahrten zur Freude aller. Ich biete eine Radtour durchs Gebiet vom Hohweg/Walle zum Blocklandgarten/Oslebshausen an. 20 Interessierte aus Walle, Findorff, der Neustadt, Schwachhausen und dem Ostertorviertel mit und ohne Gartenerfahrung schließen sich mir an. Unsere Route führt uns vorbei an der sehr gut besuchten Beschäftigungsinititive Garten jEden (Bremer Werkgemeinschaft) zur Fleetkirche, wo uns der Schriftsteller und neue Besitzer der Kirche, René Paul Niemann, begrüßt und zur Besichtigung einlädt. Viele der Frauen und Männer unserer Gruppe erfahren erstmals von diesem besonderen Gebäude (Baujahr 1958), das vollständig aus Holz besteht. Eine Kirchlein mit Standort in einem Kleingartengebiet dürfte in der Bundesrepublik einmalig sein. Weiter geht es durch ausgewählte Seitenwege der Vereine Union e.V. und Walle e.V. mit belebten und auch verlassenen Gärten. Letzere sind oft auch wertvolle ökologische Habitate, merkt eine Mitfahrerin an. Diese Gebiete sind keine „geleckten“ Kleingartenanlagen, es ist auch Natur pur, woran sich ein Bekannter besonders freut. Hätte er noch keinen Garten, hier würde er sich gerne eine Parzelle pachten. Unterschiedliche Lauben, intakte und verfallene Kaisenhausgärten mit knorrigen alten Obstbäumen, verrumpelte Flächen sowie Vogelschuztgebiete säumen unseren Weg. Es sind einige Radfahrer unterwegs. Jemand fragt: Seid ihr die Radtour, kann ich noch mitkommen? Na klar! Wir überqueren den Wasserlauf Waller Fleet und später die Autobahn, baden nicht im Waller Feldmarksee, sondern halten am Kleingartenpark „In den Wischen“, wo es einiges über den gelingenden Zusammenschluss dreier Kleingartenvereine namens Blüh auf e.V., Mittelwischweg e.V. und Morgenland e.V. zu berichten gibt. An unserem Ziel im Blocklandgarten, dem Beschäftigungsprojekt des Förderwerks Bremen in der ehemaligen JVA Oslebshausen, erwartet uns eine gute Tasse Kaffee, Gegrilltes, Führungen durch Gewächshäuser und Gemüsegärten. Bänke unter einer alten Eiche laden zur Entspannung im Schatten ein. Kinder spielen auf dem Rasen mit bereit gestellten Spielzeug. Informationen zum Projekt Green Urban Labs, von der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner und anderen Initiativen können eingeholt werden, auf einer kleinen Bühne gab es verschiedene Vorstellungen, man kann sein Fahrrad registrieren lassen und vieles mehr. Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei allen Interessierten. Es war ein Vergnügen mit euch!

Der Ort ist beeindruckend, hat ein großes Potential und bietet Space für viele kreative Köpfe und handwerklich geschickte Menschen, die Lust haben gemeinsam etwas zu entwickeln. Man müsste mal fragen, was Immobilien Bremen dort plant.

Von der guten Atmosphäre und den anregenden, informativen Austausch bei meinem zweiten Angebot des Tages „Laube-Liebe-Hoffnung“ und dem Film zu den Anfängen der Kaisenhäuser sowie dem anschließenden Gespräch mit Marianne Berger, die ihre Kindheit im Kaisenhaus mit ihren Eltern verbracht hat, werdet ihr hier bald Näheres von mir lesen.

Persönlich danken möchte ich besonders der Umweltplanerin Lisa Hübotter, die gemeinsam mit Thomas Knode beim Senator für Umwelt das Projekt Green Urban Labs / Grüner Bremer Westen leitet. Sie hat dieses Fest gleich nach Antritt ihres Jobs initiiert und sich neben ihrer Kerntätigkeit kompetent für dessen Realisierung engagiert. Merci.

* Wer eine Parzelle sucht findet hier eine Karten und Kontaktdaten zu (fast) allen Kleingärtnervereine in Bremen.

Foto: Kirsten Tiedemann

Ausflugstipp aus dem WESER-KURIER – Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen

Prädestiniert für einen Ausflug

Foto Roland Scheitz

Bremen-West. Wer hätte es gedacht, dass der Frühsommer in diesem Jahr dermaßen hochsommerlich ausfallen würde? Viele Bremer zieht es nun so oft wie möglich hinaus ins Freie, da kommt das Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen am Sonntag, 3. Juni, von 10 bis 18 Uhr wie gerufen für einen Ausflug in Bremens größtes Parzellengebiet, das sich vom Hohweg bis zum ehemaligen Jugendknast an der Carl-Krohne-Straße erstreckt und einige versteckte Schätze zu bieten hat. Diese wollen Lisa Hübotter und Thomas Knode, die dieses erste Frühsommerfest im Rahmen des Projekts „Green Urban Labs“ des Fachbereichs Grünordnung in der Umweltbehörde organisiert haben, den Bremern nun näher bringen.

Den Waller Feldmarksee zum Beispiel, aber auch verschiedene Projekte und Initiativen. Etwa einen kleinen  Ableger des 30 000 Quadratmeter großen Sebaldsbrücker Nabu-Vogelparadieses, der sich in einem 600 Quadratmeter großen Kleingarten am Fliederweg 5 befindet. Dort können Kinder an diesem Tag gemeinsam mit dem Team von Umweltpädagogik-Projektleiterin Annette Siegert Nistkästen bauen, Vogelschnäbel ausprobieren oder bei einem Vogelquiz mitmachen. „Wir sind außerdem mit zwei Eseln vor Ort, mit denen wir zwischen der Parzelle und Wupp – dem Waller Umweltpädagogik-Projekt am Hagenweg – hin- und herpendeln werden. Ganz kleine Kinder können auf den Eseln reiten und Kinder können sie führen, dann ist der Weg nicht so lang“, sagt Siegert. Auf dem Wupp-Wildnisgelände wiederum gibt es ein Baumhaus, einen „Fühlpfad“, Wasser und Matsch zu entdecken. Von 12 bis 15 Uhr wird mit den Kindern gekeschert und der Kleingartenverein Walle lädt zum Grillen ein.

Auch die alte Fleetkirche beim Fleetkirchenweg am Waller Damm, die 1958 als Notkirche für Ausgebombte und Vertriebene errichtet wurde und einst das Wahrzeichen der Waller Feldmark war, kann an diesem Tag besichtigt werden. Die hübsche kleine Holzkirche ist von 11 bis 19 Uhr geöffnet, der Waller Künstler Horst Ehlert zeigt dort eine Skulpturen-Ausstellung und es gibt auch Führungen. Um 15 Uhr tritt dort der Singer/Songwriter Robby Ballhause aus Hannover mit „Greengrass Music“ unplugged auf und um 18 Uhr lädt Autor René Paul Niemann zu einer Lesung aus seinen Texten ein.

Insbesondere lohnt der „Blocklandgarten“ auf dem Gelände der ehemaligen JVA an der Carl-Krohne-Straße einen Besuch, der an diesem Tag Hauptfestplatz ist: Durch ein imposantes Rolltor geht es auf das verwunschene Gelände, auf dem das Frühsommerfest um 11.30 Uhr offiziell eröffnet wird und wo verschiedene Informations- und Mitmachstände aufgebaut werden. Um 15 Uhr tritt dort die achtköpfige Bremer Ska- und Reggae-Band „Brennholzverleih“ auf, um 16 Uhr stellen Ines und Alexey Cordero López Zumba und Kutara-Fitness vor. Wer möchte, kann direkt mitmachen.

Am Kampfhuhnweg 9 öffnet ein Imker seine Gartenpforte und am Kampfhuhnweg 8 geht es bei der Transition Town Initiative „Bremen im Wandel“ den ganzen Tag lang um Ideen für naturnahes Gärtnern. Ab 11 Uhr wird zum Beispiel gezeigt, wie man mit alten Gehwegplatten eine Kräuterspirale baut. Ab 13 Uhr können Interessierte erfahren, wie man ganz ohne Strom Kartoffeln kochen kann: Mit einem Solarkocher nämlich, wie er unter anderem in afrikanischen Dörfern ohne Stromversorgung zum Einsatz kommt. Ab 15 Uhr gibt es Tipps zum Thema biologischer Pflanzenschutz; erklärt wird dann, wie Pflanzen mit Jauche, Tee oder Brühe gestärkt werden können, um einem Schädlingsbefall vorzubeugen. Ab 17 Uhr wiederum steht der Bau einer Kräuterpalette auf dem Programm. Parzellist Carsten Siemering zeigt dann allen Neugierigen, wie eine Palette platzsparend für den Kräuter-Anbau in der Senkrechten genutzt werden kann.

 

Bläserchor ist mit dabei

Auch die Kleingartenvereine Blüh‘ Auf, Am Mittelwischweg, Morgenland, Union und Walle beteiligen sich an dem großen Fest und öffnen ihre Vereinsheime für alle Besucher. Mehrere von ihnen zeigen Fotos rund um die Themen Natur, Gärtnern und Wildtiere. Bei den Gartenfreunden am Mittelwischweg kann ab 10 Uhr auf der Festwiese beim Vereinsheim ein Freiluft-Gottesdienst der evangelischen Gemeinde Gröpelingen und Oslebshausen besucht werden, der mit einem Bläserchor besonders stimmungsvoll zu werden verspricht. Im Anschluss lädt der Verein zum Frühschoppen  ein. „Bei Interesse gibt es dann kleine Führungen in unserem Schnuppergarten oder zu unserem Gewächshaus“, sagt der Vereinsvorsitzende Rolf Heide.

Eine Radtour durch das vielen Bremern unbekannte Naherholungsgebiet bis zum Hauptfestplatz im Blocklandgarten bietet die Waller Historikerin und Kleingarten-Bloggerin Kirsten Tiedemann an, die intensiv die Geschichte der Bremer Kaisenhäuser erforscht hat. Start ist um 14 Uhr an der Bushaltestelle am Hohweg 50, die Teilnahme an der etwa sechs Kilometer langen Tour ist kostenlos. Raimund Kesel vom Naturwissenschaftlichen Verein zu Bremen lädt von 14 bis 17 Uhr zu einem botanischen Streifzug unter dem Motto „Wildkräuter im grünen Bremer Westen“ ein. Treffpunkt ist beim Kleingartenverein Walle an der Fleetstraße 61/63.Der Verein Kultur vor Ort bietet eine zweistündige Radtour zum Thema Gemüse- und Obstanbau an, die um 11 Uhr am Oslebshauser Bahnhof beginnt.

Weitere Informationen

Das Veranstaltungsprogramm ist unter www.blocklandgarten.de zu finden.

 

Hier der Link direkt zum Beitrag im Weser-Kurier https://www.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/stadtteile-bremen-west_artikel,-praedestiniert-fuer-einen-ausflug-_arid,1734784.html

Radtour durch den Grünen Bremer Westen zum Frühsommerfest [Veranstaltungstipp]

Am Sonntag, 3.6., feiert der Grüne Bremer Westen, das große Parzellengebiet neben Walle und Gröpelingen, sich ab 10.00 Uhr mit einem üppigen, vielfältigen Frühsommerfest. Ich biete eine ortskundige Radtour quer durch das weitläufige, vielen Bremern unbekannte, grüne Naherholungsgebiet zum Hauptfestplatz im Blocklandgarten (ehemalige JVA Oslebshausen) an.

STARTZEIT: 14:00

START + TREFFPUNKT: Walle / Endhaltestelle BUSLINIE 20 HOHWEG Nr. 50 am SPORTHEIM

ZIEL: BLOCKLANDGARTEN (ehem. JVA Oslebshausen)

STRECKE: 5-6 km

ENDE: 15:15 Uhr

Eine Anmeldung ist wünschenswert unter kirsten.tiedemann@gmx.de, aber nicht zwingend erforderlich.

Das Angebot ist kostenfrei.

Lageplan hier als pdf. herunterladen.

Es ist eine BESONDERE URBANE LANDSCHAFT, die seit 100 Jahren und mehr als Gartengebiet genutzt wird. Da wachsen knorrige Obstbäume in alten Gartenanlagen mit selbstgeschmiedeten Pforten. Dort entstehen neu
angelegte Schrebergärten. An manchen Ecken liegt Müll. Dazwischen
strecken Brombeeren ihre Tentakel in alle Richtungen und bilden eine
dichte Hecke, hinter der eine Parzelle aus ihrem Dornröschenschlummer
geweckt werden will. Wir kommen an einem hölzernen Kirchlein vorbei, das sich in die Landschaft schmiegt. Die Fleetkirche ist ein Überbleibsel aus der Nachkriegszeit und konnte dank privater Initiative vor dem Abriss bewahrt werden. Sie verweist auf die Wohnungsnot der 1940er, ’50er und ’60er Jahre, damals als viele Menschen kleine Wohnhäuser in einigen Gärten errichtet haben. Solche sogenannten Kaisenhäuser sehen wir auf unserer Fahrt von der Waller Feldmark bis zur ehemaligen JVA Oslebshausen – ein Gebiet, das 4.000 Parzellen beherbergt, das Waller Fleet, 10 Kleingartenvereine und ihre Vereinsheime, den Kleingartenpark In den Wischen, und WUPP, das Waller Umweltpädagogik Projekt, der Internationale Garten Walle, Imker und die Beschäftigungsinitiative Garten JEden – vielerlei Leben ist hier im grünen Bremer Westen. 

Prall gefüllt ist das Programm des Frühsommerfestes (hier als pdf), das vom Projekt Green Urban Labs (Leitung Lisa Hübotter / Thomas Knode) beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr konzipiert und realisiert wird. (Green Urban Labs/bbsr.Bundesförderung)

Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen [Veranstaltungstipp]

Das größte Bremer Kleingartengebiet, das zu Walle und Gröpelingen gehört, feiert sich am Sonntag, 3. Juno, und lädt alle Bremerinnen und Bremer ein, mitzufeiern. Es gibt ein abwechslungsreiches Programm mit Live-Music, Film, Vorführungen, besonderen Aktionen für Kinder, Köstliches vom Grill und aus dem Backofen, Besichtigungen und und und mehr an vielen Orten im Gebiet.

Eine Vielzahl engagierter Menschen, unterschiedlichste Bremer Initiativen und Kleingartenvereine aus dem Grünen Bremer Westen sowie aus Walle, Gröpelingen und weiteren Stadtteilen sind für dieses Fest erstmals in dieser außergewöhnlichen Konstellation zusammengekommen. Das Konzept stammt von Lisa Hübotter, Projektleiterin Green Urban Labs beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr. Sie setzte den Impuls gemeinsam miit Thomas Knode und hält die Organisation in ihren Händen. Mehr dazu hier.

Für die Hosentasche gibt es hier das Frühsommerfest Programm und den Frühsommerfest Lageplan als pdf-Datei zum Herunterladen und Ausdrucken.

Was gibt es konkret? Dance4Kids, Walk-Act Maskenspiel, Konzerte beispielsweise mit Robby Ballhouse (Folk, Country, Pop), Fahrradwerkstadt, Kräuterführung, Besichtigung bei Imkers, Upcycling für eine Kräuterspirale, Pflanzentauschbörse, Fotoshows, Fahrrad registrieren – Reparatur, Gemüseführung, Ausstellungen von Künstlern, Radtouren im Gebiet, Film „Laube,Liebe, Hoffnung – Bremer Kleingärten heute“ und zur Geschichte der Kaisenhäuser sowie Gespräch mit Zeitzeugin, Lesung & Ausstellung in der Fleetkirche, Konzert im Vereinsheim KGV MorgenlandWasabi Kisses“ (Jazz, Soul, Blues), offene Gartenpforte bei verschiedenen Initiativen (Garten JEden, Internationaler Garten Walle, WUPP mit Eseltaxi u.a.), ökumenischer Gartengottesdienst unter freiem Himmel im Kleingärtnerverein Am Mittelwischweg  – das alles und noch viel viel mehr bietet das prall gefüllte Programm des Frühsommerfests. Am Sonntag den 3.6. lockt ein echtes  Festivalprogramm von 10:00 bis 18:00 Uhr zum Tagesausflug in das Parzellengebiet, in den Grünen Bremer Westen. Die Suppenengel sorgen im Blocklandgarten mit Gegrilltem und Gemüsesuppe für das leibliche Wohl. Eine Vielzahl von Kleingartenvereinen des Gebiets, das 4.000 Parzellen umfasst, bieten in ihren Vereinsheimen abwechslungsreiche, sehenswerte und informative Programme an und auch herzhafte Speisen und Kuchen. Und zur Abkühlung kann man in den Waller Feldmarksee springen. Die Natur schmückt das Gebiet, das viele Kleingärtner zu schätzen wissen.

Alle Bremerinnen und Bremer sind eingeladen, das abwechslungsreiche grüne Gebiet auf diese einmalige und ganz neue Art kennen zu lernen. Es ist ein außergewöhnliches Gartenfestival, das ich meinen Leserinnen und Lesern aus allen Stadtteilen unbedingt empfehle. Es lohnt sich. See you!

Übrigens: viele Angebote können auch bei bedecktem Himmel genutzt werden!