Die LINKE (Teil 2) – Pläne der Politik für Kleingärten in Bremen [abgeordnetenwatch.de]

Die Antwort von der Fraktionsvorsitzenden von Die LINKE, Kristina Vogt, auf die Frage von Norbert Wicha bei www.abgeordnetenwatch.de könnt ihr hier heute lesen.

Antwort von Kristina Vogt (LINKE) 15. Apr. 2019 – 14:51
Dauer bis zur Antwort: 1 Tag 17 Stunden

Sehr geehrter Herr Wicha,

Sie sprechen einen Punkt an, der mich als ehemalige Parzellistin seit langem ärgert. Wir hatten im Juli 2014 den Antrag „Kaisenhäuser-Konzept an neue Rechtslage anpassen“ gestellt (https://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2014-07-10_Drs-18-593%20S…). In der Begründung des Antrags hatten wir damals ausgeführt:
„Mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juli 2013 ist die bisherige Auffassung des Senats, eine Wohnnutzung in Kleingartengebieten könne in keiner Weise rechtlich zulässig sein, obsolet geworden. Noch in der Antwort auf die Große Anfrage der LINKEN „Wohnen in Kleingartengebieten (‚Kaisen-Häuser‘) rechtlich absichern“ hatte der Senat ausgeführt, weder Duldungen, noch Ausnahmeregelungen, noch Einzelfestsetzungen könnten rechtlich Bestand haben. Nach der Entscheidung des BVerwG (4 CN 7.12 vom 11. Juli 2013) ist dies falsch. Damit ist der Weg frei, endlich die Lähmung bei der Überarbeitung des Konzepts zu überwinden und die Politik zu beenden, deren gestalterisches Ziel sich letztendlich in der vollständigen Beseitigung aller Wohnnutzungen in Kleingartengebieten erschöpfte. Wohnen in Kaisenhäusern, eine ungewöhnliche, aber in Bremen historisch verwurzelte Wohntradition und Lebensform, kann und soll in Bremen auch eine Zukunft haben. Zur rechtlichen Absicherung sowohl der BewohnerInnen, als auch der Verteidigung der Kleingartengebiete gegen eine schleichende Umwandlung in generelle Wohngebiete, steht eine breite Palette von Instrumenten zur Verfügung. Sie können jetzt genutzt werden.
Leider wurde unser Antrag von SPD, Grünen und CDU abgelehnt (die FDP war damals nicht in der Bürgerschaft vertreten).
In der gesamten Legislaturperiode 2015 bis 2019 hat sich nichts getan, auch Nachfragen in der Deputation brachten keine Ergebnisse. Es wurden keine bewohnten Häuser mehr abgerissen, aber es wurde auch nichts dafür getan, das Einzelfall-Wohnen in Kaisenhäusern zuzulassen. Auch das Anliegen mehrerer Vereine, Wochenendgebiete zuzulassen, wurde nicht umgesetzt.
Nach der Wahl muss endlich Verlässlichkeit für Kaisenhäuser und deren Besitzer*innen geschaffen werden. Mit Einzelfestsetzungen, die rechtssicher Wohnen zulassen, mit Umwandlungen in Wochenendgebieten, wenn die Vereine dies wünschen, und mit einer grundsätzlich veränderten Kommunikation, die den Fortbestand der Kaisenhäuser und des Wohnens in Kaisenhäusern als Chance für die Kleingartengebiete begreift. An uns soll das nicht scheitern.

Mit freundlichen Grüßen
Kristina Vogt

CDU – Pläne der Politik für Kleingärten in Bremen [abgeordnetenwatch.de]

Hier lest ihr/lesen Sie die Antwort von Thomas Röwekamp CDU auf die Frage nach Kleingärten und Kaisenhäusern. Im Original ist sie zu finden auf abgeordnetenwatch.de

 

Antwort von Thomas Röwekamp (CDU) 23. Apr. 2019 – 11:53 Dauer bis zur Antwort: 1 Woche 2 Tage

 

Die Zukunft der Kaisenhäuser hat in der Tat eine lange politische Geschichte. Seit 2002 gibt es ja den sogenannten Kudella-Erlass, der besagt, dass Bewohner ein Auswohnrecht auf Lebenszeit in ihrem Kaisenhaus haben. An diesem halten wir fest. Ein dauerhaftes wohnen in Kleingärten lehnen wir ab. Wir können uns aber durchaus Wohnungsbau in brachliegenden Kleingartengebieten, wie es sie zum Beispiel im Bremer Westen gibt, vorstellen. Dies geht aus unserer Sicht aber nur mit dem Landesverband der Kleingärtner. Die Kleingärtner in Bremen tragen viel zum Gemeinwohl bei. Sie leisten z.B. eine hervorragende Jugendumweltbildung, tragen zur Integration sowie dem Erhalt der Artenvielfalt bei. Ein Alleingang der Politik oder der Verwaltung wäre deshalb fehl am Platze.
Lassen Sie uns gerne hierzu in Kontakt bleiben.

Viele Grüße
Thomas Röwekamp

Wasserstelle für Wespen und Vögel

Das Schälchen mit frischem Wasser zwischen Minzblättchen und Nachtkerze steht im Blumenkasten an meinem Balkongeländer und wird als Tränke von Singvögeln sehr gut angenommen. Amseln und Grünlinge stillen hier ihren Durst und einige Meisen nutzen die Tränke, um ausgibig darin zu baden. Sie planschen bis die Wassertropfen nur so umher spritzen. Überrascht stellte ich fest, dass das für die Vögeln gedachte Wasserangebot auch von Wespen angesteuert wird. Regelmäßig kommt eines der gelb-schwarzen pelzigen Insekten vorbei und nippt daran. Wie ich das finde? Anfangs behielt ich die Wespe mit großem Respekt und ausreichend Abstand im Auge, denn erst im letzten Sommer war es beim Gärtnern zu einer schmerzhaften Begegnung zwischen Mensch und Wespe gekommen. Dazu kommt es gelegentlich, weil ich gerne barfuß über den Rasen spaziere. Der darin blühende Klee gibt dem Rasen kleine helle Tupfen und lädt Wespen ein, an seinen süßen Blüten zu naschen. Wer will der Wespen den Stich in meinen Zeh verdenken, den sie mir zufügte als ich auf sie trat? Heute beobachte ich die Besuche der geflügelten Wesen auf meinem Balkon wohlwollend. Die Wespen und ich, wir leben in friedlicher Koexistenz, schließlich schnappen sie sich Fliegen und verhelfen mir zu einer feinen Gemüse- und Obsternte. … und vom Zwetschgenkuchen gebe ich ihnen auf separatem Teller ein Eckchen ab.  #zurNachahmungempfohlenWespe2

Wissenswertes über Wespen, die gar nicht so scheußlich sind wie ihr Ruf, und 20 praktische Tipps zum Umgang mit ihnen, findet ihr auf folgenden Seiten:

Wespen, besser als ihr Ruf – Beitrag vom WDR

20 Tipps zum Umgang mit Wespen vom NABU

 

Foto: Kirsten Tiedemann

{Erstveröffentlichung 22.8.2016]

Lasst die Ligusterhecken blühen – die Bienen danken es euch [Gastbeitrag von Ingeborg Jahn]

Herzlichen Dank an Ingeborg Jahn für den anregenden Beitrag zur bienenfreundlichen Blüte von Liguster, den ich gerne mit ihrer Vorbemerkung dazu, wie sie auf die Idee dazu kam, mit euch teile.

„Lasst die Ligusterhecken blühen … was dahinter steckt:
Ich bin seit rund 18 Jahren kleine Gärtnerin … aber ich muss gestehen, dass ich den Liguster überhaupt und auch als Bienenpflanze erst im letzten Sommer wahrgenommen habe. Ich hörte mit, wie zwei Gartenfreunde darüber sprachen, dass eine Hecke, die aus meiner Sicht wunderschön blühte (siehe Foto), unbedingt geschnitten werden müsste, weil der Austrieb schon viel zu weit in den Weg rage. Da musste ich doch genauer gucken und konnte ziemlich viele Honigbienen und weitere Insekten beobachten. Erst dann habe ich mich etwas informiert und gedacht, dass es eine gute Idee wäre, Gartenfreund*innen zu motivieren, ihre Ligusterhecken doch möglichst blühen zu lassen. Liguster gilt zwar als mittelmäßiges Bienenfutter (Pollen und Nektar), aber die Menge der vielen Ligusterhecken macht’s … vor allem dann, wenn es sonst nicht viel zu holen gibt:

In unserem Kleingartenverein „Gute Ernte“ gibt es viele Ligusterhecken. Leider sieht man sie nur selten blühen. Eigentlich schade, denn die weißen duftenden Blüten sind sehr hübsch und sie bieten Bienen und weiteren Insekten Nektar und Pollen.
Auch werden Tagfalter wie Weißlinge (Pieris), das Große Ochsenauge (Maniola jurtina) und der Kleine Fuchs (Aglais urticae) angelockt. Für die Raupen einiger Nachtfalterarten,so des Ligusterschwärmers (Sphinx ligustri), ist Liguster eine wichtige Nahrungspflanze. Der Liguster ist auch ein Vogelnist- und Nährgehölz, z.B. für Amseln und Gimpel.

Der Liguster ist ein heimisches Gehölz und blüht im Somer. Die Blüten bilden sich an der Spitze des Neuaustriebs, Blütezeit ist Juni und Juli. In Anleitungen wird häufig empfohlen, Liguster – wie bei Sommerblühern üblich – kurz vor Austriebsbeginn im Frühling zuschneiden. Unserer Erfahrung nach blüht die Ligusterhecke dann jedoch nicht zuverlässig. Alternativ kann man deshalb ausprobieren, erst nach der Blüte ab August/September zu schneiden – oder nur alle zwei Jahre. Wenn genügend Platz ist, kann man die Hecke auch frei wachsen lassen und seltener auslichten. Im Schatten blüht der Liguster nicht so gerne,
so dass hier eine Formschnitthecke mit häufigem Schnitt (auf Vogelnester achten) aus Bienensicht in Ordnung wäre.

Blühender Liguster mit Biene – Sommer 2017 im KlGV „Gute Ernte“ in Bremen. Foto: Ingeborg Jahn

Empfehlung: Beobachtet Eure Ligusterhecken, wie sie am besten zur Blüte kommen. Erprobt den Frühlingsschnitt (vor dem 1. März) oder den Schnitt nach der Blüte (dann gibt es aber leider keine Beeren). Verzichtet darauf, zwischen März und August/September den Zuwachs der Hecke zu schneiden (Formschnitt). Vielleicht ist es auch möglich, pro Jahr nur eine Seite der Hecke zu schneiden, so dass die nicht geschnittene Seite Blüten und Beeren tragen kann. Die Bienen, Falter und Vögel danken es Euch.

Alle Teile von Liguster gelten als schwach giftig. In der „Offiziellen Liste giftiger Pflanzenarten“ ist die Pflanze nicht enthalten. Enthalten sind jedoch z.B. Kirschlorbeer, Lebensbaum und weitere Pflanzen, die in vielen unserer Gärten zu Hause sind. https://www.giz-nord.de/cms/index.php/liste-giftiger-pflanzenarten.html,
abgerufen 17.3.2018

Quellen (u.a.): NABU, BUND, http://www.baumkunde.de, http://www.schmetterling-raupe.de.

Ich danke dem AK Bienen und Blüten beim BUND Bremen und Hartmut Clemen für wertvolle Hinweise.
Dies ist eine persönliche Information, die auf angelesenem Wissen und Erfahrungen im Garten basiert. Sie darf völlig frei verwendet werden. Rückmeldungen erreichen mich unter gribat.jahn@t-online.de“

Eine Garteninformation von Ingeborg Jahn, KLGV „Gute Ernte“ Bremen (Version: März 2018)

Gartenordung – tabellarischer Vergleich von Entwurf und bestehender Fassung

Ein Kollege aus einem Kleingarten hat sich die Mühe gemacht, die aktuelle bremische Gartenordnung 2001 mit dem zur Diskussion stehenden Entwurf tabellarisch darzustellen – eine Art Synopse, die ich hier veröffentlichen darf. Herzlichen Dank dafür! Die Tabelle ist als weiterer Beitrag zur aktuellen Diskussion zu verstehen. Von den geplanten Änderungen können sie sich/könnt ihr euch selbst einen Eindruck verschaffen, sie sind anhand der farblichen Hervorhebung leicht erkennbar. In einer dritten Spalte sind die persönlichen Kommentare und Einschätzungen des Kollegen, der sich in seinem Verein auch für die Gemeinschaft, Organisation und Verwaltung engagiert, verzeichnet. Manche Änderungen scheinen unspektakulär, sie betreffen einzelne Worte oder Auslassungen, können jedoch weitreichende Konsequenzen haben. Z.B. wenn aus einer Empfehlung, auf einen Rat zu hören, die Pflicht wird, Folge zu leisten (siehe aktuell Punkt 9; neu Punkt 8). Oder wenn eine angemessene Frist zur Behebung von Verstößen gegen die Gartenordnung gestrichen wird. Bedeutet das dann die fristlose Kündigung? (siehe aktuell Punkt 8; neu Punkt 9)  Das ökologische Gärtnern will der Verband klugerweise fördern, man fragt sich aber, warum in einzelnen Gärten keine Totholzhaufen gestattet werden sollen. Solche Haufen sind in vielerlei Hinsicht wertvoll für Insekten, Amphibien und Vögel. Und diesbezüglich weist der Bremer Senat auf eine kleine Anfrage (hier mehr dazu) ausdrücklich auf die gute Zusammenarbeit mit dem LV Gartenfreunde hin, denn der fördere, dass auch in Kleingärten diverse Möglichkeiten für Insekten/Wildbienen geschaffen werden.

Als Fotos stehe ich hier einige, wie ich finde, zentrale Auszüge des Vergleichs zur Ansicht vor. Das gesamte Dokument kann als pdf-Datei geöffnet und heruntergeladen werden: Gartenordnung Fassung 2001+ Entwurf 2018 mit Kommentaren

Eure Aufmerksamkeit möchte ich auch auf die einleitenden Sätze und auf den Unterschied in der ausgedrückten Haltung lenken.

Und schließlich stelle ich einen erfreulichen Beitrag auf dieser Seite in Aussicht. Es gibt eine, wie ich finde, gute Nachricht, die hier in der kommenden Woche erscheinen wird!

Zeitung lesen

Was der Gartenliebhaber im Februar macht. Kaum sind die Temperaturen in kurzer Zeit um 20 Grad geklettert, wie vor zwei Jahren von -10 auf +10 °C innerhalb einer Woche, schon ist manch ein naturliebender Mensch wieder in seinem Gärtchen anzutreffen, wo sich vor der Laube im Schaukelstuhl sitzend prima Zeitung lesen lässt.

Zeitunglesen_Detail

Foto: Kirsten Tiedemann