Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Eine herzliche Einladung zur zentralen Gedenkveranstaltung zum 27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – spricht der Senat der Freien Hansestadt Bremen auch in diesem Jahr aus. Am

Dienstag 27. Januar beginnt die festliche Veranstaltung um 19.30 Uhr
in der Oberen Halle des Bremer Rathauses, Am Markt, Bremen

mit folgendem Programm

  • Bürgermeister Jens Böhrnsen: Grußwort
  • Ruth Bahar (New York): „Rosen in verbotenem Garten: mein Großvater Carl Katz, meine Mutter Inge Berger und Bremen“
  • Fortsetzung der Verlesung der Namen ermordeter Opfer
  • Musik: Chor der Jüdischen Gemeinde
Vorträge, Rundgänge, Ausstellungen und andere Formate gehören zu den vielfältigen, informativen Veranstaltungen, die darüber hinaus von und in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Bremen bis 24. März angeboten werden. Das gesamte Programm finden Sie hier.
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Nadelwald auf Zeit

Ein „NeuStadtWald“ auf Zeit entstand am Samstag in einer Aktion im offenen Gemeinschaftsgarten „Ab geht die Lucie“. Das winterliche Gelände hat durch eine Fülle an #rausgebaumten Weihnachtsbäumen aus der unmittelbaren Umgebung des Lucie-Fletschmann-Platzes grüne Farbe bekommen. 90 Nadelbäume sind von interessierten Frauen, Männern und Kinder zu einer zweiten Aufgabe aufgestellt worden, sie beleben nun den wintergrauen Platz. Wie ich warten sie auf Schnee. Im Weser-Kurier gibt es einen anschaulichen Beitrag von der Aktion.

Weser-Kurier/Stadtteil-Kurier Süd 22.1.2015

Weser-Kurier/Stadtteil-Kurier Süd 22.1.2015

Kaisenhäuser als Gartenhäuser – Debatte der Bürgerschaft Teil 2

Heute gibt es die Fortsetzung meiner Zusammenfassung der Debatte in der Bremischen Stadtbürgerschaft am 16.12.2014 zum Thema „Kaisenhäuser“ zu den Beiträgen von SPD und CDU. In einem ersten Teil habe ich die Positionen von DIE LINKE und B´90/Grüne in der Debatte vorgestellt, die vom Antrag der Fraktion DIE LINKE ausgeht. DIE LINKE fordert darin, die Kaisenhäuser dauerhaft als Wohnhäuser in Kleingartengebieten zu erhalten. B´90/Grüne hat sich entschieden, intakte Kaisenhäuser nach dem Ende des Auswohnrechts mit einem Bestandsschutz als Gartenlauben ohne Wohnrecht auszustatten. Teil 1 lesen Sie hier.

Die Position der SPD-Fraktion vertritt Jürgen Pohlmann. Ebenso wie Claudia Bernhard und Dr. Maike Schaefer vor ihm, bezieht er sich eingangs auf den Abriss des Kaisenhauses in Woltmershausen im Januar 2013 mit seiner Feststellung, dass die damalige behördliche Vorgehensweise nicht verhältnismäßig war und sich solch eine Vorgehensweise nicht wiederholen solle. „Die Frage der Kaisenhäuser gibt es, solange es Kaisenhäuser gibt“, dieser Satz eröffnet dann seinen historischen Abriss: Massive Wohnungsnot bedingt durch den zweiten Weltkrieg, 50.000 Menschen lebten zeitweise auf den Parzellen, zeitweise war das gestattet durch Bürgermeister Wilhelm Kaisen, die Kaisenhäuser gehören zur Bremer Geschichte. Immer neue Festsetzungen habe es gegeben bis zum Sanierungsbeirat mit einem breiten Beteiligunsprozess am Runden Tisch (Moderator Kudella) und den dort ausgehandelten Rahmenvereinbarung mit Dienstanweisung im Jahre 2002. Pohlmanns Auffassung nach ist es so: „Wenn Wohnen in Kleingartengebieten erlaubt wird, wird es Baugebiet“, und das hält er dem Antrag der Fraktion DIE LINKEN entgegen ebenso wie es Maike Schaefer bereits getan hat. „Für die SPD“, stellt Pohlmann klar, „sind Kleingartengebiete als grüne Lunge unverzichtbar und müssen als Erholungsgebiete erhalten bleiben.“ Die Forderung der LINKEN sei kontraproduktiv und gehe nach hinten los. In der Öffentlichkeit werde gefragt: „Wie gehen wir weiter mit Kaisenhäusern um? Was ist das Handlungskonzept?“ Pohlmann sagt, dass das nicht so einfach sei und unterstreicht, dass SPD und B´90/Grüne in dieser Hinsicht im Jahr 2014 mit dem Positionspapier viel bewegt haben, dass das Papier gut und praxisnah sei und eine Chance für einen Kleingartenplan 2025 darstelle.

Silvia Neumeyer tritt anschließend für die CDU ans Rednerpult. Sie vertritt die Meinung, dass sich der Antrag der LINKEN vom Juli 2014 mit der Sitzung der Deputation für Umwelt, Bau und Verkehr am 21.12.2014 überlebt habe. Die Deputation habe den Bausenator gebeten, einen Kleingartenplan 2015 zu erarbeiten. [Aufgrund eines Tippfehlers in der Vorlage wird irrtümlich von 2015 gesprochen, korrekt heißt es 2025; Anmerkung KT]  Silvia Neumeyer zitiert aus der Vorlage: „Diese Inhalte eines Kleingartenplan 2015 müssen mit allen Betroffenen, wie dem Landesverband der Gartenfreunde e.V., den Vereinen, Initiativen und Beiräten, erarbeitet werden.“ Diesem Prozess wolle man nicht vorweggreifen, man wünsche sich einen breit angelegten und konstruktiven Beteiligungsprozess, in dem man alle mitnehme. Mit der CDU-Fraktion werde es kein Wohnen in Kleingartengebieten geben. Die CDU will, „dass ein Konzept entsteht, dass die lebenswerte Zukunft unserer Kleingartengebiete absichert.“

Die gesamte Debatte kann als Podcast gehört werden, dazu klicken Sie hier. Start bei 2:09:13 bis 2:50:50

Demnächst folgt die Zusammenfassung der Aussprache mit Beiträgen von Dr. Maike Schaefer, Jürgen Pohlmann, Claudia Bernhard und dem abschließenden Statement von Bausenator Joachim Lohse.

Wohnzimmer mit Ofen [Innenansichten]

WoZiOfenklein

An diesem Ofen läßt es sich im Bremer Winter gut aushalten. Die besondere Wärme, die vom Holzfeuer ausgeht, sorgt für eine kuschelige Atmosphäre am Feierabend, für Treffen mit der Familie und Freunden, zum Schnacken und Pläneschmieden für den Sommer. Das Paar freut sich darüber, dass ihr Kaisenhaus später als Gartenhaus erhalten bleiben wird.

Gerne nehme ich folgenden Ergänzung auf: Noch mehr freuen die Beiden sich darüber, dass die Ehefrau des Kudella-Auswohners nun ein Wohnrecht erhalten kann und so in dem gemeinsame Haus bleiben darf, falls ihr Mann vor ihr gehen sollte.

Pachtzins für Parzellen bleibt stabil

Das ist mal eine erfreuliche Nachricht. Der Pachtzins für Parzellen in Bremens Kleingartengebieten bleibt stabil, dass unterstrichen Bausenator Joachim Lohse sowie Jürgen Pohlmann und Dr. Maike Schaefer für die Regierungsfraktionen von SPD und B´90/Grüne am 16.12.2014 in der Bürgerschaftsdebatte. Der Bausenator gab dazu auch eine Erklärung an die Presse (siehe unten) und informierte in einem direkten Anschreiben an die Vorstände alle Kleingartenvereine darüber. Anlass zu dieser gründlichen Informationspolitik war die Befürchtung des Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V., dass die Stadtgemeinde eine Erhöhung der Pacht anstrebe, weil intakte Kaisenhäuser nun als Gartenlauben erhalten bleiben dürfen.

Der Status „Kleingartengebiet“ wird jedoch nicht durch eine eng umgrenzte Anzahl von Kaisenhäusern, die als Lauben dienen, gefährdet; dazu lesen Sie den gründlich recherchierten Beitrag „Kleingartengebiete sicher mit Kaisenhäusern“.

Weser-Kurier 18.12.2014

Weser-Kurier 18.12.2014

Erfolgreiches integratives Gartenbauprojekt in Kaisenhausgarten

Der Kleingärtnerverein Harmonie e.V. in Schwachhausen macht es vor, welch eine Bereicherung ein Kaisenhausgarten für Gebiet und Verein darstellen kann. Bereits seit 12 Jahren leitet Anke Buse dort in einem Gartenbauprojekt sechs junge Menschen auf zwei Parzellen zum Anbau zahlreicher Gemüsesorten und Kräuter an. Träger dieses gemeinnützigen Gartenbauprojekts ist die Bremer Lebensgemeinschaft für Seelenpflege bedürftiger Menschen e.V. (landläufig Behinderte genannt), die es in Kooperation mit der Werkstatt Bremen für junge Erwachsene anbietet. Auf 1000 Quadratmeter wird von montags bis freitags auf biologisch-dynamischer Grundlage mit 4-jähriger Fruchtfolge in gutem Kontakt mit den benachbarten Parzellisten gegärtnert. Auch die wechselseitige Nachbarschaftshilfe wird gern gewährt, tatkräftig packen die jungen Menschen beispielsweise beim beschwerlichen Ausgraben großer Baumwurzeln mit an. Man begrüßt sich und tauscht sich über den Gartenzaun hinweg aus. Schnell ist die Gruppe in den Alltag des Kleingartenvereins integriert worden.

Ein intaktes Kaisenhaus kann seit 2004 durch die tatkräftige Unterstützung des damaligen Vereinsvorsitzenden Hans-Ulrich Helms für das Projekt und seine Mitarbeiterinnen als Gartenhaus dauerhaft zur Verfügung gestellt werden. Der damalige Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. unterstützte dieses Vorhaben bei der Behörde maßgeblich. In dem Kaisengartenhaus können die Leute die Kleidung wechseln, die im Winter nicht klamm wird, wie in einer Laube üblich, bei Regenschauern gibt das Haus Unterschlupf für die sieben Erwachsenen, im Winter wärmt es in den Arbeitspausen, es gibt ausreichend Raum für winterliche Schulungen und Innenarbeiten. Welch eine Wohltat es ist, morgens in warme Arbeitsschuhe zu schlüpfen, lesen Sie unten im sehr anschaulich beschriebenen Text der pädagogischen Leiterin Anke Buse.

Dieses soziale Projekt ist für alle beteilgten Partner äußerst erfolgreich – und das bereits seit zwölf Jahren: Der Kleingartenverein hat zwei Gärten dauerhaft verpachtet, der Garten wird durch alle Jahreszeiten täglich genutzt, der Trägerverein für Seelenpflege bedürftiger Menschen e.V. hat ein wohnortnahes, innerstädtisches Gartengelände für das Gartenbau-Beschäftigungsprojekt, die Projektmitarbeiter üben eine sinnstiftende Beschäftigung aus und gehören im Gebiet dazu, sie sind anerkannt.

Der Kleingärtnerverein Harmonie e.V. in Schwachhausen praktiziert bereits über ein Jahrzehnt eine wunderbare Möglichkeit, wie die neue Nutzung eines intakten Kaisenhauses neben einer rein privaten Nutzung in einem gemeinnützigen Projekt aussehen kann. Warum ergreift der Landerverband der Gartenfreunde Bremen e.V. diese große Chancen nicht, die von intakten Kaisenhäusern als Gartenhäuser ausgeht? Sie stellen ein großes positives Potential für die Belebung der von Leerstand gebeutelten Kleingartenvereine dar!

Das erfolgreiche soziale Projekt wird mit anschaulichen Beiträgen und Fotos in der Festschrift zu 100jährigen Jubiläum des Kleingärtnervereins Harmonie e.V. dokumentiert. Ein weiterer schöner Beitrag läßt sich im „Fachberater“ 2013 finden.

in: 100 Jahre Kleingärtnerverein Harmonie e.V. Bremen 2011

in: 100 Jahre Kleingärtnerverein Harmonie e.V. Bremen 2011

in: 100 Jahre Kleingärtnerverein Harmonie e.V. Bremen 2011

in: 100 Jahre Kleingärtnerverein Harmonie e.V. Bremen 2011