„Abriss wäre absurd“ – Leserbrief im Weser-Kurier zu „Vergessene Kaisenhäuser“

Einige Bremer Kleingartenvereine schätzen die Kaisenhäuser in ihrem Vereinsgebiet, andere wollen auch intakte Kaisenhäuser abreißen lassen. In der Reportage „Vergessene Kaisenhäuser“ wurde nur die Meinung von jenen aufgezeigt, die den Abriss befürworten. Im Leserbrief von Peter Stolz, der heute im Weser-Kurier erschien, findet sich eine andere Sicht und Argumentation.

Leserbrief im Weser-Kurier am 22.10.2017

Besten Dank an Frank für den Hinweis!

 

Kreative Nutzung für leere Kaisenhäuser! Vorschläge gesucht

[aktualisiert am 18.10.2017/ 19.10.]

Einige Kleingartenvereine sind verärgert über Parzellen mit verlassene Kaisenhäusern meldet der Weser-Kurier am Sonntag. 500 solcher Gärtchen soll es insgesamt in Bremen geben. [hier weiter lesen auf Weser-Kurier online …]

Laßt uns hier einmal Ideen sammeln für die Nutzung einer Parzelle mit den kleinen Steinhäuschen*!

Ich fange mal an:

  • Die private Nutzung von Kaisenhäuschen als Gartenlaube wird in einigen Kleingärtnervereinen in Bremen bereits erfolgreich genutzt, d.h. Parzellen mit Kaisenhäusern werden wie üblich verpachtet.
  • Naturkindergarten mit ganzjähriger Nutzung. Da Kindergärten in der Regel bis in den frühen Nachmittag besucht werden und Mittagsruhe pflegen, passt das gut zu einem Kleingartengebiet. Studien bestätigen übigens, dass Kinder in Draußen-Kindergärten weit weniger „laut“ sind als allgemein angenommen.
  • Ein Garten kann ein grüner Ort  in der Stadt für ganzjährige Beschäftigungsprojekte sein, wie z.B. im Kleingärtnerverein Harmonie seit über 10 Jahren mit Kaisenhaus im Garten genutzt wird [mehr dazu hier lesen]. Auch im Kleingärtnerverein Union gibt es ein etabliertes Beschäftigungsprojekt „Garten JEden“ [hier mehr dazu lesen]. Das erfolgreiche integrative Beschäftigungsprojekt „Gemüsewerft“ kann hierfür ein potentieller Ansprechpartner sein.
  • Gemeinschaftsgarten mit mehreren Nutzerinnen und Nutzern
  • Parzelle mit „Gartenbeet auf Probe“ für interessierte Gartenanfänger zum Hineinschnuppern. Vorstellbar (und machbar) ist es, dass einzelne abgesteckte Beete an Interessierte gegeben werden, die so in kleinem Rahmen Gemüse und Blumen ziehen können und dabei feststellen, ob das Gärtnern im Kleingarten etwas für sie ist. In so einem Garten sind auch Flächen für gemeinschaftlichens Gärtnern und gemeinschaftliche Nutzung, z.B. zum Spielen für Kinder, vorhanden.
  • In einem Gärtchen mit „Gartenbeet auf Probe“ kann das Häuschen als Veranstaltungsraum, wie z.B. Lesungen, wie kürzlich im Kleingärtnerverein Beim Kuhhirten [dazu hier weiterlesen …], Ausstellungen, fachbezogene Fortbildungen, handgemachte Musik (ohne Verstärker) genutzt werden.
  •  …
  •    ….

Macht weitere Vorschläge hier im Kommentarfeld oder sendet sie mir per eMail! Ich bin sehr gespannt darauf, welche kreativen Vorschläge wir gemeinsam zusammentragen und an die Vereine weitergeben können!

Hier nun Vorschläge aus meinem Leserkreis

[18.10.] Danke Rike Fischer, die per eMail kreative Vorschläge für Gartenprojekte, die ein Kaisenhaus prima nutzen können, sendet. Es sind überwiegend Gemeinschaftsprojekte, bei denen viele Hände anfassen und viel bewegen können.

  • Schulgarten (Gedanke dazu von KT: Einen funktionierenden Schulgarten mit Kaisenhaus gibt es in einem Kleingartenverein nahe der Weser seit vielen Jahren.)
  • Willkommensgarten
  • Mehrgenerationengarten
  • Seniorentreffgarten
  • Yogagartenhaus
  • Kita-Garten

[19.10.] Danke Susi Bertram für deine vielfältigen, anregenden Ideen, die via Facebook zu mir kamen. Es sind Projekte, die die Gartenpforten jeweils für viele Menschen öffnen.

  • Garten-Initiative/Gartensharing
    Da viele viel arbeiten und die wenige Zeit nicht dauernd verbringen wollen um den Garten wieder herzurichten,fände ich die Idee in heutiger Zeit einfach passend und den Vereinen t@te diese Nutzbarkeit auch gut.
    Folglich sollten die neuen Pächter auch ein gewissen Ansporn erhalten wie z.b.das erste Jahr pachtfrei.
    Wichtig bei Kaisenhauser die vermittelt werden die Nutzbarkeit der Grubenentleerung,Strom/Wasseranschluss zu klären.
  • Einen Kindergarten/Kinderhort
    Die freie Wildnis.
    Erlebnissplatz in der Natur mit Steinofen,Weidenhütten ect. 
  • Eine Anlaufstelle für Kaffee/Kuchen/Schnacks/Musik
    für Jung und Alt
    Einrichtung wie früher
    WE Öffnung und vielfältiger Nutzung

[19.10.] Ich freue mich über den Vorschlag von Eva Kirschenmann/ Offener Stadtgarten Lucie. Sie bietet an, den neuen Lucie-Projekteraum im Winter einmal für einen Ideen-Spinnerei-Abend zu Möglichkeiten der Nutzung von Kaisenhaus-Gärten zu öffnen. Eine schöne Gelegenheit, weitere Optionen zusammenzutragen.

 

 

* Anmerken will ich, dass viele bauliche „Probleme“ gelöst werden können, z.B. kann feuchtes Mauerwerk mittels aktiver bautechnischer Maßnahmen trocken gelegt werden. Stichworte: Bautrockner/ Lehmputz auf Wände aufbringen/ Feuchtigkeitssperre einbringen.

 

 

Petition für Kaisenhäuser gehört zu erfolgreichsten online-Petitionen

Heute gibt der Weser-Kurier-online eine Übersicht zu den erfolgreichsten Online-Petitionen an die Bremische Bürgerschaft. Mit 2300 Unterzeichnern gehört die online-Petition zum Erhalt der Kaisenhäuser in Bremens Parzellengebieten von 2014 zu den erfolgreichsten online Petitionen – bezogen auf die Anzahl der Mitzeichner. Nur 10 Petitionen hatten mehr Mitzeichner. Deren Themen bezogen sich z.B. auf Förderung für das Rat & Tat Zentrum (über 4.500 Unterschriften), das Verbot von Tieren auf dem Jahrmarkt (über 5800 Unterschriften), auf Unterstützung für Bildung (über 6.400 Mitzeichner) und gegen die Einführung einer Waffensteuer (mehr als 29.000).

Bemerkenswert ist, dass für die Petition für Kaisenhäuser neben den 1024 online-Unterschriften weitere 1300 „analoge“ Unterschriften im Rathaus eingingen, die Mitglieder und Unterstützer der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner und Grundstückbesitzer e.V. persönlich auf Wochenmärkten und in den betroffenen Kleingartengebieten sammelten und im Rathaus ablieferten. [hier den Beitrag im WK lesen und auf Bild Nr. 44 klicken …]

Das Ergebnis des Konflikts, der einen handfester Koalitionsstreits in Bremens Regierung abgab, war das Positionspapier von B ’90/Grüne und SPD zum Erhalt intakter Kaisenhäusern als Gartenlauben ohne Wohnnutzung im November 2014. [Hier das Positionspapier lesen …] [Und hier zur Reaktion von Bausenator Lohse …] 

Viele Infos und Fotos rund um die Petition und den Konflikt um die Kaisenhäuser, den kleinen Wohnhäuser in den Parzellengebieten der Stadt, findet ihr hier auf dem Blog in den Beiträge des Jahres 2014/15.

Kleingartengebiete schützen – Leerstandprobleme lösen – Gestaltungsmöglichkeiten nutzen. Antrag der Linken

Mein herzlicher Dank an eine engagierte Leserin fürs Aufmerksam machen auf diesen Antrag!

Aktueller Antrag von Die Linken in Sachen Kleingärten an die Stadtbürgerschaft, den ich hier zur Information im Wortlaut wiedergebe.

BREMISCHE BÜRGERSCHAFT Drs. 19/588 S Stadtbürgerschaft 19. September 2017 19. Wahlperiode

Dringlichkeitsantrag der Fraktion DIE LINKE

Kleingartengebiete schützen – Leerstandprobleme lösen – Gestaltungsmöglichkeiten nutzen

Die rund 18.000 Kleingärten in den Bremer Parzellengebieten sind ein unverzichtbarer Bestandteil der sozialen, ökologischen und städtebaulichen Lebensqualität. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Erholung großer Teile der Bevölkerung und zum Erhalt von Grüngebieten in eigener, ehrenamtlicher Verantwortung der Nutzer*innen und ihrer Vereine.

Die Zielgruppen und die Nutzungen waren und sind Veränderungen unterworfen. Zwischen Erholung und temporärem Wohnen haben die Kleingärten in ihrer Geschichte unterschiedliche Bedürfnisse aufgenommen. Eines hat sich jedoch gezeigt: Wo Kleingartengebiete in Bauland umgewandelt wurden, war dieser Schritt umumkehrbar. Im Rahmen einer „wachsenden Stadt“ wird auch der Bedarf an Kleingärten auf längere Sicht zunehmen. Eine dauerhafte Verkleinerung der Parzellengebiete kann daher nicht in Frage kommen, denn es gibt keinen Weg zurück.

Dabei ist die Situation in den verschiedenen Parzellengebieten unterschiedlich. Während die meisten Gebiete ausgelastet sind, gibt es im Bremer Westen auch Leerstände, was die Situation der Vereine belastet. Teilweise sind diese Probleme auf Einschränkungen und Unsicherheiten zurückzuführen, die durch die Landespolitik geschaffen wurden – etwa das restriktive Vorgehen gegen temporäre Wohnnutzungen oder das Risiko, als Neupächter zum Abriss von Bauten auf eigene Kosten gezwungen zu werden. Teilweise gibt es aber Parzellen in bestimmten Lagen, für die aktuell zu wenig Nachfrage herrscht.

Um die Vereine von Pachtausfällen durch Leerstände zu entlasten, müssen Lösungen gefunden werden, die den Parzellenbestand nicht dauerhaft verringern. Dies schließt eine Umwandlung in reguläres, marktförmiges Bauland aus. Gangbar ist jedoch ein Weg, der Parzellen in Randzonen auf Zeit dafür nutzt, Bedarfe nach „Einfach Wohnen“ zu erfüllen. Für solche Bedarfe gibt es derzeit kaum noch Angebote, zumal bestehende Angebote wie die Schlichtwohnsiedlungen gerade abgewickelt werden.

Eine bessere Auslastung wird auch erreicht, wenn die Nutzung von Gartenlauben und bestehenden Kaisenhäusern für Wohnaufenthalte stärker zugelassen wird. Mit der Entscheidung des BVerwG vom 11. Juli 2013 (4 CN 7.12) ist inzwischen klargestellt, dass die Zulassung von Wohnen per Einzelfestsetzung rechtlich möglich ist. Voraussetzung ist, dass es sich um Bauten handelt, die quantitativ und qualitativ so in den Hintergrund treten, dass die Bebauung zu Erholungszwecken das Erscheinungsbild des Plangebiets prägt.

Die Stadtbürgerschaft möge beschließen: Die Stadtbürgerschaft fordert den Senat auf,

1. keine Umwidmung von bestehenden Kleingartengebieten in reguläres Bauland zuzulassen;

  1. in Abstimmung mit den Vereinen, die Pachtausfälle durch Leerstände haben, eine größere Zahl von zusammenhängenden Parzellen in Randzonen für 20 bis 30 Jahre durch die Stadt zu pachten, um sie für eine temporäre Wohnbebauung im Sinne von „Einfach Wohnen“ (z.B. durch Modulbauten) zu nutzen, und dafür rechtliche Voraussetzungen zu schaffen. Ein Übergang in Eigentum sowie Wohnungsflächen von >60 qm sind auszuschließen;

  2. für bestehende, baulich intakte Kaisenhäuser im Einzelfall und in Abstimmung mit den jeweiligen Vereinen eine Wohnnutzung per Einzelfestsetzung zuzulassen;

  3. klarzustellen, dass neue Pächter nicht zum Rückbau von bestehenden Bauten auf eigene Kosten verpflichtet werden;

  4. baufällige, nicht bewohnte Kaisenhäuser auf brachliegenden Parzellen entweder auf Kosten der Stadt abzureißen oder zu sanieren oder bis zum Abriss bzw. bis zur Sanierung die Pacht durch die Stadt zu übernehmen;

  5. die Duldungsregeln für kurzfristige Wohnnutzungen von Gartenlauben in Kleingartengebieten (Wochenendwohnen, Ferienwohnen, Übergangswohnen) in Abstimmung mit den jeweiligen Vereinen großzügig zu gestalten;

  6. darzustellen, ob und in welchem Umfang eine Anmietung von brachliegenden Parzellen durch die Stadt zum Zweck der Nutzung als Ausgleichsflächen tatsächlich möglich und beabsichtigt ist;

  7. der Stadtbürgerschaft bis Jahresende zu berichten.

     

    Claudia Bernhard, Kristina Vogt und Fraktion DIE LINKE 

Straßenbahnwagon – Laube – Museumsstück / Kreiszeitung

Grade sehe ich einen spannenden Beitrag in der online-Ausgabe der kreiszeitung.de zum „Depot“ – das Bremer Straßenbahnmusum in Sebaldsbrück, wo sich auch ein alter Pferde-Straßenbahnwagon befindet, der nach seiner aktiven Zeit auf eine Parzelle in Walle gezogen und dort zur Gartenlaube umgewandelt worden war. Viele Jahrzehnte später ist er noch ein letztes Mal umgezogen und restauriert worden. Nun ist der Straßenbahnwagon im Museum zu bewundern. Wer mehr dazu erfahren möchte, kann …  [hier klicken und den Artikel lesen].

Übrigens haben mir Zeitzeugen aus ihrer Erinnerung an die Nachkriegszeit berichtet, dass solche Straßenbahn- und Eisenbahnwagons in manchen Kleingärten Bremens auch zum Wohnen umbaut worden sind. Einen Eisenbahnwagon dieser Art gibt es mit Sicherheit heute noch.

 

Kleingärten zu Bauland? Stellungnahme der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner zu Bebauungsplänen

Ein weiterer Beitrag zur Diskussion um die Bebauung von Teilen der Waller Feldmark ist die folgende Stellungnahme der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner und Grundstückseigentümer e.V., die hier im Wortlaut veröffentlicht wird.

Die Interessengemeinschaft setzt sich seit 1950 für den Erhalt der Kaisenhäuser in Bremens Kleingartengebieten ein.

Stellungnahme zu den Bebauungsplänen von Kleingartenflächen im Bremer Westen

„Mit Verwunderung haben wir die Erklärungen der Bürgerschaftsfraktionen von SPD und CDU aufgenommen, Kleingartenflächen im Bremer Westen für den Wohnungsbau umwidmen zu wollen. Dies widerspricht dem erst 2015 beschlossenen, neuen Flächennutzungsplan, der hier planungsrechtlich eindeutig „Grünland“ vorsieht und den bereits mit intensiver Bürgerbeteiligung fortgeschrittenen Plänen zum Naherholungspark Bremer Westen. Dies widerspricht auch allen bisher getroffenen Absprachen. Die Kudella-Vereinbarung über die sogenannte „Bereinigung“ der Flächen konnte von uns nicht verhindert werden. In ihrer Folge wurde die Wohnnutzung von Parzellen beendet und Kaisenhäuser abgerissen. Wir prognostizierten schon damals, dass dieses Vorgehen zu einem Brachfall von Parzellen und einer Verwilderung von Teilen des Gebietes führen würde und nicht, wie von den Befürwortern versichert wurde, zu einer Rückkehr zur klassischen kleingärtnerischen Nutzung, wie sie dort zuletzt vor 1944 bestanden hatte. Wir sollten Recht behalten und müssen heute den Verdacht äußern, dass die Beteiligten der Kudella-Vereinbarung es genau auf diese Entwicklung abgesehen hatten, um jetzt, 15 Jahre später, die heruntergekommenen Parzellengebiete zu Geld zu machen.
Mit noch größerer Verwunderung haben wir die Erklärung des Landesverbands der Gartenfreunde in Person von Frau D. [Name von der Redaktion gekürzt] vernommen, die noch vor der Politik(!) den Vorschlag zur Wohnbebauung einbrachte. Wir waren bisher der Ansicht, der Landesverband sei Schützer und Bewahrer kleingärtnerischer Interessen. Wenn nun dieser Verband große Parzellenflächen offenbar ungefragt und bereitwillig aufgibt, muss nach den Motiven gefragt werden. Es steht der Verdacht im Raum, dass hier hinter verschlossenen Türen ein „Deal“ ausgehandelt wurde und der Landesverband der Kleingärtner die Parzellisten im Bremer Westen verkauft hat, um die bekannten Begehrlichkeiten der Politik von anderen Kleingartengebieten, wie auf dem Stadtwerder, abzulenken.
Als Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner und Gartengrundstückseigentümer lehnen wir die Pläne zur Wohnbebauung auf Kleingartenland entschieden ab und empfehlen den Bremer Pachtgärtnern, sich ernsthaft über die Integrität des Vorstandes ihres Landesverbandes Gedanken zu machen.“
Der Vorstand der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner und Gartengrundstückseigentümer e. V.

Ansprechpartner Dr. Peter Stolz

Pressemitteilung der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner hier als pdf herunterladen.

Stimmungsvolle Lesung in verlassenem Kaisenhaus

Eine stimmungsvolle Lesung aus dem Roman „Ein Dach über dem Kopf“ von Willem von Hörsten gab es anläßlich des 55jährigen Bestehens des Kleingärtner -vereins ‚Beim Kuhhirten‘ am Samstag, 12. August 2017, in einem verlassenem Kaisenhaus im Vereinsgelände. Der historische Roman erschien bereits 1978 und ist heute vergriffen. Sein Autor ist ein Mann, der gemeinsam mit seiner Familie selbst auf einer Parzelle in Findorff ein kleines Wohnhaus errichtet hatte, weil über Jahre angesichts der Wohnungsnot keine Unterkunft zu finden war. Von Hörsten und seine Frau lebten bis ins hohe Alter in ihrem Kaisenhaus. Er engagierte sich gemeinsam mit anderen über viele Jahrzehnte für den langfristigen Erhalt der Kaisenhäuser in der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner.

Das verlassene Kaisenhaus im KGV ‚Beim Kuhhirten‘ ist vom Weg aus kaum zu sehen und wirkt verwunschen. Brombeeren haben in den vergangenen Jahren ihre Tentakel ausgeworfen und den Garten erobert. Der Zustand des kleinen Häuschens, das bereit 1950 von einem Lokheizer bewohnt und vielleicht auch errichtet worden ist, ist erstaunlich gut erhalten, auch weil das Dach intakt und in gutem Zustand ist. 2010 wurde es verlassen.

Diesen sehr gut besuchten kulturellen Programmpunkt hat sich Maike Hildebrand ausgedacht und ihn gelungen realisiert.


Die Journalistin gärtnert bereits seit 2000 auf einer Parzelle auf dem Stadtwerder.

Im Anschluss an die Lesung, die dreimal angeboten wurde, gab es anregende Gespräche über die langfristige Zukunft dieses Kaisenhauses als Gartenhaus mit realistischen und konstruktiven Ideen.

 

 

 

 

 

 

 

 

* Das große zusammenhängende Parzellengebiet auf dem Stadtwerder zwischen der Gaststätte zum Kuhhirten und dem Krähenberg wurde bereits während des Erste Weltkrieges ab 1917 als Hilfe zur Selbsthilfe bei massiver Lebensmittelkrise von städtischer Seite angelegt und in die Hände eines Vereins gelegt. Aus dem großen Verein bildeten sich vor 55 Jahren mehrere kleine heraus, auch um die umfangreiche Arbeit des Vorstands auf mehrere Schultern zu verteilen.  Kleingärtnerverein Beim Kuhhirten und Kleingärtnerverein Werder sind zwei der damals entstandenen Vereine. Weiß jemand aus meinem Leserkreis, ob der Kleingärtnerverein Am Krähenberg und der Kleingärtnerverein Marienblume ebenfalls aus dem großen Verein hervorgingen? Über eine Nachricht freue ich mich.

Fotos: Heide-Marie Härtel und Kirsten Tiedemann