Streit um Platanen im Podcast

Der Streit um 136 Platanen in der Neustadt war kürzlich Thema in der Sendung Nordwestradio unterwegs. Die ganze Sendung gibt es komplett als Postcast für alle, die sich ein Bild von der unterschiedlichen Argumentation machen wollen.

Hier klicken und die Sendung nachhören.

Im Fokus des Streits: 136 Platanen

„Sie gehören unabdingbar zum historischen Stadtbild in Bremen“, sagen die einen. „Die Platanen müssen dem Hochwasserschutz weichen“, sagen die anderen. Und schon sind wir mittendrin, in einem erbitterten Streit in Bremen. Auf drei Kilometern muss der Neustädter Deich erhöht werden, um gegen den drohenden Anstieg des Meeresspiegels gewappnet zu sein. Das bedeutet, dass der gesamte Abschnitt vom Buntentorsdeich bis zur Mündung an der „kleinen Weser“ erhöht werden muss. Die Folge: 136 Platanen, die heute noch den Deich säumen, müssten bis auf ein paar wenige gefällt werden, und drei Kilometer Innenstadt müssen neu gestaltet werden.

Hochwassserschutz im Mittelpunkt

Wenn es nach dem Deichverband ginge, der die technischen Anforderungen plant, dann wird das gesamte Neustädter Ufer der Kleinen Weser mit einer bis zu 4,70 Meter hohen Spundwand neu gesichert. Das ist am wenigsten kostenaufwändig, und die spätere Pflege ist preiswert, nicht einmal der Rasen auf den Deichflächen müsste dann noch gemäht werden. Die Platanen-Reihe, die auf den gesamten drei Kilometern dicht steht, käme weg. Vor einigen Tagen stellten Staatsrätin Gabriele Friedrich und Senatsbaudirektorin Dr. Iris Reuther die Pläne für die Neugestaltung des linken Weserufers vor. Im Mittelpunkt steht der Hochwasserschutz für die kommenden Generationen, Radwege und Plätze zum Verweilen an der Weser sollen geschaffen sowie neue Bäume gepflanzt werden. Es wird die größte Baumaßnahme in Bremen der letzten 50 Jahre werden. Gehen alle Planungen durch, könnte im Jahre 2020 damit begonnen werden. Die Bürgerinitiative „Platanen am Deich“ kritisiert den Entwurf und erwägt Klage gegen die geplante Abholzung von 136 Platanen in der Neustadt.

Ist das Fällen der Platanen unabdingbar?

Welche alternative Hochwasserschutzlösung wäre möglich? Welche stadtplanerischen Chancen bietet der Neubau am kleinen Weserufer? Fragen, auf die wir Antworten suchten in der Reihe „Nordwestradio unterwegs“.

Heute: Saatgut tauschen im kukoon! [Tipp]

Gleich geht`s los! Packt eure überschüssigen Sämereien in Tütchen und tauscht sie gegen andere, die ihr für euer Gärtchen brauchen könnt.

Im kukoon/Neustadt wird heute Saatgut getauscht! Dazu gibt es einen Workshop für die Praxis und wichtige Hintergrundinfos über Sinn und Bedeutung samenfesten Saatgutes von Anja Banzhaf ab 15.00 Uhr. Die Referentin ist Aktivistin, Wissenschaftlerin und Autorin des Buches „Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen“.

Aus der Ankündigung:

Die „Bremer Gemeinschaftsgärten“ treffen auch in diesem Jahr wieder zusammen, um untereinander und mit Gästen Saatgut zu tauschen und uns unabhängiger zu machen von undurchschaubaren Konzernstrukturen.

Durch unseren Austausch machen wir uns stark für Artenvielfalt in der Stadt. Regionale Gemüsesorten und wertvolle Wildblumen machen die Runde. Ein Vortrag macht deutlich, wie wertvoll es ist, eigenes keimfähiges Saatgut in Händen zu haben. Ein Workshop bietet Einblick in die Samengärtnerei.

Die Initiative „Ab geht die Lucie“, Bremen im Wandel, der Tafelobstgarten des BUND und andere Urban Gardening Projekte bieten Saatgut zum tauschen an. Dazu werden Informationen weitergegeben, welche Erfahrungen gemacht wurden. Alle sind eingeladen eigenes Saatgut mitzubringen (gerne samenfest und ökologisch) und kleine Gefäße zum Tauschen.
Um 15 Uhr startet ein Vortrag über die Bedeutung von eigenem Saatgut. Die Autorin des Buches „Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen“ Anja Banzhaf kommt aus Witzenhausen.

Am Samstag, 25. Februar 2017, 14 bis 18 Uhr im kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen, Haltestelle Rotes-Kreuz-Krankenhaus der Linie 4.
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Platanen adé? Ist das letzte Wort gesprochen? [Veranstaltungstipps]

Ist das letzte Wort um die Fällung von über 100 Platanen am Neustädter Weserdeich im Zentrum Bremens schon gesprochen? Im Zuge der Deicherhöhung, die angesichts des steigenden Meeresspiegels erforderlich ist, wird der Fortbestand der im Deich wurzelnden Bäume kontrovers diskutiert.

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Die Entscheidung wäre gefallen, so meldet der Weser-Kurier am 20. Januar mit dem Titel „Platanen müssen weichen„. Die Bäume wären krank und destabilisieren den Deich. Als Kompensation für die gefällten Bäume mit ihren üppigen Kronen sollen im Verhältnis 1:4 neu gepflanzt werden. Insgesamt 500 Bäume – junger Spitzahorn soll es werden. Wo die neuen Bäumchen stehen werden sei abhängig vom Entwurf zur Neugestaltung.

Die Platanen sind noch nicht gefällt„. Mit dieser Parole reagiert eine engagierte Bürgerinitiative BI Platanen am Deich  und viele Baumfreund, die die Entscheidung des Senators nicht teilen. Sie bemängeln eine ungenaue Argumentation in vorgestellten Gutachten, auf deren Grundlage der Bausenator seine Entscheidung unter anderem gefällt hat, und fragen nach fehlenden Untersuchungen zur exakten Diagnose angeführter Krankheiten an vielen Platanen. Von Seiten der BI werden andere Gutachten und sachkundige Information in die Diskussion eingebracht, die den Fortbestand der 136 Bäume auch bei einer Erhöhung des Deiches zuließen. In diesem Zusammenhang läuft bis zum 23.3. eine Petition S 19/202 zum Erhalt der Platanen am Neustädter Deich, die an die Bremische Bürgerschaft gerichtet ist und mitgezeichnet werden kann. Inzwischen erwägt die BI auch eine Klage gegen den Beschluss. Der Konflikt ist also noch (lange?) nicht beigelegt.

Veranstaltungstipps

  • Das „Nordwestradio unterwegs“ greift den Streit um die 136 Platanen heute, 22.2. um 18.05 Uhr auf. Im Gespräch werden Senator Joachim Lohse, Rainer Suckau vom Deichverband, Andreas Block-Daniel Baumsachverständiger und Gunnar Christiansen für die Bügerinitiative ihre Positionen austauschen.
  • Wer sich in der Sache informieren und mit Senator Lohse, Staatsrätin Reuther, Architekten und Planern weiter diskutieren will, der hat in dem sicherlich höchst spannendem öffentlichen Diskurs zu den ausgewählten Entwürfen für die sogenannte Stadtstrecke in der Reihe Bremer Stadtdialog des Bremer Zentrums für Baukultur am 28. Februar die Gelegenheit:

bzb_stadtdialogDienstag 28. Februar 2017 um 19:00 Uhr

Wo: Am Speicher XI, 11  in der Energieleitzentrale  – Generatorenhalle

28217 Bremen, Überseestadt

Öffentlicher Diskurs | Bremer Stadtdialog | b.zb

„Stadtstrecke Bremen –
Zum Ergebnis des Landschaftsarchitektur-Wettbewerbes“

„Das Bild der Alten Neustadt an der Weser wird sich verändern. Der Klimawandel und ein damit verbundener weltweiter Meeresspiegelanstieg führen zu deutlich höheren Sturmfluten an der Unterweser. Daraus resultieren erhebliche Gefahren für die künftige Hochwassersicherheit Bremens. Die Deiche an der Stadtstrecke in der Bremer Neustadt entsprechen nicht mehr den Schutzanforderungen und müssen deshalb verbessert werden. Der Umbau der Hochwasserschutzanlagen soll mit einer Qualifizierung des Stadtraumes am Fluss und einer Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten verknüpft werden. Das Ergebnis eines europaweit ausgeschriebenen Wettbewerbs und der zur Umsetzung empfohlene Entwurf sollen im Stadtdialog vorgestellt und diskutiert werden.“

 

Begrüßung
+ Dr. Joachim Lohse (Senator für Umwelt, Bau und Verkehr)

Einführung

+ Prof. Dr. Iris Reuther (Senatsbaudirektorin)

+ Rainer Suckau (Bremischer Deichverband am linken Weserufer)

Kommentar der Jury

+ Till Rehwaldt (Landschaftsarchitekt Dresden):

Vorstellung des Entwurfs „Preisträger Landschaftsarchitekt“

weiterer Podiumsteilnehmer

+ Prof. Dr. Ingo Mose (Jurymitglied und Vertreter des Beirats Neustadt)

Moderation

+ Prof. Ulrike Mansfeld (School of Architecture Bremen)

Frühlingsblüher wirkungsvoll vor Kaninchen schützen

Hach, es liegt Frühling in der Luft. Schneeglöckchen, Krokusse und Tulpen zeigen das erste Grün. Bald schon kann es herrlich bunt blühen. Wenn, ja wenn da nicht die flauschigen Kaninchen wären. Wie wir lieben sie das zarte und frische Grün. Auch Blütenblätter gehören zu ihrer Leibspeise. Besonders die gelben Krokusse und manch eine Tulpe haben es ihnen angetan – oder heißt es Kroküsse? Was tun? Auf dem Stadtwerder wird neuerdings die abgebildete Methode genutzt, um das erste grün vor dem Hunger von Kaninchen zu schützen.

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Es ist sicherlich recht praktisch und wirkungsvoll, die Plastikkistchen, die auf jedem Wochenmarkt kostenfrei erhältlich sind, über die erwarteten Blumen zu stülpen. Leider kann dieser effektive Weg nicht der Weisheit letzter Schluss sein, denn so werden ja auch die hübschen Frühlingsblüten unserem Anblick entzogen.

Habt ihr einen Tipp zum Schutz der ersehnten Blumen vor Wildverbiss? Teilt eure Tipps in einem Kommentar mit mir und anderen! Ich freue mich auf eure Nachricht.

Fotos: Kirsten Tiedemann

Eisvogel mitten in Bremen gesichtet

Da spaziere ich so an der kleinen Weser entlang und kommen unter der Wilhelm-Kaisen-Brücke durch. Ein Vogel fliegt vom Baum zu einer Leitung und zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Ist es ein Rotkehlchen? Nein, da sind die Proportionen anders. Der Schnabel dieses Federtierchens ist auch schmaler und länger. Schon fliegt der Vogel weiter und ich erkenne: es ist ein Eisvogel. Wow! Nicht im Blockland, wo ich immer Ausschau nach diesem prächtigen Vogel halte, nein, mitten in der Stadt sehe ich ihn zum ersten Mal! Auch bei diesem trüben Wetter schimmert das Federkleid auf seinem Rücken stahlblau. Ich bin beeindruckt.

Die Kamera war grad nicht zur Hand. Aber wer ahnt schon, dass in Bremen inner City bei grauem Januarwetter ein Eisvogel auf ihn wartet?

Das Erlebnis bestätigt einmal wieder, dass es sich lohnt, die Augen aufzuhalten.

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus [Veranstaltungen]

Erinnern für die Zukunft – Filme und diverse öffentliche Angebote zum Gedenken in Bremen

Seit 1996 ist der 27. Januar der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ und damit ein nationaler Gedenktag, an welchem man in Deutschland, der EU und der Welt der über sechs Millionen Juden und der vielen anderen Opfer gedenkt, die während der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet wurden. Das Datum selbst erinnert an die Befreiung der Überlebenden des nationalsozialistischen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee am 27. Januar 1945. […]
2005 wurde der 27. Januar von der EU zum europäischen Gedenktag und im selben Jahr von den Vereinten Nationen zum globalen Gedenktag („International Day of Commemoration in Memory of the Victims of the Holocaust“) erklärt.
(Quelle: http://www.lpb-mv.de/cms2/LfpB_prod/LfpB/de/the/27.01._-_Tag_des_Gedenkens_an_die_NS-Opfer/index.jsp)

Das Gesamtprogramm für Bremen wird von einer großen Zahl von 50 Kooperationspartnern organisiert. Es gibt zwischen Anfang Januar und Ende März Lesungen, Filmvorführungen, Vorträge und Theaterstücke, die sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und der Erinnerung daran auseinandersetzen.
Programm Flyer Gedenktag 27. Januar 2017 (pdf, 414.7 KB)

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Worpswede eine Kleingartenkolonie? [Filmtipp]

Worpswede eine Kleingartenkolonie? Die Kleingärtner von Worpswede? Ich stutze. Gibt es überhaupt Kleingärten in der (früheren) Künstlerkolonie Worpswede & was kann an ihnen so besonders sein, dass sie in einem Film auftauchen? Es ist ein Kinofilm, keine Dokumentation. In der Süddeutschen Zeitung geben diese Kleingärtner sogar einen Titel ab. Hm.

In dem Film Paula, der noch ein paar Tage in der Gondel in Bremen gezeigt wird, ist mehrmals von den Kleingärtnern von Worpswede die Rede. Das kurze, intensive berufliche Leben der wegweisenden Künstlerin Paula Modersohn-Becker wird in dem Film in Szene gesetzt. Wußtet ihr, dass sie die erste Künstlerin war, der in der BRD ein Museum gewidmet wurde? Dass führende Künstler der Kolonie Worpswede ihr Talent komplett infrage stellten? Sie über großartige Fähigkeiten verfügte, mit denen sie den frühen Expressionismus prägte? Dass sie ihre Ziele trotz massiver Widerstände über lange Zeit kontinuierlich verfolgte? Sie hinterläßt rund 750 Gemälde, 1000 Zeichnungen und 13 Radierungen als sie vor 101 Jahren im Alter von 31 Jahren im Wochenbett stirbt.

Die eingeschworene Gemeinschaft der Maler der Künstlerkolonie Worpswede ist es, die Rainer Maria Rilke im Film mehrmals als Kleingartenverein bezeichnet. Ihr könnt euch noch ein paar Tage lang ein Bild davon machen, ob die Kle … ähm Künstler im Film vom Dichter Rilke als rückwärtsgewandte, engstirnige, kleinkarierte Kleingärtner diffamiert, oder die Kleingärtner vielleicht doch zu offenen, dem Neuen gegenüber aufgeschlossenen Künstlern aufgewertet werden sollen. Ich empfehle euch den Film sehr gerne.

Paula (AT) Regie: Christian Schwochow Kamera: Frank Lamm Szene 003p3 Paula begegnet Bredow. abgeb.: Paula Becker (Carla Juri) Foto: Martin Valentin Menke

Paula (AT), Regie: Christian Schwochow, Kamera: Frank Lamm, Szene 003p3: Paula begegnet Bredow. Abgeb.: Paula Becker (Carla Juri), Foto: Martin Valentin Menke [Quelle]

 

 

 

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