Senat nun offen für Umwidmung in Wochenendhausgebiete

In der Haltung des Senats hat es hinsichtlich der Umwidmung einzelner ausgewählter Kleingartengebiete in Wochenendhausgebiete einen Wandel gegeben. Man stehe dem nun positiv gegenüber, heißt es heute in der online-Ausgabe des Weser-Kuriers. Mehr dazu erfahrt ihr im Artikel des Weser-Kuriers:

„Senat lenkt im Streit um Wochenendhausgebiete ein

 

Ausgewählte Kleingartengebiete im Bremer Stadtgebiet sollen nun doch in Wochenendhausgebiete umgewandelt werden können. Dafür wird sich der Senat voraussichtlich an diesem Dienstag aussprechen und damit einen bemerkenswerten Sinneswandel vollziehen.“

Radio Bremen / buten und binnen berichtet in einer Nachricht „Dürfen Bremer jetzt doch in Gartenlaube übernachten?“ gestern hier, dass diese Umwandlung nicht in allen Kleingartenvereinen, die dies wünschen, stattfinden wird, beispielsweise nicht in Woltmershausen im Kleingartenverein „Auf den Ruten“, da es sich dort um Überschwemmungsgebiet handele.

[aktualisiert]

Mehr als Richtungsstreit um Wochenendhaus- und Kleingartengebiete

Der Weser-Kurier schreibt heute über einen Richtungsstreit bei den Bremer Grünen. Die Bürgerschaftsfraktion der Grünen, mit der Fraktionsvorsitzenden Dr. Maike Schaefer, unterstützt den Wunsch einiger Kleingartenvereine, ihr Gelände in ein Wochenendhausgebiet umzuwandeln. Der Bausenator hält diese Bestrebungen laut Artikel für falsch – ebenso wie der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. (hier klicken zum Artikel)

Die Darstellung scheint mir verkürzt. Daher ergänze ich hier ein paar Informationen nach meinem aktuellen Kenntnisstand: Es gibt in Bremen Kleingartenvereine, die sich seit Jahren aktiv für die Umwidmung ihres Gebiets in eine Wochenendhausgebiet einsetzen. Die Parzellen jener Vereine befinden sich weit überwiegend in Privatbesitz, es handelt sich kaum um städtischen Grund und Boden. Die Vereine „Min Land“ / Walle, „Auf den Ruten“ / Woltmershausen. Kleingärtner- und Kleinsiedlergemeinschaft „Waller Feldmark“ / Walle  und die Gärtner vom „Heinrich-Klenke-Weg“ / Findorff wollen diesen Weg beschreiten. Die genannten Vereine sehen in der Umwidmung ihres Vereinsgeländes in ein Wochenendhausgebiet Vorteile, die in der möglichen Nutzung liegen (z.B. keine landwirtschaftlichen Nutzung nötig). Die Umwidmung des Kleingärtnervereins „Min Land“ und des Kleingärtner- und Kleinsiedlervereins „Waller Feldmark“ in ein Wochenendhausgebiet passt meines Erachtens auch in das Konzept des Naherholungsgebiet Bremer Grüner Westen. Vielleicht denkt der Bausenator noch einem über diese Variante nach.

Wie ich aus vertraulicher Quelle hörte, verstehe sich der Landesverband der Gartenfreunde Bremen (LV) eigentlich nicht als Vertreter von Vereinen mit Eigenland-Parzellen. Dieser Umstand hatte bereits zur Konsequenz, dass ein Kleingärtnerverein den Austritt aus dem LV beschlossen hat. Es ist der Kleingärtnerverein „Auf den Ruten“, der sich auf eigenen Wunsch und mit weit mehr als der erforderlichen 75-prozentigen Stimmenmehrheit nämlich 100 Prozent, seiner Vereinsmitglieder die Kündigung der Mitgliedschaft im Landesverband der Gartenfreunde Bremen entschieden hat. Bei der entscheidenden Vereinssitzung waren Geschäftsführung und ein Vorsitzender des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. anwesend. Sie befürworteten den Austritt.

Angesichts dieser Haltung erscheint es mir kurios, dass die Geschäftsführung des LV sich gegen die Umwidmung dieser Kleingartenverein in Wochenendhausgebiete ausspricht. Warum redet man in die Wünsche von Kleingärtnern hinein, die man faktisch bald nicht mehr vertreten wird – wie dem Kleingärtnerverein „Auf den Ruten“? Warum redet man in Wünsche von Kleingärtnern hinein, die man nicht vertreten will? Als Grund für die Ablehnung wird angegeben, dass die Pacht erhöht werden würde! Wissen die zuständigen Leute nicht, dass bei Eigenland keine Pachtzahlungen geleistet werden müssen? Eigenland bedeutet Grundbesitz, d.h. Privateigentum, da zahlt der Landbesitzer Grundsteuer.

Die Spitze des Bremer Landesverbands hat bereits mehrmals offiziell erklärt, Teile der Kleingärten wolle man zur Wohnbebauung abgegeben, weil sie nicht verpachtet werden könnten. Dieselben Funktionäre wollen andererseits verhindern, dass ausgewählte Flächen von zusammenhängenden Eigenlandparzellen nicht in ein Wochenendhausgebiet umgewidmet werden, obwohl man deren Besitzer nicht vertreten will? Wieso diese widersprüchliche Politik?

Im offiziellen Mitteilungsblatt der Gartenfreunde erklärte der Kleingärtnerverein Union (Walle) kürzlich ausführlich, dass und warum sie einen Teil ihrer Gärten als Bauland abgeben wolle. Zu lesen in der Juli-Ausgabe. Was verspricht man sich davon?

Es erscheint mir sozial, ökologisch und stadtklimatisch sinnvoller, ein paar Gärten in einzelne Wochenendhausgebiete umzuwidmen und anhand dieser Modellprojekte Erfahrungen damit zu sammeln. Dann bleiben diese Parzellen wenigstens Freizeitbereiche mit Gärten, die Bremen braucht.

Und bei der Gelegenheit: Abgeordnete von SPD und CDU äußerten mehrfach Wünsche, Kleingärten in Bauland zur dauerhaften Wohnbebauung umzuwidmen. Dem stimmt der LV Gartenfreunde zu (s.o. und in früheren Beiträge hier auf dem Blog, im Weser-Kurier und in anderen Medien). Es entspricht den Aussagen des Landesverband der Gartenfreunde Bremens, dass er kürzlich die Selbstauflösung des Kleingärtnerverein Langeoog am Bremer Flughafen unterstützt hat. Es handelt sich um 65 Kleingärten, die die Stadt nun Dornier für den Flugzeugbau anbieten kann – mit Auflagen für Dachbegrünung der Fertigungshallen und Anpflanzung heimischer Gehölze daneben.

Es ist was los in Bremens großer Kleingartenwelt – und das ist weit mehr als ein Richtungsstreit innerhalb der Grünen.

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„Grün gegen Grün“, Beitrag zur Debatte um Kleingärten im Weser-Kurier am 7.7.2018 hier klicken.

„Streit um Wochenendhäuser

Grün gegen Grün in Kleingarten-Debatte

Jürgen Theiner 07.07.20181 Kommentar

Überarbeitung der Gartenordnung hat begonnen

[Kurzinfo] Offenbar hat die Überarbeitung der Gartenordnung im Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. begonnen. Das war nötig geworden, nachdem ein vorgetragener Entwurf auf der diesjährigen Landesdelegiertenversammlung mit großer Mehrheit abgelehnt worden war. Auf dem Facebook-Account vom Landesverband liest man von einer „total erfolgreichen“ ersten Sitzung mit Vereinsvorständen und Fachberatern. (Stand 4.7.2018) Für wen war die Sitzung erfolgreich? Welche Punkte wurden behandelt? Wie groß ist das Gremium eigentlich und wie setzt es sich genau zusammen? Nähere Informationen werden nicht genannt.

 

Kleingärtnerverein Langeoog e.V. löst sich auf oder die „Verlängerung der Hannah-Kunath-Straße“

Zur Information.

Der Kleingärtnerverein e.V. in Bremen in der Neustadt am Flughafen hat kürzlich mit Zustimmung des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. seine Auflösung beschlossen. Diese Information findet sich in dem Papier „Airport-Stadt Mitte – Verlängerung der Hanna-Kunath-Straße – Sachstandsbericht zum weiteren Vorgehen“ als Vorlage zu zwei Deputationssitzungen am 13. und 14. 6. 2018.

Ich hatte noch keine Gelegenheit mit dem Vorsitzenden des KG-Vereins zu sprechen, möchte euch aber dennoch auf diese Entwicklung aufmerksam machen:

63 Kleingärtner geben auf. Die Mitgliederstruktur, zu leistende Arbeit für den Verein und die Verkehrsflächen seien eine hohe Belastung gewesen, heißt es im Papier. Es geht das Gerücht, man habe keinen neuen Vorsitzenden finden können. In dem Papier heißt es weiter, dass der Landesverband hätte die Auflösung des Pachtvertrags mit der Stadt zur Auflösungsversammlung bereits vorbereitet. Das Kleingartengebiet stünde nun zur Umwidmung im Bebauungsplan zur Verfügung und könne daher dem Flugzeugbauer Dornier als Bauland für eine Produktionsfläche von kleinen Fliegern angeboten werden. Bremen und Leipzig sind bei Dornier als möglich Standorte in der Endauswahl (siehe Leipziger Volkszeitung). Wird der Standort Bremen gewählt, sollen die neuen Industriebauten begrünte Dächer erhalten. Heimisches Gehölz soll angepflanzt werden. „Da die Fläche bisher als Kleingartengebiet genutzt und als öffentliche Grünfläche im Flächennutzungsplan dargestellt ist, ist es das Ziel auch nach einer Umnutzung in ein Gewerbegebiet die Fläche ökologisch, klima- und insektenfreundlich zu gestalten.“ Vielleicht sogar mit Fördermitteln.

Der Sachstandbericht findet sich im Internet unter folgendem Link.

Der Weser-Kurier schreibt dazu: „Flugzeugbauer prüft Ansiedlung in Bremen“, 11. Juno 2018

Auch die Leipziger Volkszeitung berichtet am 13. Juno 2018 „Leipzig könnte Standort für Flugzeugbau werden“

Herzlichen Dank an einen aktiven Leser für den Hinweis auf diese Entwicklung!

 

Gelungener Auftakt macht Lust auf mehr – Nachlese zum Frühsommerfest

Es war ein gelungener Auftakt und eine große Freude, dabei zu sein: Bei herrlichem Wetter kamen viele interessierte Menschen und feierten am 3. Juno mit Vereinen, Initiativen, Künstlern, engagierten Leuten und Freizeitgärtnern das erste Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen. 15 Veranstaltungsorte boten ein vielfältiges Programm inmitten des abwechslungsreichen Gebiets mit 4.000 Parzellen, freien Grünflächen, Wasserläufen und dem Waller Feldmarksee.

In Bremen sind alle Kleingartengebiete frei zugänglich – sie bieten eine besondere Qualität und das unterscheidet sie von eingezäunten Anlagen in velen anderen Städten. Diese urbanen Grüngebiete sind nicht nur für die Nutzung weniger Menschen gedacht, sondern auch für ausgedehnte Spaziergänge und Radfahrten zur Freude aller. Ich biete eine Radtour durchs Gebiet vom Hohweg/Walle zum Blocklandgarten/Oslebshausen an. 20 Interessierte aus Walle, Findorff, der Neustadt, Schwachhausen und dem Ostertorviertel mit und ohne Gartenerfahrung schließen sich mir an. Unsere Route führt uns vorbei an der sehr gut besuchten Beschäftigungsinititive Garten jEden (Bremer Werkgemeinschaft) zur Fleetkirche, wo uns der Schriftsteller und neue Besitzer der Kirche, René Paul Niemann, begrüßt und zur Besichtigung einlädt. Viele der Frauen und Männer unserer Gruppe erfahren erstmals von diesem besonderen Gebäude (Baujahr 1958), das vollständig aus Holz besteht. Eine Kirchlein mit Standort in einem Kleingartengebiet dürfte in der Bundesrepublik einmalig sein. Weiter geht es durch ausgewählte Seitenwege der Vereine Union e.V. und Walle e.V. mit belebten und auch verlassenen Gärten. Letzere sind oft auch wertvolle ökologische Habitate, merkt eine Mitfahrerin an. Diese Gebiete sind keine „geleckten“ Kleingartenanlagen, es ist auch Natur pur, woran sich ein Bekannter besonders freut. Hätte er noch keinen Garten, hier würde er sich gerne eine Parzelle pachten. Unterschiedliche Lauben, intakte und verfallene Kaisenhausgärten mit knorrigen alten Obstbäumen, verrumpelte Flächen sowie Vogelschuztgebiete säumen unseren Weg. Es sind einige Radfahrer unterwegs. Jemand fragt: Seid ihr die Radtour, kann ich noch mitkommen? Na klar! Wir überqueren den Wasserlauf Waller Fleet und später die Autobahn, baden nicht im Waller Feldmarksee, sondern halten am Kleingartenpark „In den Wischen“, wo es einiges über den gelingenden Zusammenschluss dreier Kleingartenvereine namens Blüh auf e.V., Mittelwischweg e.V. und Morgenland e.V. zu berichten gibt. An unserem Ziel im Blocklandgarten, dem Beschäftigungsprojekt des Förderwerks Bremen in der ehemaligen JVA Oslebshausen, erwartet uns eine gute Tasse Kaffee, Gegrilltes, Führungen durch Gewächshäuser und Gemüsegärten. Bänke unter einer alten Eiche laden zur Entspannung im Schatten ein. Kinder spielen auf dem Rasen mit bereit gestellten Spielzeug. Informationen zum Projekt Green Urban Labs, von der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner und anderen Initiativen können eingeholt werden, auf einer kleinen Bühne gab es verschiedene Vorstellungen, man kann sein Fahrrad registrieren lassen und vieles mehr. Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei allen Interessierten. Es war ein Vergnügen mit euch!

Der Ort ist beeindruckend, hat ein großes Potential und bietet Space für viele kreative Köpfe und handwerklich geschickte Menschen, die Lust haben gemeinsam etwas zu entwickeln. Man müsste mal fragen, was Immobilien Bremen dort plant.

Von der guten Atmosphäre und den anregenden, informativen Austausch bei meinem zweiten Angebot des Tages „Laube-Liebe-Hoffnung“ und dem Film zu den Anfängen der Kaisenhäuser sowie dem anschließenden Gespräch mit Marianne Berger, die ihre Kindheit im Kaisenhaus mit ihren Eltern verbracht hat, werdet ihr hier bald Näheres von mir lesen.

Persönlich danken möchte ich besonders der Umweltplanerin Lisa Hübotter, die gemeinsam mit Thomas Knode beim Senator für Umwelt das Projekt Green Urban Labs / Grüner Bremer Westen leitet. Sie hat dieses Fest gleich nach Antritt ihres Jobs initiiert und sich neben ihrer Kerntätigkeit kompetent für dessen Realisierung engagiert. Merci.

* Wer eine Parzelle sucht findet hier eine Karten und Kontaktdaten zu (fast) allen Kleingärtnervereine in Bremen.

Foto: Kirsten Tiedemann

Karotte vorm Rathaus?! Essbare Stadt Bremen – Tagung [Tipp]

Essbare Stadt Bremen? Wie kann das gehen? Wie machen es andere Städte?

Gerne mache ich euch auf die Tagung „Karotte vorm Rathaus – Möglichkeiten ener Essbaren Stadt für Bremen“  aufmerksam, die am Donnerstag, 07.06., im Haus der Wissenschaft angeboten wird. Ab 9.30 Uhr wird über verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Die geladenen ReferentInnen stellen interessante Ansätze und Umsetzungen aus Berlin, Leipzig und Groningen vor.

Eine Veranstaltung von BioStadt Bremen beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und Gesellschaft für integrative Beschäftigung mbH

ReferentInnen
Benedikt Haerlin, Zukunftsstiftung Landwirtschaft; Philipp Scharf und Sebastian Pomm, Annalinde Leipzig; Jos Meijers, Toentje und Hiltje van der Wal, Gemeinde Groningen; Michael Scheer, Gemüsewerft; Tom Lecke-Lopatta und Lisa Hübotter, beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Grußwort: Staatsrat Jens Deutschendorf, beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr

Olbers-Saal | 1. OG | 9.30 Uhr

Eintritt frei

Die Tagungsteilnahme ist kostenlos.
Anmeldung unter landwirtschaft.azubi@umwelt.bremen.de oder 0421-361-98725

Aus der Ankündigung:

Landwirtschaft in der Stadt
In deutschen Städten werden zunehmend Lebensmittel im urbanen Raum kultiviert. Die dahinter stehenden Konzepte, Wertschöpfungen und Konsumstrukturen sind vielfältig und reichen von Gemeinschaftsgärten über frei zugängliche Flächen mit bewusst kostenfreier Abgabe bis hin zu hochtechnisierten Urban Farming-Vorhaben, bei denen auch das unternehmerische Kalkül eine wichtige Rolle spielt. Ihnen allen ist eines gemein: es werden Lebensmittel regional, saisonal und manchmal auch sozial erzeugt. Die städtische Bevölkerung kommt – als Konsument oder Produzent – wieder in den direkten Kontakt mit Erzeugnissen und deren Produktionsweisen.
Trotz aller architektonischer und verkehrsdynamischer Verdichtung in deutschen Innenstädten und dem ständigen Mangel an Anbauflächen wird der Wunsch immer größer, Landwirtschaft zurück in die Stadt zu holen.
Die Essbare Stadt macht Lebensmittel wahrnehmbar
Das Thema ist in seiner aktuellen Ausprägung für viele Stadtbewohner/-innen immer noch neu und wird mit Wunschvorstellungen und Vorurteilen überfrachtet. Fakt ist, dass urbane Lebensmittelverbräuche zu hoch und notwendige innerstädtische Anbauflächen nicht ausreichend vorhanden sind, als dass urbane Agrikulturen derzeit hier einen bedeutsamen Versorgungsauftrag sicherstellen könnten. Neben der reinen Herstellung von Erzeugnissen geht es beim Konzept der ‚Essbaren Stadt‘ aber auch um bildungs- und teilhabebezogene, inklusive sowie touristische Mehrwerte, die solche Vorhaben entwickeln können. Die ‚Essbare Stadt‘ macht Lebensmittel für Konsumenten wieder wahrnehmbar. Stadtwirtschaftliche Grünflächen erhöhen ganz nebenbei die urbane Biodiversität und wirken negativen innerstädtischen Umwelteffekten entgegen. Der Fachtag möchte Varianten urbaner Lebensmittelproduktionen und deren Umsetzungs und Nachhaltigkeitsstrategien beleuchten.“

„Laube – Liebe – Hoffnung“ & „Bremens Kaisenhäuser“ / Filme und Gespräch mit Zeitzeugin auf dem Frühsommerfest [Tipp]

Kleingärten und Kaisenhäuser sind fester Bestandteil der Parzellengebiete Bremens, in denen seit 100 Jahren und mehr gegärtnert wird. Dieser Gegenwart und Geschichte widmen sich die Kurzfilme  „Laube – Liebe – Hoffnung“  und „Bremens Kaisenhäuser … aus der Not geboren“, die ich euch am 3.6. ab 17.00 Uhr auf dem Frühsommerfest im Blocklandgarten (ehem. JVA Oslebshausen) vorstellen werde. War es früher für viele Menschen eine Notwendigkeit, eine Parzellen zu bewirtschaften und manchmal auch darin zu wohnen, so ist es aktuell eine Gartenlust mit verschiedenen Motivationen. Damals wie heute hebt der Garten die Lebensqualität. Im Anschluss an die Filme begrüße ich Marianne Berger als Gast. Mit ihr als Zeitzeugin zu den Anfängen der Kaisenhäuser spreche ich über den Aufbau und das Leben in so einem kleinen Wohnhaus in einem Kleingarten.

„Laube – Liebe – Hoffnung“ ist eine filmische Momentaufnahme der Vielfalt der Lust am Gärtnern auf der Parzelle. Es erzählen eine junge Familie, ein Öko-Gärtner, ein Imker, Fachberater und ein Ehepaar, das seit vielen Jahren im Garten lebt. (13 Minuten)

Von den Anfängen der kleinen Wohnhäuser, die heute noch vereinzelt in Kleingärten zu sehen sind, handelt die Ton-Bild-Collage „Bremens Kaisenhäuser … aus der Not geboren“. Historische Fotos aus privaten Alben verbunden mit O-Töne aus Interviews mit Zeitzeugen geben einen Einblick, wie die Menschen die beschwerlichen Anfänge meisterten – wie sie mit Schaffenskraft und Ideenreichtumg manch eine Hürde überwinden konnten, um sich in der Nachkriegszeit ein neues Zuhause zu schaffen, – damals als die Stadt keinen Wohnraum bot. (13 Minuten)

Anschließend freue ich mich Marianne Berger begrüßen zu dürfen, die als Zeitzeugin ihre Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend in einem Kaisenhaus in der Waller Feldmark mit uns teilen wird. Marianne Berger verbrachte ihre Kindheit und Jugend in dem kleinen Wohnhaus, das ihre Eltern aufgebaut hatten. Sie erinnert sich auch an das notwendige Miteinander jener Anfangsjahre in der Nachkriegszeit zum Beispiel für das Trinkwasser.

* Die Filme werden gezeigt mit freundlicher Genehmigung des Vereins Kaisenhäuser e.V./ Kaisenhausmuseum Bremen