Ausflugstipp aus dem WESER-KURIER – Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen

Prädestiniert für einen Ausflug

Foto Roland Scheitz

Bremen-West. Wer hätte es gedacht, dass der Frühsommer in diesem Jahr dermaßen hochsommerlich ausfallen würde? Viele Bremer zieht es nun so oft wie möglich hinaus ins Freie, da kommt das Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen am Sonntag, 3. Juni, von 10 bis 18 Uhr wie gerufen für einen Ausflug in Bremens größtes Parzellengebiet, das sich vom Hohweg bis zum ehemaligen Jugendknast an der Carl-Krohne-Straße erstreckt und einige versteckte Schätze zu bieten hat. Diese wollen Lisa Hübotter und Thomas Knode, die dieses erste Frühsommerfest im Rahmen des Projekts „Green Urban Labs“ des Fachbereichs Grünordnung in der Umweltbehörde organisiert haben, den Bremern nun näher bringen.

Den Waller Feldmarksee zum Beispiel, aber auch verschiedene Projekte und Initiativen. Etwa einen kleinen  Ableger des 30 000 Quadratmeter großen Sebaldsbrücker Nabu-Vogelparadieses, der sich in einem 600 Quadratmeter großen Kleingarten am Fliederweg 5 befindet. Dort können Kinder an diesem Tag gemeinsam mit dem Team von Umweltpädagogik-Projektleiterin Annette Siegert Nistkästen bauen, Vogelschnäbel ausprobieren oder bei einem Vogelquiz mitmachen. „Wir sind außerdem mit zwei Eseln vor Ort, mit denen wir zwischen der Parzelle und Wupp – dem Waller Umweltpädagogik-Projekt am Hagenweg – hin- und herpendeln werden. Ganz kleine Kinder können auf den Eseln reiten und Kinder können sie führen, dann ist der Weg nicht so lang“, sagt Siegert. Auf dem Wupp-Wildnisgelände wiederum gibt es ein Baumhaus, einen „Fühlpfad“, Wasser und Matsch zu entdecken. Von 12 bis 15 Uhr wird mit den Kindern gekeschert und der Kleingartenverein Walle lädt zum Grillen ein.

Auch die alte Fleetkirche beim Fleetkirchenweg am Waller Damm, die 1958 als Notkirche für Ausgebombte und Vertriebene errichtet wurde und einst das Wahrzeichen der Waller Feldmark war, kann an diesem Tag besichtigt werden. Die hübsche kleine Holzkirche ist von 11 bis 19 Uhr geöffnet, der Waller Künstler Horst Ehlert zeigt dort eine Skulpturen-Ausstellung und es gibt auch Führungen. Um 15 Uhr tritt dort der Singer/Songwriter Robby Ballhause aus Hannover mit „Greengrass Music“ unplugged auf und um 18 Uhr lädt Autor René Paul Niemann zu einer Lesung aus seinen Texten ein.

Insbesondere lohnt der „Blocklandgarten“ auf dem Gelände der ehemaligen JVA an der Carl-Krohne-Straße einen Besuch, der an diesem Tag Hauptfestplatz ist: Durch ein imposantes Rolltor geht es auf das verwunschene Gelände, auf dem das Frühsommerfest um 11.30 Uhr offiziell eröffnet wird und wo verschiedene Informations- und Mitmachstände aufgebaut werden. Um 15 Uhr tritt dort die achtköpfige Bremer Ska- und Reggae-Band „Brennholzverleih“ auf, um 16 Uhr stellen Ines und Alexey Cordero López Zumba und Kutara-Fitness vor. Wer möchte, kann direkt mitmachen.

Am Kampfhuhnweg 9 öffnet ein Imker seine Gartenpforte und am Kampfhuhnweg 8 geht es bei der Transition Town Initiative „Bremen im Wandel“ den ganzen Tag lang um Ideen für naturnahes Gärtnern. Ab 11 Uhr wird zum Beispiel gezeigt, wie man mit alten Gehwegplatten eine Kräuterspirale baut. Ab 13 Uhr können Interessierte erfahren, wie man ganz ohne Strom Kartoffeln kochen kann: Mit einem Solarkocher nämlich, wie er unter anderem in afrikanischen Dörfern ohne Stromversorgung zum Einsatz kommt. Ab 15 Uhr gibt es Tipps zum Thema biologischer Pflanzenschutz; erklärt wird dann, wie Pflanzen mit Jauche, Tee oder Brühe gestärkt werden können, um einem Schädlingsbefall vorzubeugen. Ab 17 Uhr wiederum steht der Bau einer Kräuterpalette auf dem Programm. Parzellist Carsten Siemering zeigt dann allen Neugierigen, wie eine Palette platzsparend für den Kräuter-Anbau in der Senkrechten genutzt werden kann.

 

Bläserchor ist mit dabei

Auch die Kleingartenvereine Blüh‘ Auf, Am Mittelwischweg, Morgenland, Union und Walle beteiligen sich an dem großen Fest und öffnen ihre Vereinsheime für alle Besucher. Mehrere von ihnen zeigen Fotos rund um die Themen Natur, Gärtnern und Wildtiere. Bei den Gartenfreunden am Mittelwischweg kann ab 10 Uhr auf der Festwiese beim Vereinsheim ein Freiluft-Gottesdienst der evangelischen Gemeinde Gröpelingen und Oslebshausen besucht werden, der mit einem Bläserchor besonders stimmungsvoll zu werden verspricht. Im Anschluss lädt der Verein zum Frühschoppen  ein. „Bei Interesse gibt es dann kleine Führungen in unserem Schnuppergarten oder zu unserem Gewächshaus“, sagt der Vereinsvorsitzende Rolf Heide.

Eine Radtour durch das vielen Bremern unbekannte Naherholungsgebiet bis zum Hauptfestplatz im Blocklandgarten bietet die Waller Historikerin und Kleingarten-Bloggerin Kirsten Tiedemann an, die intensiv die Geschichte der Bremer Kaisenhäuser erforscht hat. Start ist um 14 Uhr an der Bushaltestelle am Hohweg 50, die Teilnahme an der etwa sechs Kilometer langen Tour ist kostenlos. Raimund Kesel vom Naturwissenschaftlichen Verein zu Bremen lädt von 14 bis 17 Uhr zu einem botanischen Streifzug unter dem Motto „Wildkräuter im grünen Bremer Westen“ ein. Treffpunkt ist beim Kleingartenverein Walle an der Fleetstraße 61/63.Der Verein Kultur vor Ort bietet eine zweistündige Radtour zum Thema Gemüse- und Obstanbau an, die um 11 Uhr am Oslebshauser Bahnhof beginnt.

Weitere Informationen

Das Veranstaltungsprogramm ist unter www.blocklandgarten.de zu finden.

 

Hier der Link direkt zum Beitrag im Weser-Kurier https://www.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/stadtteile-bremen-west_artikel,-praedestiniert-fuer-einen-ausflug-_arid,1734784.html

Vertreibung aus der Stadt – VDGN zur Situation der Kleingärten in Berlin [Blick in die Hauptstadt]

Einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Situation der Kleingartengebiete in Berlin und die wiederkehrenden Begehrlichkeiten von Politik und Immobilienwirtschaft an Kleingärten als Baulandreserve verfassten Holger Becker und Ulf Mäzig für den Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN). Der VDGN engagiert sich seit Jahrzehnten bundesweit in vielfältiger Hinsicht mit umfangreicher Sachkenntnis unter anderem für einzelne Pächter von Kleingärten und für Kleingärtnervereine. Die Autoren analysieren die Lage in Berlin, die sich für viele Kleingartengebiete in anderen Großstädten ähnlich gestalten dürfte, und tragen gehaltvolle überzeugende Argumente für die dauerhafte, langfristige Sicherung von Kleingartenparks vor.

Auch wenn man nicht alle der weitgreifenden Änderungsvorschläge der Autoren teilen mag, enthalten sie es doch wichtige Punkte, die zu diskutieren sind. Ein lesenswerter Beitrag.

 03.05.2018

Vertreibung aus der Stadt

Der Großangriff auf die Kleingärten in Berlin und das Fiasko des Gedankens von der „Baulandreserve“

 

Von Holger Becker und Ulf Mätzig

Das Signal zum Angriff war nicht zu überhören. Auf einer Viertelseite im Berliner Blatt „Der Tagesspiegel“ breitete am 21. April der „Projektentwickler“ und „Investor“ Arne Piepgras in einer bezahlten Anzeige seine Forderung aus, nun endlich die Kleingartenanlagen der Hauptstadt zu schleifen. Formatiert als „Offener Brief“ an die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, lieferte Piepgras ein Lehrbeispiel demagogischer Textgestaltung. Ausgehend von der tatsächlich dringenden Notwendigkeit, in Berlin bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, machte er eine Rechnung auf, nach der auf den landeseigenen Kleingartenflächen von rund 3000 Hektar in Berlin ca. 400.000 Wohnungen gebaut werden könnten. Und forderte eine „Gerechtigkeitsdiskussion“ entlang der folgenden Fragen: „Ist es gerecht, daß hunderttausende Berliner Bürger das Stadtgebiet wegen steigender Mieten verlassen müssen? Wäre es nicht gerechter, die Kleingärten ins Umland umzusiedeln…?“

Doch damit nicht genug: Schon am nächsten Tag griff der „Tagesspiegel“ im redaktionellen Teil die Forderungen aus der Piepgras-Anzeige auf. Überschrift: „Wohnungsbau statt Laubenidyll“. Am 27. April schaffte es die Forderung, sich nun endlich an die Kleingärtner heranzutrauen, auf die Seite 1. Unter dem Titel „Abschied vom Kolonialreich“ schlug ein leitender Redakteur im Leitartikel vor, Berliner Kleingärtnern Flächen vor den Toren der Stadt, auf den Berliner Stadtgütern in Brandenburg zuzuweisen. Der Berlin-Teil brachte passend dazu die Horrornachricht, die von den Berliner Kleingärten eingenommene Fläche würde drei Viertel des Bezirkes Mitte ausfüllen. Als am nächsten Tag im Blatt eine Erwiderung auf den Leitartikel erschien („Berlin muß grün bleiben!“), wirkte das sympathisch, vor allem aber hielt es das Thema am Kochen.

Was das alles soll, ist ja leicht zu durchschauen. Schon lange sind Berlins Kleingärtenflächen Objekte der Begierde. Neben den zahlreichen Parks, Sportplätzen und Friedhöfen stellen sie die größten „Lücken“ in der großstädtischen Bebauung dar. Die möchte ein Kapital, das auf schnelle Vermehrung drängt, mit seinen Bauprojekten füllen. Daß dabei bezahlbarer Wohnraum in nennenswertem Umfang entsteht, gehört ins Reich der Märchen und Legenden, wie das Beispiel der zu größeren Teilen bereits geschleiften Kolonie „Oeynhausen“ in Berlin-Charlottenburg zeigt. Eine Immobilien-Gruppe errichtet dort 219 Eigentumswohnungen mit Quadratmeterpreisen ab 4400 Euro. Hinzu kommen 400 Mietwohnungen, von denen nur 65 Sozialwohnungen sind.

Berliner Kleingärtner – sie gehören als Krankenschwestern, Busfahrer oder Behördenangestellte meistens zu denen, die das Leben in der Stadt am Laufen halten – werden sich die neugebauten Wohnungen kaum leisten können. Viele von ihnen zählen inzwischen zu denen, die aus ihren bisherigen Wohnquartieren vertrieben worden sind oder gerade vertrieben werden. Soll dem nun die Vertreibung aus ihren Kleingarten-Refugien folgen? Das würde die Verdrängung Abertausender angestammter Berlinerinnen und Berliner aus ihrer Stadt komplettieren – zugunsten der Profitinteressen von Immobilienhaien und einer international zusammengesetzten Gewinnerschicht neoliberalen Wirtschaftens als Käufer und Mieter von Wohnungen.

Die Folgen eines Kleingartenkahlschlags für die Luftqualität und das Klima in der Stadt sind kaum auszumalen. Das Grün der Kleingärten trägt in erheblichem Maße dazu bei, die Luft über der urbanen Steinwüste abzukühlen und zu befeuchten. Immerhin kann die Lufttemperatur in der Innenstadt ohne die ausgleichende Funktion des kommunalen Grüns im Sommer um bis zu 11 Grad höher steigen als im Umland, wie Studien des Instituts für Agrar- und Stadtökologische Projekte der Berliner Humboldt-Universität besagen.

Mit den Kleingärten verlöre Berlin seine Frischluftschneisen und ebenso gigantische Potentiale für die Absorption von Kohlendioxid und Feinstaub. Die Zahl der Arten von Vögeln und Kleinlebewesen in der Stadt würde dramatisch abnehmen. Insgesamt verlöre Berlin ein Viertel der Fläche seines öffentlichen Grüns, ein Areal von der Größe des Grunewalds, der übrigens zu Beginn des 20.Jahrhunderts mit einer großen Protestaktion vor der Abholzung zugunsten grassierender Bodenspekulation gerettet wurde.

Der Zeitpunkt, zu dem nun der Generalangriff auf die Berliner Kleingärten vorgetragen wird, ist nicht zufällig. Derzeit laufen zwischen der Landesregierung und dem Landesverband der Gartenfreunde Gespräche über den Berliner Kleingartenentwicklungsplan. Darauf soll Einfluß genommen werden mit dem Ziel, möglichst wenig an Schutz für die Kleingärtner übrigzulassen.

Besonders viel allerdings muß nicht mehr weggeräumt werden. Der noch gültige, für 2014 bis 2020 fortgeschriebene Kleingartenentwicklungsplan legte Schutzfristen für Kolonien fest, die als Dauerkleingartenanlagen anerkannt sind. Allein für 159 Anlagen laufen diese Schutzfristen 2020 aus. Das sind immerhin 10,7 Prozent der Berliner Kleingärten. Aber auch die meisten anderen Kolonien müssen längerfristig bangen. Nur 13,7 Prozent der Anlagen können als sicher gelten, weil ihre Flächen in Bebauungsplänen als Dauerkleingartenanlagen verzeichnet sind. Das in Berlin regierende Bündnis aus SPD, Linkspartei und Grünen hat sich in seinem Koalitionsvertrag zwar bekannt: „Kleingärten werden dauerhaft gesichert. Wenn der Schutz nicht möglich ist, sind Ersatzflächen in räumlicher Nähe zu schaffen.“ Aber an der Ernsthaftigkeit dieses Versprechens bestehen von Anfang an große Zweifel – wegen des „Wenn“ im Halbsatz „Wenn der Schutz nicht möglich ist“, und wegen der offen illusorischen Beteuerung „Ersatzflächen in räumlicher Nähe zu schaffen“.

Vielen Berliner Kleingärtnern droht nun das Schicksal, Opfer einer immanent auch von ihrem Verband, dem Bund Deutscher Gartenfreunde (BDG), und seinen Gliederungen mitgetragenen Ideologie zu werden. Nach der sind Kleingärten im Zweifelsfalle nichts weiter als „Baulandreserve“. Das schlägt sich in den Bestimmungen des Bundeskleingartengesetzes nieder, die der BDG mit Zähnen und Klauen gegen jeden Modernisierungsvorschlag verteidigt. Die familienunfreundliche Begrenzung der Laubengröße auf 24 Quadratmeter, das Dogma von der Laube einfacher Ausführung ohne Wasseranschluß, die Pflicht zum Obst- und Gemüseanbau beim gleichzeitigen Verbot des Pflanzens von Waldbäumen – das alles zeigt seinen wirklichen Sinn, wenn Kleingärten zu Bauplätzen werden sollen. Der Aufwand für das Abräumen und die Entschädigung der Pächter hält sich dann in engen Grenzen.

Der VDGN fordert deshalb seit langem, Kleingärtenflächen dauerhaft dem Grundstücksmarkt zu entziehen und diese damit ähnlich zu entwerten wie Flächen des Naturschutzes. Nur im Ausnahmefall darf nach den Vorschlägen unseres Verbandes eine andere Verwendung stattfinden. Und vor eine solche Umwidmung müssen höchstmögliche parlamentarische Hürden gesetzt werden. Entscheidend ist, daß Kleingärten im Regelfall Grünflächen bleiben und durch eine Sozialbindung bei der Pacht für jedermann erschwinglich nutzbar sind. Daß der Bedarf groß ist, zeigt die Warteliste von rund 14.000 Interessenten in Berlin.

Die Senatorin für Stadtentwicklung, die für das Schicksal der Berliner Kleingartenanlagen zuständig ist, wurde von der Linkspartei in ihr Amt entsandt. Sie kann jetzt zeigen, wer oder was gemeint war, als ihre Partei vor der letzten Wahl zum Abgeordnetenhaus mit dem Slogan warb „… und die Stadt gehört Euch!“


Veröffentlicht vom Verband deutsche Grundstücknutzer. 3. Mai 2018 auf https://www.vdgn.de/news-single/article/vertreibung-aus-der-stadt/

27. Januar 2018 – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus [Veranstaltungshinweis]

Anlässlich des 27. Januars, des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, gibt es auch in diesem Jahr ein umfangreiches Begleitprogramm. Bereits seit dem 10. Januar und noch bis zum 13. März 2018 finden über 45 Veranstaltungen statt, die sich in unterschiedlichster Form der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Gedenken an die Opfer widmen. Dazu gehören Lesungen, Filmvorführungen, Vorträge, Andachten und Konzerte, die von über 30 Institutionen und Einzelpersonen an verschiedenen Orten unserer Stadt veranstaltet werden. „Das gesellschaftliche Engagement hinter dem Programm zeigt, dass Bremen weit entfernt von einem Schlussstrich unter die Vergangenheit ist“, so Tobias Peters, Sprecher des Vereins Erinnern für die Zukunft e.V.

Zentrale Gedenkveranstaltung in der Oberen Rathaushalle mit Petra Rosenberg – „Ceija Stojka: Ich habe Angst, Auschwitz könnte nur schlafen“

Im Zentrum steht die zentrale, öffentliche Gedenkveranstaltung des Senats, die am 25. Januar in der Oberen Rathaushalle stattfinden wird. Ehrengast ist in diesem Jahr Petra Rosenberg vom Verein der Sinti und Roma Berlin Brandenburg, die den Festvortrag mit dem Titel „Ceija Stojka: Ich habe Angst, Auschwitz könnte nur schlafen“ halten wird. Die österreichische Schriftstellerin und Künstlerin Ceija Stojka (1933 bis 2013) gehörte den Lovara-Roma an und hat als Kind drei Konzentrationslager überlebt. Die Gedenkstunde erinnert damit an die Ankunft des ersten Transports mit Sinti und Roma im sogenannten Zigeunerlager im KZ Auschwitz-Birkenau. Der Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma sind weitere Veranstaltungen und eine Ausstellung im „Wall-Saal“ der Stadtbibliothek gewidmet. Die Ausstellung mit dem Titel „Vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig“ zeigt die Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus am Beispiel fotografisch dokumentierter Familiengeschichten. Eröffnung: Mittwoch, 14. Februar, 19 Uhr.

Hans Hesse spricht am Mittwoch, 7. März, um 19 Uhr im Schulmuseum (Auf der Hohwisch 61–63, Hastedt) über die Deportationen der Bremer Sinti und Roma nach Auschwitz.

Ein weiteres Beispiel für das vielseitige Programm ist eine Medieninstallation im Forum Kirche in der Hollerallee. Die Jüdische Gemeinde thematisiert in einem Vortrag von Ulrich Sahm die Deutsch-Israelischen Beziehungen von Adenauer über Willy Brandt bis in die heutige politische Landschaft. Vorträge über rechte Jugendkulturen und die rechtsextreme Szene in Bremen machen die Aktualität deutlich, die das Thema bis in die Gegenwart hat.

Das Programm wird von der Landeszentrale für politische Bildung und dem Verein „Erinnern für die Zukunft e.V.“ koordiniert. „Das Programm zum 27. Januar hat eine lange Tradition und zeigt, wie vielfältig und aktiv die Erinnerungslandschaft in Bremen ist“, erklärt Thomas Köcher, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung.

Zum Programm klicken: Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2018

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Feine Feiertage, famoser Jahreswechsel und fabelhaftes 2018

Liebe Leserinnen! Liebe Leser!

Mit diesen Winterfotos, deren Motive ich in einem Bremer Kleingartenverein entdeckt habe, wünsche ich eine feine Zeit in die Runde! Laßt uns gemeinsam ein fabelhaftes 2018 gestalten.

Eure/ Ihre

Kirsten Tiedemann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Kirsten Tiedemann

 

 

Heute wählen gehen!

Ist die Wahl schon entschieden? Nein, denn abgerechnet wird am Schluss … heißt hier, am Ende des Tages zählen die gegebenen Stimmen, nicht die Prognose! Und ausgezählt wird ab 18.00 Uhr.

An so einem Wahltag denke ich häufig an meine Großmutter, die 1906 geboren wurde. Sie gehörte zur ersten Generation von Frauen, die fast die gesamte Zeit ihres erwachsenen Lebens – ausgenommen die Zeit des Nationalsozialismus – das Recht hatte, zu wählen. Ist es nicht eine Errungenschaft und ein Privileg, das Wahlrecht zu besitzen?! Es sind noch keine 100 Jahre, seitdem Frauen in unserem Land ihre Stimme abgeben dürfen. Aus diesem Grund werde ich selbst dann zur Wahl gehen, wenn sich einmal keine Partei finden lässt, deren Politik ich wenigstens in Teilen zustimmen kann – einzig, um dieses heute so selbstverständlich erscheinende freie Wahlrecht wahrzunehmen. Und wenn ich nur den Stimmzettel ungültig machen würde. Für das uns so selbstverständlich erscheinende allgemeine, freie, gleiche Wahlrecht haben viele Frauen und Männer jahrzehntelang hart gekämpft.

Meine Empfehlung für heute lautet also: Wählen gehen! Verschenkt eure Stimme nicht.

Feine Ostern!

Ganz feine Ostertage wünsche ich meinen Leserinnen und Lesern. Das Wetter lockt an diesen Tagen vielleicht nur zu einem kleinen Spaziergang nach draußen, der lohnt sich aber. Das zarte Grün legt sich bereits wie ein zarter Schleier über Büsche, Bäume und Sträucher. Dazwischen strahlen gelbe Forsythien und weiße Kirsch- und Zwetschgenblüten.

Die vielen Frühlingsblumen geben den Vorgärten, Hausgärten und Kleingärten und auch vielen Seitenstreifen bunte, leuchtende Tupfen. Manchmal sind es ganze Blütenfelder.

Der erste, frische Rhabarber entfaltet sich und kann geerntet werden. Er schmeckt köstlich!

So wie diese Gartenzwerge im Schaufenster eines Optikers, die deutlich machen, dass das Thema Gärtnern en vogue ist, werden wir gelassen auf besseres Wetter warten. Auch diese Zeit werden wir zu genießen wissen. Bis bald!

Fotos: Kirsten Tiedemann