Windkraft auch im Garten nutzen!

Vor die Frage gestellt, wie Strom für das Gartenhaus nachhaltig und kostengünstig produziert werden kann, kann die Wahl auf ein leise laufendes Mini-Windrad fallen – denn die automatisierten Riesen gibt es auch in kleiner, mechanischer Ausgabe. Die dafür notwendige Voraussetzung ist ausreichender Wind – für unsere Breitengrade kein Thema. Kürzlich lag am Osterdeich auf der Weser ein Binnenschiff, das mit Hilfe eines aufklappbaren Windrades Windenergie nutzte.

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Binnenschiff Ascania aus Datteln/D mit Windrad auf der Weser am Osterdeich.

Gelegentlich ist dieses einfach Prinzip auch auf einem Mehrfamilienwohnhaus zu sehen, wie auf dem Dach des StadtWaldHauses (auch Baumhaus genannt) von Architekt OT Hoffmann in Darmstadt. Ein ausführliches, informatives Interview mit dem Pionier der Dachbegrünung findet ihr auf Biotope-city.net.

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Windrad auf dem StadtWaldHaus, auch Baumhaus genannt, von OT Hoffmann in Darmstadt.

Das Kulturzentrum Schlachthof Bremen hat ein sehr spezielles Windrad-Modell, das für den Kleingarten eher weniger geeignet ist.

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Das Windrad auf dem Schornstein des Kulturzentrums Schlachthof vom 6.9.2013 Facebook.

Warum sollte man die Technik nicht auch im Kleingarten nutzen? Für Kleingartengebiete, die nicht vom Stromanbieter versorgt werden, Bastelfreund*innen und umweltbewußte Menschen kann ein Mini-Windrad eine interessante Lösung für die nachhaltige Stromgewinnung im Garten sein. Der notwendige Mast wird vermutlich nicht höher als eine Fahnenstange sein. Ob ein Windrad irgendwo angemeldet werden muss? In den Regelwerken für den Kleingarten in Bremen (Gartenordnung Bremen/Pachtvertrag) findet sich meines Wissens kein Hinweis darauf. Die einzige sich ergebende Einschränkung scheint der Hinweis zu sein, dass kein Element mittels Betonfundament im Erdboden verankert werden darf, was für ein Windrad auch nicht notwendig ist. Wer ein Windrad plant sollte zur Absicherung bei der zuständigen Abteilung der Baubehörde nachfragen. Zuständig ist Referat 65 – Bauordnung Gesamtstadt, Contrescarpe 72 beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr im Siemenshochhaus.

Und wie kann die konkrete Umsetzung aussehen? Tatsächlich gibt es bereits seit einiger Zeit detaillierte Selbst-Bauanleitungen für verschiedene Windräder aus Schrott zur Stromerzeugung einschließlich Infos zu Speichermöglichkeiten für den Strom (12 Volt-Systeme) vom Verlag Einfälle statt Abfälle. Sie sind kostengünstig und hier erhältlich.

Willst du so ein Projekt realisieren? Kennst Du vielleicht sogar ein bereits existierendes Windrad in einem Bremer Garten? Dann melde dich gerne bei mir. Von so einem empfehlenswerten Projekt möchte ich gerne berichten.

Foto Binnenschiff und StadtWaldHaus von Kirsten Tiedemann

Bearbeitet: 27.2.2016

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Hygienisches Grün

Eine Variante urbanen Grüns findet sich auf manch einer gestalteten Freifläche zwischen mehrgeschossigen Wohnungsbauten. Gelegentlich wird das vielfach gewünschte Grün, wie hier im Neubaugebiet auf dem Stadtwerder, derart „dressiert“, dass es sich treffender als ‚hygienisches Grün‘ bezeichnen läßt. Diese scheinbar paradoxe Beschreibung, die ich einmal irgendwo, wo weiß ich leider nicht mehr, gelesen habe, fiel mir bei dem Anblick der gezeigten Fläche wieder ein. Die Bezeichnung ‚hygienisch‘ wird allgemein für einen sauberen, ja porentief reinen, bakterienarmen Zustand verwendet und widerspricht einer Grünfläche daher grundsätzlich, denn diese setzt wachsende Pflanzen auf Muttererde voraussetzt, die gemeinhin auch Lebensraum für Regenwürmer und andere Kleinstlebenwesen bietet. Warum fiel mir der Begriff trotzdem ein? Nein, es ist kein gebügelter Kunstrasen, auf den ich zwischen zwei Häuserzeilen blickte. Es ist vielmehr ein sorgfältig getrimmter Rasen ohne ein Blatt Laub. Das Grün ist in exakter Symmetrie angelegt; zwischen den Bäumchen, den präzise ondulierten Heckenelementen und den in den Boden eingelassenen Beleuchtungselementen sind geplante Abstände exakt eingehalten worden. Diese symmetrische Gestaltung greift die unterschiedlichen Geometrien der Gebäude auf. Einzig die regelmäßig geschwungene Kante eines Beetes, das mit immergrünen Bodendeckern bestückt wurde, lockert die Starre ein wenig auf. Hier ist bis ins Detail beherrschtes, durchgeplantes, gereinigtes, fast statisch wirkendes Grün zu sehen. Auf die jeweilige Jahreszeit weisen nur das vorhandene oder fehlende Laub der Bäumchen und Buchenhecken hin.

Klar, eine begrünte Freifläche ist allemal einer durch Pflaster versiegelten Fläche oder einer Kiesfläche vorzuziehen, finde ich. Trotzdem frage ich mich, ob der Weg eines Maulwurfs einmal hierhin führen wird? Landen hier Schmetterlinge? Treffen sich hier Nachbarn, spielen hier ihre Kinder? Besonders einladend wirkt es nicht.

Wie wäre es mit einer bunten Blumenwiese als farbenfrohe Bereicherung zwischen den Häuserzeilen? HygienischesGriuen

 

Foto: Kirsten Tiedemann

Lust auf Garten! Wo finde ich eine freie Parzelle?

Wer jetzt noch keinen Garten hat, findet keinen mehr? Stimmt das eigentlich? Der Frühling steht vor der Tür und lockt, da möchte so manch eine ihren Wunsch, mehr draußen zu sein und zu gärtnern, in die Tat umsetzen. Es ist von einer großen Nachfrage nach Kleingärten zu hören und zu lesen. Sind angesichts dieser Nachfrage überhaupt noch Parzellen frei? In Bremen gibt es beliebtere Gebiete mit Kleingärten, die sogar Wartelisten für Interessierte führen, und sogenannte strukturschwache Ecken. In beiden sind Parzellen unterschiedlicher Größe, Ausstattung und Ablöse zu bekommen, denn auch in den gefragten Gebieten wird aus den unterschiedlichsten Gründen immer mal wieder eine Parzelle frei.

Um einen freien Kleingarten zu finden, gibt es verschiedene Wege. Die wichtigsten habe ich im letzten Jahr für euch in einem Beitrag zusammengestellt: Parzelle gesucht und gefunden!

Der Hinweis „Pachtparzelle zum Kauf angeboten“ kann dabei verwirren. Diesen (scheinbaren) Widerspruch löse ich in einem weiteren Beitrag auf: Pachtparzelle kaufen?!

Die gezeigte Eigenlandparzelle habe ich im Januar 2016 in Woltmershausen fotografiert. Vollständige Tel.Nr. auf Nachfrage.

zuverkaufen

Freie Eigenlandparzelle in Woltmerhausen. Bei Interesse gebe ich die Telefonnummer weiter.

2Fotos: Kirsten Tiedemann

Brandserie in Parzellengebiet Walle/Findorff

Was ist da los? Wer macht denn sowas? In der Nacht zu Samstag hat es laut Weser-Kurier und Kreiszeitung Syke auf drei Parzellen in der Waller Feldmark gebrannt. Zwei Lauben und ein Kaisenhaus seien betroffen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, denn die Brandorte liegen nicht nebeneinander. In dem Kleingartengebiet Walle/Findorff haben in den letzten sechs Monaten bereits 15 Lauben gebrannt.

Hier geht’s zur Nachricht in der Kreiszeitung: Brandserie in Bremer Parzellengebiet – 80.000 € Schaden und im Weser-Kurier. 

Nachtrag: Die Meldung der Feuerwehr hier klicken

Meldung über zwei Brände vom 12.12.15 hier klicken

… und bei buten und binnen – TV Magazin Radio Bremen

Nicht alternativlos: Es kommt Farbe ins Spiel – Orange

Die freien Fotokünstlerin Ulrike Widmann/Dessau macht auf ihrem Blog Ulrike Widmann – Fotografie einen virtuellen Ausflug in winterlich karge Kleingartengebiete in der BRD, ohne sie genauer zu verorten. HIER HRRSCHT ORDNUNG AUF DTSCHM BODEN titelt ihr Beitrag, wohl in Anspielung auf die Spießigkeit, ‚Ordnungsliebe‘ und Regelversessenheit, stereotype Vorurteile, die Kleingärtnern seit vielen Jahren allgemein entgegengebracht werden und sich in vielen der gezeigten Bildern zu spiegeln scheinen.

Die von Ulrike Widmann gesichtete Praxis ist nicht aternativlos: In meiner mehrjährigen Beschäftigung mit dem Thema konnte ich zumindest für Bremen feststellen, dass es in der Gartenpraxis von Kleingärtner*innen eine Öffnung gibt, es findet sich nicht nur der die Chemiekeule schwingende, pingelige Gartenbeherrscher im Kleingarten. Es gibt eine Öffnung hin zu mehr (gärtnerischer) Vielfalt. Das ökologische, nachhaltige Gärtnern, das seit den 1990er Jahren bereits von einigen Pächter*innen in manchen Gärten praktiziert wird, erhält aktuell einen neuen Schub. Kompost und Co sind inzwischen üblich. Hochbeete werden immer mehr genutzt. Hier wird ein Teich als Lebensraum für Amphibien angelegt und eine Totholzhecke für Insekten und Vögel, dort eine Permakultur nach den Prinzipien eines naturnahen Kreislaufs. Das geht nicht immer ohne Diskussionen mit Gartennachbarn und Kleingartenvorstand ab, aber es gibt eine deutlich sichtbare Bewegung in der Sache hin zu einer größeren Vielfalt, zu der auch das ökologisch nachhaltige Gärtnern gehört. Bei den Parzellenpächter finden sich neben Familien und Renterpaaren auch Singles, Freundinnen und private Gartengemeinschaften sowie Menschen verschiedener Nationalitäten – Portugiesen, Japaner, Marokkaner und Türken, Ukrainer und andere. Bereits vor einigen Jahren haben sich zwei türkische Kleingartenvereine gegründet. Internationale Gärten, Kinder-Lerngärten, integrative Beschäftigungsprojekte. Mit „Unser Gartenblatt“ engagiert sich ein generationsübergreifendes Team für eine lebendige Mitte in einem Kleingartenverein. Schaut man genauer hin, sind nicht wenige offene Menschen da, die Kleingärten nutzen, und mit ihnen Impulse und Bewegung – beides hilft, verkrustete Strukturen und Vorstellungen zu verwandeln.

Nach dem Lesen des Beitrags von Ulrike Widmann ist mir eigentlich zum ersten Mal bewusst geworden, dass inzwischen auch viele Gartenlauben in Bremens Kleingartengebieten farbenfroh gestaltet werden. Von diesen Lauben gebe ich einige Eindrücke – heute sind es Variationen von Orange.

Nachtrag am 18.2.

orangegruen

orangerot

 

orangelilaFotos: Kirsten Tiedemann

Ergänzung am 10.2.16

Der Frühling kündigt sich leise an

AnemoneFebraur TulpenFebruarLenzrose

Eine frühe Anemone, treibende Tulpen und wunderbar blühende Lenzrosen kündigen den nahenden Frühling an. Wer aufmerksam in die Gärten schaut, kann auch Winterlinge, Schneeglöckchen, einzelne Primeln und einige weitere Blüten entdecken. Zeigen sich auch in eurem Garten Winter- und Frühlingsblüher?

WinterblüherFotos: Kirsten Tiedemann