Stimmungsvolle Lesung in verlassenem Kaisenhaus

Eine stimmungsvolle Lesung aus dem Roman „Ein Dach über dem Kopf“ von Willem von Hörsten gab es anläßlich des 55jährigen Bestehens des Kleingärtner -vereins ‚Beim Kuhhirten‘ am Samstag, 12. August 2017, in einem verlassenem Kaisenhaus im Vereinsgelände. Der historische Roman erschien bereits 1978 und ist heute vergriffen. Sein Autor ist ein Mann, der gemeinsam mit seiner Familie selbst auf einer Parzelle in Findorff ein kleines Wohnhaus errichtet hatte, weil über Jahre angesichts der Wohnungsnot keine Unterkunft zu finden war. Von Hörsten und seine Frau lebten bis ins hohe Alter in ihrem Kaisenhaus. Er engagierte sich gemeinsam mit anderen über viele Jahrzehnte für den langfristigen Erhalt der Kaisenhäuser in der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner.

Das verlassene Kaisenhaus im KGV ‚Beim Kuhhirten‘ ist vom Weg aus kaum zu sehen und wirkt verwunschen. Brombeeren haben in den vergangenen Jahren ihre Tentakel ausgeworfen und den Garten erobert. Der Zustand des kleinen Häuschens, das bereit 1950 von einem Lokheizer bewohnt und vielleicht auch errichtet worden ist, ist erstaunlich gut erhalten, auch weil das Dach intakt und in gutem Zustand ist. 2010 wurde es verlassen.

Diesen sehr gut besuchten kulturellen Programmpunkt hat sich Maike Hildebrand ausgedacht und ihn gelungen realisiert.


Die Journalistin gärtnert bereits seit 2000 auf einer Parzelle auf dem Stadtwerder.

Im Anschluss an die Lesung, die dreimal angeboten wurde, gab es anregende Gespräche über die langfristige Zukunft dieses Kaisenhauses als Gartenhaus mit realistischen und konstruktiven Ideen.

 

 

 

 

 

 

 

 

* Das große zusammenhängende Parzellengebiet auf dem Stadtwerder zwischen der Gaststätte zum Kuhhirten und dem Krähenberg wurde bereits während des Erste Weltkrieges ab 1917 als Hilfe zur Selbsthilfe bei massiver Lebensmittelkrise von städtischer Seite angelegt und in die Hände eines Vereins gelegt. Aus dem großen Verein bildeten sich vor 55 Jahren mehrere kleine heraus, auch um die umfangreiche Arbeit des Vorstands auf mehrere Schultern zu verteilen.  Kleingärtnerverein Beim Kuhhirten und Kleingärtnerverein Werder sind zwei der damals entstandenen Vereine. Weiß jemand aus meinem Leserkreis, ob der Kleingärtnerverein Am Krähenberg und der Kleingärtnerverein Marienblume ebenfalls aus dem großen Verein hervorgingen? Über eine Nachricht freue ich mich.

Fotos: Heide-Marie Härtel und Kirsten Tiedemann

 

 

Vorsicht: Jakobs-Kreuzkraut auf dem Stadtwerder gesichtet

Durch diesen Aushang im Kleingärtnerverein Beim Kuhhirten wurde ich aufmerksam und stellte fest, dass sich auch in meinem Garten eine sehr giftige Pflanze breit machen wollte: Das Jakobs-Kreuzkraut enthält ein Kontaktgift, dass auf die Leber wirkt. Beim Entfernen sollte man Handschuhe tragen. Danke sehr an die engagierte Fachberatung!

 

Infos mit Bildern und Möglichkeiten zur Bekämpfung von proplanta.de hier klicken

Solange es eine kontroverse Diskussion um dieses Kraut gibt, entferne ich es vorsichtshalber aus meinem Garten und werfe es in den Restmüll. Nähere Infos gibt es beispielsweise vom NABU Schleswig-Holstein hier und in einem Beitrag in Die Zeit hier.

Die Pflanzenteile sehen so aus:

Hier sind die Blätter des Jakobs-Kreuzkraut zu sehen.

So sieht die Blüte des Jakobs-Kreuzkrauts aus.

 
Fotos: Kirsten Tiedemann

Lieber nicht zuviel grün – Beitrag in der taz

In der taz ist heute ein Artikel von Eiken Bruhn zum Thema „Kleingärten“ zu lesen, in dem es um die Pläne des Bremer Bausenators für die Waller Feldmark (Stichwort Naherholungspark Bremer Westen) geht, die Haltung des Landesverbands der Kleingärtner Bremen e.V. dazu und die Kündigung, die eine Parzellenpächterin auf dem Stadtwerder erhalten hat, weil sie den stattlichen Baum, den ihre Großelter oder Urgroßeltern gepflanzt haben, nicht fällen will. 10.08.2017

Kleingärten-Umwandlung

LIEBER NICHT ZUVIEL GRÜN

Bremens Bausenator schlägt vor, aus brach liegenden Parzellen Naherholungsgebiete zu machen. Der Verband der Kleingärtner ist dagegen.

hier klicken zum taz-Artikel

 

Mein Tiergarten mit Igel und Dompfaff

Laut und vernehmlich schnauft und schnuppert es. Ein junges Kaninchen habe ich bereits aufgeschreckt und ohne Absicht zwei Nacktschnecken platt getreten. Quabsch. Zum Glück trage ich Schuhe. Nun hält mein kleiner Garten noch eine tierische Überraschung für mich bereit. Schauf, schnupper. Haben die Nachbarn neuerdings einen Hund?, frage ich mich. Oder ist dort womöglich ein Hund ausgesetzt worden – wie es vor einigen Jahren bereits einmal geschehen ist? Ich gehe weiter, schaue an die Nordseite meiner Gartenlaube, wo das Schnaufen seinen Ursprung hat. Was sehe ich? Es sind zwei Igel, die sich am Fallobst gütlich tun! Fein, ich freue mich sehr über die Gäste! Vom Blitzlicht lassen sich die Beiden nicht irritieren. Es lohnt sich unbedingt, ein paar „Kruschtelecken“ aus Totholz und Laub für Igel und Co anzulegen und dann in Ruhe liegen zu lassen.

Später schaue ich Löcher in die Luft und entdecke dabei einen gefiederten Freund mit strahlend orange farbener Brust, der auf der Stromleitung sitzt. Es ist ein Dompfaff – auch als Gimpel bekannt, der dort Platz genommen hat und in die Ferne blickt. Neben „Amsel, Drossel, Fink und Star“, Zaunkönigen, Meisen, Spechten und Elstern, ist es ein besonderer Gast. Dabei fällt mir ein, dass ich in diesem Frühjahr sogar mitten in der Stadt einen Kuckuck gehört und sogar gesehen habe – live! Wißt ihr wo das war? Auf dem Stadtwerder etwa auf der Höhe des Weser-Stadions nahe dem Kleingartenverein Fresenbulten!

Welche ungewöhnliche oder überraschende tierische Entdeckung habt ihr so in euren Gärten gemacht? Schreibt mir gerne einen Kommentar!

 

Fotos: Kirsten Tiedemann

 

Jungfernflug einer Libelle

In meinem Teich tummelt sich das pralle Leben. Es ist einzigartig, frisch geschlüpften Großlibellen, die teilweise vom Aussterben bedroht sind, bis zum Start zuzuschauen. Die Larve klettert an einem Blatt der Krebsschere (Wasserpflanze), die ihr lange als Heim gedient hat, hinauf, damit sich die Blaugrüne Mosaikjungfer aus der zu eng gewordenen Puppe (Exuvie) winden kann.

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Die frisch geschlüpfte Libelle entfaltet erstmals ihre filigranen Flügel, um sie von Sonne und Wind trocknen zu lassen. Stundenlang hält sie reglos und ungeschützt aus.

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Ihre endgültige Färbung erreicht sie erst später. Jetzt ist sie noch recht blass.

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Der nahende Start kündigt sich an, wenn die Flügel beginnen hochfrequent zu vibrieren.Die Libelle dreht ihren Kopf und streicht mit den Beinen über beide Augen. Plötzlich hebt sie senkrecht ab und fliegt lautlos mit temporeichen, wendigen Flugmanövern davon. Wow!

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Wer mehr zur Großlibelle Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) erfahren möchte kann hier klicken.

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In Deutschland und in Österreich ist die Grüne Mosaikjungfer vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste. In der Schweiz gibt es diese Art nicht. Die Grüne Mosaikjungfer kommt in Europa vorwiegend im Norden vor. Die blaugrüne Mosaikjungfer ist in Europa noch häufig anzutreffen

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Zum Filmclip vom perfekten Start dieser blaugrünen Mosaikjungfer hier klicken.

Nachtrag 8.8.2015: Freundlicherweise hat mich ein kundiger Leser darauf aufmerksam gemacht, dass es sich hier nicht um eine Grüne Mosaikjungfer handelt, wie ich als Laie angenommen habe. Das habe ich nun im Beitrag korrigiert.

Besonderheit: Die Blaugrüne Mosaikjungfer-Larve lebt zwei bis drei Jahre in/an der Krebsschere, einer ganz besonderen Wasserpflanze mit kleinen Dornen an ihren Blatträndern. Die spitzen Dornen werden von den Fischen gemieden und so sind die Larven vor Fressfeinden geschützt. Im Herbst, wenn es kälter wird, taucht die Pflanze und mit ihr die Libellenlarve als Schutz vor Frostschäden auf den Gewässergrund ab. So ist die Larve sicher vor einem Kältetod. im ersten Winter ist es ein Ei, das in der Krebsschere lebt. Im drauffolgenden Frühjahr entwickelt sich daraus die Larve, aus der in den kommenden zwei bis drei Jahren die Libelle erwächst. Dazu häutet sich die Larve bis zu 14 mal bis die Insektenjägerin, die Blaugrüne Mosaikjungfer, daraus in voller Größe erwachsen ist.)

Mehr zu Libellen findet sich auf http://www.libellen.tv/index.html

 

Fotos: Kirsten Tiedemann

Auf dieses außergewöhnliche Erlebnis am Teich auf meiner Parzelle im August 2015 mache ich sehr gerne erneut aufmerksam. Dieser Beitrag von mir erschien hier auf „Gärtnern in Bremen“ am 2.8.2015 erstmalig.

Bauland in Waller Kleingartengebiet? Leserbriefe

Soll die Gartenkultur in Waller Feldmark erhalten oder das Gebiet neu zugeschnitten werden, um Bauland auszuweisen? Zu dem Thema gibt es eine Fülle an online-Kommentaren unter dem Beitrag „Streit um Parzellen entschärft“  hier mehr.  Inzwischen sind es 24 Wortmeldungen. Daneben äußern sich Leser des Weser-Kuriers per Brief mit kenntnisreichen Stellungnahmen. Eine erste Auswahl der Leserbriefe stelle ich hier vor.

Weser-Kurier 27.5.2017

 

Weser-Kurier 27.5.2017

Weser-Kurier 8.7.2017

 

 

Keine verwaiste Parzelle für Wohnungsbau – Weser-Kurier Walle

Ausschnitt des Beitrags im Weser-Kurier/Stadtteil-Kurier Bremer-Westen 3.7.2017

Waller Kleingärtner fühlen sich vom Landesverband im Regen stehen gelassen.  Sehr gerne weise ich auf den gut recherchierten Beitrag im Stadtteil-Kurier Bremer Westen zum Vorstoß der SPD, aus verwaisten Parzellen Bauland zu machen, von Anne Gerling hin. Gerling fängt hier unterschiedliche Positionen von Kleingärtnern, mehreren Vorsitzenden und aus dem Beirat Walle zum Thema ein. Darin heißt es:

Bremen-West. Der Kracher kam pünktlich zum Wochenende: Als die Waller Parzellistin und Umweltaktivistin Rike Fischer am Freitag die Zeitung aufschlug, da traute sie kaum ihren Augen: Unter dem Titel „Streit über Kleingärten entschärft“ berichtete der WESER-KURIER, die Bremer Kleingärtner seien nicht mehr grundsätzlich gegen den Mitte Mai ins Spiel gebrachten SPD-Vorschlag, verwaiste Parzellen für den Wohnungsbau zu nutzen.

In dem Artikel wurde die Geschäftsführerin des Landesverbandes der Gartenfreunde Bremen, Birgit Drechsler, zitiert: Man stimme grundsätzlich durchaus mit der SPD überein. An der Kleingärtner-Basis sorgen Drechslers Äußerungen für eine bunte Gefühlspalette von Bestürzung bis Empörung. So kritisieren im Internet einzelne Stimmen den „völlig einfallslosen Bauwahn einiger SPD-Betonköpfe und die damit verbundene rücksichtslose Vernichtung ökologischer Flächen, die eine wesentliche Qualität von Bremen sind“. Andere Parzellisten bezweifeln, dass der Landesverband ihre Interessen überhaupt noch angemessen vertritt.

„Was ist das für eine Lobby, wenn der Landesverband einfach so einknickt, ohne dass die betroffenen Vereine erst einmal gehört werden? Da fühlt man sich nicht gesehen und repräsentiert“, sagt etwa Carsten Siemering vom Waller Verein „Union“ am Hohweg und verweist auf die vom Bremer „Bündnis für Wohnen“ unter der Leitung von Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) aufgelistete Bauflächenreserve im Volumen von 27 000 Wohneinheiten: „Ich würde erst mal erwarten, dass die bebaut werden und dass die Politik gegen Leerstände angeht“, sagt er.

„Wir fühlen uns vom Landesverband im Regen stehen gelassen“, sagt auch Rike Fischer, die beim Findorffer Verein „Eiche“ einen Garten bewirtschaftet. Dort hat man für brachliegende Grundstücke kreative Lösungen gefunden, erzählt der Vereinsvorsitzende Heinrich Schwecke. So wurde zum Beispiel ein Lerngarten für Kita-Kinder hergerichtet, ein Spielplatz oder auch ein Tafelobstgarten in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Niemand hier will, dass Bremens grüne Oase zerstört wird. Heinrich Schwecke hat sogar bereits von einem Verein gehört, der aus dem Landesverband ausgetreten ist. Kassiererin Brigitte Groß hält es für möglich, dass wie schon in Hamburg auch in Bremen eines Tages besondere Sahnestücke als Bauland herausgepickt und gewachsene Kleingartengebiete zerstört werden könnten: „Dann kommen hier bei uns Weidedamm IV und V.“ „Wenn man zum Beispiel erst mal bei Union anfängt, dort für noch mehr Gewerbegebiet Flächen abzuknabbern, und von dort kein Widerstand kommt, dann geht es unter Umständen eines Tages auch mal an den Stadtwerder“, befürchtet auch Carsten Siemering.       …

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Quelle: Weser-Kurier/ Stadtteil Kurier West 3.7.2017, Seite 2