Kreative Nutzung für leere Kaisenhäuser! Vorschläge gesucht

[aktualisiert am 18.10.2017/ 19.10.]

Einige Kleingartenvereine sind verärgert über Parzellen mit verlassene Kaisenhäusern meldet der Weser-Kurier am Sonntag. 500 solcher Gärtchen soll es insgesamt in Bremen geben. [hier weiter lesen auf Weser-Kurier online …]

Laßt uns hier einmal Ideen sammeln für die Nutzung einer Parzelle mit den kleinen Steinhäuschen*!

Ich fange mal an:

  • Die private Nutzung von Kaisenhäuschen als Gartenlaube wird in einigen Kleingärtnervereinen in Bremen bereits erfolgreich genutzt, d.h. Parzellen mit Kaisenhäusern werden wie üblich verpachtet.
  • Naturkindergarten mit ganzjähriger Nutzung. Da Kindergärten in der Regel bis in den frühen Nachmittag besucht werden und Mittagsruhe pflegen, passt das gut zu einem Kleingartengebiet. Studien bestätigen übigens, dass Kinder in Draußen-Kindergärten weit weniger „laut“ sind als allgemein angenommen.
  • Ein Garten kann ein grüner Ort  in der Stadt für ganzjährige Beschäftigungsprojekte sein, wie z.B. im Kleingärtnerverein Harmonie seit über 10 Jahren mit Kaisenhaus im Garten genutzt wird [mehr dazu hier lesen]. Auch im Kleingärtnerverein Union gibt es ein etabliertes Beschäftigungsprojekt „Garten JEden“ [hier mehr dazu lesen]. Das erfolgreiche integrative Beschäftigungsprojekt „Gemüsewerft“ kann hierfür ein potentieller Ansprechpartner sein.
  • Gemeinschaftsgarten mit mehreren Nutzerinnen und Nutzern
  • Parzelle mit „Gartenbeet auf Probe“ für interessierte Gartenanfänger zum Hineinschnuppern. Vorstellbar (und machbar) ist es, dass einzelne abgesteckte Beete an Interessierte gegeben werden, die so in kleinem Rahmen Gemüse und Blumen ziehen können und dabei feststellen, ob das Gärtnern im Kleingarten etwas für sie ist. In so einem Garten sind auch Flächen für gemeinschaftlichens Gärtnern und gemeinschaftliche Nutzung, z.B. zum Spielen für Kinder, vorhanden.
  • In einem Gärtchen mit „Gartenbeet auf Probe“ kann das Häuschen als Veranstaltungsraum, wie z.B. Lesungen, wie kürzlich im Kleingärtnerverein Beim Kuhhirten [dazu hier weiterlesen …], Ausstellungen, fachbezogene Fortbildungen, handgemachte Musik (ohne Verstärker) genutzt werden.
  •  …
  •    ….

Macht weitere Vorschläge hier im Kommentarfeld oder sendet sie mir per eMail! Ich bin sehr gespannt darauf, welche kreativen Vorschläge wir gemeinsam zusammentragen und an die Vereine weitergeben können!

Hier nun Vorschläge aus meinem Leserkreis

[18.10.] Danke Rike Fischer, die per eMail kreative Vorschläge für Gartenprojekte, die ein Kaisenhaus prima nutzen können, sendet. Es sind überwiegend Gemeinschaftsprojekte, bei denen viele Hände anfassen und viel bewegen können.

  • Schulgarten (Gedanke dazu von KT: Einen funktionierenden Schulgarten mit Kaisenhaus gibt es in einem Kleingartenverein nahe der Weser seit vielen Jahren.)
  • Willkommensgarten
  • Mehrgenerationengarten
  • Seniorentreffgarten
  • Yogagartenhaus
  • Kita-Garten

[19.10.] Danke Susi Bertram für deine vielfältigen, anregenden Ideen, die via Facebook zu mir kamen. Es sind Projekte, die die Gartenpforten jeweils für viele Menschen öffnen.

  • Garten-Initiative/Gartensharing
    Da viele viel arbeiten und die wenige Zeit nicht dauernd verbringen wollen um den Garten wieder herzurichten,fände ich die Idee in heutiger Zeit einfach passend und den Vereinen t@te diese Nutzbarkeit auch gut.
    Folglich sollten die neuen Pächter auch ein gewissen Ansporn erhalten wie z.b.das erste Jahr pachtfrei.
    Wichtig bei Kaisenhauser die vermittelt werden die Nutzbarkeit der Grubenentleerung,Strom/Wasseranschluss zu klären.
  • Einen Kindergarten/Kinderhort
    Die freie Wildnis.
    Erlebnissplatz in der Natur mit Steinofen,Weidenhütten ect. 
  • Eine Anlaufstelle für Kaffee/Kuchen/Schnacks/Musik
    für Jung und Alt
    Einrichtung wie früher
    WE Öffnung und vielfältiger Nutzung

[19.10.] Ich freue mich über den Vorschlag von Eva Kirschenmann/ Offener Stadtgarten Lucie. Sie bietet an, den neuen Lucie-Projekteraum im Winter einmal für einen Ideen-Spinnerei-Abend zu Möglichkeiten der Nutzung von Kaisenhaus-Gärten zu öffnen. Eine schöne Gelegenheit, weitere Optionen zusammenzutragen.

 

 

* Anmerken will ich, dass viele bauliche „Probleme“ gelöst werden können, z.B. kann feuchtes Mauerwerk mittels aktiver bautechnischer Maßnahmen trocken gelegt werden. Stichworte: Bautrockner/ Lehmputz auf Wände aufbringen/ Feuchtigkeitssperre einbringen.

 

 

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Die Katze ist aus dem Sack Kleingärten zu Bauland – Presseschau

Die Katze ist aus dem Sack.

Der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. bietet der Stadt Bremen an, Kleingärtenflächen, in denen sich einige brach liegende Parzellen befinden, als Bauland abzutreten. Die Grundstücke befinden sich im Besitz der Stadt Bremen, der Bremischen Evangelischen Kirche und verschiedenen Privatpersonen. Dort eine Parklandschaft anzulegen, wird von den Bremer Gartenfreunden abgelehnt, da der Landesverband annimmt, diese werde nicht gepflegt werden. Den Beratungen zum Kleingartenentwicklungsplan bleiben die Verbandsvertreter und auch der baupolitische Sprecher der SPD fern. Dieser Plan soll gemeinsam von Vertretern aus Politik, Verwaltung, Landesverband der Gartenfreunde und verschiedenen Interessengruppen als grundlegendes Konzept für die Zukunft der bremischen Parzellengebiete entwickelt werden.

Nicht gefragt wird bisher, ob sich das Gebiet zum Bauen eignet. Nicht angesprochen wird, was mit den vielen Eigenlandparzellen, die sich eingestreut in dem Gebiet befinden, werden soll. Einige der Besitzer wollen ihre Grundstück nicht verkaufen. Man muss wohl davon ausgehen, dass im Falle einer Umwandlung in Bauland auch zeitaufwendige Enteignungsverfahren gegen Besitzer von Eigenlandparzellen eingeleitet werden müssen, oder? Was wird aus den Kaisenhausbewohnern mit lebenslangem Wohnrecht, die in dem Gebiet leben?

°°° Eine Presseschau mit Fragen zum Thema (aktualisiert 12.9.2017)

KT //Die Titel der Zeitungsartikel, Internet-Post und Fernsehbeiträge, die hier vorgestellt werden, sind blau hervorgehoben und führen, sobald man sie anklickt, zum jeweiligen Artikel oder Film.//

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5.9.2016 – Wir lehnen die Bebauungspläne von Kleingärten ab. Auf dem Blog Findorff AKTUELL, das zum Print-Magazin Leben in Findorff von Mathias Rätsch gehört, und hier auf Gärtnern in Bremen wird die Presseerklärung der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner und Grundstückbesitzer e.V. veröffentlicht.

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6.9.2017 –Kleingärten für Bauprojekte opfern? Im Weser Report/ Ausgabe West werden nicht nur die Absichten von Jürgen Pohlmann/ baupolitischer Sprecher der SPD und dem Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. vorgestellt, die brach liegende Kleingärten im Bremer Westen bebauen lassen wollen, sondern auch kritische Stimmen dazu. In der Ausgabe vom 10.9. gibt es den Beitrag Bebauung ist eine Option auf S. 9, der als pdf-Datei geladen werden kann – hier klicken.

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7.9.2017 – Koalitionsstreit über den Gartenzaun. Im Beitrag von buten und binnen (7.9.2017) werden die Aussagen einiger beteiligter Akteure aneinander gereiht. Der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. und der baupolitische Sprecher der SPD stellen ihre Position zugunsten der Bebauung von Teilen des Kleingartengebiets Waller Feldmark vor. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen erklärt das Festhalten an dem Gebiet als grüne Lunge und für Ausgleichsflächen. Aus dem Bauressort erfährt man, dass geladene Vertreter des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. und der SPD-Fraktion von einem wichtigen Gespräch zum Kleingartenentwicklungsplan 2025 fern bleiben.

KT // Zuschauer, die sich dem Thema frisch und unbefangen nähern, bleiben Ursachen, Entwicklung und Begründung der Situation ohne journalistische Erläuterungen verschlossen. Bilder und Wortbeiträge widersprechen sich sogar in einem Fall: Frau Drechsler Annahme, dass das Rahmengrün später unzulänglich gepflegt werden wird, wird mit einer verwahrlosten Parzelle bebildert. Die Katze ist prima.//


9.9.2017 – In Zoff um Kleingärten stellt Sara Sundermann am Samstag im Weser-Kurier ausführlich die Position des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. vor. Brach liegende Parzellen sollen zu Geschosswohnungsbau oder Gewerbegebiet umgenutzt werden – keine Parkanlage, denn die würde nicht gepflegt werden, so führt die Geschäftsführerin aus. Das Bauressort und die Grüne Fraktion in der Bürgerschaft lehnen diesen Vorstoß ab. Die Positionen von SPD (Geschosswohnungsbau) und CDU (Ein-, Zwei und Mehrfamilienhäuser) sind bekannt. Einige Leserkommentare in der online-Ausgabe machen deutlich, dass nicht alle Mitglieder des Landesverbands der Gartenfreunde mit der Politik der Interessenvertretung konform gehen, im Gegenteil.

KT //Wer fragt, ob diese unversiegelte Grünfläche notwendigerweise als Bauland  genutzt werden muss? Braucht die Stadt Bremen nicht dringend unversiegelte Flächen, um die Wassermassen, die klimabedingt auf uns niederprasseln werden, abfließen zu lassen? Wer fragt, ob sich die Grünflächen überhaupt als Bauland eignen? Die brach liegenden Parzellen befinden sich eingestreut zwischen genutzten Kleingärten und legal bewohnten Kaisenhäusern. Sie sind umgeben von Eisenbahndamm (Strecke Bremen-Hamburg), Autobahn (Bremen-Bremerhaven) und Bremer Müllbergen mit dem Duft der tausend Haushalte. Wer weist darauf hin, dass das Gebiet einen sehr hohen Grundwasserspiegel hat, in dem von Spätherbst bis zum Frühjahr zwei-drei Spatenstiche genügen, um auf Wasser zu stoßen? Dort Bauland herzustellen wird sehr kostenintensiv. Hat die Stadt dafür Geld?//

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9.9.2017 – Wahlkampf auf Parzelle ist ein Kommentar von Sara Sundermann im Weser-Kurier, die sich für die Bebauung von Teilen von Kleingärten ausspricht. Ihr findet ihn ebenfalls am Samstag im WK und online hier klicken. Dort gibt es auch einen Leserkommentar.

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21.8.2017 – Kleingärtner wollen Rechtssicherheit. Schon ein paar Tage alt, dennoch nicht weniger wichtig. Ein Beitrag zu einer Beiratssitzung in Gröpelingen mit dem Thema „Wohnnungsbau in Kleingartengebieten?“ mit Jürgen Pohlmann/baupolitischer Sprecher der SPD enthält Fragen einiger Kleingärtnervereine, bekannte Positionen und einem interessanten neuen Aspekt. Anne Gerling schrieb den Artikel bereits am 21.8.2017 für den Weser-Kurier/West.

Einen interessanten Aspekt aus dem Artikel will ich hier zitieren:

„… Fragen zu improvisierten Wohnformen mit in die Diskussion hineintragen, hofft Christina Vogelsang, Sachkundige Bürgerin der Grünen im Gröpelinger Beirat. Ihr will bei der gesamten Diskussion dabei nicht recht einleuchten, weshalb überhaupt Kleingärten als mögliches Bauland ins Blickfeld rücken, wo doch bei Immobilien Bremen (IB) sogar die finanziellen Mittel fehlten, um das fast sieben Hektar große Areal an der Ritterhuder Heerstraße – immerhin eine der potenziellen Wohnbauflächen auf Bremens „40+“-Projektliste – weiterzuentwickeln und zu bebauen. Anders als in manchen Teilen der Vereinsbereiche gebe es dort bereits eine Infrastruktur, betont Vogelsang: „Wieso also die Idee, dass es im Kleingartengebiet klappen könnte?“ hier klicken zum Weiterlesen

KT //Wieso weist eigentlich kein Politiker und kein Verbandsfunktionär mehr darauf hin, dass die Stadt eine Selbstverpflichtung eingegangen ist, marode Kaisenhäuser auf städtische Kosten abzureißen?//

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4.9.2017 „Wie kann Bremen noch nach innen wachsen, ohne dabei wertvolle Freiflächen zu opfern?“ Diese zentrale Frage zum aktuellen Städtebau von Philipp Nicolay beantwortet Professor Eberhard Syring in einem Interview der taz-Nord folgendermaßen:

„Es gibt industriell genutzte Flächen, die sich dafür anbieten. Wenn das Kellogg-Werk geht, ist das eine städtebauliche Chance. Auch das Bierbrauen mitten auf einer attraktiven Fläche in der Alten Neustadt muss hinterfragt werden. Kann man Bier nicht genauso gut am Stadtrand brauen? Und in der Überseestadt ist auch noch nicht alles ausgereizt.“ taz-Nord 4.9.2017

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by the way

KT //Warum betreibt die laut Statuten politisch neutrale Geschäftsführung des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. eigentlich so eindeutigen Wahlkampf? Recht deutlich wird dieses Verhalten in einem etwas älterem TV-Beitrag „Aufruhr im Gartenidyll“ vom 23.8.2017 bei buten und binnen. Hier zum Beitrag klicken.

‚Kleingärten als Bauland‘ – In der Zeitschrift Gartenfreund schreibt der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. zur Debatte

In der aktuellen Ausgabe vom Gartenfreund, der Verbandszeitschrift für das Kleingartenwesen, finden wir in den Verbandsnachrichten aus Bremen den Beitrag „Kleingärten als Bauland – Intelligente Stadtplanung macht vor Kleingartengebieten nicht halt“. Die Geschäftsführerin des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. bezieht darin Stellung zur aktuellen Debatte. Den zentralen Inhalt fasse ich hier zusammen, zitiere einzelne Passagen, die mir wichtig erscheinen, und habe viele Fragen.

Man habe in der Geschäftsstelle großes Verständnis für die Bedürfnisse der wachsenden Stadt, heißt es. Die etwa sechs Quadratkilometer Kleingartengebiet seien ein guter Richtwert für eine Stadt wie Bremen und wohnort- und zentrumsnah verteilt. Nachbesserungsbedarf gebe es nur in Walle, weil dieser Stadtteil satt mit Kleingärten versorgt sei. 400 Parzellen stünden in Bremen leer, die meisten davon in Walle. (Anmerkung: Kürzlich hieß es im Weser-Kurier nach Angaben des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. noch, dass es 300 ungenutzte Parzellen in ganz Bremen seien.). Die Erreichbarkeit der Parzellen in Walle sei nicht mit einem attraktiven Stadtleben zu vereinbaren, meint die Geschäftsführerin Frau Drechsler.

„Miteinander reden“: Unter dieser Überschrift ist zu lesen, dass Bremens Verwaltung und Politik den Landesverband der Gartenfreunde seit Jahren ernst nähmen und eine Vielzahl kleingärtnerischer Interessen berücksichtigten. Nun müsse ein neuer Denkprozess angestrebt werden. Drechsler führt aus: „In den vergangenen Wochen keimte unter verschiedenen Possen ein Thema auf, mit dem sich der Landesverband seit Jahren befaßt und im steten Austausch mit der Bremer Baupolitik steht.“

Man fragt sich, was an der Diskussion eine Posse war? Ist es eine Posse, wenn der Vorsitzende des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. und ein Vorstandsmitglied eines Kleingärtnervereins im Gespräch mit dem Weser-Kurier mitteilen, dass sie von dem Vorstoß über eine mögliche Bebauung einzelner Gebiete der Waller Feldmark aus der Zeitung erfahren hätten? Vgl. Kleingärtner halten nichts von SPD-Vorstoß, Weser-Kurier 28.5.2017. Ist es eine Posse, wenn Kleingärtner den Eindruck haben, dass der Landesverband sie beim Thema der möglichen Umwidmung von Kleingärten in Bauland im Regen stehen läßt? Vgl. „Keine verwaiste Parzelle für Wohnungsbau“ Weser-Kurier 3. Juli 2017

„Einander verstehen“: In diesem Abschnitt schreibt Frau Drechsler, dass es ein Stadtteilkonzept besonders für die 7000 Gärten zwischen Walle und Oslebshausen brauche, das Gärten als notwendigen Bestandteil der Infrastruktur begreift. Der Landesverband ist bereit, „die notwendigen Gespräche zu führen und wird sich nicht im Voraus stoisch allen Argumenten verschließen.“

Spontan fällt mir das bestehende Konzept „Naherholungspark Bremer Westen“  ein, dass mit Vertretern aus ansässigen Kleingartenvereinen, dem Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V., dem Beirat Walle und vielen anderen Mitwirkenden in einem partizipativem Verfahren unter Leitung der Baubehörde gründlich erarbeitet und im Oktober 2016 öffentlich vorgestellt wurde. Kleingärten, Flächen für öffentliche Naherholung, Radwege, Streuobstwiesen und ökologische Ausgleichsflächen sieht dieser Plan für die grüne Lunge Walles vor. Daran hat der Landesverband mitgearbeitet.

Hm.

Der Beitrag „Kleingärten als Bauland“ informiert weiter: „Weder der Landesverband noch die SPD Baupolitik hat abschließende Entscheidungen über einen Bebau oder gar Überbau von Kleingartenanlagen getroffen.“ Und:

„Einvernehmen herrscht darin, dass es – insbesondere und zunächst ausschließlich im Bremer Westen – einer umfassenden Stadtteilkonzeption bedarf. Verschiedene Belange, wie Bau und Kleingartenwesen, sollen dabei nicht als Konkurrenz zueinander stehen, sondern sich vielmehr sinnvoll ergänzen. Dabei ist es die Aufgabe einer intelligenten Stadtplanung, die Bedürfnisse der wachsenden Stadt mit denen der Kleingartenlobby zu vereinen. Wir sind zuversichtlich, dass dies mit dem Zutun des Landesverbandes gelingen wird.“

Manchmal sind es einzelne Worte, die stutzig machen können. In dem vorangehenden Absatz ist es für mich der Begriff: „zunächst“. „…zunächst geht es um den Bremer Westen.“ Und dann? Welches Kleingartengebiet wird danach betrachtet?

Eine zentrale Frage steht weiterhin unbeantwortet im Raum: Wie will sich der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. für seine Mitglieder einsetzen? Die ungenutzten Parzellen in der Waller Feldmark machen kein geschlossenes Gebiet aus. Es sind einzelne Gärten zwischen genutzten Flächen. Will man hier ein geschlossenes Baugebiet ausweisen, wird man nicht nur verlassene Parzellen, sondern auch eine gewisse Anzahl intakter Gärten planieren. a) Was will unsere Interessenvertretung für jene Gärtner mit intakten Parzellen tun, die ihre Parzelle räumen müssen, in die sie viele Jahre Arbeit und Geld investiert haben? Ein gut angelegter Kleingarten mit Obstbaum- und -strauchbestand braucht über ein Jahrzehnt für seine Entstehung. b) Was wird die Interessenvertretung für die Mitglieder tun, die in so einem Gebiet in ihrem Kleingärten ein Kaisenhaus mit lebenslangem Wohnrecht bewohnen? Auch Parzellen mit Kaisenhäusern liegen verstreut im gesamten Gebiet der Waller Feldmark. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind ganz überwiegend Menschen im Rentenalter, die über eine geringe Rente verfügen und angesichts der andauernden Wohnungkrise in Bremen keine Wohnung finden werden.

Sinkt die Anzahl der Parzellen, die vom LV Gartenfreunde verpachtet werden, wird es voraussichtlich für die Gesamtheit der verbleibenen Pächter, die Mitglied im Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. sind, wohl eine weitere Erhöhung des Mitgliedsbeitrags mit sich bringen. Schließlich muss der Betrieb der Geschäftsstelle weiter gehen und die anfallenden laufenden Kosten im Landesverband steigen sowieso. Mit dem Anstieg der laufenden Kosten wurde kürzlich die erhebliche Erhöhung der Beiträge ab 2018 um einmalig mehr als 15 Prozent begründet. All die Kosten werden von weniger Mitgliedern geschultert werden müssen.

Klar machen muss man sich, dass einige der 400 brach liegenden Parzellen bestehen bleiben werden, auch wenn es ein geschlossenes Baugebiet geben sollte. Sie liegen ja eingestreut im Gebiet. c) Wie will der Landesverband den Kleingärtnervereinen helfen, für diese Gärten Pächter zu finden? Wie wäre es mit einem Portal im Internet auf dem Leute ihre Parzelle anbieten können, wie bei Bremen.de auf dem Schwarzen Brett? Das kann nach Stadtteilen sortiert ohne konkrete Ortsangaben gut funktionieren und würde den Vereinen helfen. Auf der Homepage des LV könnte es Tipps und Hinweise dazu geben, wie ein interessierter Mensch zu einem Garten kommen kann: Wie finde ich einen Kleingarten? Wo meldet man sich? Warum heißt es häufig ‚Kleingarten zu verkaufen‘, obwohl er zu verpachten ist? Gibt es Strom und Trinkwasser? Für solch eine Rubrik auf der Homepage gibt es sehr schöne Beispiele anderer Landesverbände. Und soviel kann ich sagen: Der am häufigsten nachgefragte Beitrag auf meinem Blog trägt übrigens den Titel: Parzelle gesucht und gefunden!

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Alle mit „Anführungszeichen“ gekennzeichneten Abschnitte sind wörtliche Zitate aus dem Beitrag „Kleingärten als Bauland – Intelligente Stadtplanung macht vor Kleingartengebieten nicht halt“ von Birgit Drechsler, Geschäftsführerin des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V., Ausgabe 8/2017, Verbandsnachrichten Bremen Seite IV.

Bauland in Waller Kleingartengebiet? Leserbriefe

Soll die Gartenkultur in Waller Feldmark erhalten oder das Gebiet neu zugeschnitten werden, um Bauland auszuweisen? Zu dem Thema gibt es eine Fülle an online-Kommentaren unter dem Beitrag „Streit um Parzellen entschärft“  hier mehr.  Inzwischen sind es 24 Wortmeldungen. Daneben äußern sich Leser des Weser-Kuriers per Brief mit kenntnisreichen Stellungnahmen. Eine erste Auswahl der Leserbriefe stelle ich hier vor.

Weser-Kurier 27.5.2017

 

Weser-Kurier 27.5.2017

Weser-Kurier 8.7.2017

 

 

Keine verwaiste Parzelle für Wohnungsbau – Weser-Kurier Walle

Ausschnitt des Beitrags im Weser-Kurier/Stadtteil-Kurier Bremer-Westen 3.7.2017

Waller Kleingärtner fühlen sich vom Landesverband im Regen stehen gelassen.  Sehr gerne weise ich auf den gut recherchierten Beitrag im Stadtteil-Kurier Bremer Westen zum Vorstoß der SPD, aus verwaisten Parzellen Bauland zu machen, von Anne Gerling hin. Gerling fängt hier unterschiedliche Positionen von Kleingärtnern, mehreren Vorsitzenden und aus dem Beirat Walle zum Thema ein. Darin heißt es:

Bremen-West. Der Kracher kam pünktlich zum Wochenende: Als die Waller Parzellistin und Umweltaktivistin Rike Fischer am Freitag die Zeitung aufschlug, da traute sie kaum ihren Augen: Unter dem Titel „Streit über Kleingärten entschärft“ berichtete der WESER-KURIER, die Bremer Kleingärtner seien nicht mehr grundsätzlich gegen den Mitte Mai ins Spiel gebrachten SPD-Vorschlag, verwaiste Parzellen für den Wohnungsbau zu nutzen.

In dem Artikel wurde die Geschäftsführerin des Landesverbandes der Gartenfreunde Bremen, Birgit Drechsler, zitiert: Man stimme grundsätzlich durchaus mit der SPD überein. An der Kleingärtner-Basis sorgen Drechslers Äußerungen für eine bunte Gefühlspalette von Bestürzung bis Empörung. So kritisieren im Internet einzelne Stimmen den „völlig einfallslosen Bauwahn einiger SPD-Betonköpfe und die damit verbundene rücksichtslose Vernichtung ökologischer Flächen, die eine wesentliche Qualität von Bremen sind“. Andere Parzellisten bezweifeln, dass der Landesverband ihre Interessen überhaupt noch angemessen vertritt.

„Was ist das für eine Lobby, wenn der Landesverband einfach so einknickt, ohne dass die betroffenen Vereine erst einmal gehört werden? Da fühlt man sich nicht gesehen und repräsentiert“, sagt etwa Carsten Siemering vom Waller Verein „Union“ am Hohweg und verweist auf die vom Bremer „Bündnis für Wohnen“ unter der Leitung von Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) aufgelistete Bauflächenreserve im Volumen von 27 000 Wohneinheiten: „Ich würde erst mal erwarten, dass die bebaut werden und dass die Politik gegen Leerstände angeht“, sagt er.

„Wir fühlen uns vom Landesverband im Regen stehen gelassen“, sagt auch Rike Fischer, die beim Findorffer Verein „Eiche“ einen Garten bewirtschaftet. Dort hat man für brachliegende Grundstücke kreative Lösungen gefunden, erzählt der Vereinsvorsitzende Heinrich Schwecke. So wurde zum Beispiel ein Lerngarten für Kita-Kinder hergerichtet, ein Spielplatz oder auch ein Tafelobstgarten in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Niemand hier will, dass Bremens grüne Oase zerstört wird. Heinrich Schwecke hat sogar bereits von einem Verein gehört, der aus dem Landesverband ausgetreten ist. Kassiererin Brigitte Groß hält es für möglich, dass wie schon in Hamburg auch in Bremen eines Tages besondere Sahnestücke als Bauland herausgepickt und gewachsene Kleingartengebiete zerstört werden könnten: „Dann kommen hier bei uns Weidedamm IV und V.“ „Wenn man zum Beispiel erst mal bei Union anfängt, dort für noch mehr Gewerbegebiet Flächen abzuknabbern, und von dort kein Widerstand kommt, dann geht es unter Umständen eines Tages auch mal an den Stadtwerder“, befürchtet auch Carsten Siemering.       …

Zum weiter Lesen … hier klicken zur kompletten online-Ansicht des Artikels

Quelle: Weser-Kurier/ Stadtteil Kurier West 3.7.2017, Seite 2

 

Streit über Bebauung von Kleingärten in Walle entschärft?

Ist der Streit um brach liegende Kleingärten in der Waller Feldmark, die der SPD zufolge zu Bauland für Einfamilienhäuser werden sollen, tatsächlich entschärft? Der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. wurde inzwischen durch BjörnTschöpe und Jürgen Pohlmann, beide MdBB SPD, über den Vorstoß ihrer Fraktion, verwaiste Parzellen in der Feldmark als Bauland für Einfamilienhäuser auszuweisen, informiert und hat seine ablehnende Haltung geändert. Der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. reagiert nun positiv auf den Vorschlag. So liest man im Weser-Kurier hier. Welche wichtigen Argumente waren für den Wandel der Einstellung ausschlaggebend? Welche gehaltvollen Versprechen sind dem Verband gemacht worden, dass seine ablehnende Haltung innerhalb kurzer Zeit in Zustimmung umgeschlagen ist? Dazu finden wir keine Informationen in der Zeitung. Was sagen die Vorstände der örtlichen Kleingartenvereine zum Wandel der Meinung ihrer Interessenvertretung? Haben die lokalen Vorstände ihre Position ebenfalls geändert?

SPD und CDU befürworten die Idee einer Bebauung. Soll hier eine Schnittmenge für eine potentielle große Koalition in Bremen ausgelotet werden? Wie stehen die Grünen zur Idee solch einer Wohnbebauung? Was meinen die PolitikerInnen von DIE LINKE? [Nachtrag: Nur CDU unterstützt SPD-Vorstoß im Weser-Kurier] Ist der Beirat in Walle, der sich erfolgreich für den wohnortnahen Naherholungspark Bremer Westen für Walle und Gröpelingen engagiert hat, über diesen Vorstoß informiert?

Kaum einer weiß, dass die Waller Feldmark mit dem neuen Flächennutzungsplan vom 4.12.2014 nicht mehr als Dauerkleingartengebiet, sondern als „Gestaltungsraum Kleingärten, Freizeit und Natur Bremer Westen“ ausgewiesen worden ist. Das heißt: a) der besondere Schutz für Dauerkleingartengebiete durch das Bundeskleingartengesetz entfällt für dieses Gebiet, b) der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. hat nur bedingtes Mitsprache- bzw. Einspruchrecht und c) es bedarf einer politischen Mehrheit, um die rechtliche Voraussetzung für die Umwidmung in Bauland zu schaffen.

Fragen – Fragen – Fragen

Ich frage mich, wie die Stadt Bremen die Erschließung mit Straßen, Kanal, Trinkwasser, Strom usw. für ein paar Einfamilienhäuser finanzieren will? Was tun mit/gegen den hohen Grundwasserspiegel? Braucht die Stadt die Flächen nicht mehr als Ausgleichsflächen für anderweitige Baumaßnahmen, die in der Waller Feldmark angelegt werden sollten?

Angesichts dieses Vorstoßes sollte man unbedingt fragen, ob sich die letzten existierenden intakten Kaisenhäuser nun als Wohnhäuser dauerhaft legalisieren lassen!

Ist die Initiative anzusehen als Beitrag zum beginnenden Wahlkampfs für die anstehende Bundestagswahl? Soll das Sommerloch der Ferienzeit gefüllt werden? Will die SPD vorfühlen, wie die Waller Bevölkerung und (organisierte/unabhängige) Gartenfreunde auf einen derartigen Vorstoß reagieren?

Lest die Zeitungsartikel selbst, die im Folgenden verlinkt sind, und gebt eure Einschätzungen und Fragen im Weser-Kurier oder gerne auch hier auf meinem Blog als Kommentare ab.

„Streit über Kleingärten entschärft“ von Jürgen Theiner im Weser-Kurier 23.6.2017 mit zahlreichen kritischen Leser-Kommentaren zum Thema

Kleingärtner halten nichts von SPD-Vorstoß“ von Kristin Hermann im Weser-Kurier 28.5.2017

Nur CDU unterstützt SPD-Vorstoß“ von Jürgen Theiner im Weser-Kurier am 17.5.2017

Außerdem:

„Können brachliegende Kleingärten bebaut werden?“ Kleine Anfrage der CDU an die Bremische Bürgerschaft vom 13.6.2017

Wie wird die Pflege von Rahmengrünflächen in den Kleingartengebieten künftig geregelt? Kleine Anfrage der FDB-Fraktion an die Bremische Bürgerschaft vom 23.6.2017 (Nachtrag)

Und ein paar Infos:

„Keine Rechtsgrundlage für die Bebauung“ ist ein Beitrag von mir mit Informationen zu den verabschiedeten städtischen Plänen für die Waller Feldmark als Naherholungsgebiet und zum gültigen Flächennutzungsplan. Er befindet sich auf Findorff aktuell seit Anfang Juni 2017.

 

Foto: Kirsten Tiedemann

 

Herrenlose Tasche in Waller Feldmark: Polizeieinsatz

Keine Ruhe im Parzellengebiet: Eine herrenlose Tasche sorgte laut Weser-Kurier heute in den frühen Morgenstunden in der Waller Feldmark für einen Polizeieinsatz. Nachdem die Meldung der BSAG über die Tasche, die an der Bushaltestelle Hohweg stehen würde, kurz vor sechs Uhr bei der Polizei eintraf, rückte eine Spezialteam aus und sperrte vorsichtshalber das umliegende Parzellengebiet. Um 10 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben.

Die Polizei teilte mit, dass sich in der Tasche Spielzeugautos befunden haben.

Die Nachricht schrieb Kristin Hermann im Weser-Kurier online am 3.6.2017