50 Jahre Verein Zur Hansekogge

Zum Jubiläum des Kleingartenvereins zur Hansekogge gibt es einen lesenswerten Bericht im Weser-Kurier, der auch die Entstehungsgeschichte 1968 aufgreift.

Ein grünes Paradies auf Sand

CHRISTIANE MESTER 24.08.2018

Wo heute Blumen blühen, Gemüse angebaut wird und Obstbäume reiche Früchte tragen, gab es vor 50 Jahren keinen einzigen Strauch. Das Kleingartengebiet Zur Hansekogge wurde 1968 auf dem Sand gebaut, der beim Ausbaggern des Neustädter Hafens anfiel. Das runde Jubiläum gibt Anlass für einen Rückblick auf die Vereinsgeschichte und ist zugleich Wegmarke für einen bevorstehenden Einschnitt: Einige der Gärten wird es schon bald nicht mehr geben.

Als vor 50 Jahren die ersten Parzellisten anrückten, gab es nichts als die weite Sicht bis zum Rablinghauser Deich und zur Kirche. In die andere Richtung sah man bis hinüber zur Großwerft AG Weser, die es heute nicht mehr gibt. Das Kleingartengebiet fand seinen Platz auf einem Gelände, das Anfang der 1960er-Jahre aufgespült wurde. Wer etwas tiefer buddelt, der stößt noch heute auf den Sand aus dem Neustädter Hafen. Ein Wendebecken für die Schiffe musste damals her. Und völlig ungeplant, förderten die Bauarbeiten ganz nebenbei die alte Hansekogge von 1380 zutage. Der spektakuläre Fund im Jahr 1962 gab dem örtlichen Kleingartenverein später seinen Namen.

Günstige Darlehen

Schon bald nach der Gründungsversammlung im Frühjahr 1968, krempelten die Kleingärtner der ersten Stunde die Ärmel hoch ….

weiterlesen:  Hier geht’s zum ganzen Bericht im Stadtteil-Kurier

Personalkarussel dreht sich – Vorsitzender des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen geht

Zur kommenden Wahl im März 2019 wird der Vorsitzende des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. nicht wieder antreten. Er wird sein Amt abgeben, heißt es im Weser-Kurier bereits am 3.8.2018.

Als Nachfolger stellt sich der aktuelle zweite Vorsitzende, Klaus Bode, bereit, ist zu lesen. Für dessen frei werdenden Posten gibt es ein bemerkenswerte Personalie: Neuer Stellvertreter will der frühere Staatsrat a.D. Wolfgang Golasowski werden. Golasowski ist pensionierter Richter, der es bis zum Präsidenten des Bremer Landgerichts gebracht hatte. Bei den Grünen war er anschließend als Staatsrat im Bauressort von 2007-2015 auch für das Kleingartenwesen zuständig. Dort vertrat er acht Jahre lang den Senator und die Verwaltung gegenüber den Kleingärtnern. Bei „wikipedia“ erfährt man mehr über den Berufsweg von Wolfgang Golasowski. Mit der Position des Staatsrats verbunden war der Aufsichtsratsvorsitz der Bremer Straßenbahn AG (2007-2015). Von 2012 bis 2018 war Golasowski Vorsitzender der Landesverkehrswacht Bremen e.V. Der Mann bringt also eine beachtliche Fülle an vielseitigen Kenntnissen, politischer Erfahrung und ein umfangreiches Netzwerk mit. Anders als August Judel ist er politisch versiert. Über den Hintergrund von Klaus Bode, dem Kandidaten für den ersten Vorsitz, gibt der Beitrag im WK keine weiteren Informationen.

Ich wünsche dem Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. einen weitsichtigen, umsichtigen und an demokratischen Grundsätzen orientierten Vorstand und eine ebensolche Geschäftsführung. Kleingärten und die sie pflegenden Pächter sowie die sie tragenden Vereine haben in Bremen und Bremerhaven eine nicht zu unterschätzende gesellschaftliche, ökologische und stadtklimatische Funktion, die besonderer Stärkung und Schutz bedürfen. Die zukünftigen Funktionäre des Landesverbands der Gartenfreunde nehmen hoffentlich auch eine frühere zentrale Praxis des Landsverbands wieder auf: Es hat sich bewährt, die Interessen der Vereine Bremens und Bremerhavens, die den Verband bilden und tragen, partnerschaftlich und gemeinsam mit den Vereinen zu vertreten. Im Übrigen ist eine Modernisierung dringend geboten mit zeitgemäßer Gartenordnung, einem vernünftigem Pachtvertrag und liberaler Satzung.

Hier ein Auszug aus dem Artikel „Obergärtner wirft den Spaten hin“ von Jürgen Hinrichs im Weser-Kurier vom 3.8.:

„Es gärt bei den Gärtnern, und zwar gewaltig. Jetzt wirkt sich das im Bremer Landesverband der Gartenfreude, dem fast 17 000 Mitglieder angehören, auch auf die Spitze aus. August Judel, seit dreieinhalb Jahre Vorsitzender des Verbandes, hat angekündigt, kein weiteres Mal zu kandidieren. Er bleibt noch bis März im Amt und hört dann auf.

Judel verbindet seinen baldigen Abgang mit einer Generalkritik: „Der Umgang mit Politik und Verwaltung hat mich aufgerieben. Die Entscheidungswege sind unendlich lang und oft nicht nachvollziehbar“, lässt er sich in einer Presseerklärung des Landesverbandes zitieren. „Man hat das Gefühl, es läuft einfach nicht, nichts geht voran, nichts Gravierendes jedenfalls“, sagt Judel im Gespräch mit dem WESER-KURIER.

Den ganzen Artikel gibt es online: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-obergaertner-wirft-den-spaten-hin-_arid,1754856.html

Trennung – Landesverband der Gartenfreunde Bremen entlässt Geschäftsführerin

Der Weser-Kurier meldet den „Paukenschlag bei Gartenfreunden„:

Wie jetzt bekannt wurde, hat sich der Landesverband am Montag mit sofortiger Wirkung von seiner hauptamtlichen Geschäftsführerin Birgit Drechsler getrennt. Sie sei überrascht und wisse nicht, warum es dazu gekommen wäre, meldet der WK. Alle Parteien schweigen dazu – wegen des laufenden Verfahrens. Ein juristisches Nachspiel sei möglich.

Frank Hethey im Weser-Kurier online am 17.8.2018

 

So richtig grün sind sich die Gartenfreunde nicht mehr: Der Vorstand habe Drechsler am Montag von ihren Aufgaben freigestellt, bestätigte Landeschef August Judel. Zu den Gründen wollten sich Judel wie auch Drechsler mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. So viel sagte Drechsler aber doch: Die Kündigung sei für sie „überraschend“ gekommen.      

Einen Zusammenhang zwischen dem Aus für Drechsler und den Querelen um die neue Gartenordnung bestreitet Judel. Die Delegiertenversammlung hatte den Entwurf im April mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Laut Judel ein „ganz normales Verfahren“, das der Vorstand zu akzeptieren habe. Die Kündigung habe auch nichts zu tun mit seiner eigenen Ankündigung, bei den anstehenden Vorstandswahlen im März nicht wieder zu kandidieren.

Birgit Drechsler hatte ihre Arbeit im Juli 2013 aufgenommen…“ Hier weiter lesen.

 

Senat nun offen für Umwidmung in Wochenendhausgebiete

In der Haltung des Senats hat es hinsichtlich der Umwidmung einzelner ausgewählter Kleingartengebiete in Wochenendhausgebiete einen Wandel gegeben. Man stehe dem nun positiv gegenüber, heißt es heute in der online-Ausgabe des Weser-Kuriers. Mehr dazu erfahrt ihr im Artikel des Weser-Kuriers:

„Senat lenkt im Streit um Wochenendhausgebiete ein

 

Ausgewählte Kleingartengebiete im Bremer Stadtgebiet sollen nun doch in Wochenendhausgebiete umgewandelt werden können. Dafür wird sich der Senat voraussichtlich an diesem Dienstag aussprechen und damit einen bemerkenswerten Sinneswandel vollziehen.“

Radio Bremen / buten und binnen berichtet in einer Nachricht „Dürfen Bremer jetzt doch in Gartenlaube übernachten?“ gestern hier, dass diese Umwandlung nicht in allen Kleingartenvereinen, die dies wünschen, stattfinden wird, beispielsweise nicht in Woltmershausen im Kleingartenverein „Auf den Ruten“, da es sich dort um Überschwemmungsgebiet handele.

[aktualisiert]

Mehr als Richtungsstreit um Wochenendhaus- und Kleingartengebiete

Der Weser-Kurier schreibt heute über einen Richtungsstreit bei den Bremer Grünen. Die Bürgerschaftsfraktion der Grünen, mit der Fraktionsvorsitzenden Dr. Maike Schaefer, unterstützt den Wunsch einiger Kleingartenvereine, ihr Gelände in ein Wochenendhausgebiet umzuwandeln. Der Bausenator hält diese Bestrebungen laut Artikel für falsch – ebenso wie der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. (hier klicken zum Artikel)

Die Darstellung scheint mir verkürzt. Daher ergänze ich hier ein paar Informationen nach meinem aktuellen Kenntnisstand: Es gibt in Bremen Kleingartenvereine, die sich seit Jahren aktiv für die Umwidmung ihres Gebiets in eine Wochenendhausgebiet einsetzen. Die Parzellen jener Vereine befinden sich weit überwiegend in Privatbesitz, es handelt sich kaum um städtischen Grund und Boden. Die Vereine „Min Land“ / Walle, „Auf den Ruten“ / Woltmershausen. Kleingärtner- und Kleinsiedlergemeinschaft „Waller Feldmark“ / Walle  und die Gärtner vom „Heinrich-Klenke-Weg“ / Findorff wollen diesen Weg beschreiten. Die genannten Vereine sehen in der Umwidmung ihres Vereinsgeländes in ein Wochenendhausgebiet Vorteile, die in der möglichen Nutzung liegen (z.B. keine landwirtschaftlichen Nutzung nötig). Die Umwidmung des Kleingärtnervereins „Min Land“ und des Kleingärtner- und Kleinsiedlervereins „Waller Feldmark“ in ein Wochenendhausgebiet passt meines Erachtens auch in das Konzept des Naherholungsgebiet Bremer Grüner Westen. Vielleicht denkt der Bausenator noch einem über diese Variante nach.

Wie ich aus vertraulicher Quelle hörte, verstehe sich der Landesverband der Gartenfreunde Bremen (LV) eigentlich nicht als Vertreter von Vereinen mit Eigenland-Parzellen. Dieser Umstand hatte bereits zur Konsequenz, dass ein Kleingärtnerverein den Austritt aus dem LV beschlossen hat. Es ist der Kleingärtnerverein „Auf den Ruten“, der sich auf eigenen Wunsch und mit weit mehr als der erforderlichen 75-prozentigen Stimmenmehrheit nämlich 100 Prozent, seiner Vereinsmitglieder die Kündigung der Mitgliedschaft im Landesverband der Gartenfreunde Bremen entschieden hat. Bei der entscheidenden Vereinssitzung waren Geschäftsführung und ein Vorsitzender des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. anwesend. Sie befürworteten den Austritt.

Angesichts dieser Haltung erscheint es mir kurios, dass die Geschäftsführung des LV sich gegen die Umwidmung dieser Kleingartenverein in Wochenendhausgebiete ausspricht. Warum redet man in die Wünsche von Kleingärtnern hinein, die man faktisch bald nicht mehr vertreten wird – wie dem Kleingärtnerverein „Auf den Ruten“? Warum redet man in Wünsche von Kleingärtnern hinein, die man nicht vertreten will? Als Grund für die Ablehnung wird angegeben, dass die Pacht erhöht werden würde! Wissen die zuständigen Leute nicht, dass bei Eigenland keine Pachtzahlungen geleistet werden müssen? Eigenland bedeutet Grundbesitz, d.h. Privateigentum, da zahlt der Landbesitzer Grundsteuer.

Die Spitze des Bremer Landesverbands hat bereits mehrmals offiziell erklärt, Teile der Kleingärten wolle man zur Wohnbebauung abgegeben, weil sie nicht verpachtet werden könnten. Dieselben Funktionäre wollen andererseits verhindern, dass ausgewählte Flächen von zusammenhängenden Eigenlandparzellen nicht in ein Wochenendhausgebiet umgewidmet werden, obwohl man deren Besitzer nicht vertreten will? Wieso diese widersprüchliche Politik?

Im offiziellen Mitteilungsblatt der Gartenfreunde erklärte der Kleingärtnerverein Union (Walle) kürzlich ausführlich, dass und warum sie einen Teil ihrer Gärten als Bauland abgeben wolle. Zu lesen in der Juli-Ausgabe. Was verspricht man sich davon?

Es erscheint mir sozial, ökologisch und stadtklimatisch sinnvoller, ein paar Gärten in einzelne Wochenendhausgebiete umzuwidmen und anhand dieser Modellprojekte Erfahrungen damit zu sammeln. Dann bleiben diese Parzellen wenigstens Freizeitbereiche mit Gärten, die Bremen braucht.

Und bei der Gelegenheit: Abgeordnete von SPD und CDU äußerten mehrfach Wünsche, Kleingärten in Bauland zur dauerhaften Wohnbebauung umzuwidmen. Dem stimmt der LV Gartenfreunde zu (s.o. und in früheren Beiträge hier auf dem Blog, im Weser-Kurier und in anderen Medien). Es entspricht den Aussagen des Landesverband der Gartenfreunde Bremens, dass er kürzlich die Selbstauflösung des Kleingärtnerverein Langeoog am Bremer Flughafen unterstützt hat. Es handelt sich um 65 Kleingärten, die die Stadt nun Dornier für den Flugzeugbau anbieten kann – mit Auflagen für Dachbegrünung der Fertigungshallen und Anpflanzung heimischer Gehölze daneben.

Es ist was los in Bremens großer Kleingartenwelt – und das ist weit mehr als ein Richtungsstreit innerhalb der Grünen.

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„Grün gegen Grün“, Beitrag zur Debatte um Kleingärten im Weser-Kurier am 7.7.2018 hier klicken.

„Streit um Wochenendhäuser

Grün gegen Grün in Kleingarten-Debatte

Jürgen Theiner 07.07.20181 Kommentar

Kleingärtnerverein Langeoog e.V. löst sich auf oder die „Verlängerung der Hannah-Kunath-Straße“

Zur Information.

Der Kleingärtnerverein e.V. in Bremen in der Neustadt am Flughafen hat kürzlich mit Zustimmung des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. seine Auflösung beschlossen. Diese Information findet sich in dem Papier „Airport-Stadt Mitte – Verlängerung der Hanna-Kunath-Straße – Sachstandsbericht zum weiteren Vorgehen“ als Vorlage zu zwei Deputationssitzungen am 13. und 14. 6. 2018.

Ich hatte noch keine Gelegenheit mit dem Vorsitzenden des KG-Vereins zu sprechen, möchte euch aber dennoch auf diese Entwicklung aufmerksam machen:

63 Kleingärtner geben auf. Die Mitgliederstruktur, zu leistende Arbeit für den Verein und die Verkehrsflächen seien eine hohe Belastung gewesen, heißt es im Papier. Es geht das Gerücht, man habe keinen neuen Vorsitzenden finden können. In dem Papier heißt es weiter, dass der Landesverband hätte die Auflösung des Pachtvertrags mit der Stadt zur Auflösungsversammlung bereits vorbereitet. Das Kleingartengebiet stünde nun zur Umwidmung im Bebauungsplan zur Verfügung und könne daher dem Flugzeugbauer Dornier als Bauland für eine Produktionsfläche von kleinen Fliegern angeboten werden. Bremen und Leipzig sind bei Dornier als möglich Standorte in der Endauswahl (siehe Leipziger Volkszeitung). Wird der Standort Bremen gewählt, sollen die neuen Industriebauten begrünte Dächer erhalten. Heimisches Gehölz soll angepflanzt werden. „Da die Fläche bisher als Kleingartengebiet genutzt und als öffentliche Grünfläche im Flächennutzungsplan dargestellt ist, ist es das Ziel auch nach einer Umnutzung in ein Gewerbegebiet die Fläche ökologisch, klima- und insektenfreundlich zu gestalten.“ Vielleicht sogar mit Fördermitteln.

Der Sachstandbericht findet sich im Internet unter folgendem Link.

Der Weser-Kurier schreibt dazu: „Flugzeugbauer prüft Ansiedlung in Bremen“, 11. Juno 2018

Auch die Leipziger Volkszeitung berichtet am 13. Juno 2018 „Leipzig könnte Standort für Flugzeugbau werden“

Herzlichen Dank an einen aktiven Leser für den Hinweis auf diese Entwicklung!

 

Ausflugstipp aus dem WESER-KURIER – Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen

Prädestiniert für einen Ausflug

Foto Roland Scheitz

Bremen-West. Wer hätte es gedacht, dass der Frühsommer in diesem Jahr dermaßen hochsommerlich ausfallen würde? Viele Bremer zieht es nun so oft wie möglich hinaus ins Freie, da kommt das Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen am Sonntag, 3. Juni, von 10 bis 18 Uhr wie gerufen für einen Ausflug in Bremens größtes Parzellengebiet, das sich vom Hohweg bis zum ehemaligen Jugendknast an der Carl-Krohne-Straße erstreckt und einige versteckte Schätze zu bieten hat. Diese wollen Lisa Hübotter und Thomas Knode, die dieses erste Frühsommerfest im Rahmen des Projekts „Green Urban Labs“ des Fachbereichs Grünordnung in der Umweltbehörde organisiert haben, den Bremern nun näher bringen.

Den Waller Feldmarksee zum Beispiel, aber auch verschiedene Projekte und Initiativen. Etwa einen kleinen  Ableger des 30 000 Quadratmeter großen Sebaldsbrücker Nabu-Vogelparadieses, der sich in einem 600 Quadratmeter großen Kleingarten am Fliederweg 5 befindet. Dort können Kinder an diesem Tag gemeinsam mit dem Team von Umweltpädagogik-Projektleiterin Annette Siegert Nistkästen bauen, Vogelschnäbel ausprobieren oder bei einem Vogelquiz mitmachen. „Wir sind außerdem mit zwei Eseln vor Ort, mit denen wir zwischen der Parzelle und Wupp – dem Waller Umweltpädagogik-Projekt am Hagenweg – hin- und herpendeln werden. Ganz kleine Kinder können auf den Eseln reiten und Kinder können sie führen, dann ist der Weg nicht so lang“, sagt Siegert. Auf dem Wupp-Wildnisgelände wiederum gibt es ein Baumhaus, einen „Fühlpfad“, Wasser und Matsch zu entdecken. Von 12 bis 15 Uhr wird mit den Kindern gekeschert und der Kleingartenverein Walle lädt zum Grillen ein.

Auch die alte Fleetkirche beim Fleetkirchenweg am Waller Damm, die 1958 als Notkirche für Ausgebombte und Vertriebene errichtet wurde und einst das Wahrzeichen der Waller Feldmark war, kann an diesem Tag besichtigt werden. Die hübsche kleine Holzkirche ist von 11 bis 19 Uhr geöffnet, der Waller Künstler Horst Ehlert zeigt dort eine Skulpturen-Ausstellung und es gibt auch Führungen. Um 15 Uhr tritt dort der Singer/Songwriter Robby Ballhause aus Hannover mit „Greengrass Music“ unplugged auf und um 18 Uhr lädt Autor René Paul Niemann zu einer Lesung aus seinen Texten ein.

Insbesondere lohnt der „Blocklandgarten“ auf dem Gelände der ehemaligen JVA an der Carl-Krohne-Straße einen Besuch, der an diesem Tag Hauptfestplatz ist: Durch ein imposantes Rolltor geht es auf das verwunschene Gelände, auf dem das Frühsommerfest um 11.30 Uhr offiziell eröffnet wird und wo verschiedene Informations- und Mitmachstände aufgebaut werden. Um 15 Uhr tritt dort die achtköpfige Bremer Ska- und Reggae-Band „Brennholzverleih“ auf, um 16 Uhr stellen Ines und Alexey Cordero López Zumba und Kutara-Fitness vor. Wer möchte, kann direkt mitmachen.

Am Kampfhuhnweg 9 öffnet ein Imker seine Gartenpforte und am Kampfhuhnweg 8 geht es bei der Transition Town Initiative „Bremen im Wandel“ den ganzen Tag lang um Ideen für naturnahes Gärtnern. Ab 11 Uhr wird zum Beispiel gezeigt, wie man mit alten Gehwegplatten eine Kräuterspirale baut. Ab 13 Uhr können Interessierte erfahren, wie man ganz ohne Strom Kartoffeln kochen kann: Mit einem Solarkocher nämlich, wie er unter anderem in afrikanischen Dörfern ohne Stromversorgung zum Einsatz kommt. Ab 15 Uhr gibt es Tipps zum Thema biologischer Pflanzenschutz; erklärt wird dann, wie Pflanzen mit Jauche, Tee oder Brühe gestärkt werden können, um einem Schädlingsbefall vorzubeugen. Ab 17 Uhr wiederum steht der Bau einer Kräuterpalette auf dem Programm. Parzellist Carsten Siemering zeigt dann allen Neugierigen, wie eine Palette platzsparend für den Kräuter-Anbau in der Senkrechten genutzt werden kann.

 

Bläserchor ist mit dabei

Auch die Kleingartenvereine Blüh‘ Auf, Am Mittelwischweg, Morgenland, Union und Walle beteiligen sich an dem großen Fest und öffnen ihre Vereinsheime für alle Besucher. Mehrere von ihnen zeigen Fotos rund um die Themen Natur, Gärtnern und Wildtiere. Bei den Gartenfreunden am Mittelwischweg kann ab 10 Uhr auf der Festwiese beim Vereinsheim ein Freiluft-Gottesdienst der evangelischen Gemeinde Gröpelingen und Oslebshausen besucht werden, der mit einem Bläserchor besonders stimmungsvoll zu werden verspricht. Im Anschluss lädt der Verein zum Frühschoppen  ein. „Bei Interesse gibt es dann kleine Führungen in unserem Schnuppergarten oder zu unserem Gewächshaus“, sagt der Vereinsvorsitzende Rolf Heide.

Eine Radtour durch das vielen Bremern unbekannte Naherholungsgebiet bis zum Hauptfestplatz im Blocklandgarten bietet die Waller Historikerin und Kleingarten-Bloggerin Kirsten Tiedemann an, die intensiv die Geschichte der Bremer Kaisenhäuser erforscht hat. Start ist um 14 Uhr an der Bushaltestelle am Hohweg 50, die Teilnahme an der etwa sechs Kilometer langen Tour ist kostenlos. Raimund Kesel vom Naturwissenschaftlichen Verein zu Bremen lädt von 14 bis 17 Uhr zu einem botanischen Streifzug unter dem Motto „Wildkräuter im grünen Bremer Westen“ ein. Treffpunkt ist beim Kleingartenverein Walle an der Fleetstraße 61/63.Der Verein Kultur vor Ort bietet eine zweistündige Radtour zum Thema Gemüse- und Obstanbau an, die um 11 Uhr am Oslebshauser Bahnhof beginnt.

Weitere Informationen

Das Veranstaltungsprogramm ist unter www.blocklandgarten.de zu finden.

 

Hier der Link direkt zum Beitrag im Weser-Kurier https://www.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/stadtteile-bremen-west_artikel,-praedestiniert-fuer-einen-ausflug-_arid,1734784.html