Gelungener Auftakt macht Lust auf mehr – Nachlese zum Frühsommerfest

Es war ein gelungener Auftakt und eine große Freude, dabei zu sein: Bei herrlichem Wetter kamen viele interessierte Menschen und feierten am 3. Juno mit Vereinen, Initiativen, Künstlern, engagierten Leuten und Freizeitgärtnern das erste Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen. 15 Veranstaltungsorte boten ein vielfältiges Programm inmitten des abwechslungsreichen Gebiets mit 4.000 Parzellen, freien Grünflächen, Wasserläufen und dem Waller Feldmarksee.

In Bremen sind alle Kleingartengebiete frei zugänglich – sie bieten eine besondere Qualität und das unterscheidet sie von eingezäunten Anlagen in velen anderen Städten. Diese urbanen Grüngebiete sind nicht nur für die Nutzung weniger Menschen gedacht, sondern auch für ausgedehnte Spaziergänge und Radfahrten zur Freude aller. Ich biete eine Radtour durchs Gebiet vom Hohweg/Walle zum Blocklandgarten/Oslebshausen an. 20 Interessierte aus Walle, Findorff, der Neustadt, Schwachhausen und dem Ostertorviertel mit und ohne Gartenerfahrung schließen sich mir an. Unsere Route führt uns vorbei an der sehr gut besuchten Beschäftigungsinititive Garten jEden (Bremer Werkgemeinschaft) zur Fleetkirche, wo uns der Schriftsteller und neue Besitzer der Kirche, René Paul Niemann, begrüßt und zur Besichtigung einlädt. Viele der Frauen und Männer unserer Gruppe erfahren erstmals von diesem besonderen Gebäude (Baujahr 1958), das vollständig aus Holz besteht. Eine Kirchlein mit Standort in einem Kleingartengebiet dürfte in der Bundesrepublik einmalig sein. Weiter geht es durch ausgewählte Seitenwege der Vereine Union e.V. und Walle e.V. mit belebten und auch verlassenen Gärten. Letzere sind oft auch wertvolle ökologische Habitate, merkt eine Mitfahrerin an. Diese Gebiete sind keine „geleckten“ Kleingartenanlagen, es ist auch Natur pur, woran sich ein Bekannter besonders freut. Hätte er noch keinen Garten, hier würde er sich gerne eine Parzelle pachten. Unterschiedliche Lauben, intakte und verfallene Kaisenhausgärten mit knorrigen alten Obstbäumen, verrumpelte Flächen sowie Vogelschuztgebiete säumen unseren Weg. Es sind einige Radfahrer unterwegs. Jemand fragt: Seid ihr die Radtour, kann ich noch mitkommen? Na klar! Wir überqueren den Wasserlauf Waller Fleet und später die Autobahn, baden nicht im Waller Feldmarksee, sondern halten am Kleingartenpark „In den Wischen“, wo es einiges über den gelingenden Zusammenschluss dreier Kleingartenvereine namens Blüh auf e.V., Mittelwischweg e.V. und Morgenland e.V. zu berichten gibt. An unserem Ziel im Blocklandgarten, dem Beschäftigungsprojekt des Förderwerks Bremen in der ehemaligen JVA Oslebshausen, erwartet uns eine gute Tasse Kaffee, Gegrilltes, Führungen durch Gewächshäuser und Gemüsegärten. Bänke unter einer alten Eiche laden zur Entspannung im Schatten ein. Kinder spielen auf dem Rasen mit bereit gestellten Spielzeug. Informationen zum Projekt Green Urban Labs, von der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner und anderen Initiativen können eingeholt werden, auf einer kleinen Bühne gab es verschiedene Vorstellungen, man kann sein Fahrrad registrieren lassen und vieles mehr. Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei allen Interessierten. Es war ein Vergnügen mit euch!

Der Ort ist beeindruckend, hat ein großes Potential und bietet Space für viele kreative Köpfe und handwerklich geschickte Menschen, die Lust haben gemeinsam etwas zu entwickeln. Man müsste mal fragen, was Immobilien Bremen dort plant.

Von der guten Atmosphäre und den anregenden, informativen Austausch bei meinem zweiten Angebot des Tages „Laube-Liebe-Hoffnung“ und dem Film zu den Anfängen der Kaisenhäuser sowie dem anschließenden Gespräch mit Marianne Berger, die ihre Kindheit im Kaisenhaus mit ihren Eltern verbracht hat, werdet ihr hier bald Näheres von mir lesen.

Persönlich danken möchte ich besonders der Umweltplanerin Lisa Hübotter, die gemeinsam mit Thomas Knode beim Senator für Umwelt das Projekt Green Urban Labs / Grüner Bremer Westen leitet. Sie hat dieses Fest gleich nach Antritt ihres Jobs initiiert und sich neben ihrer Kerntätigkeit kompetent für dessen Realisierung engagiert. Merci.

* Wer eine Parzelle sucht findet hier eine Karten und Kontaktdaten zu (fast) allen Kleingärtnervereine in Bremen.

Foto: Kirsten Tiedemann

Radtour durch den Grünen Bremer Westen zum Frühsommerfest [Veranstaltungstipp]

Am Sonntag, 3.6., feiert der Grüne Bremer Westen, das große Parzellengebiet neben Walle und Gröpelingen, sich ab 10.00 Uhr mit einem üppigen, vielfältigen Frühsommerfest. Ich biete eine ortskundige Radtour quer durch das weitläufige, vielen Bremern unbekannte, grüne Naherholungsgebiet zum Hauptfestplatz im Blocklandgarten (ehemalige JVA Oslebshausen) an.

STARTZEIT: 14:00

START + TREFFPUNKT: Walle / Endhaltestelle BUSLINIE 20 HOHWEG Nr. 50 am SPORTHEIM

ZIEL: BLOCKLANDGARTEN (ehem. JVA Oslebshausen)

STRECKE: 5-6 km

ENDE: 15:15 Uhr

Eine Anmeldung ist wünschenswert unter kirsten.tiedemann@gmx.de, aber nicht zwingend erforderlich.

Das Angebot ist kostenfrei.

Lageplan hier als pdf. herunterladen.

Es ist eine BESONDERE URBANE LANDSCHAFT, die seit 100 Jahren und mehr als Gartengebiet genutzt wird. Da wachsen knorrige Obstbäume in alten Gartenanlagen mit selbstgeschmiedeten Pforten. Dort entstehen neu
angelegte Schrebergärten. An manchen Ecken liegt Müll. Dazwischen
strecken Brombeeren ihre Tentakel in alle Richtungen und bilden eine
dichte Hecke, hinter der eine Parzelle aus ihrem Dornröschenschlummer
geweckt werden will. Wir kommen an einem hölzernen Kirchlein vorbei, das sich in die Landschaft schmiegt. Die Fleetkirche ist ein Überbleibsel aus der Nachkriegszeit und konnte dank privater Initiative vor dem Abriss bewahrt werden. Sie verweist auf die Wohnungsnot der 1940er, ’50er und ’60er Jahre, damals als viele Menschen kleine Wohnhäuser in einigen Gärten errichtet haben. Solche sogenannten Kaisenhäuser sehen wir auf unserer Fahrt von der Waller Feldmark bis zur ehemaligen JVA Oslebshausen – ein Gebiet, das 4.000 Parzellen beherbergt, das Waller Fleet, 10 Kleingartenvereine und ihre Vereinsheime, den Kleingartenpark In den Wischen, und WUPP, das Waller Umweltpädagogik Projekt, der Internationale Garten Walle, Imker und die Beschäftigungsinitiative Garten JEden – vielerlei Leben ist hier im grünen Bremer Westen. 

Prall gefüllt ist das Programm des Frühsommerfestes (hier als pdf), das vom Projekt Green Urban Labs (Leitung Lisa Hübotter / Thomas Knode) beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr konzipiert und realisiert wird. (Green Urban Labs/bbsr.Bundesförderung)

Rechtliche Grundlage zur Bebauung von Walles „grüner Lunge“ fehlt – Hintergrundinfos

dieser Post ist eine leicht üerarbeitete Fassung meines Beitrags, der seit anfang auf dem Blog findorff aktuell von Mathias Rätsch zu lesen ist.


Im „Streit“ um die Idee der SPD, Teile der Waller Feldmark, die „grüne Lunge“ Walles, mit Einfamilien zu bebauen, ist es sinnvoll, sich die Situation vor Ort genauer anzusehen. Hier habe ich einige allgemeine Hintergrundinformationen zusammen getragen, die ihr gerne ergänzen könnt. Schreibt mit einfach einen Kommentar.

Von den 16.000 Kleingärten in Bremen (Stadt) befinden sich etwa 4.000 im Bremer Westen rechts und links vom Waller Fleet. Die Gartengrundstücke sind überwiegend im Besitz der Stadtgemeinde Bremen, ein kleiner Teil gehört privaten Eigentümern (»Bauernland«) und der Evangelischen Kirchengemeinde. Sie alle verpachten ihre Flächen teilweise seit 100 Jahren an Kleingartenvereine. Geschaffen wurden viele der Gärten auch in Walle in der Zeit des Mangels und des Hungers während des Ersten Weltkrieges. Die Stadt Bremen legte sehr viele der Kleingärten systematisch und in sehr großer Zahl zur Selbsthilfe der Stadtbevölkerung an. Daneben befindet sich eine unbekannte Anzahl von sogenannten »Eigenlandparzellen« in Privatbesitz. Es gibt mehr als zehn Kleingärtnervereine, in denen sich die Kleingärtner zur Verwaltung (Pachtzahlung/ gemeinsame Wasserversorgung/ Wegepflege usw.) und zur Vertretung ihrer Interessen nach außen zusammengeschlossen haben. Sie gehören dem Dachverband Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. an. Zur tatsächlichen Ausnutzung der Kleingärten in der Waller Feldmark gibt es unterschiedliche Angaben. Ein Bündel von Gründen führte dazu, dass insgesamt etwa 350 Kleingärten in Bremen ungenutzt brach liegen – viele davon befinden sich im Bremer Westen. (Zahlen nach Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V.) Es liegen also nicht 30 Prozent, sondern weniger als 10 Prozent der Gärten in der Feldmark brach.

Die Fleetkirche am Storchenweg steht leider seit Sommer 2016 ungenutzt da. Foto: Kirsten Tiedemann

Das Grüngebiet ist vielfältig

Im Herzen des weitläufigen Parzellengebietes befindet sich eine Kirche – die Fleetkirche am Storchenweg. Sie dürfte bundesweit einmalig sein, wird aber leider seit letztem Sommer nicht mehr genutzt. [by the way: Haben sich inzwischen eigentlich Interessenten oder Käufer für die einmalige Immobilie gefunden?]  In der Waller Feldmark sind neben den einer vielfalt „gewöhnlicher“ Kleingärten ganz unterschiedliche Initiativen etabliert und willkommen: Der Internationale Garten Walle unterstützt beispielsweise Menschen verschiedener Kulturen sich miteinander zu verbinden. In direkter Nachbarschaft dazu befindet sich WUPP, das Waller Umweltpädagogik Projekt. Im Milanweg ist der »Garten jEden« eine gut funktionierende Beschäftigungsinitiative. Im hinteren Bereich gelegen ist eine kleiner landwirtschaftlicher Betrieb und noch weiter zur Autobahn hin befindet sich ein Ponyhof. Der Waller Wassersportverein e.V. hat sein Bootshaus am Fleet. Obstbaumwiesen sind hier und da angelegt worden. In diesem weitläufigen grünen Gebiet sind in einigen Kleingärten die letzten Kaisenhäuser zu entdecken. Einige dieser kleinen Wohnhäuser sind (legal) bewohnt, andere werden als Gartenlauben und wieder andere stehen leer. Sie alle haben ihren Ursprung in der massiven Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg. An die Geschichte dieser ungewöhnlichen Gartenwohnkultur und ihre tatkräftigen Bauherren und deren Familien erinnert das Kaisenhausmuseum im Behrensweg. Umfangreiche Informationen findet ihr außerdem in meinem Buch „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Bremens Kaisenhäuser„, das im Weser-Kueire erhältlich ist. Hier klicken zur online Ansicht und Bestellung.

Die Besitzerin dieses intakten Kaisenhauses in der Waller Feldmark schenkte mir zum Abschied einen wunderbaren Blumenstrauß aus ihrem Garten. Foto: Kirsten Tiedemann

 

Naherholungspark Bremer Westen – Der Plan für das Gebiet ab 2016

Für die gesamte Fläche liegt ein Plan vor, der vorsieht, das neue »Naherholungspark Bremer Westen« zu entwickeln: Bereiche mit Kleingärten, Wochenendhausgebieten, Biotope mit Obstbaumwiesen, Radwege und Flächenangebote zum Grillen u. ä. und auch Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen sollen hier ihren Platz erhalten. In die partizipative Entwicklung dieses Plans waren auch Kleingartenvereine und weitere Akteure aus dem Gebiet und dem Stadtteil einbezogen worden. Das Ergebnis wurde im Oktober 2016 öffentlich vorgestellt. Mit der Umsetzung ist bereits begonnen worden, beispielsweise kauft die Stadt seit Jahren leer gefallen Parzellen auf, um einen Radweg anzulegen und eine zusätzliche, von manchen als überflüssig angesehene, außerordentlich tragfähige Brücke über das Fleet wurde bereits fertig gestellt. Der Weser-Kurier zum Naherholungspark Bremer Westen hier klicken.

Was sieht der Flächennutzungsplan vor?

Im gültigen Flächennutzungsplan von 2014 findet die seit langem angekündigte Entwicklung ihre rechtliche Grundlage. Der Waller Feldmark ist der Status »Dauerkleingartengebiet« aberkannt worden und wird nun als »Gestaltungsraum Kleingärten, Freizeit und Natur Bremer Westen« ausgewiesen. Der gültige Bebauungsplan weist keine Baufläche aus. So oder so gibt es aktuell keine Rechtsgrundlage, um in der Waller Feldmark zu bauen. Um das zu ändern bedürfte es einer politischen Mehrheit, die es in der Bremischen Bürgerschaft zurzeit nicht gibt. Mehr Details im Flächennutzungsplan Bremen.

Aus diesem verlassenes Kaisenhaus in der Waller Feldmark ließe sich sicherlich ein feines Gartenhaus machen. Foto: Kirsten Tiedemann

Offene Gartentore – Gärtnern für Flüchtlinge

In diesem Sommer laden der Internationale Garten Walle e.V. und das Gartenprojekt am Übergangswohnheim Überseetor ein und halten ihre Gartentore einmal wöchentlich für alle Interessierten offen. Sie bieten den „eingesessenen“ Bremerinnen und Bremer und den in unserer Stadt Schutz suchenden Menschen Freiraum, um gemeinsam zu gärtnern, auszuspannen und in entspannter Atmosphäre neue Kontakt zu knüpfen.

Der International Garten Walle e.V. hat sich mit seinen 2.300 Quadratmetern Gartenfläche in der vorderen Waller Feldmark am Hagenweg angesiedelt. Seit 2011 bereichert er das große Kleingartengebiet, das reich an Tradition ist, zu der übrigens auch Einwanderung gehört. Die Lust am gemeinsamen Gärtnern führt hier Menschen aus aller Welt zusammen. Wann: Jeden ersten Samstag im Monat. Wo: Hagenweg Ecke Fleetstraße beim WUPP-Schild  Zur Wegbeschreibung geht es hier.

Der ganz junge, mobile Garten in Kisten am Übergangswohnheim Überseetor 1 ist im April diesen Jahres für die Bewohner eröffnet worden. Er bietet Platz für Salat und Blumen und die Chance, miteinander und mit den Nachbarn in Kontakt zu treten. Wann: Die Gartentore sind hier jeden Dienstagnachmittag mit Gartenbetreuer für alle Interessierte geöffnet. Wo: Überseetor 1, Überseestadt . Ein informativer Artikel zur Eröffnung des Kistengartens findet sich im Weser-Kurier hier.

Kontakte: graca@internationaler-garten-walle.de; markus@internationaler-garten-walle.de, offgt@internationaler-garten-walle.de

Offen Gartentore ist ein Projekt des Internationalen Garten Walle e.V. in Kooperation mit der Gemüsewerft Bremen und wird gefördert vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen, der Inneren Mission in Bremen und einer großzügigen Spende. Es richtet sich speziell an Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Dahinter steht die Idee, dass ein Gemeinschaftsgarten Menschen die Möglichkeit gibt, etwas Sinnvolles und Selbstbestimmtes in der Natur zu tun, auszuspannen, in lockerer Atmosphäre mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und Sprachkenntnisse zu erwerben und zu festigen. Solch ein Garten kann ein wohltuender Freiraum sein für Schutz suchende Menschen, die oft monate- oder sogar jahrelang in einer Übergangsphase mit vielen Unsicherheiten und unklarer Zukunft leben müssen.

Ein Garten ist ein prima Ort der Begegnung.

InternationalerGarten

Foto: Internationaler Garten Walle e.V.

Planierte Parzellen

39 Kaisenhäuser stehen auf der aktuellen Abrissliste der Verwaltung für diese Wintersaison. Knapp die Hälfte dieser alten Parzellenhäuschen wird bis Ende des Februar weg sein. Die Stadt bricht sie im Einvernehmen mit den Besitzern ab. Der Rest der Häuser soll erst einmal stehenbleiben, hieß es jetzt in der Baudeputation. Für einige hätten sich Interessenten gemeldet, die die meist kleinen Häuser samt zugehöriger Parzellen als Kleingarten nutzen wollen. Vgl. Radio Bremen 5.2.2015

Auf einem Spaziergang habe ich kürzlich Eindrücke von Parzellen gesammelt, auf denen in diesem Winter marode Kaisenhäuser abgerissen worden sind. Einige Dinge sind mir dabei klar geworden.

1. Eine solchermaßen von einem vom maroden Kaisenhaus „befreite“ Parzelle stellt sich als komplett planierte Fläche meist ohne Baum und Strauch mit stark verdichtetem Erdreich durch Baufahrzeuge dar. Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen bis sich hier wieder eine Vielfalt von Pflanzen und Getier angesiedelt haben wird.

2. Eine planierte Parzelle gibt Raum für einen kompletten gärtnerischen Neuanfang mit einem großen gestalterischen Potential.

3. Die Neugestaltung einer freien Fläche ist ausgesprochen zeitintensiv und erfordert ein gewisses finanzielles Budget, denn eine Laube mit Fundament und Inventar sowie Gartengerät, Hecke oder Zaun, Obstbäume, -sträucher, Büsche und Stauden sowie Rasenssaat und evt. Gehweg und anderes mehr will angeschafft, aufgebaut und gepflanzt werden.

Fazit: Der Abriss eines Kaisenhauses ist ein massiver Eingriff, der ein altes Haus fort schafft und stark in die vorhandene Ökologie eingreift. Eine Neugestaltung einer lebendigen, attraktiven Parzelle ist zeitaufwendig, erfordert viel Geduld und wird meist mit einem nicht unerheblichen finanziellem Aufwand für einen neuen Pächter verbunden sein. Hier fragt sich, ob eine Nachfrage nach planierten Parzellen im Bremer Westen besteht? Falls die Antwort „Ja“ lautet, können Interessierte ab sofort solche Gärten in der Waller Feldmark und Findorff finden.

Vor diesem Hintergrund scheint es geboten, nur in unbedingt notwendigen Situationen derart massiv vorzugehene, d.h. bei Parzellen mit wirklich maroden Kaisenhäusern.

Gärten mit intakten Kaisenhäusern stellen eine sehr gute Ausgangssituation für private Pächter, wie sie im KGV Auf den Ruten (Woltmershausen) und m KGV Min Land e.V. (Walle) bereits bestehen, und auch für Gemeinschaftsgärten und Vereine mit ganzjährigen Projekten dar. Die kleinen Häuser bilden eine wichtige Basis für den ganzjährigen Betrieb mit Gruppen. Vorstellbar für die Zukunft ist ein Parzellenkindergarten ähnlich einem Waldkindergarten, auch der Schulgarten mit Kaisenhaus im KGV Weserlust e.V. (Peterswerder) kann Vorbild für vergleichbare Initiativen sein. Für gemeinnützige Beschäftigungsprojekte, wie der erfolgreiche Kaisenhausgarten im KGV Schwachhausen e.V. der Bremer Lebensgemeinschaft für die Seelenpflege bedürftiger Menschen e.V. (Beitrag dazu hier lesen) ist so ein etwas größeres, heizbares Gartenhaus empfehlenswert. Für weitere ökologische Bildungsprojekte bieten Parzellen mit Kaisenhaus eine sehr gute Ausgangssituation wie der Tafelgarten des BUND im KGV Eiche e.V. (Findorff) ziegt. Denkbar sind ein weiterer internationaler Garten wie der in Walle und Projekte der Umweltbildung. Verschiedene neue Projekte werden sich sicherlich rasch konkretisieren, sobald die langfristige rechtliche Sicherheit durch Verwaltungsrichtlinien hergestellt worden ist.

planierte Parzelle 2/15

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planierte Parzelle 2/2015

Fotos: Kirsten Tiedemann

Ergänzung: verdichteter Boden/Gemeinschaftsgärten (27.2.15 um 18.50)