Trampolin-Verbot in Kleingärten – heute Thema im Weser-Kurier

„Bremische Gartenordnung: Trampolin-Verbot in Kleingärten„, das ist ein brandaktueller Artikel von Frank Hethey in der heutigen Ausgabe des Weser-Kuriers, auf den ich euch aufmerksam machen möchte.

„Ärger um neue Vorschriften für Kleingärtner: An diesem Sonnabend läuft die Frist für Änderungswünsche am Entwurf der neuen Gartenordnung ab. Doch Ruhe dürfte nicht einkehren, es regt sich Widerstand.“  

Hier klicken und den ganzen Artikel lesen. 

* Der komplette Entwurf der neuen Gartenordnung mit kritischen Kommentaren kann bei den Kleingartenrebellen Bremen hier eingesehen werden.

* „Es gibt eine Basta-Mentalität im Landesverband“ ist ein Interview, das Frank Hethey  für den Weser-Kurier freundlicherweise mit mir geführt hat. Es erscheint heute ebenfalls im Weser-Kurier.

* Achtung: Nur noch heute können Vorstände der Kleingärtnervereine, die Mitglied im Landesverband der Gartenfreunde Bremen sind, Anträge auf Änderung an den Landesverband der Gartenfreunde einreichen.

* Zum Thema Trampolin-Verbot erhielt ich heute eine interessante Information von einem Garten-Kollegen: „Nur nebenbei, Trampoline aufblasbare Swimmingpools oder welche Sportgeräte auch immer müssen auf Ihre  Sicherheit geprüft sein und eine CE Zulassung besitzen. Andernfalls dürfen sie garnicht in den Handel gelangen. Diese Prüfung auf Betriebssicherheit und Zulassung gehört nicht zu den Aufgaben eines KGV Landesverbandes.“

* Übrigens: Es lohnt sich unbedingt, auch die verschiedenen Kommentare der Leserinnen und Leser in der online-Ausgabe des Weser-Kuriers direkt unter dem Beitrag zu lesen.

* Von meibu gibt es dort seit 17.2.2018 10:38 Uhr beispielsweise folgenden Kommentar, den ich hier komplett aufnehme, weil er ganz unterschiedliche Aspekte aufgreift. Dass darin auf einen Blogbeitrag auf „Gärtnern in Bremen“ hingewiesen wird, freut mich (klar!), ist aber nicht der Grund für die Kopie. Den gesamten Beitrag findet ihr hier im Weser-Kurier.

Dem Trampolin an sich wird hier [ im Artikel des WK, Anmerkung KT] viel Raum gewidmet. Deshalb kurz: ein durchschnittliches Trampolin im Kleingarten hat nur einen Durchmesser von 2-3 Metern und nimmt damit bei (ebenfalls durchschnittlich) 450qm Gartenfläche davon rund 1,5 % ein. Und der Kommentator BremKrit hat offensichtlich einen privaten Garten in dem er sich von Kinderlärm gestört fühlt, denn Kleingärten müssen ohnehin einsichtig sein, die Heckenhöhe ist auf 1,10 begrenzt, so will es die alte und der Entwurf der neuen Gartenordnung. Es geht keineswegs darum, sich eine private Oase zu schaffen, sondern gelebte Gartenkultur soll auch für Passanten und Spaziergänger da sein.

Interessant ist allerdings, dass BremKrit damit rechnet, dass die Flächen ohnehin bald umgewidmet werden sollen. Damit folgt er der Argumentation der Hamburger Schrebergartenrebellen, die in dem neuen Entwurf der Gartenordnung eine Vorbereitung der Umwidmung von Kleingartengrund in Bauland sehen, wie in Hamburg geschehen. Dabei geht es vor allem um die neuen weitreichenden Möglichkeiten Kleingärtner, die nicht spuren, ohne Abmahnung los zu werden. (http://www.schreberrebellen.de/index.php?id=aktuelles&post=gartenordnungs-zwang-jetzt-auch-in-bremen)

Tatsächlich lassen einige Formulierungen wie „den Anweisungen der Fachberater des Landesgartenverbandes ist Folge zu leisten“ , „Verstöße gegen die Gartenordnung können (….) eine Kündigung begründen“ diesen Schluss durchaus zu. Von Abmahnung oder Nacharbeiten ist nämlich keine Rede mehr.

Demnächst könnte bei Verabschiedung der neuen Gartenordnung nach dem vorliegenden Entwurf also jeder mit zwei Holundersträuchern, oder einem über 2,5 Metern
oder einem Trampolin (oder Schaukel),
oder zwei Nadelbäumen,
oder einem Baum über 4 Metern Höhe,
oder einer Gartenpforte, die nicht der „vom Verpächter festgelegten Ausführung“ entspricht
oder einer Hecke statt einem Zaun zum Nachbargrundstück
oder einen abgestorbenen Stumpf, Totholzbarriere, oder Holzhaufen
oder Ackerwinde, Girsch, oder Quecke
oder (vermutlich versehentlich) Neophyten
oder nicht mindestens ein drittel der Fläche für Obst und Gemüseanbau u.s.w. der Garten fristlos gekündigt werden. Hecke auf 1,10 gilt natürlich dabei auch weiterhin.

Alle, die sich jetzt zurücklehnen und denken, „naja, das wird heißer gekocht als es gegessen wird“ sollte dabei bewusst sein, dass das nur so lange stimmt, bis der Vereinsvorstand vom Landesverband mit der neuen Handhabe dazu genötigt wird, die Gartenregeln rigoros umzusetzen. Zum Beispiel weil tatsächlich eine Umnutzung angestrebt wird. Über die wird u.a. in Walle oder im Bremer Westen schon lange diskutiert. Oder persönliche Querelen werden über Vereinsausschluss geahndet, wer hat schon seine ganze Quecke ganzjährig im Griff? Bei dieser Liste findet sich immer etwas, gerade bei Gärtnern, die für Igel und Insekten Holz liegen lassen, Girsch-Salat lecker finden oder Hecken zwischen den Gärten für Vögel sinnvoll…

 

(Mehr zum Thema Bauland im Kleingartengebiet, inkl. Presseschau:kirstentiedemann.wordpress.com/2017/09/11/die-katze-ist-aus-dem-sack-aktuelle-beitraege-zu-plaenen-kleingaerten-zu-bebauen/)

 

FINDORFF GLEICH NEBENAN. Im Parzellengebiet

Das neue Magazin FINDORFF liegt mit der aktuellen Sommerausgabe und dem Titelthema „Im Parzellengebiet“ an vielen Hotspots im Stadtteil aus. Viele Findorffer habe ihr Exemplar bereits im Briefkasten gefunden.

Die Kleingartengebiete Bremens sind untrennbar mit Kaisenhäusern verbunden, den kleinen Wohnhäusern auf Parzellen, die ihren Ursprung in der Wohnungsnot der Nachkriegszeit haben und von denen heute noch einige stehen. Mit Frage zur aktuellen Situation und der Zukunft dieser Häuser sind Ulf Jacob und Mathias Rätsch von Magazin FINDORFF auf mich zugekommen. Wie einige vielleicht wissen, habe ich zu dem Thema geforscht und die Ergebnisse mit Bildern, Dokumenten und Plänen im Buch „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Bremens Kaisenhäuser“ festgehalten. Was soll ich sagen? Das Interview lest ihr in der aktuellen Ausgabe, und dann bin ich gemeinsam mit der engagierten Rike Fischer (Grafikerin, Wildblumenexpertin, Urban Gardening, Bremen im Wandel) auf dem Titel des Magazins gelandet. Die gelungenen Fotos sind auf einer Parzelle mit echtem Kaisenhaus (Danke Ute!) in Findorff von der versierten Fotografin Kerstin Rolfes gemacht worden.

Mathias Rätsch und Ulf Jacob haben wieder eine informative, lesenswerte und ansprechend gestaltete Ausgabe von FINDORFF GLEICH NEBENAN vorgelegt.

Buten-Findorffer können alle Ausgaben übrigens online lesen, dazu hier klicken.

Heute 14.00 Uhr Pflanzfest in der Münchener Straße

Auf diese feine Mitmachaktion in der Münchner Straße in Findorff mache ich euch gerne aufmerksam. Am Samstag, 1. April, kannst du gemeinsam mit anderen die Straße für den Frühling und Sommer gestalten. Von 14.00 bis 16.00 Uhr werden auf Baumscheiben und Beeten am Straßenrand blühende Stauden gepflanzt und bunte Blumen ausgesät. Das freut das Auge der vorübergehenden Menschen und die Bienchen. Habt ihr auf der Parzelle Stauden geteilt, weil sie eine Verjüngung brauchen? Bringt die andere Hälfte mit nach Findorff zum Pflanzfest und gebt ihr einen guten Platz! Dort wird sie das Straßenbild beleben. Nähere Infos findet ihr auf dem Blog „Bremen im Wandel.

Schnapp‘ dir den kleinen Grubber, die Gießkanne und deine Stauden und dann nix wie hin!

Bremen im Wandel

Wir freuen uns auf folgende Veranstaltung, die auch auf unserem Mist gewachsen ist:

Sa., 01.4.17, 14 – 16 Uhr, Münchener Straße, Treffpunkt: Ecke Augsburger Straße

Pflanzfest

Samstag, den 1. April 2017, 14 – 16 Uhr · Start: Münchener Straße / Ecke Augsburger Straße

Jetzt einfach mitmachen!
Bienenfreundliche Pflanzen und Blumen für die Münchener Straße: Freie Beetflächen in der Münchener Straße sollen sich in ein buntes Blumenmeer verwandeln und so den öffentlichen Raum dauerhaft aufwerten. Wir möchten gemeinsam mit Euch mehr Blüten und Grün in die Stadt bringen. Bringt gerne Pflanzen, Erde, Eimer, Geräte und Wasser mit.Pflanzfest Münchener Straße Bremen

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Die Zapfstelle als Quelle erfrischenden Trinkwassers

Wer dem Gespräch von Parzellisten lauscht, wird irgendwann den Begriff Zapfstelle hören und sich vielleicht fragen, worum es dabei geht. Rasch ausgeschlossen werden kann eine Zapfanlage für Bierfässer. Manch ein Hobbygärtner mit Benzinmäher wünscht sich vielleicht eine Zapfsäule für Treibstoff, aber auch diese ist nicht mit der Bezeichnung gemeint. Im Zusammenhang mit Kleingärten verwendet bezeichnet die Zapfstelle einen Wasserhahn zum Zapfen von Trinkwasser, der meist in einer unscheinbaren gemauerten Box mit Pultdach hinter einer abschließbarer Tür verborgen ist. Jeder Pächter einer Parzelle erhält hierfür einen Schlüssel ausgehändigt, um sich während der Saison mit dem kostbaren Nass versorgen zu können. Es erinnert ein wenig an das Prinzip auf einem Campingplatz, wo die Gäste sich das Wasser von einer zentralen Stelle holen können. Die Abrechnung des verbrauchten Wassers erfolgt einmal jährlich per Umlage. Je nach Größe des jeweiligen Vereinsgebietes befinden sich eine oder mehrere solcher Zapfstelle verteilt an zentral gelegenen Wegkreuzungen. Die für die Versorgung notwendigen Wasserleitungen werden keineswegs von öffentlicher Hand bereitgestellt, sondern von den Kleingartenvereinen gemeinschaftlich in Eigenarbeit der Mitglieder verlegt, gewartet und aus vereinseigenen Mitteln finanziert. Organisiert wird diese Arbeit vom Vorstand des Vereins oder von einer eigens hierfür gegründeten Wassergemeinschaft mit Wasserwart (Vgl. Platzwart eines Sportvereins). Grund hierfür ist der Sachverhalt, dass sich die Freizeitgärten überwiegend auf gepachtetem Land befinden und es sich nicht um öffentliche Einrichtungen handelt. Für die Gartengebiete mit sogenannten Eigenlandparzellen, von denen jede Parzelle in Privatbesitz ist, gilt selbstredend dasselbe Prinzip. Es gibt Kleingartengebiete, in denen das Trinkwasser ausschließlich von Zapfstellen zu beziehen ist, in anderen verfügt jede Parzelle über einen Trinkwasseranschluss und in wieder anderen existiert eine Mischform, einige Parzellen verfügen über einen Trinkwasseranschluss und andere nicht, weshalb es auch Zapfstellen gibt.

Kürzlich konnte ich in einem Findorffer Kleingartengebiet einen Blick in das Innere einer Zapfstelle werfen und habe für euch dieses Foto mitgebracht.

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Foto: Kirsten Tiedemann

Junges Gemüse aus dem Balkongarten

Es blüht und grünt und schmeckt köstlich. Das Experiment, aus meinem winzigen Balkon ein Gärtchen mit Nutzpflanzen zu machen, gelingt und ich werde schon seit dem Frühjahr mit frischem Gemüse beschenkt. Zu Erdbeeren, Oreganum und einer sehr alten, würzigen Schnittlauchstaude, die aus dem umfangreichen Garten meiner Großmutter stammt, gesellen sich in dieser Saison Radieschen, Zwiebeln und Co. Man kann sich fragen, warum ich mir die Mühe mache, Erde auf den Balkon zu schleppen, statt den dafür bestimmten Kleingarten zu nutzen. Die Antwort findet sich in der Invasion von Nacktschnecken mit ihrem ungeheuren Appetit auf frisches, zartes Grün. Kartoffeln, Tomaten und natürlich Blumen wachsen im Kleingarten, aber viele zarte Triebe und junge Pflanzen brauchen besonderen Schutz. Will ich nicht Unmengen an Schneckenkorn streuen (wird das von der Pflanze aufgenommen und esse ich es später?), die Tierchen morgens und abends absammeln (Zeit!) und fortbringen (wohin?) oder einen sehr gut funktionierenden aber nicht ganz günstigen Schneckenzaun setzen, um die aufkommende Saat und Jungpflanzen vor ihrem sagenhaften Hunger zu schützen, ist der Balkon eine gute Alternative. Den Impuls gaben mir die kundigen Teilnehmerinnen meiner offenen Gartengruppe im Dachgarten der Bremer Volkshochschule 2015, die von ihren guten Erfahrungen mit ihrem Balkongarten berichteten. Das probiere ich in dieser Saison aus und bin sehr glücklich mit der Entscheidung.  #zurNachahmungempfohlen

Diese kugelrunden Radieschen waren meine erste Ernte.Radieschen2                                            Die Zuckererbsen blühen fein … Erbsen                                                                                      … und schmecken zart und unbeschreiblich grün.erbsenschoten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für die optimale Nutzung des eng begrenzten Beetes bietet sich eine Mischkultur, hier Zwiebeln und Wurzeln (Möhren), an.Mischkultur                                                                        Zucchinipflanzen bringen prächtige Blüten hervor …Zucchiniblüte

… und brauchen zusätzliche Gaben von organischem Dünger, um Früchte auszubilden.Zucchini

Fotos: Kirsten Tiedemann