Erfolgreiches integratives Gartenbauprojekt in Kaisenhausgarten

Der Kleingärtnerverein Harmonie e.V. in Schwachhausen macht es vor, welch eine Bereicherung ein Kaisenhausgarten für Gebiet und Verein darstellen kann. Bereits seit 12 Jahren leitet Anke Buse dort in einem Gartenbauprojekt sechs junge Menschen auf zwei Parzellen zum Anbau zahlreicher Gemüsesorten und Kräuter an. Träger dieses gemeinnützigen Gartenbauprojekts ist die Bremer Lebensgemeinschaft für Seelenpflege bedürftiger Menschen e.V. (landläufig Behinderte genannt), die es in Kooperation mit der Werkstatt Bremen für junge Erwachsene anbietet. Auf 1000 Quadratmeter wird von montags bis freitags auf biologisch-dynamischer Grundlage mit 4-jähriger Fruchtfolge in gutem Kontakt mit den benachbarten Parzellisten gegärtnert. Auch die wechselseitige Nachbarschaftshilfe wird gern gewährt, tatkräftig packen die jungen Menschen beispielsweise beim beschwerlichen Ausgraben großer Baumwurzeln mit an. Man begrüßt sich und tauscht sich über den Gartenzaun hinweg aus. Schnell ist die Gruppe in den Alltag des Kleingartenvereins integriert worden.

Ein intaktes Kaisenhaus kann seit 2004 durch die tatkräftige Unterstützung des damaligen Vereinsvorsitzenden Hans-Ulrich Helms für das Projekt und seine Mitarbeiterinnen als Gartenhaus dauerhaft zur Verfügung gestellt werden. Der damalige Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. unterstützte dieses Vorhaben bei der Behörde maßgeblich. In dem Kaisengartenhaus können die Leute die Kleidung wechseln, die im Winter nicht klamm wird, wie in einer Laube üblich, bei Regenschauern gibt das Haus Unterschlupf für die sieben Erwachsenen, im Winter wärmt es in den Arbeitspausen, es gibt ausreichend Raum für winterliche Schulungen und Innenarbeiten. Welch eine Wohltat es ist, morgens in warme Arbeitsschuhe zu schlüpfen, lesen Sie unten im sehr anschaulich beschriebenen Text der pädagogischen Leiterin Anke Buse.

Dieses soziale Projekt ist für alle beteilgten Partner äußerst erfolgreich – und das bereits seit zwölf Jahren: Der Kleingartenverein hat zwei Gärten dauerhaft verpachtet, der Garten wird durch alle Jahreszeiten täglich genutzt, der Trägerverein für Seelenpflege bedürftiger Menschen e.V. hat ein wohnortnahes, innerstädtisches Gartengelände für das Gartenbau-Beschäftigungsprojekt, die Projektmitarbeiter üben eine sinnstiftende Beschäftigung aus und gehören im Gebiet dazu, sie sind anerkannt.

Der Kleingärtnerverein Harmonie e.V. in Schwachhausen praktiziert bereits über ein Jahrzehnt eine wunderbare Möglichkeit, wie die neue Nutzung eines intakten Kaisenhauses neben einer rein privaten Nutzung in einem gemeinnützigen Projekt aussehen kann. Warum ergreift der Landerverband der Gartenfreunde Bremen e.V. diese große Chancen nicht, die von intakten Kaisenhäusern als Gartenhäuser ausgeht? Sie stellen ein großes positives Potential für die Belebung der von Leerstand gebeutelten Kleingartenvereine dar!

Das erfolgreiche soziale Projekt wird mit anschaulichen Beiträgen und Fotos in der Festschrift zu 100jährigen Jubiläum des Kleingärtnervereins Harmonie e.V. dokumentiert. Ein weiterer schöner Beitrag läßt sich im „Fachberater“ 2013 finden.

in: 100 Jahre Kleingärtnerverein Harmonie e.V. Bremen 2011

in: 100 Jahre Kleingärtnerverein Harmonie e.V. Bremen 2011

in: 100 Jahre Kleingärtnerverein Harmonie e.V. Bremen 2011

in: 100 Jahre Kleingärtnerverein Harmonie e.V. Bremen 2011

5 Gedanken zu „Erfolgreiches integratives Gartenbauprojekt in Kaisenhausgarten

  1. Pingback: Behelfsheime in Kiel: zum (gewollten?) Vergessen von Kieler Lokalgeschichte | gartenfreundekiel

    • Danke für deinen Hinweis auf das Schulkinder-Projekt mit Kaisenhausgarten, es klingt sehr interessant. Eine tolle Art der Umweltbildung. Ein Besuch für einen Bericht steht schon auf meiner to.do-Liste! Allerdings ist es doch merkwürdig, dass der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. auf seiner Homepage auf dieses Projekt hinweist und gleichzeitig strickt gegen den Erhalt von Kaisenhäusern als Gartenlauben ist. Wie erklärt der LV diesen Widerspruch?

  2. Ich schätze solche Fördermaßnahmen sehr. Denn sie tragen sehr zum Bestand und der Zukunft des Bremer Kleingartenwesen bei. Nun wird wohl bald Schluß damit sein wenn die Forderungen des Landesverbandes durchgesetzt werden.

    • Solche tollen Projekt wünsche ich mir mehr. Kaisenhausgarten sind neben der privaten Nutzung auch eine prima Ausgangssituation für gemeinnützige Vorhaben beispielsweise für Umwelt- und Naturbildung und für die Belebung von Kleingartengebieten, die mit massivem Leerstand zu kämpfen haben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s