Bauland in Waller Kleingartengebiet? Leserbriefe

Soll die Gartenkultur in Waller Feldmark erhalten oder das Gebiet neu zugeschnitten werden, um Bauland auszuweisen? Zu dem Thema gibt es eine Fülle an online-Kommentaren unter dem Beitrag „Streit um Parzellen entschärft“  hier mehr.  Inzwischen sind es 24 Wortmeldungen. Daneben äußern sich Leser des Weser-Kuriers per Brief mit kenntnisreichen Stellungnahmen. Eine erste Auswahl der Leserbriefe stelle ich hier vor.

Weser-Kurier 27.5.2017

 

Weser-Kurier 27.5.2017

Weser-Kurier 8.7.2017

 

 

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Kaisenhausbewohner vertreiben Einbrecher in Gartenlauben

In der Nacht zu Montag konnten im Parzellengebiet in Walle Einbrüche in Gartenlauben durch Anwohner verhindert werden, das berichtet der Weser-Kurier im Stadtteilkurier. Im Hertaweg und im Hoffnungsweg wurden die Anwohner von Geräuschen geweckt und schauten, woher diese stammten. Das Einschalten des Lichts vertrieb die Einbrecher. Fußabdrücke im Schnee führten die gerufene Polizei zu einem der mutmaßlichen Täter.

Die Polizei bittet Zeugen, die auch am Tierheim Hemmstraße verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich zu melden. Telefon 0421/362-3888

Die Nachricht liest sich hier klicken.

 

Kaisenhaus oder Laube? Ein individuelles Gartenhäuschen aus alter Zeit

Immer wieder entdecke ich ein gepflegtes Häuschen in einem Kleingarten, das eine Laube oder ein als Gartenhaus genutztes Kaisenhäuschen sein können, so wie dieses hier. Es geht ein besonderer Charme von ihm aus, findet ihr nicht auch?

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Foto: Kirsten Tiedemann

Guck‘ mal, ein Kaisenhaus in der Stadtmitte

Guck‘ mal, ein Kaisenhaus als Gartenhaus in einem Kleingartengebiet mitten in Bremen! Oder ist es einfach eine ziemlich gut erhaltene alte Laube? So oder so, es ist ein ansehnliches, individuelles Gartenhaus.

gelbeshaus_klFoto: Kirsten Tiedemann

 

Eigenwillig gestaltetes Kaisenhaus

Dieses aussagekräftige Beispiel für die eigenwillige Gestaltung beim Bau von Kaisenhäusern sendete mir eine passionierte Freizeitgärtnerin freundlicherweise zu. Herzlichen Dank dafür. Das kleine Häuschen mit Satteldach nebst Anbau befindet sich nicht in Findorff/Walle, was auf eine Verbreitung des Wohnens auf der Parzelle in der Nachkriegszeit in den meisten Kleingartengebieten der Stadt hinweist. An dem mit roten Dachschindeln eingedeckten Gebäude sind zwei Anbauten erkennbar: Zum einen gibt es einen Windfang und des weitere befindet sich ein Anbau an der Rückseite des Häuschens einschließlich Obergeschoss, der anders als das „Hauptgebäude“ mit einem Pultdach versehen wurde. Dieser Bereich scheint mit Dachpappe gedeckt zu sein. Die hier gewählte Dachform ermöglicht es, die gesamte Grundfläche der ersten Etage in diesem kleinen Teil des Hauses vollumfänglich nutzen zu können. Das ovale Fenster im Anbau fällt ins Auge. Das selbst gebaute Häuschen, das früher nach Notwendigkeiten, Möglichkeiten und Bedürfnissen der Bewohner vergrößert worden ist, erhält damit ein wunderbares i-Tüpfelchen. Es amüsiert die Betrachter*in (und verärgert mache andere) auch, weil es komplett aus der Reihe der gängigen Gestaltungslogik tanzt.

Das an die Hauswand angelehnte Fahrrad gibt einen hilfreichen Anhaltspunkt zur Schätzung der Grundfläche des ursprünglichen Gebäudes. Das kleine Gebäude mit Satteldach wird in etwa eine Grundfläche von 6×6 Meter haben; dazu kommt der Anbau mit etwa 2,50×6 Meter.

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Foto: privat

Wer mehr über die Geschichte des Wohnens auf der Parzelle in Bremen erfahren möchte, und dessen Entwicklung von den 1920er Jahren bis 2002, dem möchte ich mein Buch „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Bremens Kaisenhäuser“ ans Herz legen. Das reich bebilderte Buch beleuchtet die Gründe für die eigenwillige Gartenwohnkultur, es läßt engagierte Zeitzeugen zu Wort kommen, zeigt viele Dokumente sowie Bau- und Flächennutzungspläne und gibt interessante Einblicke in die wechselvolle Geschichte aus Sicht der Bewohner*innen sowie von Verwaltung und Politik (Bürgermeister Wilhelm Kaisen und Hans Koschnik u.a.). Es ist beim Weser-Kurier, im Pressehaus in der Martinistraße erhältlich und im Buchhandel bestellbar.

ISBN 978-3-938795-39-2, Preis: 16,90 €.

Foto: privat