Kaisenhaus mit Zukunft als Gartenhaus – Das Potential erkannt

Zur Nachahmung empfohlen: Schon mal dran gedacht, ein Kaisenhaus als Gartenhaus zu nutzen?!

Es ist wirklich spannend zu beobachten, welche Zukunft intakte Kaisenhäuser mit der neuen Übergangsregelung als Gartenhäuser haben können – selbst wenn sie auf den ersten Blick vielleicht nicht reizvoll wirken. Ich habe Jörn in seinem Kaisenhausgarten besucht und durfte mich in Garten und Haus umsehen.

„Ich habe mir einen Traum verwirklicht. Aus einem der verwahrlosten Gärten mit Haus habe ich mir mit viel Herzblut und Engagement eine kleine Finca geschaffen“, sagt Jörn. „Warum eine Ferienwohnung auf Norderney? Oder ein Haus in der Toscana, in das man nur ein- oder zweimal im Jahr fährt? Und das auch nur für kurze Zeit.“ Er zieht den Garten in der Stadt vor. „Zum Garten ist es ein kurzer Weg. Sobald ich die Gartenpforte hinter mir schließe, tauche ich aus der städtischen Hetze ab. Meine grüne Oase liegt quasi vor der Haustür.“Gartensicht

„Ich habe das Potential des kleinen Hauses erkannt, obwohl es ziemlich zugemüllt war“, erzählt Jörn von seinem ersten Eindruck. Seitdem hat der dynamische Mann, der in der IT-Branche tätig und zeitweise viel auf Reisen ist, die verwahrloste Parzelle geschickt und mit großem Engagement in seiner Freizeit eigenhändig nach seinen Vorstellungen neu gestaltet. Das Häuschen hat er entrümpelt und entkernt und vom Boden bis unters Dach erneuert. Viel Zeit, Material und vor allem Arbeit mit Herzblut stecken in dem Garten und dem Häuschen, das nun als modern gestaltetes Gartenhaus zu vielen Gelegenheiten genutzt wird.

Das Äußere des kleinen Hauses mit seinen Anbauten will Jörn weitgehend unverändert im alten Stil erhalten, denn er schätzt es auch als ein historisches Zeugnis und erhält so einen Teil Bremischer Geschichte: als Kaisenhaus war das kleine Gebäude in der Nachkriegszeit aufgebaut worden und hatte gemeinsam mit dem Garten überlebenswichtige Funktionen zu erfüllen. In jenen Jahren, die von einer massiven Wohnungskrise geprägt war, hatte sich hier eine Bremer Familie mit großem persönlichen Engagement dieses kleine Wohnhäuschen in einem Kleingarten aufgebaut. Und weil die Wohnungskrise über Jahrzehnte dauerte, wurde das kleine Häuschen damals gelegentlich etwas vergrößert, wie die Anbauten zeigen.

Laube

Fensterrahmen und Fensterläden sind wo nötig ausgebessert und einheitlich frisch gestrichen worden. Die Veranda steht jetzt auf der to-do-Liste.

Ich darf einen Blick in das Innere des gründlich renovierten Hauses werfen. Gleich hinter der Veranda komme ich in einen Funktionsraum, der mit neuen Bodenfliesen ausgestattet ist, die Wände sind getäfelt und in frischem Weiß gestrichen. Pantry und Kochgelegenheit vervollständigen diesen Bereich. Fenster

Bei den Entrümpelungsarbeiten entdeckte der neue Besitzer hier überraschenderweise einen kleinen, tiefer gelegten, soliden Lagerraum in der Größe von etwa einem Kubikmeter. Hier bleiben Wasser, Bier und Wein für den lauen Sommerabend erfrischend kühl.kellerklappe2

Im gemütlichen Wohnbereich ist der Putz der Wände ebenfalls weiß gestrichen, die Decke ist vertäfelt und der Boden mit Kork ausgelegt.

Vor dem Ofen hat Jörn als Schutz vor Funkenflug Flusskiesel in Beton eingelegt. Diese Alternative zur Glasplatte hat vom Schornsteinfeger, der Ofen und Rauchabzug regelmäßig checkt, das OK bekommen. Das Feuer im Ofen knistert bei meinem Besuch und spendet eine angenehme Wärme, die wohlige Atmosphäre verbreitet.Ofen

Auf der Parzelle konnten die Kinder von Jörn und seiner Frau als Teenager hin und wieder ein erstes Wochenende ohne Eltern verbringen, erinnert sich Jörg. Hier haben sie ungestört Freunde eingeladen und in einem überschaubaren Rahmen Selbstständigkeit geübt. WoziBlick2

Der Garten ist durch eine Vielzahl unterschiedlicher Sträucher und Büsche locker gestaltet und in verschiedene Bereiche gegliedert, sodass zu jeder Tageszeit eine sonnige Sitzgelegenheit zu finden ist. Bei Bedarf wurden vorhandene Gehwegplatten wieder verwendet.Bakn

Mit einer stabilen Schaukel, die sich besonders für hoch gewachsene Erwachsene eignet, hat Jörn sich einen weiteren Wunsch erfüllt. Mit großem Vergnügen genießt eine benachbarte Freizeitgärtnerin von etwa 70 Jahre es ebenfalls, hier nochmal wieder ausgiebig schaukeln zu können.

Das Gehölz erhält jährlich einen sorgfältigen, individuellen Schnitt, der dem Garten eine schöne Struktur und abwechslungsreichen Rahmen gibt. Säge

Das Häuschen verfügt über einen Anschluss an das Stromnetz und über fließendes Trinkwasser aus dem vereinseigenen Wassernetz. Die wenigen anfallenden Abwässer des Hauses werden in einer geschlossenen Grube aufgefangen und regelmäßig abgefahren. Zum Gießen der Sträucher, Beete und des Rasens werden das kostengünstige Grundwasser und aufgefangenes Regenwasser verwendet.

Kinder

Kinder aus der Nachbarschaft verkaufen Äpfel und Zucchini.

Zur Bauweise des Hauses

Betrachtet man das kleine Kaisenhaus genauer, wird man feststellen, dass der damalige Bauherr und seine Familie über gewisse finanzielle Mittel oder gute Beziehungen verfügt haben müssen. Die oberen Abschlüsse aller Fenster und der Eingangstür sind einheitlich, ebenso der Sturz über den Fenstern, die Fensterbänke und die Fenster. Nur die Veranda scheint vorgesetzt. Bei genauerer Betrachtung ist zu entdecken, dass die ersten 22 Quadratmeter Grundfläche damals jedoch nicht nur um die Veranda, sondern noch um einen weiteren kleinen Anbau und einen Schuppen erweitert worden waren. Das Wohnhäuschen selbst ist zweiwandig mit Sandstein und Klinker errichtet worden. Nur beim Fundament scheint mit einem Streifenfundament die Sparvariante gewählt worden zu sein. Fundament, Wände und der Dachstuhl sind ausreichend, sodass das kleine Haus eine Eindeckung mit Dachziegeln trägt. Es läßt sich leicht berechnen, dass diese solide Bauweise mehr Material und damit finanzielle Mittel (und/oder Beziehungen) erfordert hat als zum Beispiel die Variante mit einfachem Mauerwerk oder die Holzrahmenbauweise.

Zur Nachahmung empfohlen!

Jörn hat in seinem Garten ein attraktives Beispiel für die „Nachnutzung“ eines Kaisenhauses als Gartenhaus geschaffen. Es kann zur Nachahmung empfohlen werden, wie ich finde.

Sitzplatz

Fotos: Kirsten Tiedemann

[Beitrag vom 27.12.2015 leicht überarbeitet]

Kaisenhaus mit Zukunft – Das Potential erkannt

Es ist wirklich spannend zu beobachten, welche Zukunft intakte Kaisenhäuser mit der neuen Übergangsregelung als Gartenhäuser haben können – selbst wenn sie auf den ersten Blick vielleicht nicht reizvoll wirken. Ich habe Jörn in seinem Kaisenhausgarten besucht und durfte mich in Garten und Haus umsehen.

„Ich habe mir einen Traum verwirklicht. Aus einem der verwahrlosten Gärten mit Haus habe ich mir mit viel Herzblut und Engagement eine kleine Finca geschaffen“, sagt Jörn. „Warum eine Ferienwohnung auf Norderney? Oder ein Haus in der Toscana, in das man nur ein- oder zweimal im Jahr fährt? Und das auch nur für kurze Zeit.“ Er zieht den Garten in der Stadt vor. „Zum Garten ist es ein kurzer Weg. Sobald ich die Gartenpforte hinter mir schließe, tauche ich aus der städtischen Hetze ab. Meine grüne Oase liegt quasi vor der Haustür.“Gartensicht

„Ich habe das Potential des kleinen Hauses erkannt, obwohl es ziemlich zugemüllt war“, erzählt Jörn von seinem ersten Eindruck. Seitdem hat der dynamische Mann, der in der IT-Branche tätig und zeitweise viel auf Reisen ist, die verwahrloste Parzelle geschickt und mit großem Engagement in seiner Freizeit eigenhändig nach seinen Vorstellungen neu gestaltet. Das Häuschen hat er entrümpelt und entkernt und vom Boden bis unters Dach erneuert. Viel Zeit, Material und vor allem Arbeit mit Herzblut stecken in dem Garten und dem Häuschen, das nun als modern gestaltetes Gartenhaus zu vielen Gelegenheiten genutzt wird.

Das Äußere des kleinen Hauses will Jörn weitgehend unverändert im alten Stil erhalten. Fensterrahmen und Fensterläden sind wo nötig ausgebessert und einheitlich frisch gestrichen worden. Die Veranda steht jetzt auf der to-do-Liste.Laube

Ich darf einen Blick in das Innere des gründlich renovierten Hauses werfen. Gleich hinter der Veranda komme ich in einen Funktionsraum, der mit neuen Bodenfliesen ausgestattet ist, die Wände sind getäfelt und in frischem Weiß gestrichen. Pantry und Kochgelegenheit vervollständigen diesen Bereich. Fenster

Bei den Entrümpelungsarbeiten entdeckte der neue Besitzer hier überraschenderweise einen kleinen, tiefer gelegten, soliden Lagerraum in der Größe von etwa einem Kubikmeter. Hier bleiben Wasser, Bier und Wein für den lauen Sommerabend erfrischend kühl.kellerklappe2

Im gemütlichen Wohnbereich ist der Putz der Wände ebenfalls weiß gestrichen, die Decke ist vertäfelt und der Boden mit Kork ausgelegt.

Vor dem Ofen hat Jörn als Schutz vor Funkenflug Flusskiesel in Beton eingelegt. Diese Alternative zur Glasplatte hat vom Schornsteinfeger, der Ofen und Rauchabzug regelmäßig checkt, das OK bekommen. Das Feuer im Ofen knistert bei meinem Besuch und spendet eine angenehme Wärme, die wohlige Atmosphäre verbreitet.Ofen

Auf der Parzelle konnten die Kinder von Jörn und seiner Frau als Teenager hin und wieder ein erstes Wochenende ohne Eltern verbringen, erinnert sich Jörg. Hier haben sie ungestört Freunde eingeladen und in einem überschaubaren Rahmen Selbstständigkeit geübt. WoziBlick2

Der Garten ist durch eine Vielzahl unterschiedlicher Sträucher und Büsche locker gestaltet und in verschiedene Bereiche gegliedert, sodass zu jeder Tageszeit eine sonnige Sitzgelegenheit zu finden ist. Bei Bedarf wurden vorhandene Gehwegplatten wieder verwendet.Bakn

Mit einer stabilen Schaukel, die sich besonders für hoch gewachsene Erwachsene eignet, hat Jörn sich einen weiteren Wunsch erfüllt. Mit großem Vergnügen genießt eine benachbarte Freizeitgärtnerin von etwa 70 Jahre es ebenfalls, hier nochmal wieder ausgiebig schaukeln zu können.

Das Gehölz erhält jährlich einen sorgfältigen, individuellen Schnitt, der dem Garten eine schöne Struktur und abwechslungsreichen Rahmen gibt. Säge

Das Häuschen verfügt über einen Anschluss an das Stromnetz und über fließendes Trinkwasser aus dem vereinseigenen Wassernetz. Die wenigen anfallenden Abwässer des Hauses werden in einer geschlossenen Grube aufgefangen und regelmäßig abgefahren. Zum Gießen der Sträucher, Beete und des Rasens werden das kostengünstige Grundwasser und aufgefangenes Regenwasser verwendet.

Kinder

Kinder aus der Nachbarschaft verkaufen Äpfel und Zucchini.

Zur Bauweise des Hauses

Betrachtet man das kleine Kaisenhaus genauer, wird man feststellen, dass der damalige Bauherr und seine Familie über gewisse finanzielle Mittel oder gute Beziehungen verfügt haben müssen. Die oberen Abschlüsse aller Fenster und der Eingangstür sind einheitlich, ebenso der Sturz über den Fenstern, die Fensterbänke und die Fenster. Nur die Veranda scheint vorgesetzt. Bei genauerer Betrachtung ist zu entdecken, dass die ersten 22 Quadratmeter Grundfläche damals jedoch nicht nur um die Veranda, sondern noch um einen weiteren kleinen Anbau und einen Schuppen erweitert worden waren. Das Wohnhäuschen selbst ist zweiwandig mit Sandstein und Klinker errichtet worden. Nur beim Fundament scheint mit einem Streifenfundament die Sparvariante gewählt worden zu sein. Fundament, Wände und der Dachstuhl sind ausreichend, sodass das kleine Haus eine Eindeckung mit Dachziegeln trägt. Es läßt sich leicht berechnen, dass diese solide Bauweise mehr Material und damit finanzielle Mittel (und/oder Beziehungen) erfordert hat als zum Beispiel die Variante mit einfachem Mauerwerk oder die Holzrahmenbauweise.

Zur Nachahmung empfohlen!

Jörn hat in seinem Garten ein attraktives Beispiel für die „Nachnutzung“ eines Kaisenhauses als Gartenhaus geschaffen. Es kann zur Nachahmung empfohlen werden, wie ich finde.“

Sitzplatz

Fotos: Kirsten Tiedemann

Schenke dieses Buch! [Tipp]

Ja! Pfiffige Menschen pachten Parzellen, für die sie andere Pläne entwickeln als städtische Planer und Politiker. Kreative Reaktionen auf wiederkehrende Konflikte. So viele Menschen, so viele Jahre! Die Geschichte vom Wohnen auf der Parzellen in Bremen ist mehr als die Geschichte vom illegalen Bauen im Kleingarten. Sie ist mehr als eine Notlösung, mehr als improvisiertes Bauen und weit mehr als nur die individuelle Lösung eines Wohnproblems. Und: Sie ist auch ein prima Weihnachtsgeschenk! In meinem Buch „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Bremens Kaisenhäuser“ widme ich mich dieser Geschichte, die davon erzählt, wie Menschen ihre Geschicke in einer Krisenzeit in die eigenen Hände nahmen, sich ein Dach über dem Kopf bauten, eigene Quartiere schufen und wichtige Verbesserungen für ihr Lebensqualität erreichten. Es ist die Generation unserer Ur-Großeltern. Ganz nebenbei entwickelten sie ein städtisches Gebiet so von unten. Mit langem Atem setzten sich einige der etwa 80.000 Menschen, die um 1960 in den Kleingartengebieten lebten, für den dauerhaften Erhalt ihrer selbst geschaffenen Gartenwohnkultur ein – und konnten dabei langfristige Teilerfolge erzielen. Es ist ein bemerkenswerter, beachtlicher Teil bremischer Geschichte. Und: Es ist ein prima Weihnachtsgeschenk.

Zitate von Kaisenhauserbauern, einige ihrer Familiengeschichten und die Positionen von Bügermeistern (W. Kaisen, H. Koschnik, H. Seifriz) zur Sache, viele historische Fotos sowie Kartenmaterial und Baupläne sind in meinen Buch „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Bremens Kaisenhäuser“ erstmals veröffentlicht.

Es gibt noch ein paar Exemplare im Pressehaus in der Martinistraße. Online kann es zum Preis von 16,90 € beim Weser-Kurier-Shop und auch im Buchhandel bestellt. Hier die ISBN-Nummer 978-3-938795-39-2. bzb_Mehr als ein Dach über dem Kopf_Innen_Druckvorlage.indd

Kaisenhaus von heute

Haus

Wer glaubt, dass es heute nur noch in Walle, Findorff und Gröpelingen Kaisenhäuser gibt, der täuscht sich sehr. Immer wieder fallen mir unerwartet solche kleinen Häuser in verschiedenen Kleingartengebieten der Stadt vor die Füße, so wie dieses hier, dass man von der Stadtmitte aus gesehen in etwa der entgegen gesetzten Richtung zuordnen kann.

Nachtrag: … Es hat noch seine ursprüngliche Funktion.

Foto: Kirsten Tiedemann

Leeres Kaisenhaus als Gartenhaus?!

Verlassene Kaisenhäuser gibt es in den unterschiedlichsten Qualitäten und Formen, von der verfallenen Ruine bis zum intakten Häuschen. Kürzlich entdeckte ich ein verlassenes Kaisenhaus mit gutem Potential zum Gartenhaus. Solch eine Weiternutzung ist seit März 2015 gestattet. Näheres hier klicken. Das Dach dieses Häuschens scheint vor nicht allzu langer Zeit neu gedeckt worden zu sein. Ein paar Fensterrahmen sind recht mürbe und auch ein paar Scheiben eines Sprossenfensters müssen erneuert werden. Mit Zeit, etwas Geld und engagierter Eigenarbeit kann hier wieder eine wunderbare Parzelle entstehen – mit einem originellen Gartenhaus darauf. Der knorrige, alte Obstbaum vor dem Haus trägt übrigens leckere Äpfel und eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für die Neugestaltung des Gartens. Verlassen

Fenster2

Gardine7Reingucken

LeckerApfel

Fotos: Kirsten Tiedemann

Nachgefragt: Kaisenhäuser – aktuell gültige Eckpunkte

Im März 2015 wurde von der städtischen Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung und Energie Bremen eine Übergangsregelung zum Umgang mit Kaisenhäusern beschlossen. Mit dieser Regelung sind Eckpunkte festgelegt worden, die unbefristet bis zur Vorlage des Kleingartenplans 2025 Gültigkeit besitzen. Damit können intakte Kaisenhäuser nach dem Ende von bestehenden Auswohnrechten zu kleingärtnerischen Zwecken weiter genutzt werden. Von Zwangsabrissen wird in Zukunft abgesehen. Wer bereits eine Abrissverfügung unterzeichnet hat, kann von ihr zurücktreten. Ein neuer Stichtag wird festgelegt und anderes mehr.

Es gibt bereits einige erfolgreiche Kaisenhausgärten in privater Hand und mit einem Verein als Pächter, wie das integratve Beschäftigungsprojekt im KGV Harmonie in Schwachhausen, von dem ich hier berichtet habe. Weitere Beispiele werden hier demnächst vorgestellt.

Ein Kleingartenplan 2025 soll in Abstimmung mit allen relevanten Stellen, insbesondere dem Landesverband der Gartenfreunde e.V., Vertretern aus betroffenen Vereinen und Initiativen sowie Stadtteil-Beiräten erarbeitet werden.

Wie die aktuelle Praxis in Sachen Kaisenhäusern in der Verwaltung heute sei, wollte ich vom zuständigen Leiter der Abteilung „Stadtplanung und Bauordnung“ beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr wissen. Herr Reinhard Viering gab mir dazu folgende Antwort: „Die Umweltdeputation hat die Eckpunkte der Übergangsregelung beschlossen und die Bauverwaltung arbeitet danach.

Die Eckpunkte im Wortlaut:

„* Kein Einschreiten gegen Wohnnutzungen, die vor dem 28. Mai 1974 aufgenommen wurden.

* Gegen die Nutzung durch Ehepartner, die erst nach dem 28. Mai 1974 zugezogen sind, wird nicht mehr eingeschritten.

* Die Beendigung einer Wohnnutzung – sei es freiwillig oder nach Einschreiten der Bauaufsicht – hat nicht mehr zur Folge, dass die Beseitigung der baulichen Substanz gefordert wird. Diese kann zu kleingärtnerischen Zwecken weiter genutzt werden und wird auch im Falle einer Bereinigung des Kleingartengebietes nicht beanstandet.

* Bei nachweislich neuen Anlagen, d.h. Anlagen, die nach dem 5. März 2015 errichtet oder wesentlich geändert werden, wird eingeschritten (Einführung eines neuen Stichtages für die Duldung unzulässiger baulicher Anlagen).

* Bestehende Abrissvereinbarungen werden bei entsprechendem Wunsch des Vertragspartners bis auf weiteres nicht mehr vollzogen; im Übrigen werden Abrissvereinbarungen anhand einer Prioritätenliste erfüllt.

* Die Geltung der Übergangsregelung wird beschränkt auf Behelfsheime in Dauerkleingärten und sonstigen Kleingärten in der Stadtgemeinde Bremen. Sie gilt nicht im sonstigen Außenbereich. 

*Aus der Übergangsregelung kann kein unbegrenzter Bestandsschutz hergeleitet werden.“

Hier klicken und das ganze Papier mitsamt Eckdaten und Entwurf für eine dazugehörige Übergangs-Dienstanweisung der Sitzung der Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung und Energie am 5. März 2015 „Kleingartenplan 2025 – Übergangsregelung zum Umgang mit Behelfsheimen nach den bisherigen Dienstanweisungen Nr. 421 und 422“ ansehen.

Zur dazugehörigen Pressemitteilung der Grünen hier klicken und lesen.

Protokoll zur Sitzung der Deputation am 5. Februar 2015 mit Aussagen zum Thema Kaisenhäuser von Dr. Maike Schaefer/Grüne, Jürgen Pohlmann/SPD und Senator Dr. Joachim Lohse hier klicken (Seite 11).

Ein Überblick über die Ereignisse 2014/15 findet sich im Beitrag „Totgesagte leben länger – Neues Kapitel für Kaisenhäuser 2014/15“