Bremen – grüne Stadt der Zukunft? Urbanes Grün als Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung [Tipp]

Gerne mache ich auf folgende Veranstaltung in der Architektenkammer Bremen am 14.6.2017 aufmerksam, die die Zukunft des Grüns in der Stadt im Allgemeinen und speziell in Bremen in den Blick nehmen wird.

„Mit dem neuen Weißbuch Grün in der Stadt hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) eine umfassende Strategie zur nachhaltigen Entwicklung von urbanen Grün- und Freiräumen in der Stadt vorgelegt. Das Weißbuch nennt konkrete Handlungsempfehlungen und Umsetzungsmöglichkeiten für mehr Grün und vielfältige Ausprägungen in unseren Städten. Es kann direkt beim Ministerium heruntergeladen und bestellt werden. Näheres siehe hier.

Eine ausführliche inhaltliche Ankündigung findet Ih/ finden Sie auf der Website des Bündnisses für eine lebenswerte Stadt – grünes Bremen.

Die Veranstaltung stellt zur Debatte, wie diese Ansätze auf das Land Bremen übertragen werden können und benennt Handlungsfelder und Fallbeispiele.

Programm:

17:00 Uhr Begrüßung

  • Ronny Meyer, Staatsrat beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Bremen

17:15 Uhr Vorstellung Weißbuch “Grün in der Stadt“

  • Prof. Dr. Hagen Eying, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

17:45 Uhr Entwicklung grüner Strukturen der Stadtlandschaft – Potentiale und Handlungsbedarf

  • Dirk Hürter, Referatsleiter, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Bremen

Diskussion mit Impulsen aus Sicht von 

– Gesundheit / Soziales 

  • Prof. Sabine Baumgart, TU Dortmund / BPW baumgart+partner

– Sport und Freizeit

  • Ulrich Barde, Leiter Sportgarten Bremen

– Naturschutz / Biodiversität 

  • Martin Rode, BUND Bremen

– Planung / Bau

  • Gotthard Storz, BDLA Niedersachsen / Bremen

– Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

  • Prof. Dr. Hagen Eying

– Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Bremen

  • Ronny Meyer, Staatsrat

Moderation:

  • Christoph Theiling, Architektenkammer/ Bündnis für eine lebenswerte Stadt

Im Anschluss wird herzlich eingeladen zum einem „Get together“ bei Imbiss und Getränken.

Eine Veranstaltung des Bündnis für eine lebenswerte Stadt – grünes Bremen und der Architektenkammer Bremen in Kooperation mit dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Niedersachsen-Bremen e.V., dem BUND Bremen und dem BDLA Niedersachsen-Bremen“

Mittwoch, 14. Juni 2017, von 17:00 – 20:00 Uhr

Veranstaltungsort: Architektenkammer / Ingenieurkammer Bremen

Geeren 41-43, 28195 Bremen

Die Teilnahme ist frei.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Heute 14.00 Uhr Pflanzfest in der Münchener Straße

Auf diese feine Mitmachaktion in der Münchner Straße in Findorff mache ich euch gerne aufmerksam. Am Samstag, 1. April, kannst du gemeinsam mit anderen die Straße für den Frühling und Sommer gestalten. Von 14.00 bis 16.00 Uhr werden auf Baumscheiben und Beeten am Straßenrand blühende Stauden gepflanzt und bunte Blumen ausgesät. Das freut das Auge der vorübergehenden Menschen und die Bienchen. Habt ihr auf der Parzelle Stauden geteilt, weil sie eine Verjüngung brauchen? Bringt die andere Hälfte mit nach Findorff zum Pflanzfest und gebt ihr einen guten Platz! Dort wird sie das Straßenbild beleben. Nähere Infos findet ihr auf dem Blog „Bremen im Wandel.

Schnapp‘ dir den kleinen Grubber, die Gießkanne und deine Stauden und dann nix wie hin!

Bremen im Wandel

Wir freuen uns auf folgende Veranstaltung, die auch auf unserem Mist gewachsen ist:

Sa., 01.4.17, 14 – 16 Uhr, Münchener Straße, Treffpunkt: Ecke Augsburger Straße

Pflanzfest

Samstag, den 1. April 2017, 14 – 16 Uhr · Start: Münchener Straße / Ecke Augsburger Straße

Jetzt einfach mitmachen!
Bienenfreundliche Pflanzen und Blumen für die Münchener Straße: Freie Beetflächen in der Münchener Straße sollen sich in ein buntes Blumenmeer verwandeln und so den öffentlichen Raum dauerhaft aufwerten. Wir möchten gemeinsam mit Euch mehr Blüten und Grün in die Stadt bringen. Bringt gerne Pflanzen, Erde, Eimer, Geräte und Wasser mit.Pflanzfest Münchener Straße Bremen

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Platanen adé? Ist das letzte Wort gesprochen? [Veranstaltungstipps]

Ist das letzte Wort um die Fällung von über 100 Platanen am Neustädter Weserdeich im Zentrum Bremens schon gesprochen? Im Zuge der Deicherhöhung, die angesichts des steigenden Meeresspiegels erforderlich ist, wird der Fortbestand der im Deich wurzelnden Bäume kontrovers diskutiert.

platanen

Die Entscheidung wäre gefallen, so meldet der Weser-Kurier am 20. Januar mit dem Titel „Platanen müssen weichen„. Die Bäume wären krank und destabilisieren den Deich. Als Kompensation für die gefällten Bäume mit ihren üppigen Kronen sollen im Verhältnis 1:4 neu gepflanzt werden. Insgesamt 500 Bäume – junger Spitzahorn soll es werden. Wo die neuen Bäumchen stehen werden sei abhängig vom Entwurf zur Neugestaltung.

Die Platanen sind noch nicht gefällt„. Mit dieser Parole reagiert eine engagierte Bürgerinitiative BI Platanen am Deich  und viele Baumfreund, die die Entscheidung des Senators nicht teilen. Sie bemängeln eine ungenaue Argumentation in vorgestellten Gutachten, auf deren Grundlage der Bausenator seine Entscheidung unter anderem gefällt hat, und fragen nach fehlenden Untersuchungen zur exakten Diagnose angeführter Krankheiten an vielen Platanen. Von Seiten der BI werden andere Gutachten und sachkundige Information in die Diskussion eingebracht, die den Fortbestand der 136 Bäume auch bei einer Erhöhung des Deiches zuließen. In diesem Zusammenhang läuft bis zum 23.3. eine Petition S 19/202 zum Erhalt der Platanen am Neustädter Deich, die an die Bremische Bürgerschaft gerichtet ist und mitgezeichnet werden kann. Inzwischen erwägt die BI auch eine Klage gegen den Beschluss. Der Konflikt ist also noch (lange?) nicht beigelegt.

Veranstaltungstipps

  • Das „Nordwestradio unterwegs“ greift den Streit um die 136 Platanen heute, 22.2. um 18.05 Uhr auf. Im Gespräch werden Senator Joachim Lohse, Rainer Suckau vom Deichverband, Andreas Block-Daniel Baumsachverständiger und Gunnar Christiansen für die Bügerinitiative ihre Positionen austauschen.
  • Wer sich in der Sache informieren und mit Senator Lohse, Staatsrätin Reuther, Architekten und Planern weiter diskutieren will, der hat in dem sicherlich höchst spannendem öffentlichen Diskurs zu den ausgewählten Entwürfen für die sogenannte Stadtstrecke in der Reihe Bremer Stadtdialog des Bremer Zentrums für Baukultur am 28. Februar die Gelegenheit:

bzb_stadtdialogDienstag 28. Februar 2017 um 19:00 Uhr

Wo: Am Speicher XI, 11  in der Energieleitzentrale  – Generatorenhalle

28217 Bremen, Überseestadt

Öffentlicher Diskurs | Bremer Stadtdialog | b.zb

„Stadtstrecke Bremen –
Zum Ergebnis des Landschaftsarchitektur-Wettbewerbes“

„Das Bild der Alten Neustadt an der Weser wird sich verändern. Der Klimawandel und ein damit verbundener weltweiter Meeresspiegelanstieg führen zu deutlich höheren Sturmfluten an der Unterweser. Daraus resultieren erhebliche Gefahren für die künftige Hochwassersicherheit Bremens. Die Deiche an der Stadtstrecke in der Bremer Neustadt entsprechen nicht mehr den Schutzanforderungen und müssen deshalb verbessert werden. Der Umbau der Hochwasserschutzanlagen soll mit einer Qualifizierung des Stadtraumes am Fluss und einer Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten verknüpft werden. Das Ergebnis eines europaweit ausgeschriebenen Wettbewerbs und der zur Umsetzung empfohlene Entwurf sollen im Stadtdialog vorgestellt und diskutiert werden.“

 

Begrüßung
+ Dr. Joachim Lohse (Senator für Umwelt, Bau und Verkehr)

Einführung

+ Prof. Dr. Iris Reuther (Senatsbaudirektorin)

+ Rainer Suckau (Bremischer Deichverband am linken Weserufer)

Kommentar der Jury

+ Till Rehwaldt (Landschaftsarchitekt Dresden):

Vorstellung des Entwurfs „Preisträger Landschaftsarchitekt“

weiterer Podiumsteilnehmer

+ Prof. Dr. Ingo Mose (Jurymitglied und Vertreter des Beirats Neustadt)

Moderation

+ Prof. Ulrike Mansfeld (School of Architecture Bremen)

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus [Veranstaltungen]

Erinnern für die Zukunft – Filme und diverse öffentliche Angebote zum Gedenken in Bremen

Seit 1996 ist der 27. Januar der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ und damit ein nationaler Gedenktag, an welchem man in Deutschland, der EU und der Welt der über sechs Millionen Juden und der vielen anderen Opfer gedenkt, die während der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet wurden. Das Datum selbst erinnert an die Befreiung der Überlebenden des nationalsozialistischen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee am 27. Januar 1945. […]
2005 wurde der 27. Januar von der EU zum europäischen Gedenktag und im selben Jahr von den Vereinten Nationen zum globalen Gedenktag („International Day of Commemoration in Memory of the Victims of the Holocaust“) erklärt.
(Quelle: http://www.lpb-mv.de/cms2/LfpB_prod/LfpB/de/the/27.01._-_Tag_des_Gedenkens_an_die_NS-Opfer/index.jsp)

Das Gesamtprogramm für Bremen wird von einer großen Zahl von 50 Kooperationspartnern organisiert. Es gibt zwischen Anfang Januar und Ende März Lesungen, Filmvorführungen, Vorträge und Theaterstücke, die sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und der Erinnerung daran auseinandersetzen.
Programm Flyer Gedenktag 27. Januar 2017 (pdf, 414.7 KB)

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Worpswede eine Kleingartenkolonie? [Filmtipp]

Worpswede eine Kleingartenkolonie? Die Kleingärtner von Worpswede? Ich stutze. Gibt es überhaupt Kleingärten in der (früheren) Künstlerkolonie Worpswede & was kann an ihnen so besonders sein, dass sie in einem Film auftauchen? Es ist ein Kinofilm, keine Dokumentation. In der Süddeutschen Zeitung geben diese Kleingärtner sogar einen Titel ab. Hm.

In dem Film Paula, der noch ein paar Tage in der Gondel in Bremen gezeigt wird, ist mehrmals von den Kleingärtnern von Worpswede die Rede. Das kurze, intensive berufliche Leben der wegweisenden Künstlerin Paula Modersohn-Becker wird in dem Film in Szene gesetzt. Wußtet ihr, dass sie die erste Künstlerin war, der in der BRD ein Museum gewidmet wurde? Dass führende Künstler der Kolonie Worpswede ihr Talent komplett infrage stellten? Sie über großartige Fähigkeiten verfügte, mit denen sie den frühen Expressionismus prägte? Dass sie ihre Ziele trotz massiver Widerstände über lange Zeit kontinuierlich verfolgte? Sie hinterläßt rund 750 Gemälde, 1000 Zeichnungen und 13 Radierungen als sie vor 101 Jahren im Alter von 31 Jahren im Wochenbett stirbt.

Die eingeschworene Gemeinschaft der Maler der Künstlerkolonie Worpswede ist es, die Rainer Maria Rilke im Film mehrmals als Kleingartenverein bezeichnet. Ihr könnt euch noch ein paar Tage lang ein Bild davon machen, ob die Kle … ähm Künstler im Film vom Dichter Rilke als rückwärtsgewandte, engstirnige, kleinkarierte Kleingärtner diffamiert, oder die Kleingärtner vielleicht doch zu offenen, dem Neuen gegenüber aufgeschlossenen Künstlern aufgewertet werden sollen. Ich empfehle euch den Film sehr gerne.

Paula (AT) Regie: Christian Schwochow Kamera: Frank Lamm Szene 003p3 Paula begegnet Bredow. abgeb.: Paula Becker (Carla Juri) Foto: Martin Valentin Menke

Paula (AT), Regie: Christian Schwochow, Kamera: Frank Lamm, Szene 003p3: Paula begegnet Bredow. Abgeb.: Paula Becker (Carla Juri), Foto: Martin Valentin Menke [Quelle]

 

 

 

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‚Wind zog auf‘ – Schau von Gabriela Oberkofler im Haus Coburg Delmenhorst

Es ist die Natur, die Gabriela Oberkofler Stoff für ihre künstlerische Arbeit liefert, so heißt es im Flyer zu Schau Wind zog auf. Angekündigte sind Zeichnungen „verlockender wie verstörender Naturstücke“ sowie Objekte, Videos und Soundarbeiten. Anlass genug, die Ausstellung in der Städtischen Galerie Delmenhorst – Haus Coburg zu besuchen und hier davon zu berichten. Mich zieht auch das temporäre Atelier der Künstlerin mit Bienen-Installation in einem Schrebergarten in der Graft und die Mitmachausstellung für Kinder im „Gewächshaus“ an.

Flyer mit Programm zur Schau von Gabriela-Oberkofler

HausCoburg_Oberkofler_Plakat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stetes Summen empfängt die Besucher*innen, sobald sie die Städtische Galerie Delmenhorst durch den Windfang betreten. Das dezente und gleichzeitig kräftige Summen gehört definitiv nicht zu einer Maschine, sondern klingt als stamme es von Insekten, und zwar von sehr, sehr vielen Insekten. Woher rührt das an- und abschwellende Summen, das einem in die Natur vertraut erscheinen würde und hier im Inneren des Hauses irritierend wirkt? Steht ein Fenster offen? Im Frühjahr höre ich manchmal ähnliche Töne, wenn ich unter einem großen, voll erbühten Obstbaum stehe – dann sind sie Warnung und ein Versprechen auf köstliche Früchte und süßen Honig. Das Geräusch erinnert mich aber auch ein wenig an einen ausgebüxten Bienenschwarm, der sich einmal nahe meiner Wohnung am Schornstein gesammelt hatte, vielleicht 10 Meter Luftlinie entfernt vom Balkon. Das Summen der abertausend fliegenden Lebewesen, die sich ständig in einer Traube mit wandelnder Form umeinander bewegten, hatte bedrohlich gewirkt.

Ausgewählte Eindrücke der vielfältigen Schau der italienisch-deutschen Künstlerin Gabriela Oberkofler (*1975 in Bozen) geben ich gern. Im Eingangsbereich hängt eine Serie von Miniaturzeichnungen einzelner Bienen, die an das Summen im Haus anknüpfen. Der rote Punkt neben den Titeln signalisiert, dass sie bereits verkauft sind. Der auf dem Plakat gezeigte Wolf ist eine lebensgroße Zeichnung des Tieres. Er scheint in sich zu ruhen und ist mit dem Betrachter auf Augenhöhe. Der Wolf scheint direkt auf den Betrachter zu zulaufen. Dieses Bild hat eine außerordentlich starke Wirkung auf mich. Eine Videoinstallation namens „Don Juan“, deren Hauptakteur ein humpelnder Hund ist, steht im krassen Gegensatz zum Wolfsmotiv. Von der Decke hängt mit dem Kopf nach unten ein detailreich, sorgfältig geschnitztes Rotkehlchen in Lebensgröße. Es ist an einem Fuß aufgehängt und erinnert mich an eine grausame Praxis früherer Jahrzehnte zur Abschreckung von Vögeln aus Obstbäumen. Vogelgezwitscher und das Gurren einer Taube ziehen meine Aufmerksamkeit zu einer Videoinstallation, die damit beginnt, dass die Künstlerin eine gefangene Taube in einen selbst gefertigten Vogelbauer setzt, um sie in die freie Natur zu bringen. Die Geschichte nimmt einen ganz anderen als den erwarteten Verlauf – und soll hier nicht vorweg genommen werden. Ausgestellt sind mehrere architektonische Variationen des im Video gezeigten Vogelbauers, die alle sorgfältig aus Kirschholzästchen gefertigt sind. Ein großes Bild, das auch den Ausstellungsflyer ziert, kann überbordende, wallende Blütensträucher darstellen, ähnlich des Goldregens. Auf dem Bild sind es gelbe und rote Blüten. Bei näherer Betrachtung stellt sich überraschenderweise heraus, dass es (aber)tausende von kleinen, gezeichneten Bienen sind aus denen das Motiv wesentlich besteht. Über welch eine Geduld die Künstlerin neben ihrem Können verfügen muss, um dieses Bild zu schaffen! ‚Emsig wie eine Biene‘ kommt mir als Beschreibung in den Sinn. Reizvoll finde ich übrigens, dass Gabriela Oberkofler extra für die Ausstellung verschiedene Bezüge zur Stadt Delmenhorst erarbeitet hat. Die Städtische Galerie ist für die vielseitige Künstlerin nicht nur ein leerer Raum, in dem sie ihre Exponate arrangiert, sie bespielt die vorhandenen Räume vielmehr, diese werden teilweise zum Bestandteil der Schau. Einige Aspekte auch der örtlichen Natur werden von Gabriela Oberkofler transformiert und punktuell nach innen geholt. Der Wasserstand der Graft wurde in einem Raum auf die Wände „aufgetragen“, Totholz von der Graftinsel findet sich als Installation im Wintergarten und das Summen vieler Bienen, das in allen Räumen zu hören ist, stammt aus der Natur. Besonders dieses Summen (und das Vogelgezwitscher der Videoinstallation) scheint  die Grenze zwischen Innen und Außen verschwimmen zu lassen.

Gabriele Oberkofler formt in ihrem vielseitigen Werk Eindrücke, die jenseits einer verklärenden Naturidylle liegen. Die genau beobachtende, vielfältig talentierte Künstlerin greift vielmehr fragile und zarte Seiten von Natur auf, deutet eine (mögliche) Bedrohung durch Natur an, stellt den Aspekt zur domestizierten Natur her und verweist auf das Nährende durch sie. Gezeigt werden die in der Ankündigung treffend versprochenen verlockenden wie verstörenden Naturstücke in der sehenswerten Schau.

***

Mein Ausflug führt mich nun ins „Gewächshaus„, direkt neben der Städtischen Galerie, in dem begleitend zur Schau individuelle Werke von Kinder entstehen und ausgestellt werden. Das „Gewächshaus“ erhält hier nochmal eine neue Bedeutung, hier wird das Wachsen der Kreativität heranwachsender Kinder gefördert. Wer Oberkoflers Schau besucht, sollte sich unbedingt Zeit für die sehenswerten Bilder nehmen.

Im Garten des Hauses Coburg läßt sich hinter einem von Kindern angelegten Blumengebiet (!) die auf dem Foto gezeigte Bieneninstallation, die Gabriela Oberkofler mit zwei echten Bienenvölkern des Imkers Uwe Roselieb kreiert hat, betrachten.Stechgefahr

Jetzt zieht es mich noch zur Delmenhorster Graft, eine überraschend schöne Parklandschaft in der Delmenhorster Innenstadt mit hochgewachsenen alten Bäumen und blühenden Rhododendren rund um die Graftinsel, wo sich in einem der letzten, versteckt liegenden Schrebergärten das „Schwalbennest“, das mobile Atelier der Künstlerin befinden soll. Auf der Graftinsel liegen mehrere Haufen sorgfältig geschichteter toter Äste. War dabei die Hand der Künstlerin im Spiel oder hat sie sich hier für ihre Installation im Wintergarten Material und Inspiration geholt? Graftanlage

Rhodo_Graft_bearbInmitten alter Bäume und hinter einer hohen, frisch belaubten Hainbuchenhecke entdecke ich schließlich den verwunschenen Garten (Öffnung nach Vereinbarung) und bin einigermaßen verblüfft. Es ist ein wenig so als stünden im Bürgerpark Kleingarten-Parzellen. Hinter der Hecke schimmert das „Schwalbennest“ durch und Oberkoflers summende Bienen-Installation „Roseliebsche Beute“. Der Spaziergang durch diese großzügige Parklandschaft ist ein gelungener Abschluss des lohnenswerten Ausstellungsbesuchs. Die Schau läuft noch bis zum 5. Juni 2015.Graft_bearb

 

edit: 22.4. 15.00 Uhr

Frühlingsfest im KulturGarten mit Kulturjurte Arbergen [Tipp]

Zum Auftakt der Saison im AWO-KulturGarten Arbergen wird am Sonntag, 20. März, ab 14.00 Uhr der Frühlingsanfang und das kurdische, iranische und afghanische Neujahr mit einem Fest gefeiert. Der KulturGarten wird aus der Winterruhe geweckt und die Kulturjurte Arbergen, die 2015 in einer Gemeinschaftsaktion hergestellt worden ist, wird wieder aufgebaut. Sie wird den Garten über den Sommer als vielseitiger Veranstaltungsort neu beleben. Beim gemeinsamen Aufbau der Jurte, einem Rundzelt aus leichtem Scherengitter, Stoffen und Plane, ab 14.00 Uhr gibt es ein Wiedersehen aller Helferinnen und Helfer aus dem vergangenen Jahr – natürlich sind hierzu neue Interessierte willkommen und können auch mitmachen. Als besonderer Punkt steht um 17.00 Uhr ein Film zum JurtenGarten auf dem Programm. Mit einem wärmenden Feuer und der Musik sowie köstlichem Essen wird das Erreichte gebührend gefeiert, so die Organisator*innen Oliver Schmid (Jurtenwesen) und Marie Beneke (Integrative Projektmitarbeit AWO ÜWH Arbergen).

Zum guten Gelingen dieses Mitbringfestes können alle Gäste etwas beitragen: Neben fröhlicher Stimmung wird trockenes Feuerholz (dringend, wie ich hörte) gebraucht, gute Speisen und Getränke sind ebenso willkommene Mitbringsel wie Musikinstrumente und Menschen, die auf ihnen spielen mögen, Stockbrotteig und Backkartoffel in Alufolie und Decken … – also: packt euren Picknickkorb und eure Instrumente und los geht’s zum Frühlingsfest!

Wo: KulturGarten Arbergen, Arberger Heerstraße 1, 28307 Bremen
Hinter dem grünen Wohncontainern des Übergangswohnheimes Arbergen der AWO Bremen

Wann: 20. März ab 14.00 Uhr bis in die Nacht hinein.

Das Event findet ihr auf Facebook hier.

2015_jurtengarten

Foto: privat