‚Ich trug den gelben Stern‘ von Inge Deutschkron [Kleingarten in der Literatur]

Dass ein Kleingarten überlebenswichtig sein kann, weil dort Lebensmittel wachsen, habe viele von uns schon gehört. Dass so ein Garten aber überlebenswichtig sein kann, weil er bei Verfolgung als Versteck dienen kann, wissen die wenigsten. In ihrer Autobiografie berichtet Inge Deutschkron auch davon.

Für Inge Deutschkron und ihre Mutter war der 8. Mai 1945 buchstäblich ein lebensrettender Tag. Beide Frauen waren als Jüdinnen während des Nationalsozialismus immer schärfer werdenden Diskriminierungen ausgesetzt. Kurz vor der schließlich bevorstehenden Inhaftierung durch die Nazis und der Deportation in ein Konzentrationslager, wo ihnen der Tod drohte, hatten sie sich in die Illegalität retten können. Wie sie diese Jahre mit Hilfe von Freunden, Bekannten und auch fremder Menschen in Berlin überlebten, schildert Inge Deutschkron knapp und eindrücklich. Am 8. Mai 1945 befreiten die Alliierten Deutschland vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und damit auch die beiden Frauen sowie 1423 weitere Juden aus dem Leben in der Illegalität in Berlin. In ihrer Biografie „Ich trug den gelben Stern – Erlebnisse einer Jüdin in der NS-Zeit“ faßt die deutsch-israelische Journalistin ihren Weg durch die NS-Zeit, der sie auch vorübergehend in einen Schrebergarten führte, zusammen. Ich finde, der heutige Tag der Befreiung ist ein passender Termin, um in meiner losen Folge [Kleingarten in der Literatur] auf dieses wichtige und lesenswerte Buch aufmerksam zu machen.

Inge Deutschkron erinnert sich darin auch an die besondere Bedeutung eines Schrebergartens für die allgemeine Versorgung mit Lebensmitteln, besonders, wenn man ohne Lebensmittelmarken war, und an die in ihrer Situation begrenzte Möglichkeit, einen Unterschlupf zu finden und sich zu verstecken.

Im Kapitel „Untergetaucht“ – S. 117

„ ‚Wir werden uns noch zu Tode siegen‘, sagten einige der Kunden von Gumz  [Gumz waren Ladenbesitzer, die den Deutschkrons eine Zeitlang Unterschlupf gewährten, KT] angstvoll. Frau Gumz war wenig gesprächig. Sie beobachtete die Menschen und war allenfalls zu einigen sarkastischen Bemerkungen bereit. ‚Ach, wissen Sie, unser Führer wird das schon machen. Machen Sie sich mal keine Sorgen‘.

Es wurde viel gelacht bei der Familie Gumz. Mir zuliebe wurde Hans Rosenthal zum Essen eingeladen. Die Mahlzeit bestand zumeist aus Karnickelbraten. Viele Berliner hielten damals Karnickel in ihre Schrebergärten oder, wie die Familie Gumz, im Keller oder auch auf dem Balkon. In den Anlagen und Parks der Stadt suchten die Berliner Futter für ihren Sonntagsbraten. Die Gumzens reicherten diese Mahlzeiten mit Gemüse aus ihrem Garten in Berlin- Drewitz an. …“

.. und im Kapitel „Von einem Versteck ins andere“ – S. 121

„Es war gewiss nicht gut, dass die Nachbarin etwas von unserer Anwesenheit bemerkt hatte. Vielleicht war sie nur neugierig, ohne etwas Schlechtes im Schilde zu führen, vielleicht aber auch nicht. Und was wäre, wenn sie mit anderen darüber spräche – mit dem Hauswart, oder dem Blockwart, oder dem Luftschutzwart. Wir fühlten, dass Frau Gumz sich Sorgen machte. Sie sagte nichts.

‘Das Wochenende könnt ihr doch in Drewitz verbringen‘. In Drewitz hatten sie ihren Schrebergarten mit Laube. Wir sagten: ‚Aber gern‘; eine Wahl hatte wir ohnehin nicht. ‚Wir kommen am Sonntag nach‘, versprach sie.

Im Schrebergarten stand eine primitive Bretterhütte, der Witterung und mangelnde Pflege heftig zugesetzt hatten. Sie hielt sich nur mühsam aufrecht. Wasserleitung oder Kanalisation gab es nicht. Wenn der Kanonenofen geheizt wurde, konnte sie dennoch gemütlich sein. Die Einrichtung bestand aus alten ausrangierten Möbeln des Hauses Gumz. Diese Hütte umgaben Gemüse- und Obstbeete, Sträucher und Bäume. Wir hatte schon oft dort ‚Nachlese‘ halten dürfen. In einem Anbau saßen Karnickel eng gedrängt.

Die Laube in Drewitz war fürwahr ein ideales Versteck für ein verlängertes Wochenende. Bei einem längeren Aufenthalt würden wir unweigerlich den Dorfbewohnern auffallen. (…)“

zitiert aus: Inge Deutschkron, Ich trug den gelben Stern, Erlebnisse einer Jüdin in der NS-Zeit, Bertelsmann-Verlag 1972

Das Buch ist heute als dtv-Sachbuch mit vielen Abbildungen erhältlich.

Mehr zu Inge Deutschkron hier bei wikipedia.

[bearbeitet 9. Mai]

„Die grüne Hölle“ – Tipp zum Welttag des Buches

DiegrueneHoelle_Hart Auf meinem Küchentisch liegt die „Die grüne Hölle“ des niederländischen Autors Maarten’t Hart, die ich gleich morgen anfangen werde zu lesen. Anders als der Titel vermuten läßt, handelt dieses Buch nicht von schrecklichen Gefahren und Abenteuern in einem Urwald in einem fernen Land. Schon der Untertitel „Mein wunderbarer Garten und ich“ steht im Widerspruch dazu und macht deutlich, dass diese grüne Hölle direkt vor unserer Haustür liegen muss. Und damit ist das Spannungsfeld, das viele Freizeitgärtner*innen im Gartenjahr erleben, umrissen: Das (vermeintliche) grüne Paradies kann mit seinem zeitweilig raschen Pflanzenwachstum in manchen Momenten überwältigend wirken. Im nächsten Moment kann die Freude am Wachsen und Gedeihen von Blumen und Gemüse im ‚wunderbaren‘ Garten wieder überwiegen. Die Leseprobe auf der Homepage des Piper-Verlags verspricht eine genaue Beobachtung des Hobbys Gärtnern, die bei der Analyse der Bodenbeschaffenheit beginnt, kenntnisreich gärtnerische Ärgernisse aufgreift (ich sage nur ein Wort: Schnecken!) und gelegentliche philosophische Betrachtungen einschließt. Ausgangspunkt sind Marten’t Harts eigene Erfahrungen im Garten. Er spart dabei seine gärtnerischen Fehlversuche nicht aus und weiß mit dem ihm eigenen, trockenen Humor und einer feinen Selbstironie davon zu erzählen. Ich bin sehr gespannt auf diese grüne Hölle!

Habt ihr eigentlich ein Lieblingsbuch, bei dem das Gärtnern oder ein Garten im Mittelpunkt der Geschichte steht? Das interessiert mich sehr. Schreibt mir den Titel hier gerne in einen Kommentar! Freue mich drauf.

Windkraft auch im Garten nutzen!

Vor die Frage gestellt, wie Strom für das Gartenhaus nachhaltig und kostengünstig produziert werden kann, kann die Wahl auf ein leise laufendes Mini-Windrad fallen – denn die automatisierten Riesen gibt es auch in kleiner, mechanischer Ausgabe. Die dafür notwendige Voraussetzung ist ausreichender Wind – für unsere Breitengrade kein Thema. Kürzlich lag am Osterdeich auf der Weser ein Binnenschiff, das mit Hilfe eines aufklappbaren Windrades Windenergie nutzte.

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Binnenschiff Ascania aus Datteln/D mit Windrad auf der Weser am Osterdeich.

Gelegentlich ist dieses einfach Prinzip auch auf einem Mehrfamilienwohnhaus zu sehen, wie auf dem Dach des StadtWaldHauses (auch Baumhaus genannt) von Architekt OT Hoffmann in Darmstadt. Ein ausführliches, informatives Interview mit dem Pionier der Dachbegrünung findet ihr auf Biotope-city.net.

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Windrad auf dem StadtWaldHaus, auch Baumhaus genannt, von OT Hoffmann in Darmstadt.

Das Kulturzentrum Schlachthof Bremen hat ein sehr spezielles Windrad-Modell, das für den Kleingarten eher weniger geeignet ist.

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Das Windrad auf dem Schornstein des Kulturzentrums Schlachthof vom 6.9.2013 Facebook.

Warum sollte man die Technik nicht auch im Kleingarten nutzen? Für Kleingartengebiete, die nicht vom Stromanbieter versorgt werden, Bastelfreund*innen und umweltbewußte Menschen kann ein Mini-Windrad eine interessante Lösung für die nachhaltige Stromgewinnung im Garten sein. Der notwendige Mast wird vermutlich nicht höher als eine Fahnenstange sein. Ob ein Windrad irgendwo angemeldet werden muss? In den Regelwerken für den Kleingarten in Bremen (Gartenordnung Bremen/Pachtvertrag) findet sich meines Wissens kein Hinweis darauf. Die einzige sich ergebende Einschränkung scheint der Hinweis zu sein, dass kein Element mittels Betonfundament im Erdboden verankert werden darf, was für ein Windrad auch nicht notwendig ist. Wer ein Windrad plant sollte zur Absicherung bei der zuständigen Abteilung der Baubehörde nachfragen. Zuständig ist Referat 65 – Bauordnung Gesamtstadt, Contrescarpe 72 beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr im Siemenshochhaus.

Und wie kann die konkrete Umsetzung aussehen? Tatsächlich gibt es bereits seit einiger Zeit detaillierte Selbst-Bauanleitungen für verschiedene Windräder aus Schrott zur Stromerzeugung einschließlich Infos zu Speichermöglichkeiten für den Strom (12 Volt-Systeme) vom Verlag Einfälle statt Abfälle. Sie sind kostengünstig und hier erhältlich.

Willst du so ein Projekt realisieren? Kennst Du vielleicht sogar ein bereits existierendes Windrad in einem Bremer Garten? Dann melde dich gerne bei mir. Von so einem empfehlenswerten Projekt möchte ich gerne berichten.

Foto Binnenschiff und StadtWaldHaus von Kirsten Tiedemann

Bearbeitet: 27.2.2016

Der Schieber [Kleingarten im Krimi]

Der Winter bietet für mich mehr Lesezeit und das nehme ich zum Anlass, um meine lose Reihe „Kleingarten in der Literatur“, die ich mit einem Theaterstück von Dario Fo im Sommer begonnen habe, fortzusetzen.

Welche Szenen sind es, die in Romanen oder Krimis, die in unterschiedlichen Jahrzehnten verfasst wurden und von den Autor*innen in verschiedene gesellschaftliche und historische Zusammenhänge gestellt worden sind, in Kleingärten spielen? Welche Perspektive erhalten wir durch sie auf das Gärtnern und den urbanen Kleingarten? Welche Bedeutung kommt ihm zu? Ist es banal und nebensächlich? Ist es ein Idyll? Überraschend ist es allemal, dass ein Kleingarten überhaupt in Prosawerken auftaucht. Einige Bücher/Szenen habe ich für euch noch in petto. Kennt ihr auch welche?

Der Historiker Cay Rademacher hat einige interessante historische Krimis vorgelegt, die in der Nachkriegszeit in Hamburg angesiedelt sind und den Nebeneffekt haben, dass sie den kargen Alltag und die Überlebensstrategien in einer in weiten Teilen zerstörten Großstadt unmittelbar nach dem Ende des Nationalsozialismus anschaulich vermitteln.

Der Schieber“ ist der zweiten Krimi der Reihe um Oberinspektor Stave, dessen Handlung 1947 spielt. Für Staves erwachsenen Sohn wird ein Kleingarten mit Laube zur willkommenen Notunterkunft*.

 „In einen Schrebergarten, nach Berne. Kleine Hütte. Wasser aus dem Fass Plumpsklo, aber ein Ofen. Nicht, dass ich den in den nächsten Monaten brauchen dürfte.“

„Ein Schrebergarten?“, entfährt es Stave. Früher hat er sich um derartige Parzellen nie gekümmert. Seit 1945 sind Schrebergärtner kleine Könige, die auf ihren eifersüchtig gehüteten Territorien Kartoffeln, Salate und Tabak ziehen. Wer einen hat, kann sich mit den Erträgen einer guten Saison ein kleines Vermögen auf dem Schwarzmarkt ertauschen. „Wer läßt dich freiwillig in seinem Schrebergarten wohnen?“

„Ein Kriegskamerad. War auch in Workuta und ist ein paar Wochen vor mir zurückgekehrt. Seine Eltern hatten einen Schrebergarten. Sie sind 1943 gestorben. Den Garten hatten irgendwelche Leute in Beschlag genommen.“

„Irgendwelche Leute?“

Karl zuckte mit den Achseln. „Irgendwer hat sich selbst dort einquartiert. Mein Freund hat sie hinausgeworfen.“ Seite 208

Zu erwähnen ist, dass für eine guten Ernte mehrere Voraussetzungen erfüllt werden müssen: Ausreichend Saatgut und Dünger, gute Witterungsbedingungen und gärtnerisches Know-how.

Rademacher deutet den enormen Bedeutungsgewinn an, den Kleingärten in Krisenzeiten, wie beispielsweise Kriegs- und Nachkriegszeit in Deutschland vor 70 Jahren, in verschiedener Hinsicht erhalten können.

Cay Rademacher, Der Schieber, Dumont Köln 2012, 352 Seiten, Euro 16,99, ISBN 978-3-8321-6254-2

* Dies soll kein versteckter Hinweis darauf sein, in der aktuellen Diskussion Kleingärten und Lauben als Notunterkunft zu berücksichtigen.

Schenke dieses Buch! [Tipp]

Ja! Pfiffige Menschen pachten Parzellen, für die sie andere Pläne entwickeln als städtische Planer und Politiker. Kreative Reaktionen auf wiederkehrende Konflikte. So viele Menschen, so viele Jahre! Die Geschichte vom Wohnen auf der Parzellen in Bremen ist mehr als die Geschichte vom illegalen Bauen im Kleingarten. Sie ist mehr als eine Notlösung, mehr als improvisiertes Bauen und weit mehr als nur die individuelle Lösung eines Wohnproblems. Und: Sie ist auch ein prima Weihnachtsgeschenk! In meinem Buch „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Bremens Kaisenhäuser“ widme ich mich dieser Geschichte, die davon erzählt, wie Menschen ihre Geschicke in einer Krisenzeit in die eigenen Hände nahmen, sich ein Dach über dem Kopf bauten, eigene Quartiere schufen und wichtige Verbesserungen für ihr Lebensqualität erreichten. Es ist die Generation unserer Ur-Großeltern. Ganz nebenbei entwickelten sie ein städtisches Gebiet so von unten. Mit langem Atem setzten sich einige der etwa 80.000 Menschen, die um 1960 in den Kleingartengebieten lebten, für den dauerhaften Erhalt ihrer selbst geschaffenen Gartenwohnkultur ein – und konnten dabei langfristige Teilerfolge erzielen. Es ist ein bemerkenswerter, beachtlicher Teil bremischer Geschichte. Und: Es ist ein prima Weihnachtsgeschenk.

Zitate von Kaisenhauserbauern, einige ihrer Familiengeschichten und die Positionen von Bügermeistern (W. Kaisen, H. Koschnik, H. Seifriz) zur Sache, viele historische Fotos sowie Kartenmaterial und Baupläne sind in meinen Buch „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Bremens Kaisenhäuser“ erstmals veröffentlicht.

Es gibt noch ein paar Exemplare im Pressehaus in der Martinistraße. Online kann es zum Preis von 16,90 € beim Weser-Kurier-Shop und auch im Buchhandel bestellt. Hier die ISBN-Nummer 978-3-938795-39-2. bzb_Mehr als ein Dach über dem Kopf_Innen_Druckvorlage.indd

Kleine grüne Archen [Buchtipp]

978393689665Alte Fenster sollen zu einem neuen Gewächshaus in meinem Kleingarten werden. Das für den Bau notwendige Hintergrundwissen finde ich in dem Buch „Kleine grüne Archen“ von Claudia Lorenz-Ladener. Sie schreibt konkret, kompakt und kompetent:

„Mit einem Gewächshaus im Garten ist es möglich, auf kleiner Fläche viel Gemüse und Obst anzubauen, da die Wachstumsperiode im Vergleich zum Freiland viel länger ist.
Passivsolare [Erd-]Gewächshäuser sind eine gute Alternative zum transparenten Standardgewächshaus, dessen Innentemperaturen im Sommer für die Pflanzen meist viel zu hoch und in der kalten Jahreszeit wiederum viel zu niedrig sind.
In diesem Buch wird ausführlich und praxisnah beschrieben, wie Solargewächshäuser freistehend, angelehnt oder teilweise in die Erde versenkt für den Hausgarten selbst gebaut werden können, in denen es möglich ist, (fast) ganzjährig Gemüse, Salat und Obst zu ernten – ohne zusätzliche Heizung. Auch wenn die zahlreichen Beispiele selbstgebauter Gewächshäuser auf den ersten Blick recht unterschiedlich erscheinen, haben sie doch alle bestimmte bauliche Merkmale gemeinsam. Davon handelt dieses Buch.
Die gute Botschaft: Auch die transparenten Gewächshäuser von der Stange lassen sich ohne allzu großen Aufwand so umrüsten, dass die Strahlungsenergie der Sonne für die Pflanzen besser verfügbar ist.“

Claudia Lorenz-Ladener, Kleine grüne Archen, Passivsolare [Erd-]Gewächshäuser im Garten, 3. Auflage 2014 ökobuch Verlag GmbH
142 Seiten, mit vielen farb. Abb.
ISBN 978-3-936896-65-7
22,90 €

Das Buch ist auch in der Stadtbibliothek Bremen ausleihbar.

Fantasievolle Gartenhäuser selbst bauen [Literaturtipp]

Schon mal ein Haus gebaut? Es kann ein Abenteuer werden, auch wenn es sich nur um ein kleines Gartenhaus auf einer Parzelle handelt. Die Kreativität ist gefordert, um einen klugen Grundriss zu entwerfen, der den eigenen finanziellen Mitteln, Bedürfnissen und Vorstellungen gerecht wird und darüber hinaus den Bestimmungen der Bauordnung entspricht. Maximal 24 Quadratmeter stehen zur Verfügung. Vgl. Dienstanweisung 421 von 2010 – Bauliche Nutzung von Kleingärten. Eine zentrale Frage für solch einen Entwurf ist: „Brauche ich das?“ Wer glaubt, aufgrund der begrenzten Quadratmeterzahl kaum Spielraum zu haben, täuscht sich gewaltig. Es gibt inzwischen vielfältige und fantasievolle Lösungen für stilistisch recht unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten kleiner Häuser, die funktional sind und ästhetischen Ansprüchen genügen.

Es lohnt sich unbedingt, erst einmal in verschiedenen Büchern zu schmöckern, um sich Anregungen für den eigenen Hausentwurf zu holen. Der Blick auf Bilder in der Welt des Internets ist ebenfalls empfehlenswert, Suchbegriff: „Tiny Houses„. Es lohnt sich auch, über den Einsatz gebrauchter Bauteile nachzudenken. Die Bauteilbörse Bremen bietet tolle alte Fenster und Türen, die einer neuen Laube besonderen Charme verleihen können. Europaletten scheinen universell einsetzbar, Beispiele von Gartenhäusern, die daraus errichtet worden sind, finden sich z.B. auf youtube und  hier bei I-Beam DESIGN.

Die Stadtbibilothek Bremen bietet eine vielseitige Abteilung zum Thema Garten, die neben anderen folgende Büchern zum Bau von Lauben bereit hält:

LaubenundHuetten978392296484Lorenz-Ladener, C., Hrsg.
Lauben und Hütten
Einfache Paradiese selbst gebaut
5. unveränd. Auflage 2013
192 Seiten, 21 cm × 21 cm
viele Abb., 12 Farbs.
gebunden, Verlag Ökobuch
ISBN 978-3-922964-84-1
22,90 €

Mit fundierten Kapiteln über Baukonstruktionen, nützliche Werkzeuge, sinnvolle Verbindungstechniken beim Holzbau und mit anschaulichen Beschreibungen einfacher Fenster‑, Tür- und Dachkonstruktionen sowie vielen erprobten Hinweisen und Tipps zum Selbstbau.

Die DIY-Zeitschrift selber machen hat in der Ausgabe Nr. 49/02 „Garten praktisch“ gelungene Tipps zum Bau von Gartenhäusern und wetterfesten Schränken für Gartengeräte. Die Zeitschrift bietet eine kostenfreie Bauanleitung für ein interessantes Gartenatelierhaus.

Fantasievolle Gartenhaeuser von Thomas DrexelThomas Drexel

Fantasievolle Gartenhäuser – Pavillions, Lauben, Spile- und Baumhäuser, Carports

Gebundenes Buch, Pappband, ca. 144 Seiten, 19,5 x 21,0 cm
Viele Farbabbildungen, 30 Grundrissen und Zeichnungen, Verlag DVA
ISBN: 978-3-421-03851-7
€ 29,99

Das Buch widmet sich der Kleinarchitekturen im Garten, die attraktive, kreative Alternativen zu den üblichen Zweckbauten darstellen. Die charmanten Projekte (Laube, Teehaus, Pavillion und Gerätehaus) werden in Fotografien, anschaulichen Texten, Plänen und mit Baudaten vorgestellt. Es enthält alles Wissenswerte über Gestaltung, Planung, Nutzung, Konstruktion und Materialien. Ein kleines Pflanzenbrevier und ein praktischer Anhang liefern weitere wichtige Informationen und alle Adressen.

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In meinem Beitrag Parzelle gesucht und gefunden gibt es Tipps zum Finden einer passenden Parzelle. Aktuell sind solche Gärten besonders in den Kleingartengebieten in Findorff, Walle und Gröpelingen zu finden.