Neuer Naturkindergarten auf dem Stadtwerder

Eine ganz feine Idee wird offenbar im Sommer 2017 verwirklicht: An der Fußgängerbrücke über die kleine Weser am Werdersee entdeckte ich gestern diesen kunterbunten Aushang der Wildzwerge, die noch Plätze in ihrem Naturkindergarten auf dem Stadtwerder zu vergeben haben. Auf diese spannende Initiative mache ich hier gerne aufmerksam.

 

 

Foto: Kirsten Tiedemann

Brandneues Eismobil am Werdersee

Dieser Sommer kann ruhig heiß werden: Das brandneue Eismobil Bremen bietet ab sofort an warmen Wochenenden köstliche Eiscreme in der Waffel. Das erfrischt und wird uns herrlich abkühlen. Der Mann hinter der Idee und auf dem Fahrrad ist gelernter Speiseeishersteller (Fachkraft) mit Ausbildung in einer Eisdiele, die in der Neustadt alle kennen. Es war nicht einfach, die Konzession für den Werdersee zu bekommen, erzählt Julian mir, während einige Kinder ihre Kugel Eis bestellen. Mit viel Engagement ist es ihm gelungen. Seine rollende Eisdiele hat vom Gesundheitsamt sofort das ‚Ok‘ bekommen. Nun ist Julian in seiner Freizeit mit dem Eismobil unterwegs. Erdbeere, Vanille, Stratiatella, Schoko und Waldbeere, wechselnde Sorten werden nach seiner eigenen Rezeptur frisch hergestellt. Immer sind zwei lactosefreie, vegane Wassereiscremes dabei. Er experimentiert auch … Kinderschokoladeneis, Hubbabubbaeis … . Wer das Eis probieren möchte, wird Julien an warmen Tagen schon von weitem kommen hören. Dann läßt er am Werdersee seinen Ruf „Eis“ erklingen.

Das Eismobil Bremen hat ständig wechselnde Sorten Milchspeiseeis und Wassereis, das lactosefrei und vegan ist.

Übirgens: Julian wird mit seiner rollenden Eisdiele auch auf dem 2. Eisfest am Schlachthof anbieten und bei der nächsten Demo-Aktion zum Erhalt der Platanen am Neustädter Weserdeich.

Fotos: Kirsten Tiedemann

Kurios: Pfau in Kleingarten gefunden

Graziös schreitet der große Vogel auf der Parzelle von Bodo über den Rasen. Er hat seinen Garten für heute längst verlassen. Garnicht so scheu posiert das Tier mit dem feinen Krönchen auf dem Kopf vor meiner Kamera. Zu Fasan, Kaninchen, Schnecken und Fuchs gesellt sich nun eine Pfauendame. Die Tierwelt in unserem Kleingartengebiet ist zumindest vorübergehend um eine Art reicher. Aber woher kommt dieses imposante Tier, das hier einen kurzen Gastauftritt hat? Bodo hat es sicherlich nicht angeschafft. buten und binnen meldete im vergangenen Jahr doch eine ähnliche Situation. War da nicht was gewesen? Aus dem Tiergehe im Bürgerpark entfleucht immer mal wieder eines dieser Vögel, höre ich. Es scheint mir etwas weit entfernt von meinem jetzigen Standort auf dem Stadtwerder. Vielleicht stammt diese stattliche Pfauenhenne aus privater Haltung? Kennt ihr jemanden, der einen Pfau vermißt? Bitte meldet euch bei mir.

Fotos: Kirsten Tiedemann

Jede Zeit ist Einbruchzeit – im Süden wie im Westen

einbrecherGanz anders als sonst schaute die freundliche Gartennachbarin vorgestern recht bedrückt zu mir hinüber und erzählte bald, dass bei ihr in die Laube eingebrochen worden war. „Schon zum fünften Mal in nur fünf Jahren“, sie ist unglücklich. Wie schon die Male zuvor sind die Tür und eines der beiden Fenster des schlichten Blockbohlenhäuschens aufgebrochen worden. Ihr Mann werkelt an den Verriegelungen. Was fehlt denn?, frage ich. Die Antwort ist schlicht: „Nichts.“ Nada. Niente. Es ist alles da. „Was kann man tun“, fragt sie ratlos, „es ist garnicht die Jahreszeit, oder?“ Dieses Mal blieb meine Laube unversehrt. Lag es daran, dass ich keine Gardinen vorgezogen hatte und die freie Sicht auf nicht vorhandene Wertsachen, Elektrogeräte, Alkohol, Lebensmittel und Kabel – also diesbezügliche Leere, gewährleistet war? Es war mir von der Polizei sogar schon einmal allen ernstes geraten worden, die Tür garnicht abzuschließen, um der Sachbeschädigung zuvor zu kommen. Dazu kann ich mich (noch?) nicht durchringen. Ein anderer Gartennachbar praktiziert die offene Laubentür bereits seit zwei Jahren und spart sich so das lästige Erneuern von zerbrochenen Fensterscheiben. Wieder andere Kleingärtner bringen Gitter an. Bei einigen hilft es als Schutz, bei anderen wird umso massiver versucht in das Haus einzudringen, denn so ein Schutz läßt wertvolles Inventar vermuten und kann umso mehr reizen, nachzusehen.

Auf meinen Streifzügen durch die Bremer Parzellengebiete sind mir im Sommer im Bremer Westen im Kleingärtnerverein ‚Walle‘ und im Süden auf dem Stadtwerder im Kleingärtnerverein ‚Am Franziusweg‘ schon Aushänge mit Warnungen vor Dieben an Infotafeln aufgefallen. Festzuhalten ist, dass nicht nur die dunkle Winterzeit sondern jede Jahreszeit Einbruchzeit ist.

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Fotos: Kirsten Tiedemann

Wo Fuchs und Hase sich heute ‚Gute Nacht‘ sagen

Ist es in entlegener Landschaft weit entfernt von jeder menschlichen Siedlung am Rande von Feld, Wald und Wiesen, wo Fuchs und Hase sich sprichwörtlich ‚Gute Nacht‘ sagen? Das Gegenteil scheint inzwischen der Fall zu sein. Heute wird von diesen wilden Tieren gerne auch mal eine ondulierte, frisch rasierte (Synonym für „gemähte“) Rasenfläche einer intensiv genutzten Parzelle mitten in der Großstadt als Treffpunkt gewählt. Mit der rasant zunehmenden Industriealisierung der Landwirtschaft und damit verbundener Veränderungen treibt es manches Tierchen in die Stadt und altbekannte Lebensweisen kehren sich in ihr vollkommenes Gegenteil. Was bisher möglicherweise für Kleingärtnerlatein gehalten worden sein mag, bestätigen nun die Aufnahmen einer Wildtierkamera, die in einem Kleingarten mitten in Bremen unweit von Dom und ‚Umgekehrter Kommode‘ angefertigt wurden. Vielen Dank an den Kleingärtner Bodo, der mir die Aufnahmen freundlicherweise überlassen hat, um sie hier zu zeigen.

Das Füchslein scheint im Mai noch recht mager.

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Interessiert sich der Hase, genauer gesagt das Kaninchen, für die Kamera? wildtierkamera_kaninchen2016_kl

Nicht immer geht die Begegnung von Kaninchen und Fuchs glimpflich aus wie diese Fülle von Fellfetzen vermuten läßt. So halten also auch die natürlichen Feinde der schon lange in der Stadt lebenden und sich sprichwörtlich vermehrenden, immer mehr Grünmasse als Futter benötigenden Kaninchen Einzug in das für sie neue Habitat.

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Wie kann ich einen Fuchs in meinem Garten sehen? Es ist ganz einfach. Richtet in eurer Parzelle ein paar Rückzugsorte für Wildtiere ein und setzt euch gelegentlich eine lange Zeit ruhig dort hin, dann kann es zu ganz besonderen Begegnungen mit Reineke Fuch kommen, wie ich sie in diesem Sommer erlebte und hier schildere: „Vom Fuchsquartier in meinem Garten“

Fotos: Wildtierkamera in einem Kleingarten Stadtmitte Bremen, Stadtwerder nahe umgekehrter Kommode in Sichtweite zum Dom, Mai 2016

Hygienisches Grün

Eine Variante urbanen Grüns findet sich auf manch einer gestalteten Freifläche zwischen mehrgeschossigen Wohnungsbauten. Gelegentlich wird das vielfach gewünschte Grün, wie hier im Neubaugebiet auf dem Stadtwerder, derart „dressiert“, dass es sich treffender als ‚hygienisches Grün‘ bezeichnen läßt. Diese scheinbar paradoxe Beschreibung, die ich einmal irgendwo, wo weiß ich leider nicht mehr, gelesen habe, fiel mir bei dem Anblick der gezeigten Fläche wieder ein. Die Bezeichnung ‚hygienisch‘ wird allgemein für einen sauberen, ja porentief reinen, bakterienarmen Zustand verwendet und widerspricht einer Grünfläche daher grundsätzlich, denn diese setzt wachsende Pflanzen auf Muttererde voraussetzt, die gemeinhin auch Lebensraum für Regenwürmer und andere Kleinstlebenwesen bietet. Warum fiel mir der Begriff trotzdem ein? Nein, es ist kein gebügelter Kunstrasen, auf den ich zwischen zwei Häuserzeilen blickte. Es ist vielmehr ein sorgfältig getrimmter Rasen ohne ein Blatt Laub. Das Grün ist in exakter Symmetrie angelegt; zwischen den Bäumchen, den präzise ondulierten Heckenelementen und den in den Boden eingelassenen Beleuchtungselementen sind geplante Abstände exakt eingehalten worden. Diese symmetrische Gestaltung greift die unterschiedlichen Geometrien der Gebäude auf. Einzig die regelmäßig geschwungene Kante eines Beetes, das mit immergrünen Bodendeckern bestückt wurde, lockert die Starre ein wenig auf. Hier ist bis ins Detail beherrschtes, durchgeplantes, gereinigtes, fast statisch wirkendes Grün zu sehen. Auf die jeweilige Jahreszeit weisen nur das vorhandene oder fehlende Laub der Bäumchen und Buchenhecken hin.

Klar, eine begrünte Freifläche ist allemal einer durch Pflaster versiegelten Fläche oder einer Kiesfläche vorzuziehen, finde ich. Trotzdem frage ich mich, ob der Weg eines Maulwurfs einmal hierhin führen wird? Landen hier Schmetterlinge? Treffen sich hier Nachbarn, spielen hier ihre Kinder? Besonders einladend wirkt es nicht.

Wie wäre es mit einer bunten Blumenwiese als farbenfrohe Bereicherung zwischen den Häuserzeilen? HygienischesGriuen

 

Foto: Kirsten Tiedemann

Wildkräuter-Wanderung am WE

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Wildkräuter können eine schmackhafte Bereicherung für eine Mahlzeit sein, dem Salat eine besondere Note geben und als Heilpflanzen wirken. Auch in der Stadt sind sie an vielen Plätzen zu finden. Es lohnt sich sicherlich, einmal an einer geführten Wanderung zur Erkundung von Standorten und zur Bestimmung von Wildkräutern teilzunehmen. Auf dem Stadtwerder entdeckte ich kürzlich diesen Aushang, mit dem für solch eine Wanderung geworben wird. Am kommenden Samstag,19.9., findet sie von 11.00 bis 13.00 Uhr statt. Anmelden kann man sich unter folgender Telefonnummer 0152-146 11 858 und per eMail mokitamo7@gmail.com.