Wilder Bärlauch zeigt sich in Bremen

Hm, jetzt ist eine Köstlichkeit in greifbarer Nähe und bald schon auf dem Teller. Der windgeschützte Hang (!) auf dem Foto liegt mitten in Bremen. Dort zeigen sich bereits die ersten zarten Blätter des Bärlauchs. In meinem Garten sind sie dagegen noch Winzlinge. Und auch im Naturschutzgebiet Teutoburger Wald wird es sicherlich noch ein paar Tage dauern bis der Waldboden mit dem wohlschmeckenden Lauch bedeckt sein wird. Ich empfehle euch einen schönen Ausflug aufs Land mit langem Spaziergang durch den Frühlingswald. Dort duftet es dann ganz besonders. Die Vorfreude auf das Bärlauchpesto und einige Blättchen aus dem Garten als Würze im Salat läßt mir das Wasser im Munde zusammenlaufen. Sehr schmackhaft ist übrigens ein Pfannkuchen mit Schafskäse und 3-4 Blättchen Bärlauch. Hmm.

Und wie verwendet ihr das vitaminreiche „Kraut“?  Schreibt mir euer Rezept gerne als Kommentar.

Fotos: Kirsten Tiedemann

Ein Ausflug in den Wald

SauerkleeEin Teppich aus zart blühendem Sauerklee bedeckt Teile des Bodens im Wald, der nur wenige Bahnstationen südlich von Osnabrück liegt. Der gute Tipp einer Bekannten  – Danke Dir liebe Lisa! – führte mich kürzlich erstmals auf den lichten, frühlingsgrünen Hermannsweg im Teutoburger Wald. Hier auf dem Blog gibt es heute diesen inhaltlichen Ausflug vom Garten in den Wald, weil es mir dort so außerordentlich gut gefallen hat. Vielleicht kann euch meine Schilderung für einen Ausflug in dieses besondere und leider streckenweise gefährdete Gebiet begeistern.

Auf einem schmalen, anfangs sehr steilen Weg, der sich auf den Kamm des Höhenzugs schlängelt, steigen wir in den Wald ein. Der Weg führt dann am Hang entlang und später wieder hinunter. Es geht vorbei an einer Wiese mit Wiesenschaumkraut und später durch einen echten Laubgang. Meist sind es Buchen, unter denen wir spazieren, gelegentlich abgelöst durch hohe Tannen. Hin und wieder eröffnen sich weite Sichtachsen in das Flachland mit darin verstreut liegenden Dörfern und zu anderen bewaldeten Hügelkämmen. So kann man -zig Kilometer am Höhenzug gehen, ohne das Blätterdach verlassen zu müssen – es ist eine Landschaft, die in unserer Gegend so selten ist. Beim Wandern entdecke ich viele verschiedene Blumen: Es sind Buschwindröschen, Goldnessel, echtes Lungenkraut, wohlriechende Wald-Veilchen und sogar einige Exemplare der unter Schutz stehenden Wald-Schlüsselblume gedeihen hier. Das kleine Immergrün blüht, Bingelkraut und Walderdbeeren sind überall zu sehen. Wir kommen mehrmals an weiten Flächen mit duftendem Waldmeister vorbei; immer wieder finde ich den ansonsten seltenen und geschützten Aronstab mit Knospe und ersten Blütenständen. Schließlich gehen wir an Hängen entlang, die gänzlich mit Bärlauch bedeckt sind. Die Natur bietet hier offenbar einen sehr guten Nährboden für einer Fülle von Pflanzen, wie sie in der Häufung andernorts in Buchenwäldern kaum noch anzutreffen sind. Es ist prächtig anzusehen.

KnorpeligLaubgang

BärlauchparadiesAronstab Im krassen Gegensatz dazu stehen drei Steinbrüche, die sich unerbittlich in die Landschaft fressen, sie einebnen und stellenweise bereits am Hermannsweg nagen. Weitere Ausdehnungen der Steinbrüche in den Höhenzug hinein werden angestrebt, um des kurzfristigen Profites Willen. Ob sie tatsächlich realisiert werden können?

ZementwerkZum Glück gibt es in der Gegend viele engagierte Menschen, die sich mit kreativen Aktionen für den Erhalt dieser weitläufigen, geschichtsträchtigen und intakten Höhenwaldlandschaft zwischen Bad Ihburg und Tecklenburg einsetzen. Anders als ein Wanderführer schreibt, gibt es keinen Kompromiss zwischen Betrieben und Naturschützern. Auf unserem Weg finden wir verschiedene Spuren fantasievoller Aktionen für den Erhalt der Landschaft. Die AktivistInnen haben sich übrigens in der Bürgerinitiative pro teuto e.V. zusammengeschlossen und erhalten Unterstützung von BUND, NABU, LNU NRW, Greenpeace Gruppe Osnabrück.

AktionProTeuto

Strick2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einen Ausflug in diesen märchenhaften Wald mit seinen alten Bäumen zum Wandern auf dem Hermannsweg kann ich sehr empfehlen. Ich komme bestimmt wieder und gehe eine weitere Etappe unter alten Bäumen mit Lerchensporn und wilden Orchideen am Rand des Weges.proteuto

Fotos. Kirsten Tiedemann