Jungfernflug einer Libelle

In meinem Teich tummelt sich das pralle Leben. Es ist einzigartig, frisch geschlüpften Großlibellen, die teilweise vom Aussterben bedroht sind, bis zum Start zuzuschauen. Die Larve klettert an einem Blatt der Krebsschere (Wasserpflanze), die ihr lange als Heim gedient hat, hinauf, damit sich die Blaugrüne Mosaikjungfer aus der zu eng gewordenen Puppe (Exuvie) winden kann.

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Die frisch geschlüpfte Libelle entfaltet erstmals ihre filigranen Flügel, um sie von Sonne und Wind trocknen zu lassen. Stundenlang hält sie reglos und ungeschützt aus.

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Ihre endgültige Färbung erreicht sie erst später. Jetzt ist sie noch recht blass.

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Der nahende Start kündigt sich an, wenn die Flügel beginnen hochfrequent zu vibrieren.Die Libelle dreht ihren Kopf und streicht mit den Beinen über beide Augen. Plötzlich hebt sie senkrecht ab und fliegt lautlos mit temporeichen, wendigen Flugmanövern davon. Wow!

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Wer mehr zur Großlibelle Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) erfahren möchte kann hier klicken.

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In Deutschland und in Österreich ist die Grüne Mosaikjungfer vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste. In der Schweiz gibt es diese Art nicht. Die Grüne Mosaikjungfer kommt in Europa vorwiegend im Norden vor. Die blaugrüne Mosaikjungfer ist in Europa noch häufig anzutreffen

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Zum Filmclip vom perfekten Start dieser blaugrünen Mosaikjungfer hier klicken.

Nachtrag 8.8.2015: Freundlicherweise hat mich ein kundiger Leser darauf aufmerksam gemacht, dass es sich hier nicht um eine Grüne Mosaikjungfer handelt, wie ich als Laie angenommen habe. Das habe ich nun im Beitrag korrigiert.

Besonderheit: Die Blaugrüne Mosaikjungfer-Larve lebt zwei bis drei Jahre in/an der Krebsschere, einer ganz besonderen Wasserpflanze mit kleinen Dornen an ihren Blatträndern. Die spitzen Dornen werden von den Fischen gemieden und so sind die Larven vor Fressfeinden geschützt. Im Herbst, wenn es kälter wird, taucht die Pflanze und mit ihr die Libellenlarve als Schutz vor Frostschäden auf den Gewässergrund ab. So ist die Larve sicher vor einem Kältetod. im ersten Winter ist es ein Ei, das in der Krebsschere lebt. Im drauffolgenden Frühjahr entwickelt sich daraus die Larve, aus der in den kommenden zwei bis drei Jahren die Libelle erwächst. Dazu häutet sich die Larve bis zu 14 mal bis die Insektenjägerin, die Blaugrüne Mosaikjungfer, daraus in voller Größe erwachsen ist.)

Mehr zu Libellen findet sich auf http://www.libellen.tv/index.html

 

Fotos: Kirsten Tiedemann

Auf dieses außergewöhnliche Erlebnis am Teich auf meiner Parzelle im August 2015 mache ich sehr gerne erneut aufmerksam. Dieser Beitrag von mir erschien hier auf „Gärtnern in Bremen“ am 2.8.2015 erstmalig.

Die Molche sind da

Einige Molche haben den Teich in meinem Garten wieder bezogen und tummeln sich zwischen Krebsscheren, Blättern der Seerose und Wasserlinsen. Bei dem feinen Wetter wärmen sie sich dicht unter der Wasseroberfläche. Es ist ein Vergnügen, ihnen zuzuschauen.  Molch16Molch15

Irgendwann im Sommer wandern sie aus und werden zu Landbewohnern. Dann findet man sie gelegentlich unter einem Steinhaufen. Ich habe sie auch schon einmal unter der Wurzel einer Staude entdeckt. Es ist eine ganz erstauliche Tierart, findet ihr nicht auch?

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Fotos: Kirsten Tiedemann

Libellen „schlüpfen“ im Gartenteich

Mein Gartenteich zeigt sich einmal wieder als geeigneter Geburtsort für Libellen. So eine Larvenhülle („Exuvie“) lässt eine Libelle an dem Blatt der Krebsschere nach ihrer Häutung zurück.

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In der Mitte schlüpfte sie heraus.

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Zurück bleibt eine faszinierende Chitinhülle.

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Die sehenswerte Website Libellen.TV gibt viele Fotos von Libellen und Infos zu Leben, Bestimmung und Verbreitung der faszinierenden Insektengruppe.

Das untere Bild zeigt eine Libellenlarve, die abhängig von der Libellenart unterschiedlich viel Zeit im Teich verbringt, bis sie die nötige Reife zum „Schlüpfen“ erreicht hat (eigentlich heißt es, sie häuten sich). Bei manchen Arten braucht es mehrere Jahre bis zur Reife.

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Fotos: Kirsten Tiedemann