„Es gärt an der Basis“, sagen die Kleingartenrebellen dem Weser-Kurier

„Es gärt an der Basis“, sagen die „Kleingartenrebellen“. Entzündet hat sich der Unmut am Entwurf des Verbands der Bremer Gartenfreunde für eine Gartenordnung, die auch ein Trampolin-Verbot vorsieht.

Aktueller Artikel im Weser-Kurier vom 13.4.2018 von Frank Hethey, der hier zu lesen ist: Klicke und du kommst zum Beitrag.

Werden Trampoline in Bremer Kleingärten verboten? Heute wird über die geplante Gartenordnung abgestimmt

Liebe Interessierte,

heute ist es soweit, der Tag der Abstimmung. Heute findet die Landesdelegiertenversammlung des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. statt. Auf der Tagesordnung steht die Abstimmung über die geplante neue Gartenordnung, die die einzelnen Vereine kurzfristig erhielten. Dieser Entwurf rief bei vielen Mitgliedern und seit Mitte Februar auch in der Öffentlichkeit große Fragen auf und wird kontrovers diskutiert. Sind darin wirklich nur Notwendigkeiten zu finden? Ist es nicht vielmehr eine Verschärfung mit massiven Eingriffen des Landesvorstand in die privaten Vorstellungen von Gartenpächtern (Verbot von Trampolinen für Kinder) und in die Geschäfte der souveränen, eigenständigen, unabhängigen Kleingartenvereine? Jahrelang wurde hinter verschlossenen Türen an dem Entwurf gearbeitet und dann erhalten die Vereine den Entwurf kurzfristig vor der jährlichen Delegiertenversammlung, um ihn ohne Begründung zu den einzelnen Veränderungen zu erhalten und ohne weitere Diskussion abzusegnen. Ist das ein modernes Konzept? Geht so Demokratie? Geht man so mit den Finanziers des Landesverbands und der Geschäftsstelle um? Zur Erinnerung: Jeder Kleingartenpächter ist automatisch Mitglied im Landesverband der Gartenfreunde Bremen und zahlt jährlich entsprechende Beiträge. Und: der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. ist der Zusammenschluss der überwiegenden Anzahl der Kleingärtnervereine des Landes Bremens, der u.a. beauftragt ist die Interessen gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten, Bildungsaufgaben zu übernehmen und interne Organisation. Ist das die demokratische Kultur des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V.?

Viele Argumente sind in den vergangenen Wochen im Weser-Kurier in Beiträgen von Frank Hethey und Reaktionen darauf als Leserbriefe in der Papierausgaben und in im WK-online ausgetauscht worden. Sogar in Hamburg wurde auf den Konflikt aufmerksam gemacht von den SchreberRebellen e.V. In Jahreshauptversammlungen einiger Kleingartenvereine war der Entwurf Thema – unter „Verschiedenes“. Durch die Kurzfristigkeit konnte kein eigener Tagesordnungspunkt mehr eingebracht werden. Viele der öffentlich vorgetragenen Argumente sind hier auf dem Blog gesammelt.

Es ging sogar eine neue Website mit kritischen Anmerkungen zum Entwurf der geplanten Gartenordnung online: Die Kleinartenrebellen Bremen.

Liebe Delegierte! Ihr habt es heute in der Hand, wie mit euren Geldern umgegangen wird und mit eurer Eigenständigkeit in den Kleingärtnervereinen.

 

Effektiver Widerspruch: Großer Erfolg für Hamburgs Kleingärtner

Das macht Mut! Massiver und stetiger Widerspruch gegen rigides Vorgehen des Landesbundes der Kleingärtner in Hamburg gegen die eigenen Verbandsmitglieder hat Erfolg. Hamburgs Kleingärtnervereine müssen die Mustersatzung nicht übernehmen, die weitreichende Eingriffe des Landesbundes in die einzelnen Vereinsgeschäfte ermöglicht hätte. Im Vorfeld gab zahlreiche Widersprüche. Der dortige Dachverband ging dann soweit, den Vereinen, die die Mustersatzung nicht übernehmen wollten, eine Abmahnung zuzusenden, wie die SchreberRebellen e.V. berichten. Ich frage mich, warum der Hamburger Verbund seine zahlenden Mitglieder ausschließen will, statt gemeinsam auf eine für alle Vereine tragbare, demokratische Lösung hinzuarbeiten und die Souveränität der einzelnen Vereine beizubehalten. Gedroht wurde den Kritikern, d.h. ganzen Kleingärtnervereinen, implizit sogar mit Kündigung von Pacht aller Gärten und Mitgliedschaft im Verbund. Das ist rechtlich überhaupt nicht möglich – wie sich herausstellte. Der Hamburger Landesbund musste zurückrudern.

In Bremen ist es eine angestrebte Änderung der Gartenordnung, die dem Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. (LVB) weitreichende Eingriffe in die Vereine ermöglichen würde. Es gibt nicht wenige Stimmen, die sich dagegen aussprechen – auch in den Kommentaren hier auf dem Blog. Ein erster Verein hat den aktuellen Entwurf auf seiner Jahreshauptversammlung mit 100% der Stimmen der anwesenden Mitglieder abgelehnt, so berichten die Kleingartenrebellen Bremen. Ich hörte selbst von mehreren Änderungsanträgen, die dem LVB in der Sache inzwischen zugegangen sind. Der Entwurf ist also noch lange nicht verabschiedet!

Hier gibt es genauere Informationen aus Hamburg:

„Nach Abmahnung tausender Mitglieder. Landesbund muss zurückrudern.

Den Mitgliedern drohen, so einfach geht es dann doch nicht. Das ist dem Vorstand des „Landesbundes der Kleingärtner in Hamburg“ (LGH) wohl klar geworden, nachdem zahlreiche der 311 Hamburger Kleingartenvereine sehr erbost auf die „Abmahnung“ reagiert haben, die der LGH ihnen im Februar hatte zukommen lassen. In dem Schreiben fordert der Dachverband, dass alle 311 Hamburger Gartenvereine bis zum 31.05.2018 die von ihm vorgelegte Mustersatzung übernehmen – andernfalls würden sie, so klingt es in dem Schreiben, aus dem Verband geworfen und würden ihre Gärten verlieren. Dass das aber gar nicht möglich ist, zeigt nun eine Drucksache des Hamburger Senats.

Der entscheidende Satz: „Nach § 10 Absatz 3 BKleingG tritt der Verpächter (hier LGH) in die Verträge des Zwischenpächters (KGV) mit den Kleingärtnern ein, wenn ein Zwischenpachtvertrag durch eine Kündigung des Verpächters beendet wird.“

Eine Kündigung der Flächen wegen „Ungehorsam“ gegenüber dem Dachverband gibt das Bundeskleingartengesetz (auf das sich nicht zuletzt der LGH sehr gerne zu berufen pflegt), nämlich nicht her. In diesem Bundesgesetz aus dem Jahr 1983 sind die möglichen Kündigungsgründe für Kleingärten abschließend geregelt. Einfach Kündigungsgründe hinzuerfinden – das geht nicht.

Kein Kleingärtner muss also deswegen um seine Parzelle bangen.

Diese Nachricht wird vor allem jene der 43.000 Hamburger Kleingärtner beruhigen, in deren Vereinen die Mustersatzung des Verbands aus nachvollziehbaren Gründen nicht die satzungsändernde Mehrheit von drei Vierteln der Mitglieder erlangt hat – und die mit aus den Fingern gesogenen Horroszenarien in Angst und Schrecken versetzt werden.

Reale Sorgen sollte den Schrebern eher die „Nachverdichtung“ machen, die in der Einheitssatzung steht! Denn aufgrund der Nachverdichtung haben allein in 2017 schon viele Hundert Kleingärtner ihre Gärten verloren.

… „

Den vollständigen Beitrag findet ihr hier 

 

Ganz allgemein möchte ich auf den Verein der Grundstücksnutzer aufmerksam machen, der sich seit vielen Jahren in neuen und alten Bundesländern überregional für die Rechte von Kleingärtnern und anderen Grundstücksnutzern einsetzt. VDGN

 

Auch der Ton macht die Musik – Überlegungen einer Kleingärtnerin zur Gartenordnung

Emails und Anrufe gingen bei mir ein. Der Weser-Kurier verzeichnet auf seiner online-Ausgabe über 20 Kommentare. Es sind eine Fülle an Reaktionen auf den Artikel zur geplanten Gartenordnung mit Trampolin-Verbot in Kleingärten im Weser-Kurier vom 17.2.2018. Viele der Kommentare sind durchdacht und machen deutlich, dass es gute Gründe dafür gibt, die Gartenordnung zu liberalisieren.

Eine spontane Reaktion erhielt ich von einer, wie sie selbst sagt, „ahnungslosen“ Kleingärtnerin, die ziemlich angefasst war von dem, was das WK-Interview mit mir zutage gefördert habe. Von einer neuen Gartenordnung hatte sie bisher nichts aus dem „Gartenfreund“, der monatlich erscheinenden Verbandszeitschrift, erfahren. Die Gartenfreundin hat meine Kritik und auch die der Kleingartenrebellen auf deren Blog zustimmend zur Kenntnis genommen, und sich darüber hinaus unendlich an der Sprache gestört, in der der LV-Entwurf verfasst wurde. Deswegen hat sie sich die Mühe gemacht, etwas genauer hinzuschauen und das, was in der geplanten Gartenordnung als Sprache der Macht daher kommt, in einer Liste zusammengetragen. Ihre Überlegungen leisten einen weiteren Beitrag zur Diskussion um die geplante Gartenordnung, daher möchte ich sie nach Rücksprache mit der Autorin mit euch teilen.

***

„Anmerkungen zur Gartenordnung (Neuentwurf) des Landesverbandes (= Landesvorstands) Bremen

Auch der Ton macht die Musik

Aus der Sprache, in der die „Gartenordnung“ verfasst ist, spricht der Geist, aus dem sie geboren wurde.

In Ergänzung der inhaltlichen Kritik an der Gartenordnung (KleingartenrebellenKirsten Tiedemann im WK 17.2.18) habe ich eine Liste von Zitaten aus dem Entwurfspapier zusammengetragen, weil ich der Meinung bin, dass sich darin – gerade in der Aneinanderreihung – ein hochproblematisches Verhältnis des LV (Vorsitzenden?) zu den Bremer Kleingärtnern offenbart. Bis auf Ausnahmen ist dies durchgängig die Sprache, in der Anordnungen und Verbote erteilt werden. Diese Sprache verfasst, was hier „geordnet“ werden soll:

nicht das Miteinander von Gärtnern oder eine sinnvolle Bewirtschaftung von Gärten und Vereinsgeländen, sondern die ‚Macht‘ der Verfasser über die Gesamtheit der Kleingärtner und ihrer Vereine.

Die Sprache der Kontrolle legt nahe: Kleingärtner sind a priori Idioten oder mutwillige Gesetzesbrecher oder beides. Deswegen brauchen sie eine harte Hand – also einen alles kontrollierenden, regulierenden und verbietenden Führer   – vermutlich in Gestalt des Landesvorstandes – oder des Vorsitzenden selbst??

Zitate aus der Gartenordnung

geben die Gartenfreunde?? sich Regeln = ist nur der LV „die Gartenfreunde“?

sind stets zu berücksichtigen

sind zu pflegen und instand zu halten

ist … in Kenntnis zu setzen

sind … vorzulegen

ist einzuhalten

die so aufzustellen sind

einzuhalten ist

sind unzulässig

sind unzulässig

sind unzulässig

ist verboten

sind … umgehend zu beseitigen. durch den Pächter bzw. Störer

sind im Kleingarten unzulässig

sind im Kleingarten nicht zulässig
Weiterlesen

Kommentar zum Interview „Es gibt eine Basta-Mentalität im Landesverband“ im Weser-Kurier

Kleingartenrebellen Bremen – Neue Website will Bremens Kleingärtner informieren

www.kleingartenrebellen.de-bremen (Ansicht am 13.2.2018)

Ein Paukenschlag: Hartmut Clemen sei vom Posten des Landesfachberaters im Landesverband der Gartenfreunde Bremen zurückgetreten, diese Information las ich mit Bedauern auf der neue Internetseite Kleingartenrebellen Bremen/Aktuelles. Das wäre ein empfindlicher Verlust für den Landesverband, wie ich finde. Über die Gründe für seinen Rücktritt können wir nur spekulieren. Sind es persönliche Gründe, gab es Differenzen mit Geschäftsführung oder mit dem Vorstand des Landesverbands? Wer wird ihm nachfolgen können? Es sind große Schuhe, die so schnell niemandem passen werden. Dem FlorAtrium soll Clemen mit seiner engagierten Art, seinem fundierten Wissen und vorausschauendem Tätigkeitsprinzip offenbar glücklicherweise als Leiter des Beratungszentrums weiterhin erhalten bleiben.

Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um euch noch einmal auf die Internetseite Kleingartenrebellen Bremen aufmerksam zu machen. Inspiriert von den Schreberrebellen in Hamburg ist diese Website vor einer Woche frisch geschlüpft. Eine Gruppe engagierter Kleingärtner will unabhängige Informationen zu verschiedenen Fragen und Problemen des Kleingartenwesens in Bremen geben, um so die freie Meinungsbildung zu fördern. Die Haltung, die der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. im vergangenen Jahr gezeigt hat, z.B. mit dem Vorstoß, die Bebauung von Teilen des grünen Bremer Westens zu begrüßen, obwohl es von Seiten der Senators für Umwelt ein Projekt zur Belebung freier Parzellen genau in diesem Gebiet gibt (Green Urban Labs). Z.B. mit der geplanten Verschärfung der Landesgartenordnung. Z.B. der Umgang der Geschäfststelle mit kritischen Stimmen innerhalb des Verbands, das scheint den Kleingartenrebellen keine ausreichende Haltung einer Interessenvertretung der Kleingärtner zu sein. Zum Auftakt hat sich die Gruppe den Entwurf zur neuen Gartenordnung vorgenommen, fundiert durchgearbeitet und ihn an vielen Stellen kommentiert, die für Kleingartenfuntkionäre und Mitgllieder von Interesse sein sollten.

Das sagt die Gruppe selbst über ihre Absichten, die sie mit ihrer Seite verfolgen:

„Unsere Informationen sollen Ihnen helfen sich unabhängig von Verband und Funktionären ein Bild vom Kleingartenwesen in Bremen zu machen. Wir werden versuchen die verschiedenen Themen rund um Parzelle & Co aus unterschiedlichsten Sichtweisen zu beleuchten und möchten Ihnen in Zukunft auch ein Forum zur Diskussion bieten. Wir wollen keine Konkurrenz zum Landesverband der Gartenfreunde sein; jedoch ein kritischer Begleiter in strittigen Fragen.
Wir sind keine geschlossene Gruppe und freuen uns über weitere engagierte Kleingärtner. Anregungen und Kritik sind uns jederzeit willkommen.
Kontakt bitte per Mail über: kleingartenrebellen@web.de

Die Situation in Bremen

Das letzte Gartenjahr (2017) war belebt durch eine öffentliche Diskussion über eine Bebauung von Kleingartengebieten, insbesondere vom Bremer Westen. Der Landesverband der Gartenfreunde Bremen hat in der Presse ein diffuses Bild abgegeben und Aussagen der Geschäftsführung haben für Irritationen in der bremischen Verwaltung gesorgt. Inzwischen hat sich der Landesverband sogar für eine Bebauung ausgesprochen. Ob dies im Interesse der Pächter ist? Bisher wurden noch keine nennenswerten Anstrengungen unternommen, die Meinung der Basis zu erfahren, als deren Sprachrohr sich der Landerverband versteht!“

         Auszug vom 13.2.2018   Kleingartenrebellen.de-Bremen  

Geschäftsführung handelt nicht satzungsgemäß – Leserbrief

Die Verfasserin des folgenden Leserbriefs, der am 19.11.2017 im Weser-Kurier veröffentlicht wurde, macht deutlich, dass die Geschäftsführung des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen eV. sich nicht gemäß der eigenen Satzung und des eigenen Leitbilds verhält. Sie fragt sich, welche Motive die Spitze des Landesverbands verfolgt. Tatsächlich agiert die Spitze des Verbands sogar explizit entgegen der Ziele der eigenen Interessenvertretung, wenn sie eine Bebaung von Kleingartenflächen vorzieht – das meint nicht nur die Verfasserin des Leserbriefes (Satzungsauszüge weiter unten). In online- Kommentaren zum Beitrag „Behörde gegen Bebauung“ im Weser-Kurier gibt es Stimmen, die noch weiter gehen und sagen, dass eine Geschäftsführung, die den eigenen Interessen zuwider handele, in Firmen und Unternehmen bereits abgesetzt worden wäre. Warum will die Geschäftsstelle die gebotene Chance, die im bundesweiten Modellprojekt Green Urban Labs für die Waller Feldmark liegt, und das mit einer neuen Mitarbeiterin ausgestattet ist, die sich ausschließlich für die Belange des Bremer Westens einsetzt, nicht nutzen? Statt dessen werden der neuen Mitarbeiterin aktiv Knüppel zwischen die Beine geworfen. Angesichts dieses Verhaltens, dass die Geschäftsstelle des LV Gartenfreunde die jahrelang geforderte aktive Unterstützung durch den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr zur Lösung der Probleme durch brach liegende Parzellen speziell im Bremer Westen nun massiv ablehnt und einen Bebauung von Teilen der Kleingartengebiet ausdrücklich „angenehmer“  findet, müssen sich die Kleingärtner in Bremen fragen, inwieweit im Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. die Interessen der Kleingärtner vertreten werden.

Weser-Kurier 19.11.2017

 

Die Satzung des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. hier lesen

Auszug

„1.2. Zweck des LV ist die Förderung der Kleingärtnerei. Er unterstützt das Kleingartenwesen und setzt sich für die Stärkung von Natur- und Umweltschutz ein.

1.4. Der LV tritt für d en Erhalt und die Zukunftsfähigkeit des Kleingartenwesens, die ökologische Gestaltung der Kleingartenanlagen und die Sicherung der Kleingärten in der Dauernutzung ein.“

 

Das Leitbild des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. hier lesen 

 

Auszug S. 22/23
Unsere Umweltbildung, unterstützt von allen politischen Parteien
und gefördert durch die Ressorts Umwelt, Bildung sowie Jugend und
Soziales, soll intensiviert werden. Den nachfolgenden Generationen
in Bremen und Bremerhaven möchten wir wichtige Lebensgrundla-
gen wie
• ressourcenschonender Umgang mit der Natur
• Bodenschutz
• gesunde Ernährung – vom Anbau eigenen Obstes
und Gemüses bis hin zu dessen Verwertung
• Bevorzugung regionaler Produkte
• Bewahrung einer lebenswerten Umwelt praxisrelevant, nachhaltig und beispielhaft im FlorAtrium und in den Vereinen vor Ort erlebbar machen.

 

Unsere Verantwortung und unsere Kompetenz für den Grünbereich
bezieht sich ebenfalls auf den Klimawandel, dem im städtischen Be-
reich nur wirksam begegnet werden kann, wenn es genügend Klein-
gartengebiete gibt, die das Niederschlagwasser aufnehmen und mit
ihren Flächen für Abkühlung, für Wohlbefinden in den verdichteten
Siedlungsräumen sorgen.

 

Deshalb sind unsere großflächigen Grünbereiche nicht nur als
anerkannter – weicher – Standortfaktor für die Städte Bremen und
Bremerhaven von hohem Wert, sondern für den erforderlichen
Klimaschutz zukünftig unverzichtbar.

 

Dieser und weiteren Aufgaben wollen wir uns im Dialog mit Politik
und Verwaltung stellen und u. a. erreichen, dass die Umsetzung der
nach Naturschutzgesetz erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen bei
Inanspruchnahme/Versiegelung von Bodenflächen sinnvollerweise
innerhalb der Landesgrenzen und partiell auch in Kleingartengebie-
ten erfolgt.

 

Wir fühlen uns verpflichtet dafür zu sorgen, dass der wertvolle
Lebensraum Kleingärten sowohl für Flora und Fauna, als auch für den
Menschen als wichtiger Bestandteil erhalten bleibt!

 

Kommentare zur Debatte um Bebauung

Nochmal zur Bebauung von Kleingärten. Zwei Kommentare aus er Waller Umschau, die direkt aus dem Stadtteil Walle stammen, könnt ihr heute lesen. Cecilie Eckler-von Gleich setzt sich seit vielen Jahren für einen Naherholungspark in der Waller Feldmark ein und schreibt eine Stellungnahme für die Grünen/Walle. Ihr Leserbrief und der von Holger Petersen, zu dessen Position ich keine näheren Informationen habe, wurden im August 2017 in der Waller Umschau abgedruckt. Besten Dank an einen regelmäßigen Leser für die Übersendung des Fotos.

 

Die Katze ist aus dem Sack Kleingärten zu Bauland – Presseschau

Die Katze ist aus dem Sack.

Der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. bietet der Stadt Bremen an, Kleingärtenflächen, in denen sich einige brach liegende Parzellen befinden, als Bauland abzutreten. Die Grundstücke befinden sich im Besitz der Stadt Bremen, der Bremischen Evangelischen Kirche und verschiedenen Privatpersonen. Dort eine Parklandschaft anzulegen, wird von den Bremer Gartenfreunden abgelehnt, da der Landesverband annimmt, diese werde nicht gepflegt werden. Den Beratungen zum Kleingartenentwicklungsplan bleiben die Verbandsvertreter und auch der baupolitische Sprecher der SPD fern. Dieser Plan soll gemeinsam von Vertretern aus Politik, Verwaltung, Landesverband der Gartenfreunde und verschiedenen Interessengruppen als grundlegendes Konzept für die Zukunft der bremischen Parzellengebiete entwickelt werden.

Nicht gefragt wird bisher, ob sich das Gebiet zum Bauen eignet. Nicht angesprochen wird, was mit den vielen Eigenlandparzellen, die sich eingestreut in dem Gebiet befinden, werden soll. Einige der Besitzer wollen ihre Grundstück nicht verkaufen. Man muss wohl davon ausgehen, dass im Falle einer Umwandlung in Bauland auch zeitaufwendige Enteignungsverfahren gegen Besitzer von Eigenlandparzellen eingeleitet werden müssen, oder? Was wird aus den Kaisenhausbewohnern mit lebenslangem Wohnrecht, die in dem Gebiet leben?

°°° Eine Presseschau mit Fragen zum Thema (aktualisiert 12.9.2017)

KT //Die Titel der Zeitungsartikel, Internet-Post und Fernsehbeiträge, die hier vorgestellt werden, sind blau hervorgehoben und führen, sobald man sie anklickt, zum jeweiligen Artikel oder Film.//

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5.9.2016 – Wir lehnen die Bebauungspläne von Kleingärten ab. Auf dem Blog Findorff AKTUELL, das zum Print-Magazin Leben in Findorff von Mathias Rätsch gehört, und hier auf Gärtnern in Bremen wird die Presseerklärung der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner und Grundstückbesitzer e.V. veröffentlicht.

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6.9.2017 –Kleingärten für Bauprojekte opfern? Im Weser Report/ Ausgabe West werden nicht nur die Absichten von Jürgen Pohlmann/ baupolitischer Sprecher der SPD und dem Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. vorgestellt, die brach liegende Kleingärten im Bremer Westen bebauen lassen wollen, sondern auch kritische Stimmen dazu. In der Ausgabe vom 10.9. gibt es den Beitrag Bebauung ist eine Option auf S. 9, der als pdf-Datei geladen werden kann – hier klicken.

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7.9.2017 – Koalitionsstreit über den Gartenzaun. Im Beitrag von buten und binnen (7.9.2017) werden die Aussagen einiger beteiligter Akteure aneinander gereiht. Der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. und der baupolitische Sprecher der SPD stellen ihre Position zugunsten der Bebauung von Teilen des Kleingartengebiets Waller Feldmark vor. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen erklärt das Festhalten an dem Gebiet als grüne Lunge und für Ausgleichsflächen. Aus dem Bauressort erfährt man, dass geladene Vertreter des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. und der SPD-Fraktion von einem wichtigen Gespräch zum Kleingartenentwicklungsplan 2025 fern bleiben.

KT // Zuschauer, die sich dem Thema frisch und unbefangen nähern, bleiben Ursachen, Entwicklung und Begründung der Situation ohne journalistische Erläuterungen verschlossen. Bilder und Wortbeiträge widersprechen sich sogar in einem Fall: Frau Drechsler Annahme, dass das Rahmengrün später unzulänglich gepflegt werden wird, wird mit einer verwahrlosten Parzelle bebildert. Die Katze ist prima.//


9.9.2017 – In Zoff um Kleingärten stellt Sara Sundermann am Samstag im Weser-Kurier ausführlich die Position des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. vor. Brach liegende Parzellen sollen zu Geschosswohnungsbau oder Gewerbegebiet umgenutzt werden – keine Parkanlage, denn die würde nicht gepflegt werden, so führt die Geschäftsführerin aus. Das Bauressort und die Grüne Fraktion in der Bürgerschaft lehnen diesen Vorstoß ab. Die Positionen von SPD (Geschosswohnungsbau) und CDU (Ein-, Zwei und Mehrfamilienhäuser) sind bekannt. Einige Leserkommentare in der online-Ausgabe machen deutlich, dass nicht alle Mitglieder des Landesverbands der Gartenfreunde mit der Politik der Interessenvertretung konform gehen, im Gegenteil.

KT //Wer fragt, ob diese unversiegelte Grünfläche notwendigerweise als Bauland  genutzt werden muss? Braucht die Stadt Bremen nicht dringend unversiegelte Flächen, um die Wassermassen, die klimabedingt auf uns niederprasseln werden, abfließen zu lassen? Wer fragt, ob sich die Grünflächen überhaupt als Bauland eignen? Die brach liegenden Parzellen befinden sich eingestreut zwischen genutzten Kleingärten und legal bewohnten Kaisenhäusern. Sie sind umgeben von Eisenbahndamm (Strecke Bremen-Hamburg), Autobahn (Bremen-Bremerhaven) und Bremer Müllbergen mit dem Duft der tausend Haushalte. Wer weist darauf hin, dass das Gebiet einen sehr hohen Grundwasserspiegel hat, in dem von Spätherbst bis zum Frühjahr zwei-drei Spatenstiche genügen, um auf Wasser zu stoßen? Dort Bauland herzustellen wird sehr kostenintensiv. Hat die Stadt dafür Geld?//

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9.9.2017 – Wahlkampf auf Parzelle ist ein Kommentar von Sara Sundermann im Weser-Kurier, die sich für die Bebauung von Teilen von Kleingärten ausspricht. Ihr findet ihn ebenfalls am Samstag im WK und online hier klicken. Dort gibt es auch einen Leserkommentar.

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21.8.2017 – Kleingärtner wollen Rechtssicherheit. Schon ein paar Tage alt, dennoch nicht weniger wichtig. Ein Beitrag zu einer Beiratssitzung in Gröpelingen mit dem Thema „Wohnnungsbau in Kleingartengebieten?“ mit Jürgen Pohlmann/baupolitischer Sprecher der SPD enthält Fragen einiger Kleingärtnervereine, bekannte Positionen und einem interessanten neuen Aspekt. Anne Gerling schrieb den Artikel bereits am 21.8.2017 für den Weser-Kurier/West.

Einen interessanten Aspekt aus dem Artikel will ich hier zitieren:

„… Fragen zu improvisierten Wohnformen mit in die Diskussion hineintragen, hofft Christina Vogelsang, Sachkundige Bürgerin der Grünen im Gröpelinger Beirat. Ihr will bei der gesamten Diskussion dabei nicht recht einleuchten, weshalb überhaupt Kleingärten als mögliches Bauland ins Blickfeld rücken, wo doch bei Immobilien Bremen (IB) sogar die finanziellen Mittel fehlten, um das fast sieben Hektar große Areal an der Ritterhuder Heerstraße – immerhin eine der potenziellen Wohnbauflächen auf Bremens „40+“-Projektliste – weiterzuentwickeln und zu bebauen. Anders als in manchen Teilen der Vereinsbereiche gebe es dort bereits eine Infrastruktur, betont Vogelsang: „Wieso also die Idee, dass es im Kleingartengebiet klappen könnte?“ hier klicken zum Weiterlesen

KT //Wieso weist eigentlich kein Politiker und kein Verbandsfunktionär mehr darauf hin, dass die Stadt eine Selbstverpflichtung eingegangen ist, marode Kaisenhäuser auf städtische Kosten abzureißen?//

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4.9.2017 „Wie kann Bremen noch nach innen wachsen, ohne dabei wertvolle Freiflächen zu opfern?“ Diese zentrale Frage zum aktuellen Städtebau von Philipp Nicolay beantwortet Professor Eberhard Syring in einem Interview der taz-Nord folgendermaßen:

„Es gibt industriell genutzte Flächen, die sich dafür anbieten. Wenn das Kellogg-Werk geht, ist das eine städtebauliche Chance. Auch das Bierbrauen mitten auf einer attraktiven Fläche in der Alten Neustadt muss hinterfragt werden. Kann man Bier nicht genauso gut am Stadtrand brauen? Und in der Überseestadt ist auch noch nicht alles ausgereizt.“ taz-Nord 4.9.2017

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by the way

KT //Warum betreibt die laut Statuten politisch neutrale Geschäftsführung des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. eigentlich so eindeutigen Wahlkampf? Recht deutlich wird dieses Verhalten in einem etwas älterem TV-Beitrag „Aufruhr im Gartenidyll“ vom 23.8.2017 bei buten und binnen. Hier zum Beitrag klicken.

Lieber nicht zuviel grün – Beitrag in der taz

In der taz ist heute ein Artikel von Eiken Bruhn zum Thema „Kleingärten“ zu lesen, in dem es um die Pläne des Bremer Bausenators für die Waller Feldmark (Stichwort Naherholungspark Bremer Westen) geht, die Haltung des Landesverbands der Kleingärtner Bremen e.V. dazu und die Kündigung, die eine Parzellenpächterin auf dem Stadtwerder erhalten hat, weil sie den stattlichen Baum, den ihre Großelter oder Urgroßeltern gepflanzt haben, nicht fällen will. 10.08.2017

Kleingärten-Umwandlung

LIEBER NICHT ZUVIEL GRÜN

Bremens Bausenator schlägt vor, aus brach liegenden Parzellen Naherholungsgebiete zu machen. Der Verband der Kleingärtner ist dagegen.

hier klicken zum taz-Artikel