Kreative Nutzung für leere Kaisenhäuser! Vorschläge gesucht

[aktualisiert am 18.10.2017/ 19.10.]

Einige Kleingartenvereine sind verärgert über Parzellen mit verlassene Kaisenhäusern meldet der Weser-Kurier am Sonntag. 500 solcher Gärtchen soll es insgesamt in Bremen geben. [hier weiter lesen auf Weser-Kurier online …]

Laßt uns hier einmal Ideen sammeln für die Nutzung einer Parzelle mit den kleinen Steinhäuschen*!

Ich fange mal an:

  • Die private Nutzung von Kaisenhäuschen als Gartenlaube wird in einigen Kleingärtnervereinen in Bremen bereits erfolgreich genutzt, d.h. Parzellen mit Kaisenhäusern werden wie üblich verpachtet.
  • Naturkindergarten mit ganzjähriger Nutzung. Da Kindergärten in der Regel bis in den frühen Nachmittag besucht werden und Mittagsruhe pflegen, passt das gut zu einem Kleingartengebiet. Studien bestätigen übigens, dass Kinder in Draußen-Kindergärten weit weniger „laut“ sind als allgemein angenommen.
  • Ein Garten kann ein grüner Ort  in der Stadt für ganzjährige Beschäftigungsprojekte sein, wie z.B. im Kleingärtnerverein Harmonie seit über 10 Jahren mit Kaisenhaus im Garten genutzt wird [mehr dazu hier lesen]. Auch im Kleingärtnerverein Union gibt es ein etabliertes Beschäftigungsprojekt „Garten JEden“ [hier mehr dazu lesen]. Das erfolgreiche integrative Beschäftigungsprojekt „Gemüsewerft“ kann hierfür ein potentieller Ansprechpartner sein.
  • Gemeinschaftsgarten mit mehreren Nutzerinnen und Nutzern
  • Parzelle mit „Gartenbeet auf Probe“ für interessierte Gartenanfänger zum Hineinschnuppern. Vorstellbar (und machbar) ist es, dass einzelne abgesteckte Beete an Interessierte gegeben werden, die so in kleinem Rahmen Gemüse und Blumen ziehen können und dabei feststellen, ob das Gärtnern im Kleingarten etwas für sie ist. In so einem Garten sind auch Flächen für gemeinschaftlichens Gärtnern und gemeinschaftliche Nutzung, z.B. zum Spielen für Kinder, vorhanden.
  • In einem Gärtchen mit „Gartenbeet auf Probe“ kann das Häuschen als Veranstaltungsraum, wie z.B. Lesungen, wie kürzlich im Kleingärtnerverein Beim Kuhhirten [dazu hier weiterlesen …], Ausstellungen, fachbezogene Fortbildungen, handgemachte Musik (ohne Verstärker) genutzt werden.
  •  …
  •    ….

Macht weitere Vorschläge hier im Kommentarfeld oder sendet sie mir per eMail! Ich bin sehr gespannt darauf, welche kreativen Vorschläge wir gemeinsam zusammentragen und an die Vereine weitergeben können!

Hier nun Vorschläge aus meinem Leserkreis

[18.10.] Danke Rike Fischer, die per eMail kreative Vorschläge für Gartenprojekte, die ein Kaisenhaus prima nutzen können, sendet. Es sind überwiegend Gemeinschaftsprojekte, bei denen viele Hände anfassen und viel bewegen können.

  • Schulgarten (Gedanke dazu von KT: Einen funktionierenden Schulgarten mit Kaisenhaus gibt es in einem Kleingartenverein nahe der Weser seit vielen Jahren.)
  • Willkommensgarten
  • Mehrgenerationengarten
  • Seniorentreffgarten
  • Yogagartenhaus
  • Kita-Garten

[19.10.] Danke Susi Bertram für deine vielfältigen, anregenden Ideen, die via Facebook zu mir kamen. Es sind Projekte, die die Gartenpforten jeweils für viele Menschen öffnen.

  • Garten-Initiative/Gartensharing
    Da viele viel arbeiten und die wenige Zeit nicht dauernd verbringen wollen um den Garten wieder herzurichten,fände ich die Idee in heutiger Zeit einfach passend und den Vereinen t@te diese Nutzbarkeit auch gut.
    Folglich sollten die neuen Pächter auch ein gewissen Ansporn erhalten wie z.b.das erste Jahr pachtfrei.
    Wichtig bei Kaisenhauser die vermittelt werden die Nutzbarkeit der Grubenentleerung,Strom/Wasseranschluss zu klären.
  • Einen Kindergarten/Kinderhort
    Die freie Wildnis.
    Erlebnissplatz in der Natur mit Steinofen,Weidenhütten ect. 
  • Eine Anlaufstelle für Kaffee/Kuchen/Schnacks/Musik
    für Jung und Alt
    Einrichtung wie früher
    WE Öffnung und vielfältiger Nutzung

[19.10.] Ich freue mich über den Vorschlag von Eva Kirschenmann/ Offener Stadtgarten Lucie. Sie bietet an, den neuen Lucie-Projekteraum im Winter einmal für einen Ideen-Spinnerei-Abend zu Möglichkeiten der Nutzung von Kaisenhaus-Gärten zu öffnen. Eine schöne Gelegenheit, weitere Optionen zusammenzutragen.

 

 

* Anmerken will ich, dass viele bauliche „Probleme“ gelöst werden können, z.B. kann feuchtes Mauerwerk mittels aktiver bautechnischer Maßnahmen trocken gelegt werden. Stichworte: Bautrockner/ Lehmputz auf Wände aufbringen/ Feuchtigkeitssperre einbringen.

 

 

Stimmungsvolle Lesung in verlassenem Kaisenhaus

Eine stimmungsvolle Lesung aus dem Roman „Ein Dach über dem Kopf“ von Willem von Hörsten gab es anläßlich des 55jährigen Bestehens des Kleingärtner -vereins ‚Beim Kuhhirten‘ am Samstag, 12. August 2017, in einem verlassenem Kaisenhaus im Vereinsgelände. Der historische Roman erschien bereits 1978 und ist heute vergriffen. Sein Autor ist ein Mann, der gemeinsam mit seiner Familie selbst auf einer Parzelle in Findorff ein kleines Wohnhaus errichtet hatte, weil über Jahre angesichts der Wohnungsnot keine Unterkunft zu finden war. Von Hörsten und seine Frau lebten bis ins hohe Alter in ihrem Kaisenhaus. Er engagierte sich gemeinsam mit anderen über viele Jahrzehnte für den langfristigen Erhalt der Kaisenhäuser in der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner.

Das verlassene Kaisenhaus im KGV ‚Beim Kuhhirten‘ ist vom Weg aus kaum zu sehen und wirkt verwunschen. Brombeeren haben in den vergangenen Jahren ihre Tentakel ausgeworfen und den Garten erobert. Der Zustand des kleinen Häuschens, das bereit 1950 von einem Lokheizer bewohnt und vielleicht auch errichtet worden ist, ist erstaunlich gut erhalten, auch weil das Dach intakt und in gutem Zustand ist. 2010 wurde es verlassen.

Diesen sehr gut besuchten kulturellen Programmpunkt hat sich Maike Hildebrand ausgedacht und ihn gelungen realisiert.


Die Journalistin gärtnert bereits seit 2000 auf einer Parzelle auf dem Stadtwerder.

Im Anschluss an die Lesung, die dreimal angeboten wurde, gab es anregende Gespräche über die langfristige Zukunft dieses Kaisenhauses als Gartenhaus mit realistischen und konstruktiven Ideen.

 

 

 

 

 

 

 

 

* Das große zusammenhängende Parzellengebiet auf dem Stadtwerder zwischen der Gaststätte zum Kuhhirten und dem Krähenberg wurde bereits während des Erste Weltkrieges ab 1917 als Hilfe zur Selbsthilfe bei massiver Lebensmittelkrise von städtischer Seite angelegt und in die Hände eines Vereins gelegt. Aus dem großen Verein bildeten sich vor 55 Jahren mehrere kleine heraus, auch um die umfangreiche Arbeit des Vorstands auf mehrere Schultern zu verteilen.  Kleingärtnerverein Beim Kuhhirten und Kleingärtnerverein Werder sind zwei der damals entstandenen Vereine. Weiß jemand aus meinem Leserkreis, ob der Kleingärtnerverein Am Krähenberg und der Kleingärtnerverein Marienblume ebenfalls aus dem großen Verein hervorgingen? Über eine Nachricht freue ich mich.

Fotos: Heide-Marie Härtel und Kirsten Tiedemann

 

 

Vorsicht: Jakobs-Kreuzkraut auf dem Stadtwerder gesichtet

Durch diesen Aushang im Kleingärtnerverein Beim Kuhhirten wurde ich aufmerksam und stellte fest, dass sich auch in meinem Garten eine sehr giftige Pflanze breit machen wollte: Das Jakobs-Kreuzkraut enthält ein Kontaktgift, dass auf die Leber wirkt. Beim Entfernen sollte man Handschuhe tragen. Danke sehr an die engagierte Fachberatung!

 

Infos mit Bildern und Möglichkeiten zur Bekämpfung von proplanta.de hier klicken

Weiterlesen

Feine Feiertage!

Herzliche Grüße an meinen Leserinnen und Leser. Mein ebensolcher Dank geht an alle, die meine Arbeit an diesem Blog in ganz unterschiedlicher Weise unterstützt haben. Freundliche, interessierte und engagierte Menschen sind mir begegnet. Hier konnte ich von der turbulenten Zeit mit dem erneuten Konflikt um Kaisenhäuser berichten, von verschiedenen Aktionen, historische Hintergrundinformationen geben, bildhafte Eindrücke von intakten Kaisenhäusern geben, relevante neue Rechercheergebnisse zur Sache vorstellen und die unerwartete und, wie ich finde, vernünftige Entscheidung der Regierungskoalition zum Erhalt intakter Kaisenhäuser vorstellen. Von der Umweltdeputation wurden die neuen Positionen Ende November abgesegnet und die Parteien haben ihre Positionen kürzlich in der Stadtbürgerschaft vorgestellt. Eine dazugehörige Dienstanweisung ist aktuell in Arbeit. Der Landesverband der Gartenfreunde legt hier leider eine Blockadehaltung an den Tag, die eine Abwärtsspirale in einigen Kleingartenvereinen noch befeuert. Warum wird die Chance im Erhalt intakter Kaisenhäuser in den Gärten nicht gesehen und ergriffen? Ein Kleingartenverein folgt dem Landesverband konkret und läßt Gärten mit einem frisch verlassenen, intakten Kaisenhauss sogar ungenutzt liegen, statt sie an Interessenten zu verpachten. Das ist für mich vollkommen unverständlich. Die Entwicklung der Kaisenhausgärten werde ich hier auch im kommenden Jahr aufmerksam begleiten.

Weiterlesen