Pläne der Parteien für Bremens Kleingartengebiete – heute: SPD Teil 1 [www.abgeordnetenwatch.de]

Die Wahlen zur Bremischen Bürgerschaft stehen an. Für die kommenden vier Jahre werden die Weichen gestellt – auch im Hinblick auf planerischen Umgang mit und Entwicklung der Kleingartengebiete unserer Stadt und des Landes Bremen. Dazu gehört auch die Fragen zum Erhalt der Parzellengebiete, die einen großen Anteil am grünen Antlitz Bremens sowie vielfältige ökologische und soziale Funktionen haben, am dauerhaften Erhalt von Kaisenhäusern und die Schaffung von ausgewählten Wochenendhausgebieten. Norbert Wicha, setzt sich als Sprecher der Wegegemeinschaft Karl-Beckhusen-Weg für den Erhalt von Kaisenhäusern ein und für die Umwidmung des Weges in ein Wochenendhausgebiet. Er nutzt das Portal www.abgeordnetenwatch, auf dem jede Bürgerin und jeder Bürger den Kandidierenden zur Wahl Fragen stellen kann, um Auskunft über die Positionen der einzelnen Parteien zu erhalten.

Auf die Frage nach dem zukünftigen Umgang mit Kaisenhäusern, deren Erhalt nach gesetzlichen Regeln möglich sei, wie Norbert Wicha in seiner Anfrage deutlich macht, gibt es weitreichende Äußerungen auch hinsichtlich der Kleingartengebiete. Die ausführliche Frage Norbert Wichas lest ihr auf dem Portal. Heute zitiere ich die Antwort von Björn Tschöpe / SPD.

„Sehr geehrter Herr Wicha,

Bremen hat verglichen mit anderen Großstädten ein großes Angebot an Kleingärten pro Kopf der Einwohner. Die Nachfrage nach Kleingärten, insbesondere im Bremer Westen (nördlich des BAB- Zubringers), sinkt seit Jahren. Allein in diesem Gebiet sind zur Zeit ca. 550 Parzellen freigefallen. Dieses stellt die betroffenen Vereine in Bezug auf die Attraktivitätserhaltung der Gebiete (Vermüllung, Vandalismus, Verwilderung etc.) vor erhebliche Herausforderungen, denen sie oftmals durch Überalterung oder verändertes individualisiertes Nutzerverhalten, weniger gewachsen sind, als in der Vergangenheit. Insoweit besteht zwischen vielen Parteien und dem Landesverband der Gartenfreunde Konsens darüber, dass es einer grundsätzlichen Restrukturierung des Bremer Kleingartenwesens bedarf. Aus diesem Grund hatte die SPD die Idee der Aufstellung eines Kleingartenplans 2025 entwickelt und bereits in der letzten Legislaturperiode einen entsprechenden Beschluss der Bürgerschaft herbeigeführt.

Neben einer wenig engagierten Verwaltung, stehen sich im politischen Raum bei der Aufstellung dieses Plans zwei diametrale Positionen gegenüber. Die Grünen möchten in den bisherigen Kleingartengebieten im Bremer Westen den sogenannten „Landschaftspark- West“ entwickeln. Im Groben gesagt wollen die Grünen die Kleingartengebiete in ihrer bisherigen Ausdehnung und Nutzung unverändert lassen, um dann die freigefallen Parzellen abzuräumen und diese als Ausgleichsflächen zu nutzen. Hieraus leitet sich auch ab, dass gegen jede Form der Verfestigung von Bebauung (Wochenendhausgebiete, Wohngebäude als Einsprengsel) erhebliche Vorbehalte bestehen. Die SPD (und auch der Landesverband) will dieses Gebiet entweder in ein Sondervermögen oder eine Stiftung überführen, dann Teile dieser Flächen für den Wohnungsbau nutzen und die Verkaufserlöse vollumfänglich und in Absprache mit den betroffenen Vereine in Flächentausche, Restrukturierungsmaßnahmen und für Attraktivitätsteigerungen investieren. Soweit die SPD an kommenden Koalitionsverhandlungen beteiligt sein wird, wird sie nachhaltig darauf drängen diese Frage abschliessend zu klären.

Dieser Konflikt ist aber keine Entschuldigung für die zögerliche Umsetzung der bereits zwischen den Koalitionspartner geeinten Einzelfrage durch den Senator für Bau und Umwelt. Anlässlich der Beantwortung einer Kleinen Anfrage zum Thema Umwandlung in Wochenendhausgebiete (Sommer 2018) hat die SPD dem damalige Staatsrat mitgeteilt, dass wir erwarten, dass die Behörde zeitnah zumindest pilotartig über ausgewählte Anträge entscheiden und diese auch mittels der Aufstellung entsprechender Bebauungspläne rechtlich absichern möge. Nach unserer Vorstellung sollten diese Pilotgebiete, danach ausgewählt werden, dass es sich hierbei um Gebiete überwiegend mit Eigentümerparzellen handelt, bei denen die mittelfristige Nutzung zum Zwecke des Wohnungsbaus unwahrscheinlich ist und bei denen die erforderliche Erschliessung (oder die Aufbringung der hierfür erforderlichen Kosten durch die Antragsteller) verbindlich geklärt werden kann. Nach meiner derzeitigen Einschätzungen kommen als abzuklärende Pilotprojekte Gebiete im Findorff und in Woltmershausen in Frage.

Die SPD hat sich in einer Kleinen Anfrage (Februar 2019) im weiteren dafür stark gemacht, dass die Weitergabe nutzbarer „Kaisenhäuser“ dadurch erleichtert wird, dass neue Nutzungsinteressenten von den Kosten eines ggf. erforderlichen zukünftigen Abriß freigehalten werden. Ihr Einschätzung in dieser Frage teilen wir vollumfänglich, allerdings gibt es hierüber keine koalitionäre Einigkeit mit den Grünen (s.o.).

In der Hoffnung Ihre Fragen ausreichend beantwortet zu haben, verbleibt

mit freundlichen Grüßen

Björn Tschöpe“

 

 

Eine Fülle an Ideen für Parzellen, Kaisenhäuser, Klima und Menschen

 

Annähernd 100 Interessierte, dabei viele Vorstände aus Kleingärtervereinen, der neue Vorsitzende des Ladesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. und dessen Geschäftsführerin, der Sprecher der Wegegemeinschaft Karl-Beckhusen-Weg, einzelne Aktivisten und der Vorstand der Interessengemeinschaft der Parzellenbewohner – sie alle diskutierten am 1.4.2019 im Kulturhaus Walle Brodelpott mit den Grünen die Zukunft der Kleingärten im Bremer Westen mit reichhaltigem positiven Ergebnis.  Leider war auch ein negativer „Eindruck“ zum Verhalten der zuständigen Abteilung der Baubehörde dabei. Ein ausführlicher Beitrag dazu findet sich im Weser-Kurier vom 4.4.2019 – Stadtteil-Kurier West, aus dem im Folgenden zitiert wird.

„Der drohende Abriss auch gut erhaltener Kaisenhäuser war wieder einmal Gegenstand zahlreicher Diskussion rund um die Zukunft der Kleingartengebiete im Bremer Westen.

Osterfeuerberg. Man hätte es ahnen können, wenn nichts weniger als „Die Zukunft der Bremer Kleingärten“ beackert werden soll. Die Grünen-Stadtteilgruppen aus Findorff und Walle hatten das Thema am vergangenen Montag zur Diskussion gestellt, und mit mehr als hundert dringend Interessierten wurde das Kulturhaus Walle rappelvoll. Nach guten zwei Stunden entließen die Parzellisten aus dem Bremer Westen die grüne Spitzenkandidatin Maike Schaefer mit einer sehr langen Wunschliste. Unterm Strich lautete die Ansage an den Senat: Es gibt jede Menge kreativer Ideen für die Belebung der Gärten, und der Abriss sämtlicher Kaisenhäuser gehört nicht zwangsläufig dazu.

Zur Einführung hatte die promovierte Biologin und umweltpolitische Sprecherin ihrer Bürgerschaftsfraktion den Anwesenden versichert, dass die Grünen „ohne Wenn und Aber“ für den Erhalt der Kleingartengebiete als grüne Lungen der Stadt stünden. „Für Wohnbebauung gibt es in Bremen genug Gewerbebrachen wie das Kellogg´s-Gelände und das Coca Cola-Areal, bevor man an die Kleingärten geht.“ Bremen solle lieber brachliegende Areale als Kompensationsflächen nutzen, als entsprechende Investitionen ins niedersächsische Umland fließen zu lassen. Als „unsäglichen Zustand“ bezeichnete die Politikerin die Tatsache, dass Bremen seiner Verpflichtung, marode Kaisenhäuser zu entfernen, nicht nachkomme. Ein „Wahnsinn“ sei es gar, wenn gut erhaltene Häuser abgerissen würden. Ihre Partei fordere eine „Amnestie für intakte Kaisenhäuser“, und eine Diskussion darüber, wie sie in Zukunft genutzt werden könnten.

Bereits im September hatte eine gleichnamige Veranstaltung dem Findorffer Klimacafé sehr viel Publikum und lebhafte Diskussionen eingebracht. Grund genug für die Gastgeber, dem Gesprächsbedarf erneut Raum zu geben, erläuterte Petra Fritsche-Ejemole von den Waller Grünen. Für den Brodelpott hatten man sich vier Workshop-Themen vorgenommen, moderiert von Cecilie Eckler-von Gleich, Rike Fischer, Jupp Heseding und Oliver Jäger. Bereits bei der Aufteilung der Gruppen erwies sich: Es sind vor allem die Kaisenhäuser, die den Bremer Kleingärtnern und -vereinen auf die eine oder andere Weise zu schaffen machen.

Mit rund der Hälfte aller Besucher des Abends stellten sie die größte Interessengruppe. Für die Vereine seien nicht nur die verlassenen Kaisen-Ruinen inmitten seit Jahren verwildeter Gärten ein Problem, hieß es. Auch gut erhaltene Häuser, die bis auf weiteres als Gartenhäuser weitergenutzt werden dürfen, seien fast unmöglich zu verpachten, berichtete ein Vorstandsvertreter. Begründet wurde das mit der Unsicherheit, ob nicht doch irgendwann der Abriss verfügt werde – und vor allem mit der ungeklärten Frage, wer dann für die Kosten aufkommen müsse. „Vereine und Pächter dürfen nicht für den Abriss haftbar gemacht werden“, lautete eine der Forderungen. Vertreter der Interessengemeinschaft „Zukunft für die Kaisenhäuser“ plädierten dafür, die Nutzung als Wochenendhäuser oder Wohnhäuser zu erlauben. Sie berufen sich dabei auf ein sechs Jahre altes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das solche „Bebauungsinseln“ in Kleingartengebieten gestattet. „Während überall Wohnraum fehlt, wird er hier mit Steuergeldern zerstört“, kritisiert die Initiative. Das Haushaltsnotlageland Bremen könne sich auf diese Weise „utopische Summen“ für den Abriss sparen.

Die Workshopgruppe für die Belebung von Brachflächen hatte jede Menge Ideen, die vom Bundesbaugesetz gestützt würden: Von der Freigabe für alternative Wohnformen über Grillplätze, Hundefreilaufflächen, Gemeinschaftsgärten und Obstwiesen bis zur Vergabe an naturnahe Gewerbe und lokale Ökonomien. Ein Vorschlag, um Interessenten die Entscheidung für einen Kleingarten zu erleichtern: Die Stadt könnte mit einem Sonderfonds den Bau einer Laube bezuschussen. Die Gruppe „Alternative Nutzung“ konnte sich außerdem leerstehende Gärten als Begegnungsstätten, Kulturorte, für Kita-Gruppen und Streichelzoos vorstellen. Wichtig sei jedoch, die jeweilige Nachbarschaft an den Planungen zu beteiligen. Die Workshopgruppe „Klimaschutz“ plädierte unter anderem für einen Bestandsschutz für alte Bäume. Die Vereine sollten darauf achten, Gemeinschaftsbereiche ökologisch zu bepflanzen, und unerfahrene neue Mitglieder mit Fachberatung und einfachem Info-Material über die Kleingartenordnung aufklären.

Als Problem werde in den Kleingartengebieten das Patchwork an Eigentumsverhältnissen mit unterschiedlichen rechtlichen Bedingungen wahrgenommen, war wiederholt zu hören.

Mehrere Parzellisten beklagten willkürliche Kontrollen und Entscheidungen der Baubehörde. „Man hat das Gefühl, die machen, was sie wollen“, hieß es wörtlich. Nicht vermittelbar sei außerdem, dass von den Behörden mit unterschiedlichem Maß gemessen werde. Konkretes Beispiel: Man könne nicht auf der einen Seite „Wagenburgen“ gestatten, während der einzelne Parzellist reichlich Ärger bekommen könne, wenn er einen Bau- oder Wohnwagen als Gartenhäuschen nutzen möchte.

„Für Wohnbebauung gibt es in Bremen genug Gewerbebrachen.“

Maike Schäfer, Die Grünen“

Quelle: Weser-Kurier 4.4.2019

 

– Post aktualisiert 5.4.2019 10:27 Uhr

Mitmachen: Öffne deine Gartenpforte zum Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen! Jetzt anmelden.


Das außergewöhnliche Frühsommerfest im Grünen Bremer Westen lockte im vergangenen Sommer viele Menschen in das vielfältige Naherholungsgebiet und begeisterte mit seinem bunten Programm. Ich freue mich sehr darüber, dass es in diesem Jahr am Sonntag, 23. Juni, als Höhepunkt der ersten Woche des Gartens in Bremen gefeiert werden wird. Erneut sind viele Vereine (Kleingärtnervereine), Initiativen (z.B. Internationale Gärten Walle / WUPP / Kaisenhausmuseum), interessierte Einzelpersonen und engagierte Kleingärtner*innen dabei, die gemeinsam ein verlockendes Programm gestalten. Ich biete beispielsweise eine Radtour an und werde anschließend neue Erkenntnisse zur Entwicklung einzelner Kleingärtnervereinen im Gebiet vorstellen. Initiative und Koordination für das große Fest liegen in den bewährten Händen der Projektleiterin des Modellprojekts „Green Urban Labs“ – Grüner Bremer Westen, beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Lisa Hübotter.
Du hast selbst einen Garten, den du anderen zeigen möchtest? Du willst deine Freude an deinem Garten mit anderen teieln? Am 23. Juno hast du die Gelegenheit, die Pforte deiner Parzelle im Rahmen des Frühsommerfestes für interessiert Besucher*innen zu öffnen! Melde dich bis zum 15. März bei der Koordinatorin Lisa Hübotter und lasse deinen Garten in das Programmheft für das Fest aufnehmen.
Kontakt: lisa.huebotter@umwelt.bremen.de
Für das Programmheft benötigt sie den Namen sowie die Adresse des Gartens, eine Telefonnummer, Datum und Uhrzeit der Gartenöffnung sowie eine kurze Beschreibung des Gartens. Wünschenswert wäre auch ein Foto des Gartens.

In diesem Jahr findet das spannende Gartenfestival in Kooperation mit dem Landesverbands für Gartenfreunde Bremen e.V. statt.

Müssen Pferde aus Waller Feldmark fort? [Offener Brief von Norbert Wicha]

Mit diesem offenen Brief an das Projekt Green Urban Labs / Umweltbehörde Bremen  setzt Norbert Wicha sich für Verbleib der Ponys und Pferde von Frau H. in der Waller Feldmark im Grünen Bremer Westen ein und stellt wichtige Fragen. Bereits seit den 1960er Jahren hält die Familie von Frau H. dort Ponys und Pferde. Die Namen der angeschriebenen Projektleitung und der Pferdehalterin Frau H. wurden von mir gekürzt.

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„An Frau Projektleitung [Projekt Green Urban Labs]

beim Senator für Bau, Umwelt und Verkehr in Bremen

Betr.: Verbot der Pferdehaltung für Frau H. im Grünen Bremer Westen

Sehr geehrte Frau [Projekt Green Urban Labs],

mein Name ist Norbert Wicha und ich schreibe Ihnen in Ihrer Eigenschaft als Projektleiterin von „Green Urban Labs“. Ich möchte mit diesem Brief Frau H. beistehen, die seit Jahren einen Kampf gegen die Baubehörde führt. Als pensionierter Polizeibeamter verstehe ich es Gesetzestexte zu lesen und als Mitglied der Partei Bündnis90/Grüne bin ich natürlich für eine „grüne Gestaltung“ des Bremer Westens.

Im neuen Flächennutzungsplan von 2015 fehlt in Walle und Gröpelingen, im Gegensatz zu Findorff, die sogenannte Kleingartensignatur. Laut Legende wird die Fläche dort als Gestaltungsraum für Kleingärten, Freizeit und Natur dargestellt. Ich meine, daß dies eine Aussage auch mit Gesetzeskraft ist! Damit im Einklang ist der Text Ihrer Publikationen, wonach am Stadtrand ein Mosaik vielfältiger, naturnaher Nutzungen entstehen soll. Sie schreiben, das Naherholungsgebiet soll auch zu Freizeitaktivitäten einladen und die Ansiedlung von sozialen und ökologischen Projekten ermöglichen.

Die Ideen-Werkstatt Bremer Westen im Ortsamt West hat als ein Projekt auch naturverträgliche Sportarten skizziert. Der Pferdesport gehört mit Sicherheit dazu. Auf Seite 21 Ihrer Broschüre „Eine grüne Oase für Walle und Gröpelingen“ benennen Sie beispielhaft den Reitclub Walle e.V. mit seinen Weideflächen, auf denen so „nebenbei“ durch diese Bewirtschaftung die Grünlandfläche gepflegt wird und einen sinnvollen Beitrag zum Erhalt der vielfältigen Vegetationsstruktur im Gebiet leistet!

Genug jetzt der langen Vorworte! Sehr geehrte Frau [Projekt Green Urban Labs], warum um Himmels willen soll Frau H. die Nutzung ihrer Pferdeweiden mit ca. 20 Pferden aufgeben? Sie hat von der Baubehörde insgesamt 6 Verfügungen erhalten, wonach sie die Pferde abschaffen und den Elektrozaun entfernen soll. Ganz abgesehen davon, daß hier der Gleichheitsgrundsatz verletzt wird (siehe Reitclub Walle e.V.) haben diese Pferdekoppel auch Bestandsschutz, da nachweisbar schon seit den 1960-Jahren dort Pferdewirtschaft betrieben wird.

Frau H. kann dies mit alten Pachtverträgen und Zeugenaussagen belegen. Leider sind die Verwaltungsgerichtsverfahren zu ihrem Nachteil ausgegangen, weil u.a. die Beweislage von Frau H. nicht substantiiert vorgetragen wurde…………

Auch erklärten die Richter in ihrem Juristendeutsch, daß die Pferdeweide als solche durch die Umzäunung mit einem dünnen Elektrodraht insgesamt zu einer „Baulichen Anlage“ wird. Und die ist nicht genehmigungsfähig!! Mein Gott, selbst wenn die Richter formaljuristisch mit ihrem Verwaltungsrechtsdenken das erklären können, jeder normal denkende Mensch kann da nur den Kopf schütteln. Beim Reitclub Walle führt diese bauliche Anlage zur Pflege der Grünlandfläche!

Bei soviel richterlicher „Engstirnigkeit“ kann nur noch die Politik helfen. Somit bitte ich Sie im Namen von Frau H. dafür einzutreten, daß die Pferdeweiden legalisiert werden. In meinen Eingangssätzen habe ich deutlich gemacht, daß Pferdekoppeln dazu gehören und Sie können mir da wohl nicht widersprechen. So steht es auch in der Begründung des Flächennutzungsplanes auf Seite 268: Nutzungselement des Bremer Grünen Westens sind u.a. Pferdekoppeln. Das steht dort so expressis verbis!! Ihre Ansprechpartner inklusive der grüne Bausenator Dr. Joachim Lohse sitzen in Ihrem Hause.

Frau H. hat mir erzählt, sie hätte auch schon einen Antrag gestellt, mit ihren Pferden und Kindern therapeutisches Reiten zu betreiben. Also wenn das kein soziales Projekt ist, wie von Ihnen gewünscht, weiß ich auch nicht weiter……….

Der Antrag wurde aber abgelehnt! Weiter muß ich erwähnen, daß auch alte Tiere auf den Weiden von Frau H. das Gnadenbrot erhalten. Sollen diese Tiere jetzt kurzfristig zum Schlachter und zur Pferdewurst verarbeitet werden? Ich glaube, daß kommt bei der Bevölkerung gar nicht gut an. Und auch der eine oder andere Politiker möchte kurz vor den Wahlen damit nicht in Verbindung gebracht werden!

Nur zur Kenntnis: zeitgleich hat Frau H. eine Petition an die Bremische Bürgerschaft geschickt, mit der Bitte, die Pferdehaltung zu legalisieren. Ich hoffe, auch alle im Verteiler genannten Personen setzen sich sofort dafür ein.

Für eine Rückantwort, Frau [Projekt Green Urban Labs], wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen, Norbert Wicha, Bremen“

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Mehr als Richtungsstreit um Wochenendhaus- und Kleingartengebiete

Der Weser-Kurier schreibt heute über einen Richtungsstreit bei den Bremer Grünen. Die Bürgerschaftsfraktion der Grünen, mit der Fraktionsvorsitzenden Dr. Maike Schaefer, unterstützt den Wunsch einiger Kleingartenvereine, ihr Gelände in ein Wochenendhausgebiet umzuwandeln. Der Bausenator hält diese Bestrebungen laut Artikel für falsch – ebenso wie der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. (hier klicken zum Artikel)

Die Darstellung scheint mir verkürzt. Daher ergänze ich hier ein paar Informationen nach meinem aktuellen Kenntnisstand: Es gibt in Bremen Kleingartenvereine, die sich seit Jahren aktiv für die Umwidmung ihres Gebiets in eine Wochenendhausgebiet einsetzen. Die Parzellen jener Vereine befinden sich weit überwiegend in Privatbesitz, es handelt sich kaum um städtischen Grund und Boden. Die Vereine „Min Land“ / Walle, „Auf den Ruten“ / Woltmershausen. Kleingärtner- und Kleinsiedlergemeinschaft „Waller Feldmark“ / Walle  und die Gärtner vom „Heinrich-Klenke-Weg“ / Findorff wollen diesen Weg beschreiten. Die genannten Vereine sehen in der Umwidmung ihres Vereinsgeländes in ein Wochenendhausgebiet Vorteile, die in der möglichen Nutzung liegen (z.B. keine landwirtschaftlichen Nutzung nötig). Die Umwidmung des Kleingärtnervereins „Min Land“ und des Kleingärtner- und Kleinsiedlervereins „Waller Feldmark“ in ein Wochenendhausgebiet passt meines Erachtens auch in das Konzept des Naherholungsgebiet Bremer Grüner Westen. Vielleicht denkt der Bausenator noch einem über diese Variante nach.

Wie ich aus vertraulicher Quelle hörte, verstehe sich der Landesverband der Gartenfreunde Bremen (LV) eigentlich nicht als Vertreter von Vereinen mit Eigenland-Parzellen. Dieser Umstand hatte bereits zur Konsequenz, dass ein Kleingärtnerverein den Austritt aus dem LV beschlossen hat. Es ist der Kleingärtnerverein „Auf den Ruten“, der sich auf eigenen Wunsch und mit weit mehr als der erforderlichen 75-prozentigen Stimmenmehrheit nämlich 100 Prozent, seiner Vereinsmitglieder die Kündigung der Mitgliedschaft im Landesverband der Gartenfreunde Bremen entschieden hat. Bei der entscheidenden Vereinssitzung waren Geschäftsführung und ein Vorsitzender des Landesverbands der Gartenfreunde Bremen e.V. anwesend. Sie befürworteten den Austritt.

Angesichts dieser Haltung erscheint es mir kurios, dass die Geschäftsführung des LV sich gegen die Umwidmung dieser Kleingartenverein in Wochenendhausgebiete ausspricht. Warum redet man in die Wünsche von Kleingärtnern hinein, die man faktisch bald nicht mehr vertreten wird – wie dem Kleingärtnerverein „Auf den Ruten“? Warum redet man in Wünsche von Kleingärtnern hinein, die man nicht vertreten will? Als Grund für die Ablehnung wird angegeben, dass die Pacht erhöht werden würde! Wissen die zuständigen Leute nicht, dass bei Eigenland keine Pachtzahlungen geleistet werden müssen? Eigenland bedeutet Grundbesitz, d.h. Privateigentum, da zahlt der Landbesitzer Grundsteuer.

Die Spitze des Bremer Landesverbands hat bereits mehrmals offiziell erklärt, Teile der Kleingärten wolle man zur Wohnbebauung abgegeben, weil sie nicht verpachtet werden könnten. Dieselben Funktionäre wollen andererseits verhindern, dass ausgewählte Flächen von zusammenhängenden Eigenlandparzellen nicht in ein Wochenendhausgebiet umgewidmet werden, obwohl man deren Besitzer nicht vertreten will? Wieso diese widersprüchliche Politik?

Im offiziellen Mitteilungsblatt der Gartenfreunde erklärte der Kleingärtnerverein Union (Walle) kürzlich ausführlich, dass und warum sie einen Teil ihrer Gärten als Bauland abgeben wolle. Zu lesen in der Juli-Ausgabe. Was verspricht man sich davon?

Es erscheint mir sozial, ökologisch und stadtklimatisch sinnvoller, ein paar Gärten in einzelne Wochenendhausgebiete umzuwidmen und anhand dieser Modellprojekte Erfahrungen damit zu sammeln. Dann bleiben diese Parzellen wenigstens Freizeitbereiche mit Gärten, die Bremen braucht.

Und bei der Gelegenheit: Abgeordnete von SPD und CDU äußerten mehrfach Wünsche, Kleingärten in Bauland zur dauerhaften Wohnbebauung umzuwidmen. Dem stimmt der LV Gartenfreunde zu (s.o. und in früheren Beiträge hier auf dem Blog, im Weser-Kurier und in anderen Medien). Es entspricht den Aussagen des Landesverband der Gartenfreunde Bremens, dass er kürzlich die Selbstauflösung des Kleingärtnerverein Langeoog am Bremer Flughafen unterstützt hat. Es handelt sich um 65 Kleingärten, die die Stadt nun Dornier für den Flugzeugbau anbieten kann – mit Auflagen für Dachbegrünung der Fertigungshallen und Anpflanzung heimischer Gehölze daneben.

Es ist was los in Bremens großer Kleingartenwelt – und das ist weit mehr als ein Richtungsstreit innerhalb der Grünen.

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„Grün gegen Grün“, Beitrag zur Debatte um Kleingärten im Weser-Kurier am 7.7.2018 hier klicken.

„Streit um Wochenendhäuser

Grün gegen Grün in Kleingarten-Debatte

Jürgen Theiner 07.07.20181 Kommentar

„Laube – Liebe – Hoffnung“ & „Bremens Kaisenhäuser“ / Filme und Gespräch mit Zeitzeugin auf dem Frühsommerfest [Tipp]

Kleingärten und Kaisenhäuser sind fester Bestandteil der Parzellengebiete Bremens, in denen seit 100 Jahren und mehr gegärtnert wird. Dieser Gegenwart und Geschichte widmen sich die Kurzfilme  „Laube – Liebe – Hoffnung“  und „Bremens Kaisenhäuser … aus der Not geboren“, die ich euch am 3.6. ab 17.00 Uhr auf dem Frühsommerfest im Blocklandgarten (ehem. JVA Oslebshausen) vorstellen werde. War es früher für viele Menschen eine Notwendigkeit, eine Parzellen zu bewirtschaften und manchmal auch darin zu wohnen, so ist es aktuell eine Gartenlust mit verschiedenen Motivationen. Damals wie heute hebt der Garten die Lebensqualität. Im Anschluss an die Filme begrüße ich Marianne Berger als Gast. Mit ihr als Zeitzeugin zu den Anfängen der Kaisenhäuser spreche ich über den Aufbau und das Leben in so einem kleinen Wohnhaus in einem Kleingarten.

„Laube – Liebe – Hoffnung“ ist eine filmische Momentaufnahme der Vielfalt der Lust am Gärtnern auf der Parzelle. Es erzählen eine junge Familie, ein Öko-Gärtner, ein Imker, Fachberater und ein Ehepaar, das seit vielen Jahren im Garten lebt. (13 Minuten)

Von den Anfängen der kleinen Wohnhäuser, die heute noch vereinzelt in Kleingärten zu sehen sind, handelt die Ton-Bild-Collage „Bremens Kaisenhäuser … aus der Not geboren“. Historische Fotos aus privaten Alben verbunden mit O-Töne aus Interviews mit Zeitzeugen geben einen Einblick, wie die Menschen die beschwerlichen Anfänge meisterten – wie sie mit Schaffenskraft und Ideenreichtumg manch eine Hürde überwinden konnten, um sich in der Nachkriegszeit ein neues Zuhause zu schaffen, – damals als die Stadt keinen Wohnraum bot. (13 Minuten)

Anschließend freue ich mich Marianne Berger begrüßen zu dürfen, die als Zeitzeugin ihre Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend in einem Kaisenhaus in der Waller Feldmark mit uns teilen wird. Marianne Berger verbrachte ihre Kindheit und Jugend in dem kleinen Wohnhaus, das ihre Eltern aufgebaut hatten. Sie erinnert sich auch an das notwendige Miteinander jener Anfangsjahre in der Nachkriegszeit zum Beispiel für das Trinkwasser.

* Die Filme werden gezeigt mit freundlicher Genehmigung des Vereins Kaisenhäuser e.V./ Kaisenhausmuseum Bremen

Radtour durch den Grünen Bremer Westen zum Frühsommerfest [Veranstaltungstipp]

Am Sonntag, 3.6., feiert der Grüne Bremer Westen, das große Parzellengebiet neben Walle und Gröpelingen, sich ab 10.00 Uhr mit einem üppigen, vielfältigen Frühsommerfest. Ich biete eine ortskundige Radtour quer durch das weitläufige, vielen Bremern unbekannte, grüne Naherholungsgebiet zum Hauptfestplatz im Blocklandgarten (ehemalige JVA Oslebshausen) an.

STARTZEIT: 14:00

START + TREFFPUNKT: Walle / Endhaltestelle BUSLINIE 20 HOHWEG Nr. 50 am SPORTHEIM

ZIEL: BLOCKLANDGARTEN (ehem. JVA Oslebshausen)

STRECKE: 5-6 km

ENDE: 15:15 Uhr

Eine Anmeldung ist wünschenswert unter kirsten.tiedemann@gmx.de, aber nicht zwingend erforderlich.

Das Angebot ist kostenfrei.

Lageplan hier als pdf. herunterladen.

Es ist eine BESONDERE URBANE LANDSCHAFT, die seit 100 Jahren und mehr als Gartengebiet genutzt wird. Da wachsen knorrige Obstbäume in alten Gartenanlagen mit selbstgeschmiedeten Pforten. Dort entstehen neu
angelegte Schrebergärten. An manchen Ecken liegt Müll. Dazwischen
strecken Brombeeren ihre Tentakel in alle Richtungen und bilden eine
dichte Hecke, hinter der eine Parzelle aus ihrem Dornröschenschlummer
geweckt werden will. Wir kommen an einem hölzernen Kirchlein vorbei, das sich in die Landschaft schmiegt. Die Fleetkirche ist ein Überbleibsel aus der Nachkriegszeit und konnte dank privater Initiative vor dem Abriss bewahrt werden. Sie verweist auf die Wohnungsnot der 1940er, ’50er und ’60er Jahre, damals als viele Menschen kleine Wohnhäuser in einigen Gärten errichtet haben. Solche sogenannten Kaisenhäuser sehen wir auf unserer Fahrt von der Waller Feldmark bis zur ehemaligen JVA Oslebshausen – ein Gebiet, das 4.000 Parzellen beherbergt, das Waller Fleet, 10 Kleingartenvereine und ihre Vereinsheime, den Kleingartenpark In den Wischen, und WUPP, das Waller Umweltpädagogik Projekt, der Internationale Garten Walle, Imker und die Beschäftigungsinitiative Garten JEden – vielerlei Leben ist hier im grünen Bremer Westen. 

Prall gefüllt ist das Programm des Frühsommerfestes (hier als pdf), das vom Projekt Green Urban Labs (Leitung Lisa Hübotter / Thomas Knode) beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr konzipiert und realisiert wird. (Green Urban Labs/bbsr.Bundesförderung)