Lasst die Ligusterhecken blühen – die Bienen danken es euch [Gastbeitrag von Ingeborg Jahn]

Herzlichen Dank an Ingeborg Jahn für den anregenden Beitrag zur bienenfreundlichen Blüte von Liguster, den ich gerne mit ihrer Vorbemerkung dazu, wie sie auf die Idee dazu kam, mit euch teile.

„Lasst die Ligusterhecken blühen … was dahinter steckt:
Ich bin seit rund 18 Jahren kleine Gärtnerin … aber ich muss gestehen, dass ich den Liguster überhaupt und auch als Bienenpflanze erst im letzten Sommer wahrgenommen habe. Ich hörte mit, wie zwei Gartenfreunde darüber sprachen, dass eine Hecke, die aus meiner Sicht wunderschön blühte (siehe Foto), unbedingt geschnitten werden müsste, weil der Austrieb schon viel zu weit in den Weg rage. Da musste ich doch genauer gucken und konnte ziemlich viele Honigbienen und weitere Insekten beobachten. Erst dann habe ich mich etwas informiert und gedacht, dass es eine gute Idee wäre, Gartenfreund*innen zu motivieren, ihre Ligusterhecken doch möglichst blühen zu lassen. Liguster gilt zwar als mittelmäßiges Bienenfutter (Pollen und Nektar), aber die Menge der vielen Ligusterhecken macht’s … vor allem dann, wenn es sonst nicht viel zu holen gibt:

In unserem Kleingartenverein „Gute Ernte“ gibt es viele Ligusterhecken. Leider sieht man sie nur selten blühen. Eigentlich schade, denn die weißen duftenden Blüten sind sehr hübsch und sie bieten Bienen und weiteren Insekten Nektar und Pollen.
Auch werden Tagfalter wie Weißlinge (Pieris), das Große Ochsenauge (Maniola jurtina) und der Kleine Fuchs (Aglais urticae) angelockt. Für die Raupen einiger Nachtfalterarten,so des Ligusterschwärmers (Sphinx ligustri), ist Liguster eine wichtige Nahrungspflanze. Der Liguster ist auch ein Vogelnist- und Nährgehölz, z.B. für Amseln und Gimpel.

Der Liguster ist ein heimisches Gehölz und blüht im Somer. Die Blüten bilden sich an der Spitze des Neuaustriebs, Blütezeit ist Juni und Juli. In Anleitungen wird häufig empfohlen, Liguster – wie bei Sommerblühern üblich – kurz vor Austriebsbeginn im Frühling zuschneiden. Unserer Erfahrung nach blüht die Ligusterhecke dann jedoch nicht zuverlässig. Alternativ kann man deshalb ausprobieren, erst nach der Blüte ab August/September zu schneiden – oder nur alle zwei Jahre. Wenn genügend Platz ist, kann man die Hecke auch frei wachsen lassen und seltener auslichten. Im Schatten blüht der Liguster nicht so gerne,
so dass hier eine Formschnitthecke mit häufigem Schnitt (auf Vogelnester achten) aus Bienensicht in Ordnung wäre.

Blühender Liguster mit Biene – Sommer 2017 im KlGV „Gute Ernte“ in Bremen. Foto: Ingeborg Jahn

Empfehlung: Beobachtet Eure Ligusterhecken, wie sie am besten zur Blüte kommen. Erprobt den Frühlingsschnitt (vor dem 1. März) oder den Schnitt nach der Blüte (dann gibt es aber leider keine Beeren). Verzichtet darauf, zwischen März und August/September den Zuwachs der Hecke zu schneiden (Formschnitt). Vielleicht ist es auch möglich, pro Jahr nur eine Seite der Hecke zu schneiden, so dass die nicht geschnittene Seite Blüten und Beeren tragen kann. Die Bienen, Falter und Vögel danken es Euch.

Alle Teile von Liguster gelten als schwach giftig. In der „Offiziellen Liste giftiger Pflanzenarten“ ist die Pflanze nicht enthalten. Enthalten sind jedoch z.B. Kirschlorbeer, Lebensbaum und weitere Pflanzen, die in vielen unserer Gärten zu Hause sind. https://www.giz-nord.de/cms/index.php/liste-giftiger-pflanzenarten.html,
abgerufen 17.3.2018

Quellen (u.a.): NABU, BUND, http://www.baumkunde.de, http://www.schmetterling-raupe.de.

Ich danke dem AK Bienen und Blüten beim BUND Bremen und Hartmut Clemen für wertvolle Hinweise.
Dies ist eine persönliche Information, die auf angelesenem Wissen und Erfahrungen im Garten basiert. Sie darf völlig frei verwendet werden. Rückmeldungen erreichen mich unter gribat.jahn@t-online.de“

Eine Garteninformation von Ingeborg Jahn, KLGV „Gute Ernte“ Bremen (Version: März 2018)

„Beteiligte Akteure sprühen vor Einfällen – Green Urban Labs plant großes Frühsommerfest im grünen Bremer Westen“ [Beitrag Nr. 400]

Es ist ein großes Vergnügen für mich, dass von Beitrag Nr. 400 dieses Blogs ein positives Signal für den grünen Bremer Westen ausgeht!

30 Akteure der verschiedensten Initiativen, Vereine, Institutionen und Projekten sprühten vor Ideen für das Gebietssommerfest, mit dem die Projektverantwortliche das Kleingarten- und Naherholungsgebiet von Walle und Gröpelingen am 3. Juni bremenweit bekannter machen wird. Es war eine kraftvolle, positive Stimmung im Tagungsraum – wir rückten zusammen, denn es waren mehr Akteure gekommen als geladen worden waren. In der vorgesehenen Zeit haben wir unter souveräner Leitung fast 40 abwechslungsreiche & realisierbare Vorschläge zusammengetragen.

Die Umweltplanerin Lisa Hübotter leitet das Projekt Green Urban Labs des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumplanung, dass zum Ziel hat städtisches Grün in 12 unterschiedlichen Städten zu erhalten. Bremens Konzept für das Naherholungsgebiet Bremer Westen ist dafür neben Hamburg, Berlin, Leipzig und weiteren als Modellprojekt ausgewählt worden. Näheres lest Ihr in dem prima Artikel von Anne Gerling. Die passenden Fotos machte der versierte Fotograf Roland Scheitz.

Bis zum 5. April können sich weitere interessierte Aktivisten für das große Frühsommerfest im grünen Bremer Westwird bei der Projektleiterin, Lisa Hübotter, melden. lisa.hübotter@umwelt.bremen.de

Die Details hat der Weser-Kurier hier:  

Anne Gerling/ Fotos: Roland Scheitz – Weser-Kurier, Stadtteil-Kurier West 29.1.2018

Von Anne Gerling/ Fotos: Roland Scheitz – Weser-Kurier, Stadtteil-Kurier West 29.1.2018  

 

Heute: Saatgut tauschen im kukoon! [Tipp]

Gleich geht`s los! Packt eure überschüssigen Sämereien in Tütchen und tauscht sie gegen andere, die ihr für euer Gärtchen brauchen könnt.

Im kukoon/Neustadt wird heute Saatgut getauscht! Dazu gibt es einen Workshop für die Praxis und wichtige Hintergrundinfos über Sinn und Bedeutung samenfesten Saatgutes von Anja Banzhaf ab 15.00 Uhr. Die Referentin ist Aktivistin, Wissenschaftlerin und Autorin des Buches „Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen“.

Aus der Ankündigung:

Die „Bremer Gemeinschaftsgärten“ treffen auch in diesem Jahr wieder zusammen, um untereinander und mit Gästen Saatgut zu tauschen und uns unabhängiger zu machen von undurchschaubaren Konzernstrukturen.

Durch unseren Austausch machen wir uns stark für Artenvielfalt in der Stadt. Regionale Gemüsesorten und wertvolle Wildblumen machen die Runde. Ein Vortrag macht deutlich, wie wertvoll es ist, eigenes keimfähiges Saatgut in Händen zu haben. Ein Workshop bietet Einblick in die Samengärtnerei.

Die Initiative „Ab geht die Lucie“, Bremen im Wandel, der Tafelobstgarten des BUND und andere Urban Gardening Projekte bieten Saatgut zum tauschen an. Dazu werden Informationen weitergegeben, welche Erfahrungen gemacht wurden. Alle sind eingeladen eigenes Saatgut mitzubringen (gerne samenfest und ökologisch) und kleine Gefäße zum Tauschen.
Um 15 Uhr startet ein Vortrag über die Bedeutung von eigenem Saatgut. Die Autorin des Buches „Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen“ Anja Banzhaf kommt aus Witzenhausen.

Am Samstag, 25. Februar 2017, 14 bis 18 Uhr im kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen, Haltestelle Rotes-Kreuz-Krankenhaus der Linie 4.
saatguttausch

Ein Ausflug in den Wald

SauerkleeEin Teppich aus zart blühendem Sauerklee bedeckt Teile des Bodens im Wald, der nur wenige Bahnstationen südlich von Osnabrück liegt. Der gute Tipp einer Bekannten  – Danke Dir liebe Lisa! – führte mich kürzlich erstmals auf den lichten, frühlingsgrünen Hermannsweg im Teutoburger Wald. Hier auf dem Blog gibt es heute diesen inhaltlichen Ausflug vom Garten in den Wald, weil es mir dort so außerordentlich gut gefallen hat. Vielleicht kann euch meine Schilderung für einen Ausflug in dieses besondere und leider streckenweise gefährdete Gebiet begeistern.

Auf einem schmalen, anfangs sehr steilen Weg, der sich auf den Kamm des Höhenzugs schlängelt, steigen wir in den Wald ein. Der Weg führt dann am Hang entlang und später wieder hinunter. Es geht vorbei an einer Wiese mit Wiesenschaumkraut und später durch einen echten Laubgang. Meist sind es Buchen, unter denen wir spazieren, gelegentlich abgelöst durch hohe Tannen. Hin und wieder eröffnen sich weite Sichtachsen in das Flachland mit darin verstreut liegenden Dörfern und zu anderen bewaldeten Hügelkämmen. So kann man -zig Kilometer am Höhenzug gehen, ohne das Blätterdach verlassen zu müssen – es ist eine Landschaft, die in unserer Gegend so selten ist. Beim Wandern entdecke ich viele verschiedene Blumen: Es sind Buschwindröschen, Goldnessel, echtes Lungenkraut, wohlriechende Wald-Veilchen und sogar einige Exemplare der unter Schutz stehenden Wald-Schlüsselblume gedeihen hier. Das kleine Immergrün blüht, Bingelkraut und Walderdbeeren sind überall zu sehen. Wir kommen mehrmals an weiten Flächen mit duftendem Waldmeister vorbei; immer wieder finde ich den ansonsten seltenen und geschützten Aronstab mit Knospe und ersten Blütenständen. Schließlich gehen wir an Hängen entlang, die gänzlich mit Bärlauch bedeckt sind. Die Natur bietet hier offenbar einen sehr guten Nährboden für einer Fülle von Pflanzen, wie sie in der Häufung andernorts in Buchenwäldern kaum noch anzutreffen sind. Es ist prächtig anzusehen.

KnorpeligLaubgang

BärlauchparadiesAronstab Im krassen Gegensatz dazu stehen drei Steinbrüche, die sich unerbittlich in die Landschaft fressen, sie einebnen und stellenweise bereits am Hermannsweg nagen. Weitere Ausdehnungen der Steinbrüche in den Höhenzug hinein werden angestrebt, um des kurzfristigen Profites Willen. Ob sie tatsächlich realisiert werden können?

ZementwerkZum Glück gibt es in der Gegend viele engagierte Menschen, die sich mit kreativen Aktionen für den Erhalt dieser weitläufigen, geschichtsträchtigen und intakten Höhenwaldlandschaft zwischen Bad Ihburg und Tecklenburg einsetzen. Anders als ein Wanderführer schreibt, gibt es keinen Kompromiss zwischen Betrieben und Naturschützern. Auf unserem Weg finden wir verschiedene Spuren fantasievoller Aktionen für den Erhalt der Landschaft. Die AktivistInnen haben sich übrigens in der Bürgerinitiative pro teuto e.V. zusammengeschlossen und erhalten Unterstützung von BUND, NABU, LNU NRW, Greenpeace Gruppe Osnabrück.

AktionProTeuto

Strick2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einen Ausflug in diesen märchenhaften Wald mit seinen alten Bäumen zum Wandern auf dem Hermannsweg kann ich sehr empfehlen. Ich komme bestimmt wieder und gehe eine weitere Etappe unter alten Bäumen mit Lerchensporn und wilden Orchideen am Rand des Weges.proteuto

Fotos. Kirsten Tiedemann

Schmetterlinge retten

Einer der größten Umweltverbände der BRD, der Bund für Umwelt- und Naturschutz e.V. (BUND), animiert aktuell alle Interessierten – Individualisten und Gruppen -, sich auf einfache Art und Weise für den Lebensraum von Schmetterlingen einzusetzen. Das Schmetterlingsretterpaket mit Samenmischung für eine Blumenwiese, Infos und Bestimmungshilfe kann kostenlos bestellt werden.

„Der Verlust der biologischen Vielfalt macht auch vor den Schmetterlingen nicht halt. Sie haben große Teile ihres Lebensraums verloren und leiden unter Klimawandel, Pestizideinsatz und der industriellen Landwirtschaft.

Helfen Sie den Schmetterlingen, indem Sie schmetterlingsfreundliche Oasen in Ihrem Garten schaffen. Mit dem Schmetterlings-Paket erhalten Sie nicht nur Informationen über die wohl beliebtesten Vertreter der Insekten, sondern auch eine Samenmischung, die optimal auf die Bedürfnisse von Schmetterlingen angepasst ist. Und damit Sie dann auch wissen, was durch Ihren Garten flattert, liegt noch eine Bestimmungshilfe bei.“ (Begleittext des BUND)

Hier geht´s zum Schmetterlingsretter-Paket des BUND.

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Foto: Kirsten Tiedemann