Jede Zeit ist Einbruchzeit – im Süden wie im Westen

einbrecherGanz anders als sonst schaute die freundliche Gartennachbarin vorgestern recht bedrückt zu mir hinüber und erzählte bald, dass bei ihr in die Laube eingebrochen worden war. „Schon zum fünften Mal in nur fünf Jahren“, sie ist unglücklich. Wie schon die Male zuvor sind die Tür und eines der beiden Fenster des schlichten Blockbohlenhäuschens aufgebrochen worden. Ihr Mann werkelt an den Verriegelungen. Was fehlt denn?, frage ich. Die Antwort ist schlicht: „Nichts.“ Nada. Niente. Es ist alles da. „Was kann man tun“, fragt sie ratlos, „es ist garnicht die Jahreszeit, oder?“ Dieses Mal blieb meine Laube unversehrt. Lag es daran, dass ich keine Gardinen vorgezogen hatte und die freie Sicht auf nicht vorhandene Wertsachen, Elektrogeräte, Alkohol, Lebensmittel und Kabel – also diesbezügliche Leere, gewährleistet war? Es war mir von der Polizei sogar schon einmal allen ernstes geraten worden, die Tür garnicht abzuschließen, um der Sachbeschädigung zuvor zu kommen. Dazu kann ich mich (noch?) nicht durchringen. Ein anderer Gartennachbar praktiziert die offene Laubentür bereits seit zwei Jahren und spart sich so das lästige Erneuern von zerbrochenen Fensterscheiben. Wieder andere Kleingärtner bringen Gitter an. Bei einigen hilft es als Schutz, bei anderen wird umso massiver versucht in das Haus einzudringen, denn so ein Schutz läßt wertvolles Inventar vermuten und kann umso mehr reizen, nachzusehen.

Auf meinen Streifzügen durch die Bremer Parzellengebiete sind mir im Sommer im Bremer Westen im Kleingärtnerverein ‚Walle‘ und im Süden auf dem Stadtwerder im Kleingärtnerverein ‚Am Franziusweg‘ schon Aushänge mit Warnungen vor Dieben an Infotafeln aufgefallen. Festzuhalten ist, dass nicht nur die dunkle Winterzeit sondern jede Jahreszeit Einbruchzeit ist.

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Fotos: Kirsten Tiedemann