Wird Waller Fleetkirche bald abgerissen?! [aktualisiert]

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Foto: privat 2014

 

 

 

 

So wie es aussieht soll wieder eine bauliche Rarität der Bundesrepublik ver- schwinden. Bremen wird dadurch um ein charmantes Kleinod ärmer und verliert ein besonderes historisches Zeugnis der Nachkriegszeit. Die hier gezeigte Kirchen- glocke wird bald nicht mehr läuten können, denn sie soll  samt Fleetkirche abgerissen werden – das sieht es zumindest der aktuelle Plan vor.

Die Fleetkirche in der Waller Feldmark zeichnen nicht Pomp und Protz aus, Baustoff und Gestaltung fügen sich vielmehr dezent in das großflächige Kleingartengebiet und die Landschaft ein. Das ist vielleicht auch der Grund, warum sie nicht auf den ersten Blick ins Auge fällt. Gemessen an vielen ihrer steinernen Schwestern ist die Fleetkirche aus Holz recht klein. Ihre legale Errichtung im Jahr 1958 gehört untrennbar zur Geschichte der Kaisenhäuser und des Wohnens auf der Parzelle. Sie ist ein Unikat, das der bekannte Bremer Architekten Hermann Gildemeister für die Bremische Evangelische Kirche entworfen und realisiert hat.

Dieses historisch wertvolle Gebäude eignet sich in jeder Hinsicht, mit seinem einzigartigen Standort, dem besonderen Charme und den baulichen Voraussetzungen hervorragend für eine Umnutzung in ein attraktives Ausflugscafé mit gelegentlichen kulturellen Veranstaltungen. Das Konzept sollte sinnvollerweise das Prinzp eines lebendige Gedenkorts für die Geschichte der Parzellenkultur seit 1900 beinhalten. Solch eine Nutzung wird sich perfekt in die seit Jahren politisch gewollte Aufwertung der Waller Feldmark zu einem öffentlichen Naherholungsgebiet fügen.* Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Evangelische Kirche Bremen solch einem Vorhaben Vorrang einräumt.

 – Nachtrag 1: Es kommen viele weitere Ideen für Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes: Ein Kindergarten fändet hier ideale Bedingungen, denn es gibt auch eine große Wiese. Eine Ateliergemeinschaft bildender Künstler ist denkbar. Die Bremische Evangelische Kirche muss die Fleetkirche nicht weiter selbst unterhalten, sondern könnte sie auch verkaufen. Nachtrag 1 Ende –

Aktuell – Nahe des Waller Fleets in Bremens größtem Parzellengebiet Waller Feldmark werden erste Vorbereitungen zum Abriss der Fleetkirche getroffen. Zum ersten Juno ist die serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde für Weser und Ems in Bremen e.V., die die kleine Kirche als Pächterin seit dem Jahr 2000 regelmäßig nutzte, samt Ikonen in ihr neues Quartier in der Dreifaltigkeitskirche/Vahr umgezogen. Dem intakten Gebäude wurde sofort der Strom abgeklemmt und einige Anwohner umliegender Kaisenhäuser erfuhren, dass Abbrucharbeiten in Kürze beginnen sollen.

Das Gebäude – Das hölzerne Gebäude mit seitlich eingeschobenem Glockenturm, stellt mit seiner vertikalen Verbretterung und den feinsprossigen Seitenfenstern Bezüge zur Gestaltung von Gartenhäuser her. Vor dem Eingang steht eine 40 Jahre alte Linde.

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Wer die Kirche betritt ist positiv erstaunt von dem hellen, warm wirkenden in Holz gehaltenen Innenraum mit seinem Tonnengewölbe. Das kreisrunde Altarbild stammt von der Künstlerin Bessie (Elisabeth) Pappenheim.

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Blick auf den Altar mit Altarbild der Künstlerin Bessie Pappenheim, Dezember 1999    Foto: privat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das  Kirchenschiff ist geräumig und nicht wie üblich mit fest installierten Bänken versehen worden, sodass der Raum je nach Bedarf leer, bestuhlt oder mit Stühlen und Tischen ausgestattet wurde. Im multifunktional genutzten Kirchenraum fanden bis zu 100 Personen (bestuhlt) Platz bei Gottesdiensten, Taufen, Konfimationen, Hochzeiten und zu Seniorennachmittagen. Ein Vorraum dient als Windfang, Garderobe und Aufenthaltsbereich. Mit der daneben befindlichen Küche konnte für das leibliche Wohl im Rahmen der Aktivitäten der evangelischen Gemeinde gesorgt werden. Auch das notwendige WC mit geschlossener Sammelgrube und eine einfache Heizung sind vorhanden. Über dem Vorraum befindet sich eine Empore, auf der früher die kleine Orgel stand.

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Fleetkirche, Blick zur Orgel. Dezember 1999                                                                            Foto: privat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Rückgang der Zahl der Kaisenhausbewohner*innen schrumpfte die einstmals große Gemeinde im Parzellengebiet erheblich, sodass die evangelische Gemeinde Walle die Nutzung der Kirche 1999 beendete. Das Gebäude wurde nahtlos verpachtet und seit dem Jahr 2000 regelmäßig von der längerem bestehenden serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde an allen Sonn- und Feiertagen genutzt.  Auf den von mir angebotenen Spaziergängen durch die Waller Feldmark mit verschiedenen Gruppen (z.B. Bildungsurlaub/Architekturstudierende) erhielten wir zweimal spontan die freundliche Gelegenheit, die Kirche zu besichtigen und durften dabei fotografieren.

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Fleetkirche, Innenraum 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Entstehungszusammenhang – Einige Menschen nahmen ihre Geschicke in der von massivem Wohnungsmangel geprägten Nachkriegszeit und von Bürgermeister Wilhelm Kaisen ausdrücklich dazu aufgerufen, selbst in die Hand und zogen in die Hütte bzw. Laube ihres Kleingartens. Man kann sagen, dass es sich um ein Prinzip des universellen Krisenmanagements von unten handelt, denn Staat und Stadt konnten der erheblichen Anzahl wohnungsloser Menschen kaum Hilfe, geschweige denn Unterkunft bieten. Was als behelfsmäßige Übergangslösung gedacht war verstetigte sich angesichts der mehrere Jahrzehnte anhaltenden Wohnungskrise, die einfachen Unterkünfte wurden in einer eigenwilligen Baukultur stetig verbessert und es entstand eine besondere Gartenwohnkultur. In Bremen lebten etwa 80.000 Menschen in sogenannten Kaisenhäusern verteilt über alle Kleingartengebiete der Stadt. So entstanden eigene Quartiere mit selbstorganisierter Infrastruktur. Viele Hintergrundinformationen und Fotos dazu findet ihr in meinem Buch „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Bremens Kaisenhäuser“. Im Herzen des flächenmäßig größte Parzellengebietes, das auch heute noch von Findorff über Walle bis nach Gröpelingen reicht, errichtete die Bremische Evangelische Kirche 1958 die Fleetkirche, die als Teil der Waller Kirchengemeinde betrieben wurde. Ihr Bau stellte für die dort lebenden Menschen auch die Hoffnung auf ein dauerhaftes Bleiben in ihren umstrittenen, kleinen Eigenheimen dar. Es ist wohl der stärkste Ausdruck dafür, dass in der Waller Feldmark ein eigenes Quartier entstanden war.

Nachgefragt – Für meine näheren Nachfrage bei der Bremischen Evangelischen Kirche, in deren Besitz sich Gebäude und auch Grundstück befinden, und beim Landesamt für Denkmalpflege konnte ich die zuständigen Mitarbeiter bisher kurzfristig nicht erreichen.

– Nachtrag 2:

Meldet euch bei der Bremischen Evangelischen Kirche und macht ihr Vorschläge für eine sinnvolle Umnutzung der Fleetkirche in der Waller Feldmark. [ … ]

Nachtrag 2 Ende-

 

* In Rahmen der Aufwertung der Waller Feldmark zu einem neuen öffentlichen Naherholungsgebiet wurde die Route des geplanten Radwegs samt der neuen, nicht eben günstigen Brücke über das Fleet bereits extra an der attraktiven Kirche als Highlight vorbei geführt.

 

Fotos: Für die von Privat überlassenen Fotos bedanke ich mich herzlich! Kirsten Tiedemann

Früheres Kaisenhaus mit Eindrücken der wechselvollen Geschichte seiner Bewohner

Eine über 90jährige, hellwache und agile Frau, die ihren Gemüsegarten (30 qm) immer noch selbst umgräbt und seit fast 60 Jahren gerne in ihrem Kaisenhaus lebt, ließ mich vor kurzem freundlicherweise einen Blick in ihr privates Fotoalbum werfen. Auf diesem Bild ist das gepflegte, einfache Wohnhaus ihrer Eltern zu sehen, das einmal in Findorff im früheren Parzellengebiet Weidedamm stand, erzählt sie. Es hat ein Walmdach aus Holz, das mit Teerpappe bedeckt ist. Auf der Fensterbank der Veranda stehen zwei Töpfe mit Blühpflanzen. Schaut man genau hin, läßt sich dort, wo die Tüllgardinen aufgezogen sind, durch das gesamte Haus hindurchblicken, was die geringe Tiefe des Gebäudes verdeutlicht. Vor dem Haus stehen drei Obstbäume, eine Kirsche im Vordergrund. Hinten links wird ein schräg stehender Baumstamm mit zwei Kanthölzern o.ä. gestützt, vielleicht damit er den Frühjahrsstürmen stand hält. Ein paar Frühlingsblüher zeigen sich rechts vor dem Haus. Die Erde unter den Bäumen scheint umgegraben und sorgfältig geharkt worden zu sein. Sie ist bereit, um die kommende Gemüseaussaat aufzunehmen.

Auf dieser Parzelle fanden die Eltern meiner Gesprächspartnerin nach wechselvollen Jahren ein neues Zuhause. Aus wirtschaftlicher Not war die Familie mit den beiden Kindern Ende der 1920er Jahre aus Bremen fort nach Ostpreußen gegangen, wohin sie enge familiäre Verbindungen besaßen. Die freundliche Frau deutet die Erfahrungen der Eltern, die auch ihre eigene als junge Erwachsene war, an: Während des Nationalsozialismus‘ erfuhr die Familie in Ostpreußen Repressionen durch die Machthaber, der Vater war zeitweise inhaftiert. Nach Ende des Krieges wurde die Familie vertrieben und flüchtete. Mit verschiedenen Zwischenstopps kam sie nach einem dreiviertel Jahr nach Thedinghausen und dann – nach mehr als 15 Jahren – wieder nach Bremen. Durch den hier lebenden Onkel, der ausgebombt worden war und selbst ein Kaisenhaus gebaut hatte, fanden sie angesichts des lange andauernden Mangels an Wohnraum zum Wohnen auf der Parzelle in diesem Haus.

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Foto: privat/undatiert

Nachtrag 9.10.15: Dieser Beitrag soll nicht dafür plädieren, die in Privatbesitz befindlichen Kaisenhäuser oder Lauben aktuell zur Verfügung zu stellen.

Dass das nicht umstandslos möglich ist, hat ein Kleingärtner In Berlin/Wilmrsdorf erfahren. Er griff eine entsprechende Idee der Stadtmission auf und wollte seine Laube als Unterkunft für geflüchtete Menschen zur Verfügung stellen. Darüber sprach er mit verantwortlichen Stellen. Das Scheitern seines Vorhabens und die Gründe dafür können im Tagesspiegel gelesen werden. Hier klicken „Gartenlauben für Fluechtlinge. Sie wollen helfen? Leider unmöglich“.

Kaisenhäuser und Museum im TV/NDR

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Kaisenhäuser – Phänomen mit ganz besonderer Geschichte, so kündigt der NDR den informativen Beitrag von Ruth Hunfeld in der Reihe Nordtour an. Wer den Film verpasst hat, kann ihn jetzt auch in der NDR.de Mediathek im Internet anschauen dazu hier klicken.

Anerkennung der historischen Entwicklung als nachhaltige Lösung

Es ist an der Zeit im Umgang mit Kaisenhäusern, den Einfamilienhäusern auf den Parzellen, Bilanz zu ziehen und eine Kurskorrektur vorzunehmen: Seit Jahrzehnten wird für die Kleingartengebiete Bremens ein Zustand angestrebt, der ohne vereinzeltes Wohnen auf Parzellen auskommt, und den es möglicherweise einmal zu Beginn der Weimarer Republik gegeben haben mag – vergeblich.

Der eingeschlagene Kurs besteht darin, intakte Eigenheime abzureißen. Diese Zerstörung stößt bei vielen Menschen auf Unverständnis und führt nicht zur gewünschten Ordnung, sondern im Gegenteil zu einer außerordentlichen Verschlechterung der Gesamtsituation in mehreren Parzellengebieten der Stadt.

Stand: Heute existieren die letzten Kaisenhäuser als Einsprengsel zwischen den Parzellen in den Kleingartengebieten. Es sind 1000-1600. Damit ist ein Bestand von 1932 (!) wieder erreicht. Es handelt sich zumeist um intakte Wohngebäude, die vor 50 und mehr Jahren errichtet und seitdem mehrfach modernisiert worden sind. Diese werden von sogenannten Kaisen- und Kudellaauswohnern im Alter zwischen 45 und 98 Jahren berechtigterweise bewohnt. Dazu kommen Ehegatten der Kaisenhausbewohner und deren Kinder unter 18 Jahren. Diese leben in der scheußliche Situation, dass sie im Falle des Todes ihres wohnberechtigten Familienmitglieds umgehend aus dem Haus fortziehen müssen.

Seit 28.5.1974 liegt für alle Kaisenhäuser eine schriftliche Duldung vor, die am 9.7.2002 sogar noch einmal erweitert wurde. Die Hausbesitzer bzw. Bewohner haben ein lebenslanges Wohnrecht erhalten. In unmittelbare Folge der „Rahmenvereinbarungen zur Sanierung des Kleingartengebiets Waller Fleet“ 2002 stehen seit Jahren 215 Kaisenhäuser verlassen zum Abriss bereit. Viele der Gebäude sind zu Ruinen verfallen und wirken negativ auf einige, einmal sehr gerne genutzte grüne Naherholungsgebiete der Stadt. Die finanzielle Situation Bremens erlaubt es der zuständigen Behörde nicht, die Abrisse der Wohngebäude, die nach dem Ableben der Bewohner nicht mehr bewohnt werden dürfen, zeitnah einzuleiten, da die Kosten hierfür zwischen 10.000 und 20.000 Euro pro Gebäude liegen.

Der Vorschlag des Bausenators Joachim Lohse, Kaisenhäuser als Gartenhäuser zu erhalten, stellt einen ersten Ansatz in die richtige Richtung zur Kurskorrektur dar. Betrachtet man die Sache genauer, wird klar, dass eine gelingende Lösung darüber hinausgehen muss.

Eine nachhaltige Lösung liegt in der dauerhaften rechtlichen Anerkennung der verbliebenen intakten Kaisenhäuser in den Kleingartengebieten mittels ausnahmsweiser Festsetzung eines dauerhaften Bestandsschutzes für die Einfamillienhäuser. Daran gekoppelt werden sollte ein dauerhaftes Wohnrecht entsprechend der historisch gewachsenen Entwicklung. So wird Privatinitiative konstruktiv angeregt. Statt Wohneigentum mit öffentlichen Geldern zu zerstören, erhalten die Kleingartengebiete positive Impulse. Als attraktive Unikate und baukulturelle Besonderheiten befördern die Parzellenwohnhäuser auch das Gedeihen der Kleingartengebiete mit ihren Rückzugsmöglichkeiten aus dem Alltag, den kreativen Nischen und ihren Freiräumen. Die dringend benötigten grünen Naherholungsgebiete erhalten endlich wieder wohlwollende Aufmerksamkeit. Eine eindeutige win-win-Situation.

Solch eine Lösung werden die Kaisenhausbewohner außerordentlich zu schätzen wissen, denn sie stellt nicht nur ihr Eigentum und ihre Investitionen sicher, sondern würdigt auch ihren Einsatz und den ihrer Eltern für den Aufbau der Stadt in den äußerst schwierigen Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Damals war die Stadt über 25 lange Jahre nicht in der Lage, den 50.000 Menschen, die in 12.000 Wohnhäusern in den Kleingartengebieten lebten, eine Unterkunft zu geben. Vgl. „Häuser nicht bestrafen“.

Große Teile der Bremer Bevölkerung, die in einem Kaisenhaus aufgewachsen und inzwischen in alle gesellschaftlichen Schichten aufgestiegen sind, werden diese Lösung ebenso begrüßen, wie historisch interessierte Bremerinnen und Bremer.

Nicht zu verachten ist die Bedeutung dieser Lösung angesichts der Haushaltsnotlage des Landes Bremen. Schließlich kann bei jedem Kaisenhaus, das nicht abgerissen wird, je nach Größe zwischen 10.000 und 20.000 Euro gespart werden. Summa summarum liegt hier ein Einsparpotential von 15 Mio Euro Gesamtkosten verteilt über mehrere Jahre.

Kaisenhäuser-Parzellen-Fleetkirche – Spaziergang Waller Feldmark

Interesse an einem Naherholungsgebiet mit eigenwilligem Charme und außergewöhnlicher Geschichte? Wer die Waller Feldmark kennenlernen will, findet auf meinem Spaziergang eine gute Gelegenheit dazu.

Parzellen mit hohem Freizeitwert, Kaisenhäuser und Brachen mit wild rankenden Brombeeren säumen unseren Weg zur Fleetkirche. Wir erkunden lebendige Gärtnerlust und tauchen ein in die Geschichte der Waller Feldmark mit ihrer einmaligen hölzernen Notkirche, den Gärten und den Menschen, die hier ihre Heimat gefunden haben. Abgelegene Wege, ein Schnack über den Gartenzaun und eine besondere Do-it-yourself Baukultur und eine einmalige Gartenwohnkultur erwarten uns.

Am Donnerstag, 12. Juni 2014, biete ich einen Spaziergang in der Waller Feldmark an. Der Rundgang beginnt und endet an der Bushaltestelle “Hohweg” der Linie 20, wo wir um 15.00 Uhr starten und gegen 17.15 Uhr wieder ankommen.

Für dieses Angebot der Volkshochschule Bremen mit der Nr. 12-065-M/Exkursion können Sie sich unter Tel. 0421-12345 anmelden.

Laube-Liebe-Landschaft auf dem Stadtwerder

100 Jahre alte LaubeJetzt anmelden zum Spaziergang auf dem Stadtwerder durch die bunte Parzellenlandschaft in Hörweite zu Domglocken und Weserstadion. Wir begegnen auf dem Stadtwerder naturnahe Gärten neben traditionellen und sehen eine 100jährige Laube. Von den Kaisenhäusern, die hier einmal standen, sind kaum noch welche zu finden. Ein Miniluftschutzbunker erinnert an den Zweiten Weltkrieg und kann begangen werden. Die Parklandschaft am Werdersee streifen wir und beschließen unseren geschichtlichen Rundgang bei den imposanten Bäumen am Licht-Luft-Bad.

Am Sonntag, 4. Mai 2014 biete ich den Spaziergang Laube-Liebe-Landschaft durch Parzellengebiete auf dem Stadtwerder an. Wir treffen uns um 15.00 hinter dem Café Sand Ecke Strandweg und kommen dort um 17.00 Uhr wieder an.     

Anmeldung bei der Bremer Volkshochschule für Angebot-Nr. 12-054 M Exkursion unter der Telefonnummer 0421-12345

Foto oben: Kirsten Tiedemann                   Foto unten: Heike Mühldorfer

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Vortrag: Kaisenhäuser – über 70 Jahre Wohnen auf der Parzelle

Ein KaisenhausHeute gibt es erst einmal einen Hinweis zu meinem Vortrag bei der Volkshochschule Bremen und Ende der Woche kommt dann der Beitrag zur Petition „Unbegrenztes Wohnen auf der Parzelle“, die im März 2013 bei der Bremischen Bürgerschaft eingereicht worden war. Jener Post war hier heute versehentlich in einer groben Rohfassung kurz zu sehen.

Jetzt folgen Infos zum Vortrag:

Kaisenhäuser gehören seit über 70 Jahren zu Bremen. Diese eigenwillige Bau- und Wohnkultur entwickelte sich in den Kleingartengebieten der Stadt während der Wohnungskrise der Kriegs- und Nachkriegszeit. Mein Vortrag gibt eine Einführung in diese Baukultur und zu den Menschen, die sich aller Widrigkeiten zum Trotz eine lebenswerte Umgebung schufen. 

Damals nahmen einige Frauen und Männer ihre Geschicke selbst in die Hand und schufen sich in den Parzellengebieten eine Existenz. Im Ergebnis entwickelten sie einige Stadtgebiete von unten. Gekennzeichnet waren die entstehenden Wohngebiet durch Einfachheit, Improvisation und Selbstorganisation. Von den Ursachen, die zentralen Akteure – die bauenden Familien, Politker und Verwaltung – und sich wandelnde Reaktionen von Verwaltung und Politik stelle ich in meinem reich bebilderten Vortrag an der Volkshochschule Bremen vor. 

Am Donnerstag, 24. April 2014 um 19.00 Uhr beginnt der Vortrag von Kirsten Tiedemann mit Bildern und Kurzfilm im Bamberger Haus. Anmeldung telefonisch oder persönlich bei der Bremer Volkshochschule Angebot Nr. 12-108-M 

Telefon 0421-12345