Wasserstelle für Wespen und Vögel

Das Schälchen mit frischem Wasser zwischen Minzblättchen und Nachtkerze steht im Blumenkasten an meinem Balkongeländer und wird als Tränke von Singvögeln sehr gut angenommen. Amseln und Grünlinge stillen hier ihren Durst und einige Meisen nutzen die Tränke, um ausgibig darin zu baden. Sie planschen bis die Wassertropfen nur so umher spritzen. Überrascht stellte ich fest, dass das für die Vögeln gedachte Wasserangebot auch von Wespen angesteuert wird. Regelmäßig kommt eines der gelb-schwarzen pelzigen Insekten vorbei und nippt daran. Wie ich das finde? Anfangs behielt ich die Wespe mit großem Respekt und ausreichend Abstand im Auge, denn erst im letzten Sommer war es beim Gärtnern zu einer schmerzhaften Begegnung zwischen Mensch und Wespe gekommen. Dazu kommt es gelegentlich, weil ich gerne barfuß über den Rasen spaziere. Der darin blühende Klee gibt dem Rasen kleine helle Tupfen und lädt Wespen ein, an seinen süßen Blüten zu naschen. Wer will der Wespen den Stich in meinen Zeh verdenken, den sie mir zufügte als ich auf sie trat? Heute beobachte ich die Besuche der geflügelten Wesen auf meinem Balkon wohlwollend. Die Wespen und ich, wir leben in friedlicher Koexistenz, schließlich schnappen sie sich Fliegen und verhelfen mir zu einer feinen Gemüse- und Obsternte. … und vom Zwetschgenkuchen gebe ich ihnen auf separatem Teller ein Eckchen ab.  #zurNachahmungempfohlenWespe2

Wissenswertes über Wespen, die gar nicht so scheußlich sind wie ihr Ruf, und 20 praktische Tipps zum Umgang mit ihnen, findet ihr auf folgenden Seiten:

Wespen, besser als ihr Ruf – Beitrag vom WDR

20 Tipps zum Umgang mit Wespen vom NABU

 

Foto: Kirsten Tiedemann

{Erstveröffentlichung 22.8.2016]

Junges Gemüse aus dem Balkongarten

Es blüht und grünt und schmeckt köstlich. Das Experiment, aus meinem winzigen Balkon ein Gärtchen mit Nutzpflanzen zu machen, gelingt und ich werde schon seit dem Frühjahr mit frischem Gemüse beschenkt. Zu Erdbeeren, Oreganum und einer sehr alten, würzigen Schnittlauchstaude, die aus dem umfangreichen Garten meiner Großmutter stammt, gesellen sich in dieser Saison Radieschen, Zwiebeln und Co. Man kann sich fragen, warum ich mir die Mühe mache, Erde auf den Balkon zu schleppen, statt den dafür bestimmten Kleingarten zu nutzen. Die Antwort findet sich in der Invasion von Nacktschnecken mit ihrem ungeheuren Appetit auf frisches, zartes Grün. Kartoffeln, Tomaten und natürlich Blumen wachsen im Kleingarten, aber viele zarte Triebe und junge Pflanzen brauchen besonderen Schutz. Will ich nicht Unmengen an Schneckenkorn streuen (wird das von der Pflanze aufgenommen und esse ich es später?), die Tierchen morgens und abends absammeln (Zeit!) und fortbringen (wohin?) oder einen sehr gut funktionierenden aber nicht ganz günstigen Schneckenzaun setzen, um die aufkommende Saat und Jungpflanzen vor ihrem sagenhaften Hunger zu schützen, ist der Balkon eine gute Alternative. Den Impuls gaben mir die kundigen Teilnehmerinnen meiner offenen Gartengruppe im Dachgarten der Bremer Volkshochschule 2015, die von ihren guten Erfahrungen mit ihrem Balkongarten berichteten. Das probiere ich in dieser Saison aus und bin sehr glücklich mit der Entscheidung.  #zurNachahmungempfohlen

Diese kugelrunden Radieschen waren meine erste Ernte.Radieschen2                                            Die Zuckererbsen blühen fein … Erbsen                                                                                      … und schmecken zart und unbeschreiblich grün.erbsenschoten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für die optimale Nutzung des eng begrenzten Beetes bietet sich eine Mischkultur, hier Zwiebeln und Wurzeln (Möhren), an.Mischkultur                                                                        Zucchinipflanzen bringen prächtige Blüten hervor …Zucchiniblüte

… und brauchen zusätzliche Gaben von organischem Dünger, um Früchte auszubilden.Zucchini

Fotos: Kirsten Tiedemann

Grüner Balkonbaldachin

Baldachin aus Laub

Dieser Baldachin aus Laub auf dem Balkon im zweiten Stock einer Mietwohnanlage spendet angenehmen Schatten, bietet Vögeln Lebensraum und gibt eine schöne Atmosphäre. Erstaunlich ist hier, dass die Rankpflanze im Boden wurzelt und bis zum Balkon in das zweite Obergeschoss geführt wird. Das hat den Vorteil, dass die Pflanze sich tief verwurzeln kann, Wasser aus dem Boden aufnimmt und auf dem Balkon mehr Freifläche zur Nutzung bleibt, da Platz für einen Pflanzkübel entfällt. Echter Wein und Pfeifenwinde eignen sich für dieses Vorhaben ausgezeichnet, da sie, anders als Efeu oder wilder Wein, keine Haftwurzeln oder Haftscheiben ausbilden und das Mauerwerk schonen. Eine Wäscheleine empfiehlt sich, aufgrund ihrer langen Haltbarkeit, sehr gut als notwendige, kostengünstige Rankhilfe. Es bietet sich an, das Vorhaben mit der Hausverwaltung abzusprechen, um möglichst lange Freude an solch einem gelungenen Baldachin zu haben.

Foto: Kirsten Tiedemann