Junges Gemüse aus dem Balkongarten

Es blüht und grünt und schmeckt köstlich. Das Experiment, aus meinem winzigen Balkon ein Gärtchen mit Nutzpflanzen zu machen, gelingt und ich werde schon seit dem Frühjahr mit frischem Gemüse beschenkt. Zu Erdbeeren, Oreganum und einer sehr alten, würzigen Schnittlauchstaude, die aus dem umfangreichen Garten meiner Großmutter stammt, gesellen sich in dieser Saison Radieschen, Zwiebeln und Co. Man kann sich fragen, warum ich mir die Mühe mache, Erde auf den Balkon zu schleppen, statt den dafür bestimmten Kleingarten zu nutzen. Die Antwort findet sich in der Invasion von Nacktschnecken mit ihrem ungeheuren Appetit auf frisches, zartes Grün. Kartoffeln, Tomaten und natürlich Blumen wachsen im Kleingarten, aber viele zarte Triebe und junge Pflanzen brauchen besonderen Schutz. Will ich nicht Unmengen an Schneckenkorn streuen (wird das von der Pflanze aufgenommen und esse ich es später?), die Tierchen morgens und abends absammeln (Zeit!) und fortbringen (wohin?) oder einen sehr gut funktionierenden aber nicht ganz günstigen Schneckenzaun setzen, um die aufkommende Saat und Jungpflanzen vor ihrem sagenhaften Hunger zu schützen, ist der Balkon eine gute Alternative. Den Impuls gaben mir die kundigen Teilnehmerinnen meiner offenen Gartengruppe im Dachgarten der Bremer Volkshochschule 2015, die von ihren guten Erfahrungen mit ihrem Balkongarten berichteten. Das probiere ich in dieser Saison aus und bin sehr glücklich mit der Entscheidung.  #zurNachahmungempfohlen

Diese kugelrunden Radieschen waren meine erste Ernte.Radieschen2                                            Die Zuckererbsen blühen fein … Erbsen                                                                                      … und schmecken zart und unbeschreiblich grün.erbsenschoten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für die optimale Nutzung des eng begrenzten Beetes bietet sich eine Mischkultur, hier Zwiebeln und Wurzeln (Möhren), an.Mischkultur                                                                        Zucchinipflanzen bringen prächtige Blüten hervor …Zucchiniblüte

… und brauchen zusätzliche Gaben von organischem Dünger, um Früchte auszubilden.Zucchini

Fotos: Kirsten Tiedemann

Jetzt geht`s los: Saisonstart im Stadtgarten „Ab geht die Lucie“

UrbanKnitting Endlich geht die Saison auf der Lucie los und es wird wieder bunt, blumig und lebendig!

Grade werden Planen über Bühne und „Gewächshaus“ gezogen, damit es trotz liebreizendem Aprilwetter schön kuschelig wird. Die ersten leckeren Kuchenspenden werden gebracht, die Musik aufgebaut. Gleich geht es los! See you!

Mit Programm, Tanz, vielen Infos & lauter netten Menschen!

14.00 bis 18.00 Uhr – hier geht`s zum Programm

LuciePlane2

PlaneKuchen

Fotos: Kirsten Tiedemann

Löwenzahn & natürliches Guerilla Gardening

Nicht nur Menschen gärtnern in der Stadt, auch die Natur tut es. Ist sie nicht sogar die Urheberin des Guerilla Gardenings? Irgendwie?! Wie ich darauf komme? Aktuell blüht auf vielen Baumscheiben und Freiflächen der kräftig gelbe Löwenzahn, ohne dass er direkt ausgesät wurde. Er ist für manche (Klein)Gärtner ein Graus. Manche Ecken, wie die Langemarckstraße, gewinnen jedoch deutlich durch die temporären Farbinseln. Für die Samen scheint schon der kleinste Spalt auszureichen, um ein Plätzchen für sich zu erobern, was mich an einen Spruch aus der Öko-Bewegung der 1980er Jahre erinnert: „Ich freue mich über jeden Sieg der Brennessel über den Beton“ von Jean Giono.

Löwenzahn

Foto: Kirsten Tiedemann

Frühlingsfest im KulturGarten mit Kulturjurte Arbergen [Tipp]

Zum Auftakt der Saison im AWO-KulturGarten Arbergen wird am Sonntag, 20. März, ab 14.00 Uhr der Frühlingsanfang und das kurdische, iranische und afghanische Neujahr mit einem Fest gefeiert. Der KulturGarten wird aus der Winterruhe geweckt und die Kulturjurte Arbergen, die 2015 in einer Gemeinschaftsaktion hergestellt worden ist, wird wieder aufgebaut. Sie wird den Garten über den Sommer als vielseitiger Veranstaltungsort neu beleben. Beim gemeinsamen Aufbau der Jurte, einem Rundzelt aus leichtem Scherengitter, Stoffen und Plane, ab 14.00 Uhr gibt es ein Wiedersehen aller Helferinnen und Helfer aus dem vergangenen Jahr – natürlich sind hierzu neue Interessierte willkommen und können auch mitmachen. Als besonderer Punkt steht um 17.00 Uhr ein Film zum JurtenGarten auf dem Programm. Mit einem wärmenden Feuer und der Musik sowie köstlichem Essen wird das Erreichte gebührend gefeiert, so die Organisator*innen Oliver Schmid (Jurtenwesen) und Marie Beneke (Integrative Projektmitarbeit AWO ÜWH Arbergen).

Zum guten Gelingen dieses Mitbringfestes können alle Gäste etwas beitragen: Neben fröhlicher Stimmung wird trockenes Feuerholz (dringend, wie ich hörte) gebraucht, gute Speisen und Getränke sind ebenso willkommene Mitbringsel wie Musikinstrumente und Menschen, die auf ihnen spielen mögen, Stockbrotteig und Backkartoffel in Alufolie und Decken … – also: packt euren Picknickkorb und eure Instrumente und los geht’s zum Frühlingsfest!

Wo: KulturGarten Arbergen, Arberger Heerstraße 1, 28307 Bremen
Hinter dem grünen Wohncontainern des Übergangswohnheimes Arbergen der AWO Bremen

Wann: 20. März ab 14.00 Uhr bis in die Nacht hinein.

Das Event findet ihr auf Facebook hier.

2015_jurtengarten

Foto: privat

Hygienisches Grün

Eine Variante urbanen Grüns findet sich auf manch einer gestalteten Freifläche zwischen mehrgeschossigen Wohnungsbauten. Gelegentlich wird das vielfach gewünschte Grün, wie hier im Neubaugebiet auf dem Stadtwerder, derart „dressiert“, dass es sich treffender als ‚hygienisches Grün‘ bezeichnen läßt. Diese scheinbar paradoxe Beschreibung, die ich einmal irgendwo, wo weiß ich leider nicht mehr, gelesen habe, fiel mir bei dem Anblick der gezeigten Fläche wieder ein. Die Bezeichnung ‚hygienisch‘ wird allgemein für einen sauberen, ja porentief reinen, bakterienarmen Zustand verwendet und widerspricht einer Grünfläche daher grundsätzlich, denn diese setzt wachsende Pflanzen auf Muttererde voraussetzt, die gemeinhin auch Lebensraum für Regenwürmer und andere Kleinstlebenwesen bietet. Warum fiel mir der Begriff trotzdem ein? Nein, es ist kein gebügelter Kunstrasen, auf den ich zwischen zwei Häuserzeilen blickte. Es ist vielmehr ein sorgfältig getrimmter Rasen ohne ein Blatt Laub. Das Grün ist in exakter Symmetrie angelegt; zwischen den Bäumchen, den präzise ondulierten Heckenelementen und den in den Boden eingelassenen Beleuchtungselementen sind geplante Abstände exakt eingehalten worden. Diese symmetrische Gestaltung greift die unterschiedlichen Geometrien der Gebäude auf. Einzig die regelmäßig geschwungene Kante eines Beetes, das mit immergrünen Bodendeckern bestückt wurde, lockert die Starre ein wenig auf. Hier ist bis ins Detail beherrschtes, durchgeplantes, gereinigtes, fast statisch wirkendes Grün zu sehen. Auf die jeweilige Jahreszeit weisen nur das vorhandene oder fehlende Laub der Bäumchen und Buchenhecken hin.

Klar, eine begrünte Freifläche ist allemal einer durch Pflaster versiegelten Fläche oder einer Kiesfläche vorzuziehen, finde ich. Trotzdem frage ich mich, ob der Weg eines Maulwurfs einmal hierhin führen wird? Landen hier Schmetterlinge? Treffen sich hier Nachbarn, spielen hier ihre Kinder? Besonders einladend wirkt es nicht.

Wie wäre es mit einer bunten Blumenwiese als farbenfrohe Bereicherung zwischen den Häuserzeilen? HygienischesGriuen

 

Foto: Kirsten Tiedemann

DIY-Sichtschutz aus alter Tür

Hoppla! Was ist das?Sichtschutz1

Wieso steht da eine alte Zimmertür mitten im Garten?

Sichtschutz2Spielerisch umranken Kappuzinerkresse, wilder Wein und Geißblatt diese Garten- Zimmertür, warm leuchtet die Herbstsonne am späten Nachmittag durch deren alte Scheiben. Ein fantasiebegabter Parzellisten funktionierte die andernorts aussortierte Tür zu einem ungewöhnlichen DIY-Sichtschutz um. Eine Tür mit Vollholzkassetten eignet sich ebenfalls sehr gut. Sichtschutz5

Führt eine der Türen vielleicht in einen geheimen Garten?!

Fotos: Kirsten Tiedemann