Als der Krieg zu Ende ging. Bremen und Bremerhaven 1944 und 1945. [Filmveranstaltung]

Die Anzahl von Kleingärten der Städte wuchs in früheren Notzeiten rasant, denn sie besaßen eine außerordentlich hohe Bedeutung für das Krisenmanagement von unten. Hier gab es die praktische Möglichkeit, einen Teil der täglichen Nahrung zu ziehen. Hier fand sich ein Dach über dem Kopf. Das massenhafte Wohnen auf der Parzelle in Bremen hatte seinen Ursprung in der großflächigen Zerstörung der Stadt durch den zweiten Weltkrieg, einem Krieg, der von deutschem Boden ausging, in kurzer Zeit ganz Europa mit Zerstörung überzogen und bald die Welt einbezogen hatte. Vor 70 Jahren endete dieser grausame Krieg für Deutschland und Europa.

Gerne möchte ich auf selten gezeigte historische Filmaufnahmen von unserer Stadt aufmerksam machen, die das City 46 (Birkenstraße 1) am 29. September 2015 um 20.00 Uhr zeigen wird:

Als der Krieg zu Ende ging. Bremen und Bremerhaven 1944 und 1945.

Im Gespräch sind als Gäste die Bremer Historiker, Dr. Diethelm Knauf und Dr. Daniel Tilgner, und der Bremerhavener Filmemacher, Bernd Glawatty, dabei.
Wo: Im City 46, Birkenstraße 1, 28195 Bremen
Der Zugang ist barrierefrei

Aus der Ankündigung: „Bremen und Bremerhaven 1945 – Obrigkeitshörig, unterwürfig, hoffnungslos, selbstmitleidig und jegliche Schuld negierend – so erlebte der amerikanische Aufklärungsoffizier Saul Padover die Deutschen Ende 1944, Anfang 1945, nachdem die amerikanischen Truppen Reichsterritorium erreicht hatten. Junge Deutsche erinnern sich, dass sie, als sie die britischen Truppen sahen, reflexartig „Heil Hitler“ brüllten; eine 17-jährige Frau fasst das Kriegsende so zusammen: „Eine Welt fiel in Trümmer, ideell und real; und eine neue Welt tat sich auf, in die man sich vorsichtig und völlig ungeschützt hineintasten musste“. Wie war es also, das Ende des Zweiten Weltkrieges in Bremen und Bremerhaven? Wie erinnern wir uns an diesen, für viele Biografien und die Geschichte der beiden Städte so wichtigen historischen Moment?“

Manche meiner Gesprächspartner erinnern sich noch aus eigenem Erleben an die große Zerstörung. Feuersturm und Stadtteile als Trümmerfelder. Dort überlebten Menschen, einige hausten häufig notdürftig in Kellern von Ruinen. Mir wurde berichtet, dass Bremerinnen, die mit ihren kleinen Kindern zu ihrer Sicherheit vor Bombenangriffen aufs Land evakuiert worden waren, hierher zurückkehrten. Sie kamen aus dem Umland, dem Harz, den Niederlande und sogar aus der sächsischen Schweiz zurück. Trotz des ausdrücklichen Verbots machten sie sich zu einem beschwerlichen Fußmarsch über Zonengrenzen hinweg auf den weiten Weg in ihre Heimatstadt. Trotz der Zerstörung zog es auch viele flüchtende Menschen aus Schlesien, Ostpreußen usw. hierher. Bis 1950, also in fünf Jahren, sind 12 Millionen Vertriebene in die BRD und DDR gekommen – einige davon ließen sich in Bremen nieder. Auch Displaced Person (befreite Häftlinge aus Konzentrationslagern, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene) machten auf ihrer Reise in die alte oder eine neue, noch unbekannte Heimat (USA, Südamerika und das spätere Israel) Station in der Hafenstadt Bremen – einige wenige von ihnen blieben in der Stadt. Schließlich kamen nach und nach Männer aus der Kriegsgefangenschaft Heim. (KT)

Für uns später Geborene kann anhand der filmischen Dokumente eindrucksvoll und bedrückend kaum Vorstellbares sichtbar werden, z.B. welch eine Umgebung den damalige Lebensalltag und die Lebensumstände der Eltern und Großeltern über Jahre prägte, die brutale Wucht eines Krieges und die zerstörerische Folge der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus. (KT)

Das Programm:
„Englische Luftangriffe auf Bremen“
Ausschnitte aus dem Filmmaterial von Walter Cüppers, der die in Flammen stehende Stadt während laufender Bombenangriffe und die Folgen unmittelbar danach aufnahm.

„Die Briten erobern Bremen“
Filme und Fotos von British Pathé, dem Imperial War Museum und dem Bremer Staatsarchiv; Bremerhavener Bildergedächtnis: „Die Begegnung mit dem Feind – Kriegsende in Bremerhaven 1945 (Dokumentarfilm, D 2015, 26 Min.)

Eine Veranstaltung von Kulturbüro Bremerhaven, Landesfilmarchiv Bremen (Zentrum für Medien/LIS) und dem City 46

Karten/ Telefon 0421 / 957 992 90 (auch AB)/ eMail tickets(at)city46(dot)de

Zitate aus: http://www.city46.de/programm/september-2015-uebersicht/bremensien.html#c18772


			

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s