Achtung! Videoüberwacht

Überall gibt es sie, vor dem Bahnhof, im Parkhaus und in der Straßenbahn. Auch einige Kleingartenvereine nutzen sie inzwischen. Dieser Kleingartenverein in Bremen hat sich eine moderne, elektrische Schrankenanlage geleistet, die mittels Chip, der an einen Sensor gehalten werden muss, geöffnet wird. Hat es hier ein großes Verkehrsaufkommen gegeben, dass diese kostspielige Maßnahme nötig wurde, fragt man sich. Dazu ist eine Videoanlage installiert worden, um die aktuelle Situation an der Schranke im Auge zu behalten. Was für einen Sinn macht diese Überwachungskamera? Jetzt werden alle Gartenfreunde und deren Gäste, die auf diesem Weg kommen und gehen, filmisch festgehalten. Auch jene Menschen, die den Eingang passieren, um hier in diesem Kleingartenpark spazieren zu gehen, werden beobachtet und die Bilder gespeichert. Bei dieser Infrastruktur könnte man einmal darüber nachdenken, im Kontakt mit dem Institut für Freizeitwissenschaft und Kulturarbeit e.V. der Hochschule Bremen eine vergleichende Studie über Bedeutung und Nutzungsgrad des öffentlichen Wegenetzes in Kleingartenanlagen ausgewählter Stadtteile anzufertigen. Oder ist die Videoüberwachung vom Verein vielmehr für solche Situationen gedacht, in denen sich jemand an dem neuen und sicherlich nicht ganz billigem Schlagbaum zu schaffen machen will? Soll sie vielleicht Einbrecher abschrecken? Mal ehrlich, die Gartenerfahrung einer Parzellistin sagt, dass potentielle Diebe nun den Weg durchs Gebüsch suchen werden.

[by the way: Ist die private Überwachung eigentlich zulässig? Siehe unten]

Schranke

Mit den bisher gebräuchlichen Hinweisen geht die Natur dort so um …

10km

Werden bald Ackerwinde oder Hopfen Schlagbaum und Mast umschlingen? Wird die Linse der Kamera bald Grün ansetzen?

Fotos: Kirsten Tiedemann

Nachtrag: Eine Leserin machte mich auf den Auszug aus Wikipedia-Eintrag „Videoüberwachung“ aufmerksam: Private Videoüberwachung ist seit dem 1. Januar 2010 durch den Abschnitt Videoüberwachung (9a.) des Datenschutzgesetzes (DSG) geregelt. Die Videoüberwachung ist nur zulässig, wenn diese einen zulässigen Zweck erfüllt (Schutz eines Objekts/einer Person oder rechtliche Sorgfaltspflichten), wenn außerdem die schutzwürdigen Geheimhaltungsinteressen von Dritten geringer sind als das Interesse des Betreibers (z.B. ein Angriff wahrscheinlich ist oder bereits stattgefunden hat) und wenn die Videoüberwachung tauglich, das gelindeste Mittel und verhältnismäßig ist.[1]

Ist eine Videoüberwachung nach diesen Aspekten zulässig, muss sie beim Datenverarbeitungsregister (DVR) gemeldet werden. Daneben entstehen noch andere Pflichten für den Betreiber der Anlage (z.B. Kennzeichnungspflicht, Protokollierungspflicht, Datensicherheitsmaßnahmen, Löschungspflicht nach 72 Stunden und die Pflicht zur Auskunft gegenüber Betroffenen).[1] Fußnoten siehe Wikipediaeintrag

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s