1 von 39 Kaisenhäusern, die abgerissen werden

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Dieses intakte Kaisenhaus mit gepflegtem Garten, das bis vor kurzem bewohnt wurde, steht auf der aktuellen Abrissliste. Es ist eines von 39 geschichtsträchtigen, unbewohnten Häuser auf einer Parzelle, die laut Ankündigung der Baubehörde im Weser-Kurier bis April 2015 dem Erdboden gleich gemacht werden sollen. Hier stellt sich die Frage, welche Kritierien bei der Auswahl aus über 200 zum Abriss angemeldeter Gebäude entscheidend sind? Wird die Liste vom Ende her abgearbeitet und das am längsten angemeldete Haus zuerst abgerissen? Manche Gebäude stehen seit 10 Jahren darauf. Wird der Kleingärtnerverein bevorzugt, dessen Vorstand sich engagiert immer wieder in Erinnerung bringt? Damit stellt sich die nächste Frage: Wer wählt die abzureißenden Gebäude aus? Sind es Mitarbeiter der zuständigen Behörde? Wird möglicherweise der Landesverband der Gartenfreunde Bremen e.V. als Generalpächter in die Auswahl einbezogen? Können die Kleingartenvereine, in deren Gebiet sich die Kaisenhauser befinden, Einfluss auf die Entscheidung nehmen?

Die Auswahl des oben gezeigten intakten Gebäudes macht deutlich, dass weder die Baufälligkeit eines Kaisenhauses noch die Dauer der Anmeldung zum Abriss primär eine Rolle zu spielen scheinen. An dem Umgang mit diesem Gebäude läßt sich noch eine andere Praxis mehrerer Kleingartenvereine verdeutlichen: Es gibt aktuell Interessenten für diese Parzelle, ein Paar, das den Garten mit Gebäude gerne bis zum Abriss als Laube nutzen möchte. Das wäre sogar möglich mit einer gesonderten Nutzungsvereinbarung, die den anstehenden Abriss des Gebäudes zu einem noch unbekannten Datum einschließt. Der Vorstand des Kleingartenvereins, in dem das Haus steht, lehnt das allerdings ab und läßt lieber abreißen, statt einen neuen, zahlenden Pächter zu gewinnen.

Kleingärtner und Kaisenhausbewohner munkeln schon länger, dass „gute Häuser“ zuerst abgerissen werden, um einen illegalen Zuzug in die Häuser zu verhindern.

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Eine echte Ruine in zugewachsenem Grundstück, die weiter auf den Abriss wartet.

Brombeerparzelle

Brombeerranken haben diese Parzelle inzwischen erobert, seitdem dieses Häuschen auf den Abriss wartet.

Fotos: Kirsten Tiedemann

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