Bremen und seine Bauten – Buch und Vernissage

Wie die Stadt Bremen sich in der Nachkriegszeit städtebaulich neu erfand und den modernen, sozialen Wohnungsbau im großen Stile betrieb, um der über alle Erwartungen wachsenden Zahl der Einwohner Wohnraum bieten zu können, dazu erscheint in Kürze das Werk „Bremen und seine Bauten 1950-1979“. Erst 25 Jahre nach Kriegsende gelang die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum,  worin übrigens ein wesentlicher Grund für die Verstetigung des Wohnens auf der Parzelle zu finden ist – aber dazu später mehr.

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Kaisenhäuser sind komplette Wohnhäuser

Ich muss gestehen, dass ich reichlich verblüfft war, als die erste eMail aus einem Kaisenhaus in meinem Postfach lag. Damit hatte ich 2007, als ich mit meiner historischen Forschung begann, nicht gerechnet. Warum eigentlich nicht? Es lag wohl daran, dass ich diesen kleinen Wohnhäusern, die verstreut in den Parzellengebieten der Stadt stehen, eine technische Ausstattung am Puls der Zeit nicht zugetraut hatte. Inzwischen bin ich eines Besseren belehrt worden.
Die letzten bewohnten Kaisenhäuser sind bis auf wenige Ausnahmen zeitgemäß ausgestattet. Durch einen Windfang oder einen kleinen Flur sind die Wohnräume erreichbar. Neben einer Küche, an die sich häufig eine kleine Speisekammer anschließt, gibt es das Wohnzimmer und den Schlafraum. Ein Arbeits- oder Gästezimmer ist im ausgediehnten Kinderzimmer eingerichtet worden. Je nach Größe sind auch Eßzimmer oder weitere Funktionsräume zu finden. Zur baulichen Ausstattung gehören natürlich auch sanitäre Anlagen mit Dusche und WC und eine Heizung, meist eine Zentralheizung, die die Winterkälte vergessen macht. Häufig lassen sich doppelt verglaste Fenster finden. Rolläden oder Fensterläden, die in der kalten Jahreszeit vor Wärmeverlust schützen, gibt es. Warum soll man auch zum Fenster hinaus heizen? Die anfallenden Abwässer werden in geschlossenen Gruben gesammelt und regelmäßig von den Stadtwerken abgefahren. (Vgl. Rollende Kanalisation). Weiterlesen