DIY-Schutz vor Kaninchen

Auch in diesem Sommer gibt es viele Begegnungen mit den flauschigen Kaninchen, die putzig anzusehen sind, bei der Hobbygärtnerin aber für eine gewisse Unzufriedenheit sorgen – denn die kleinen Tiere fressen, fressen und fressen. Sie kosten vom Gemüse, nagen Blumenstile an und fällen die Blüte und verputzen eine Fülle an Biomasse, wie ich im Beitrag Eine flauschige Plage beschrieben habe. Was tun, fragt sich die Freizeitgärtnerin, um etwas Gemüse zu ernten und Lieblingsblumen wachsen zu sehen? Mit Fantasie und dem Talent zum Improvisieren wird an kreativen Lösungen zum Schutz einiger Pflanzen gebaut. Garteneinfriedungen aus Maschendraht werden mit einer zweiten Runde feinmaschigem Draht, dem sogenannten Kükendraht, versehen. Auch der Spalt unter der Eingangspforte wird mit Brettern, Draht oder anderen Mitteln geschlossen. Andere Menschen zäunen ausgewählte Beete gezielt mit Maschendraht ein. Die Freude, hier nun Pflanzen ungestört wachsen zu sehen, wird jedoch rasch getrübt, wenn man feststellt, dass eine Zaunhöhe von 50 Zentimetern nicht ausreichend ist: Die springkräftigen Kaninchen überwinden sie spielend. Und auch wer glaubt, ein Hochbeet mit der Höhe von einem Meter bildet eine ausreichende Hürde, der wird rasch eines Besseren belehrt. Also muss noch eine Art Deckel angefertigt werden und so kommt inzwischen manch ein Pflanzenschutz wie ein Kaninchenkäfig daher.

Gemüseschutz

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Der Weg durch die Gartenpforten wird den Tieren im unteren Bereich mit Draht, einem Brett oder wie hier mit einer kunstvoll arrangierten Stein-Beton-Mischung verwehrt.

Pforte

Einen Dreifachschutz gegen Kaninchen, Schnecken und Tauben haben Parzellisten hier angefertigt. Der Gemüsegarten ist in ausreichender Höhe mit Maschendraht eingezäunt und wurde 20 Zentimeter tief versenkt. Schneckenzäune darin schützen Erbsen, Bohnen und Kürbis. Das Erdbeerbeet vorne im Bild hat noch zusätzlich ein Netz bekommen., um Vögel von den süßen Früchten fern zu halten.

dreifachschutz

 

Neben den mechanischen Strategien werden auch Geruchsstoffe ausprobiert. Stinköl (Oleum animale foetidum crudum) wird im Forst gegen Wildverbiss angewendet und soll Kaninchen und Maulwürfe fern halten. Es ist in der Apotheke zu bekommen. Der Selbstversuch bestätigt, dass das Prinzip funktioniert, vorausgesetzt, dass Stoffstreifen reichlich mit dem Öl getränkt auf Stöckchen gespießt gleichmäßig im Garten verteilt werden. Es gibt aber zwei gravierende Nachteile. 1. Das Zeug stinkt derart widerlich, dass es die Gärtnerin gleich mit aus dem Garten vertreibt und für erheblichen Ärger mit den Nachbarn sorgen kann. Und 2. Die Wirkung ist nur von kurzer Dauer, denn sobald der Geruch schwächer wird, stört er die Kaninchen nicht mehr.

Die sicherste Methode, um Kaninchen fern zu halten, scheint darin zu bestehen, einen Hund zu haben, der sich häufig im Garten aufhält. Sein Geruch scheint Kaninchen abzuschrecken, so wurde es mir erzählt.

P.S.: Gärtnern in Bremen ist doch der sinnvollere Titel für meinen Blog, schließlich ist nicht alles, was hier thematisiert wird, ein Glück. Bei diesem Namen soll sich jetzt auch (erstmal) bleiben.

Fotos: Kirsten Tiedemann

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s