Positives Signal für intakte Kaisenhäuser

Bausenator Joachim Lohse gibt ein positives Signal für den Erhalt der letzten Kaisenhäuser in den Parzellengebieten unserer Stadt: „Es ist nicht vertretbar, Steuergelder für den Abriss intakter Gebäude zu verwenden.“ Mit diesen Worten wird der Senator kürzlich im Weser-Kurier zitiert. Er stellt ein Konzept mit der Möglichkeit vor, diese Wohnhäuser in bestehender Größe für die Nutzung als Gartenhäuschen in Kleingärten zuzulassen. Sein Konzept wird in der kommenden Woche von den Grünen beraten. Bisher müssen alle dieser Gebäude nach dem Wegzug ihrer Besitzer auf städtische Kosten abgerissen werden. Wahlweise können sie auch auf die zulässigen Maße verkleinert werden.

Das Konzept des Bausenators ist seit langem der erste vernünftige Vorschlag von maßgeblicher Seite, denn inzwischen stehen rund 200 dieser Wohnhäuser verlassen in vielen Parzellengebieten der Stadt. Manche von ihnen warten bereits seit 10 Jahren auf den Abriss, weil die Stadt ihrer Verpflichtung aufgrund der dürftigen Haushaltslage nicht nachkommt. Unbewohnt verfallen die Kaisenhäuser rasch zu Ruinen. Sie werden gelegentlich auch Schrottimmobilien genannt. Eine fatale Wirkung geht von diesen Ruinen auf gut funktionierende Kleingartengebiete aus. Die Waller Feldmark beispielsweise hat dramatisch an Attraktivität eingebüßt. Die avisierte Schaffung öffentlicher Erholungsflächen zur Aufwertung der Walle Feldmark wird leider nur schleppend realisiert. Bisher geht davon kaum ein positiver Effekt aus.

Aktuell erhält die Stadt angesichts einer neuen Rechtslage sogar die Chance, noch verbliebene intakte Kaisenhäuser in diesen städtischen Erholungsgebieten dauerhaft rechtlich anzuerkennen und zwar einschließlich einer dauerhaften Wohnnutzung – unter Beibehaltung des bestehenden planungsrechtlichen Status` der Gebiete als Kleingartengebiet. Diese Chance kann genutzt werden, anstatt weiterhin zu versuchen eine jahrzehnte währende historische Entwicklung rückgängig zu machen, und dabei dringend benötigtes Geld in die Zerstörung von intakter Bausubstanz zu „investieren“. Für die Qualität der Kleingartengebiete wäre die Anerkennung sicherlich förderlich.

Heute besteht die Möglichkeit, eine langfristige, nachhaltige, rechtlich gültige Regelung zu treffen. Es ist zu wünschen, dass die Verantwortlichen in Bremen ihre einmalige Chance erkennen und sie ergreifen.

Weser-Kurier 14.6.14

Weser-Kurier 14.6.14

 

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