Geht wählen!

Heute steht die achte Europawahl auf der Agenda, dafür werde ich mir die Zeit nehmen. Mir gefällt die Idee des Miteinanders in Europa in ihrem Kern. Nicht mehr Erzfeinde zu sein, wie es damals z.B. Deutschland und Frankreich waren, sondern in Wohlwollen verbundene Nachbarschaft mit kultureller Vielfalt. Buten und Binnen zeigte kürzlich in einer anschaulichen Reihe, wo Europa verschiedentlich positive Wirkung auf Bremen hat. Wer die Beiträge anschauen mag, kann das hier tun. Einen Überblick über die 24 Parteien, die zur Wahl stehen, gibt es dort auch. Die Süddeutsche Zeitung hat zehn gute Gründe, warum man Wählen gehen sollte. Der erste lautet: Lassen Sie sich die Wahl doch nicht von der Politik verderben!

Klar, vieles kann anders laufen. Die Abschottunsgidee, all das, was sich hinter Frontex verbirgt, die menschenfeindliche, grausame Politik und Realität an den Außengrenzen Europas gefallen mir ganz und gar nicht. Dieses merkwürdige und schwer zu durchschauende Geldgeschieben, dass viel zu viele Menschen arm und arbeitslos macht, erscheint mir agressiv, unfair und befördert einseitig den Wohlstand anderer. Der Abbau sozialer Errungenschaften …  Diese Praxen sind zutiefst ungerecht. Das neue Transatlantische Freihandelsabkommen mit seinen undemokratischen Elementen zugunsten der Wirtschaft erscheint mir vorsichtig ausgedrückt suspekt.

Dennoch gehe ich wählen. Trotzdem gebe ich meine Stimme einer Partei, deren Haltung mir für ein demokratisches Miteinander in Europa mit den Grundsätzen der Menschenrechte und für den postitven Umgang Europas mit anderen Ländern in der Welt sinnvoll erscheint.

Am Wahltag denke ich häufig an meine Großmutter, die dem Jahrgang 1906 angehörte. Ihre Generation war die ersten Generation von Frauen, die Zeit ihres erwachsenen Lebens wählen durfte. Ist es nicht eine Errungenschaft und ein Privileg, wählen zu dürfen? Es ist noch keine 100 Jahre her, dass Frauen in unserem Land ihre Stimme abgegeben dürfen. Ich werde auch dann zur Wahl gehen, wenn sich keine Partei finden lassen sollte, deren Politik ich wenigstens in Teilen zustimmen kann, um dieses heute so selbstverständlich erscheinende Wahlrecht wahrzunehmen. Ein Wahlrecht für das viele Frauen und auch einige Männer jahrzehntelang hart gekämpft haben. Sollte ich keine für mich akzeptable Partei finden, kann ich das auf meinem Wahlschein kenntlich machen.

Meine Empfehlung für heute lautet daher: Geht wählen! Verschenken Sie ihre Stimme nicht.

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