Kaisenhaus Rückansicht

KaisenhausDiese Rückansicht eines Kaisenhauses mit Schiefer verkleidetem Anbau ist von einer verlassenen Parzelle aus fotografiert. Die betagte Bewohnerin ist hier geboren, war hier zeitlebens ansässig und verbringt nun ihren Lebensabend in ihrem Elternhaus. Um sie herum wird es immer einsamer. Wenn die Wohnnachbarn sterben, werden die Einfamilienhäuser verlassen und verfallen, da die Stadt das Wohnen dort weder gestattet, noch ihrer Selbstverpflichtung, die Gebäude abzureißen, nachkommt. So ein Kleingarten mit Hausruine ist für neue Pächter wenig attraktiv und so bleibt sie frei.

Im Winter wird die Situation für die Parzellenbewohnerin besonders heikel, weil sich in den jahrenzeitlich bedingten wenig genutzten Kleingartengebieten Einbruchserien häufen. Davon läßt sich die Bewohnerin aber nicht schrecken. Sie lebt ausgesprochen gerne in ihrem Haus und kann sich nicht vorstellen, in eine „Stadtwohnung“ zu ziehen, wie sie sagt. Warum soll sie ihr Eigenheim aufgeben? Der Garten vor der Tür, das Zwitschern der Vögel, all das will sie nicht missen. Die über 80jährige Frau freut sich, dass neu hinzugekommene Pächter genauso regelmäßig bei ihr vorbeischauen. wie langjährige Pächter von benachbarten Parzelle und Bekannte, die sich nach ihrem Wohlergehen erkundigen.

Foto: Kirsten Tiedemann

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